Indus - Substanz mit Phantasie


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Neuester Beitrag: 20.01.23 11:26
Eröffnet am:12.07.05 16:34von: brokeboyAnzahl Beiträge:642
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2590 Postings, 6584 Tage brokeboyIndus - Substanz mit Phantasie

 
  
    #1
11
12.07.05 16:34
INDUS Holding (Nachrichten) erwirbt den Systemlieferanten Selzer

nachdem ich etwa 2 Monate lang gewartet habe, seit ein uns allen bekannter Psychopath einen Haufen überzogenen Irrsinns über die Indus gepostet hat, möchte ich dieses Substanzpapier wieder ins Gespräch bringen. KGV bei 13-14, Divi bei 5% und ein unglaublich geschicktes Händchen bei der Auswahl sog. "hidden champions" machen Indus zu einem wirklich renditeträchtigen Depotkandidaten, der dieses Jahr die 30 Euro -Marke nehmen sollte. Bei mir waren Indus und Gesco in der engeren Wahl - allerdings hat mich das Portfolio der Indus eher überzeugt.

Gruss von BB

Latest News:
Bergisch Gladbach, 12. Juli 2005 - Die INDUS Holding AG (ISIN DE0006200108)
hat 70 % der Anteile an der Selzer Fertigungstechnik GmbH&Co. KG, Driedorf-
Roth, übernommen. 30 % der Anteile verbleiben bei der Familie Selzer. Im
abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 erzielte der spezialisierte Zulieferer für die
Fahrzeug- und Elektroindustrie mit rund 600 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe
von ca. 80 Mio. Euro. Hans-Joachim Selzer, der seit über 20 Jahren als
geschäftsführender Gesellschafter das Unternehmen leitet, wird auch in Zukunft
in dieser Funktion für die operative Entwicklung des Unternehmens
verantwortlich sein.

Als Systemlieferant nimmt Selzer eine ausgezeichnete Marktstellung ein und ist
bei allen großen Herstellern auditiert. Selzer besitzt umfassendes Know-how
bei der Entwicklung und Fertigung von kompletten, einbaufertigen Baugruppen
aus Metall, insbesondere für Schaltgetriebe, Bremsen und Motoren. Dabei wird
von der Produktentwicklung über Prototypenbau bis zur Produktion die gesamte
Leistungspalette abgedeckt. Den größten Teil seines Absatzes realisiert Selzer
mit Herstellern der Fahrzeugindustrie, wobei ein Schwerpunkt im Bereich der
Nutzfahrzeuge liegt. Eine zweite wichtige Kundengruppe bilden Unternehmen aus
der Elektroindustrie.

Mit der getätigten Akquisition setzt die INDUS Holding AG die Strategie,
Mehrheitsbeteiligungen an profitablen Nischenunternehmen zu erwerben, weiter
fort. Das Beteiligungsportfolio umfasst inklusive Selzer aktuell 41
mittelständische Unternehmen. Die zu Jahresbeginn geäußerte Prognose, im
Gesamtjahr ein Umsatz- und Ertragswachstum im Vergleich zum Vorjahr zu
erzielen, wird durch die Übernahme von Selzer untermauert. Die auch nach
diesem Kauf komfortable Liquiditätsposition soll für weitere Investitionen
genutzt werden.

INDUS Holding AG
Kölner Straße 32
51429 Bergisch Gladbach
Deutschland

ISIN: DE0006200108 (SDAX)
WKN: 620010
Notiert: Geregelter Markt in Düsseldorf und Frankfurt (Prime Standard);
Freiverkehr in Berlin-Bremen, Hamburg, München und Stuttgart

Ende der Ad-hoc-Mitteilung (c)DGAP 12.07.2005
 
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869 Postings, 3639 Tage HutaMGUmschichtung

 
  
    #618
11.05.22 10:26
Ich habe heute Morgen dosiert von Indus in Gesco umgeschichtet, weil Indus die Probleme bei der Fahrzeugtechnik offenbar einfach nicht in den Griff bekommt und mMn zu zögerlich daran geht, sich von diesem Bereich zu trennen. Wer weiß schon, wie lange dieser Bereich die Holding noch runterzieht.  

11748 Postings, 4906 Tage Raymond_Jamesdirectors dealings

 
  
    #619
12.05.22 17:11

vorsitzende von vorstand und aufsichtsrat fassten sich ein herz und investierten heute 82.939 bzw. 54.984 EUR in "ihre" aktie

https://www.dgap.de/dgap/News/directors_dealings/...s/?newsID=1573053

https://www.dgap.de/dgap/News/directors_dealings/...n/?newsID=1573065

 

869 Postings, 3639 Tage HutaMGAuf lange Sicht...

 
  
    #620
13.05.22 14:43
...sicher ein gutes Investment und es zeigt, dass die beiden leitenden Herren Vertrauen und Unternehmen haben, was ich vorbehaltlos positiv bewerten würde.
Indus bleibt trotz kleinerer Umschichtungen ein sehr wichtiger Depotposten - und ich glaube auch an die für 2025 ausgegebenen Ziele, die der Aktie dann sicher auch viel Spielraum nach oben geben würde.
Aber mich würde schon interessieren, wie Indus denn die immer noch defizitäre Fahrzeugtechniksparte in den Griff bekommen will. Es zeichnet sich ja auch für das laufende Jahr wieder ein dickes Minus ab ( und dadurch bedingt auch wieder eine hohe Steuerquote ). Da muss von Indus jetzt schon deutlich entschlosseneres Handelns kommen als bis jetzt.  

869 Postings, 3639 Tage HutaMGHauptversammlung

 
  
    #621
3
01.06.22 11:03
Guten Morgen !

Ich habe mir gestern die HV komplett angesehen.

Die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte aus Vortrag und Fragenbeantwortung:

1.) Auch in diesem Jahr wird der Bereich Fahrzeugtechnik einen gehörigen Verlust einfahren, der wieