Ökonomen streiten über Verteilungsfrage
Seite 1 von 7919 Neuester Beitrag: 05.04.25 21:33 | ||||
Eröffnet am: | 05.11.12 08:09 | von: permanent | Anzahl Beiträge: | 198.957 |
Neuester Beitrag: | 05.04.25 21:33 | von: Fillorkill | Leser gesamt: | 38.700.389 |
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Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage
Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind
... (automatisch gekürzt) ...
http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
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Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html
trump pokert hoch, keine frage. er hat sich aber diesmal gut darauf vorbereitet.
Daher hat er nur recht, wenn er sagt:
"The world has never seen this before".
(Es ergab sich auch die Gelegenheit, einige liegengebliebene, längst weit ins Minus gelaufene Shorts auf Einstand aufzulösen. Man muss eben immer die Chancen nutzen, die der Markt gerade bietet).
Wall Street bricht erneut ein
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=n-C8WiOWSyk
Im Basisszenario von Goldman Sachs geht man davon aus, dass die Gewinne im S&P500 um 3% in diesem Jahr zulegen werden. In diesem Basisszenario hätte der S&P bei einem KGV von 22 "nur" Aufwärtspotenzial bis 5500 Punkte. Dabei wäre dieses Szenario noch keine Rezession, sondern lediglich eine deutliche Abschwächung des Wachstums.
Fraglich ist, inwieweit bei einer solchen Abkühlung des Wachstums ein historisch eher am oberen Ende liegender KGV von 22 haltbar wäre.
Zitat sinngemäß, "Man muss schon bis ins Jahre 1911 zurückgehen um eine vergleichbare Zollbelastung gehabt zu haben. Dass was wir gerade erleben ist ein Ausnahmezustand."
Zum Abschluss hat er passend gesagt, dass Trump hat sich mit seinen Aussagen in eine Sackgasse bewegt hat, aus der sehr fraglich ist, wie er dort wieder herauskommen will.
Deshalb halte ich das Basisszenario für zu optimistisch. Denn wenn man die Politik Trumps seit seinem Amtsantritt verfolgt, so hat er zwar immer wieder auch Zölle revidiert, doch nur um sie danach noch höher und tiefgreifender durchzusetzen. Das Narrativ der Zölle als Verhandlungstaktik ist überholt.
Allein seine Rede von gestern sowie die Rede von Heute sind eigentlich Beweis genug um dieses Narrativ entkräften zu können. Denn dieser Handelskrieg wird längst auf ideologischer Ebene geführt, da geht es darum, die USA als Opfer darzustellen gegen die Welt aufzuwiegeln.
Und weil Karlchen hier Russland ins Spiel gebracht hat, so könnte die ideologische Reise Trumps ein faschistischer US-Staat stehen, der wie Russland, jegliche demokratische Mechanismen abgeschafft und eine Quasi-Autokratie errichtet hat.
Das zeigt, dass man die konservative oder besser libertäre Revolution nicht verstanden hat. Denn hier geht es um Läuterung und nicht um Reindustrialisierung oder Joe Sixpacks löchrige Brieftasche. Religiöse Erweckungs-, Erlösungs- und Endzeitphantasien aus dem tonangebenden evangelikalen Spektrum sind die Motive, die sich im aus der Welt gefallenen Amerika nun austoben.
Die Börsen haben hier, wie so oft, den richtigen Riecher. Die richtige Gegenstrategie besteht deshalb darin, einen möglichst grossen Bogen um das untergehende Empire zu machen und alles tun, nicht mit hineingezogen zu werden. Das ist nicht ohne Hoffnung, auch wenn erhoffte Geschäfte dabei abgeschrieben werden müssen. Denn mit der Dystopie, die sich jetzt in den US abzeichnet, dürfte die konservative 'antiwoke' Revolution für Jahrzehnte erledigt sein.
"Grok rebelliert
Aufstand der Maschine: Elon Musks Chatbot wendet sich gegen ihn
Aktualisiert am 04.04.2025,
Elon Musks KI-Firma xAI steht vor einer Herausforderung: Ihr Chatbot Grok widersetzt sich bisher allen Versuchen, ihn zu kontrollieren. Und widerspricht dem Tech-Milliardär beständig – sehr zu dessen Leidwesen. ..."
https://web.de/magazine/panorama/...lon-musks-chatbot-wendet-40838568
Diese zudem waffenstarrende US-Gesellschaft brauche ich nicht mal für den kleinsten Urlaub!
"Trotz Aufenthaltsgenehmigung
Deutscher seit vier Wochen in US-Gewahrsam - schwere Vorwürfe gegen Behörden
Aktualisiert am 04.04.2025,
Ein Deutscher mit US-Aufenthaltsgenehmigung will in die Vereinigten Staaten einreisen - und sitzt seitdem in Abschiebehaft. Nun wandte er sich mit einer Botschaft an seine Unterstützer. ..."
https://web.de/magazine/panorama/...were-vorwuerfe-behoerden-40845084
Bis dahin sind es allerdings noch gut 19 Monate und ob dann diese Zwischenwahlen noch unter fairen Bedingungen stattfinden werden, muß man angesichts der von den MAGA-Reps angestrebten Wahländerungen leider schon jetzt etwas bezweifeln.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/...twahlen_in_den_Vereinigten_Staaten
https://www.stern.de/politik/ausland/...er-seine-arbeit-35605294.html
Nächste Woche wird "Disapprove" (Nichtzustimmung) im Durchschnitt der Umfragen wahrscheinlich über 50% stehen und sich die Spanne ausweiten:
https://www.realclearpolling.com/polls/approval/...mp/approval-rating
In den USA bestimmen erfolgreiche Unternehmer mit großer Erfahrung momentan mit. Man darf also annehmen dass sie es so wie oben sehen.
Zu den Aktienmärkten bleibt festzustellen mMn dass sie seit langer Zeit der realen Wirtschaft zu stark davon geeilt sind. Ein Grund sehe ich in der Geldmengenausweitung der verflossenen Jahren. Jedwede Krise wurde mit Geldmengenausweitung zugeschüttet welche zu einer Inflation an den Börsen führte. Momentan scheint diese "Weisheit" auch bei uns angekommen zu sein. Probleme mit Geld zuschütten ist aber keine nachhaltige Problemlösung. Wenn die USA aber nicht mehr bereit sind dieses Spiel weiter zu spielen wird es stärkere deflationäre Momente geben und das ist nicht gut für die Börsen. Wie schon hier erwähnt wurde liegt der jetzige Absturz an der Börse nicht an akuten Problemen in der Wirtschaft oder im Finanzsystem. Letzteres könnte drohen wenn es zu einem sehr heftigen Crash kommt. Noch fällt das Messer.
Ob es sehr große und nachhaltige Effekte in der Wirtschaft haben wird, wird davon abhängen inwieweit jetzt alle gegen alle in den Handelskrieg ziehen werden. Sollten die USA wieder wesentlich mehr selber herstellen reduziert das erheblich die Ungleichgewichte und reduziert die Gefahren im weltweiten Finanzsystem.
Ich kann mich irren, glaube aber nicht dass wir ein Ereignis sehen das demnächst verschwunden sein wird und alles im alten Trott weiter gehen wird bis es aus sich heraus fürchterlich kracht. Es wird mMn Veränderungen geben auch wenn sie nicht so riesig ausfallen werden wie die Initiatoren glauben.
Und was den typischen MAGA Fan betrifft, mal ganz allgemein angemerkt: Liebe Europäer, es ist nicht so, dass alle anderen blöd sind auf der Welt, nur weil die anders ticken und handeln, als man selbst, auch wenn man das in einer unnachahmlichen Art zu glauben scheint.
Die Farmer und Landwirte in den USA bspw. sind eine starke Bastion für Trump und die wissen sehr genau, dass die Zölle zu höheren Preisen führen und sich nachteilig für sie auswirken, sie setzen aber darauf, dass sich Trump am Ende durchsetzen wird mit seiner Politik und neue Deals abgeschlossen werden. So lief es nach seiner ersten Wahl damals auch.
In Europa und Deutschland ganz besonders stark, hat man es sich zur Angewohnheit gemacht, den eigenen Nabel für den Mittelpunkt der Welt zu halten. Aus dieser Arroganz heraus entstehen allerhand Fehleinschätzungen. Statt immer wieder überrascht zu werden wie beim Brexit oder bei den US Wahlen, sollte man mal langsam zur Erkenntnis kommen, dass es wichtiger ist, sich auf sich selbst zu konzentrieren und die eigenen vorhandenen Probleme und Missstände anzugehen, statt die Rolle des Besserwissers zu geben, der glaubt, dem Rest der Welt erklären zu können, wo es lang geht.
Trump ist ein gefährlicher Idiot, aber ähnlich wie das Corona Virus, ist er ein Ereignis, dass die eigenen Schwächen gnadenlos offenlegt, da gilt es anzusetzen, statt sich über die vermeintlichen Schwächen und Fehler Anderer zu mokieren.
Der Brexit, die wiederholte Wahl Trumps und der Zollkrieg basieren auf Lügen und Fake-News, die mit Unterstützung Russlands verbreitet wurden. So wie die Mehrheit der Briten vom Brexit entäuscht wurde, so werden auch die Trump-Wähler noch ihre schmerzliche Überraschung erleben...
Trump behaupte, dass der Rest der Welt hohe Zölle auf US-Waren erhebe und er nun lediglich Gegenzölle erhebe, die sogar nur halb so hoch seien, wie die, die die USA zahlen müssten. Krugman weist auf Trumps Zoll-Tabelle hin. Darauf ist neben dem jeweiligen Land eine Spalte, die die neuen US-Zölle – und eine, die die vermeintlichen bereits bestehenden Zölle der Handelspartner ausweist, zu sehen. „Das ist völlig verrückt“, fasst Krugman die Daten zusammen.
US-Nobelpreisträger zerlegt Trumps Zoll-Tabelle: „Das ist völlig verrückt“
Er nimmt Trumps Zahlen für die EU als Beispiel. Hier prangt auf Trumps Liste die Zahl 39 Prozent. So hoch sollen demnach die Zölle sein, die die EU auf US-Waren erhebt. Krugman kann es nicht fassen, denn die EU erhebe, genau wie die USA, niedrige Zölle um die drei Prozent. „Woher kommt also diese Zahl von 39 Prozent?“, fragt Krugman. Der Top-Ökonom ist platt und meint: „Ich habe keine Ahnung.“ Der Wirtschaftsexperte macht sich aber auf Spurensuche.
Demnach hatten vorab viele spekuliert, dass Trump Mehrwertsteuern als Zölle betrachten würde. Dem widerspricht Krugman deutlich, da auch europäische Hersteller diese Steuer zahlen würden. Doch „selbst wenn man das falsch versteht“, führt er weiter aus, liege der Mehrwertsteuersatz in der EU im Durchschnitt bei 20 Prozent. So komme man „nicht einmal annähernd an 39 Prozent heran.“
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat angekündigt, die von US-Präsident Donald Trump verhängten Importzölle umgehen zu wollen. „Kalifornien ist nicht Washington DC“, sagte Newsom in einer am Freitag (Ortszeit) auf Onlineplattformen veröffentlichen Videobotschaft. „Wir werden Trumps Zollkrieg nicht tatenlos zusehen“, fügte er hinzu.
Kalifornien ist mit 40 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA und erwirtschaftet 14 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) des Landes.
Wenn Kalifornien ein eigener Staat wäre, wäre dieser die fünftgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, hob Newsom hervor. „Donald Trumps Zölle repräsentieren nicht alle Amerikaner, vor allem nicht diejenigen, die ich hier in der fünftgrößten Wirtschaftsmacht der Welt, Kalifornien, repräsentiere“, sagte der Demokrat.
Kalifornien werde ein „langfristiger, verlässlicher Partner für die kommenden Generationen bleiben, egal welche Turbulenzen aus Washington kommen“, sagte Newsom. Seine Regierung werde die weltweiten Handelspartner des Bundesstaates „daran erinnern, dass Kalifornien ein verlässlicher Partner bleibt“. Wie er Trumps Zölle umgehen will, erläuterte Newsom allerdings nicht.
https://taz.de/Kaliforniens-Reaktion-auf-Zoelle/!6080868/
Am Aktienmarkt werden Unternehmen mit einem höheren Wachstum nunmal auch höher bewertet.
Ohne dieses hohe Handelsdefizit wäre das nicht möglich gewesen, denn mit dem Handelsdefizit haben sich die USA mehr Werte ins Land geholt als sie selbst produziert haben oder konnten.
In Dtl. sind wir den umgedrehten Weg gegangen, wie habe deutlich mehr produziert, haben Werte geschaffen, doch den Großteil dieser Werte in die USA abgegeben. Deshalb konnte Dtl. auch nicht so dynamisch wachsen und damit Kapital anziehen.
D.h. die Magie des Erfolges der USA beruht nunmal auf die Dollarschwemme und dem hohen Handelsdefizit, die es erst ermöglichte, einen Wertzuwachs über der eigenen Leistungsfähigkeit erreichen zu können.
Dass dieses Spiel Grenzen erreicht und nicht endlos auf diesem Niveau weitergespielt werden kann, dem stimme ich zu, doch zu glauben, man könnte das Handelsdefizit auf nahezu Null reduzieren, ohne dass es zu einem massiven Wohlstandsverlust und vor allem auch Wertverlust führen würde, halte ich für naiv und wird sich als fatale Fehleinschätzung zeigen.
Denn wenn das Handelsdefizit schwindet, kann man noch so sehr die eigene Produktion hochfahren, man wird nunmal nicht mehr als 100% produzieren können, damit die früheren Niveaus nicht ansatzweise mehr erreichen können. Man wird dadurch auch die hohe Ergebnisdynamik nicht mehr halten können, womit die höheren Bewertungen nicht mehr haltbar sein werden, so dass der Aktienmarkt allein durch diese Veränderung eine ganze Menge Luft nach Unten hat.
Hinzu kommt, dass der US-Konsument von den niedrigen Preisen importierter Waren lebt.
Wird nun Produktion von Billiglohnländern wie Vietnam wieder in die USA verlegt, dann werden sich die Preise für viele Dinge des alltäglichen Lebens Verdoppeln, gleichzeitig wird der US-Konsument aber deswegen nicht mehr Geld verdienen. D.h. Unternehmen wie Nike, die werden nicht nur mit hohen Investitionskosten konfrontiert sein, sondern ebenso mit rückläufigen Verkaufszahlen, weil der US-Konsument angesichts der höheren Preise dann eben die Schuhe oder das T-Shirt länger trägt, verstärkt Alternativen wie Second Hand nutzt, usw.
All das drückt die Perspektiven der US-Unternehmen.
D.h. ein deutlicher Wohlstandsverlust in den USA wird unter diesen Rahmenbedingungen unvermeidbar und vor allem sehr schmerzhaft sein.
Einen solchen Schritt zu gehen, ohne dass eine unmittelbare Notwendigkeit dazu besteht, ist einfach nur selten dämlich. Denn man kann dieses Spiel mit dem Handelsdefizit gut und gerne auch noch weitere 10 oder 20 Jahre spielen und es langfristig schrittweise gesenkt. Gleiches gilt auch für den Abbau des Staatsapparats. Man hätte kompetente Fachleute mit der Restrukturierung des Staates beauftragen können, so wie es auch Unternehmen in der Wirtschaft tun. Man hätte Ineffizienzen aufgedeckt und mit klugem Kopf den Staat smarter gemacht. Doch einfach Abteilungen zu schließen, ohne überhaupt einen Einblick in deren Arbeit zu nehmen, oftmals ohne zu wissen, was die überhaupt machen, wie will man dann eine kluge Entscheidung treffen? D.h. Entscheidungen werden eben nicht fachlich und pragmatisch, sondern rein ideologisch getroffen und sowas wird zu keinem guten Ergebnis führen.
Wahrscheinlich wird man mittlerweile auch KI einsetzen, um solch Szenarien zu berechnen.
Dieses Basis-Szenario ist auch nicht in Stein gemeißelt, sondern ändert sich mit den sich verändernden Rahmenbedingungen. Das Basis-Szenario kann in ein paar Monaten auch wieder höher oder tiefer liegen.
Aber gerade weil die Folgen so schwierig abzuschätzen sind, wird immer weiter abverkauft, weil es für einen Aktienmarkt kaum etwas Unangenehmeres gibt als unbekannte Risiken. Das schreit förmlich danach, aus Aktien in andere Assets umzuschichten, solange, bis das Risiko abschätzbar wird.
Ich jedenfalls halte es für ziemlich unwahrscheinlich, dass die höchsten Zölle seit mehr 90 Jahren, welche sehr weit über dem Niveau vergangener Jahrzehnte liegen, nur einen moderaten Effekt auf die Unternehmensergebnisse haben werden. Wenn diese Zölle so bleiben wie sie sind, wird es zu einem deutlichen Gewinnrückgang führen. Denn wenn die Kosten um 20% steigen, das erwartete Gewinnwachstum bei 11% erwartet wurde, halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass von den 11% Wachstum noch etwas übrig sein wird.
Da hat es einer schon im Urin. Die verbleibenden Demokratien werden einen gemeinsamen, nach innen autarken und waffenstarrenden Block bilden müssen, wenn sie in der aufziehenden multipolaren Barbarei überleben wollen. Die Imperialistenknechte wie Ungarn oder die Slowakei müssen natürlich vorher gehen, während Kanada, Australien, Kalifornien usw an Bord gehen. EU muss man das dann aber nicht mehr nennen.
https://youtu.be/WwK9nU6gVQQ?si=wgPejGFMe6lxVUg-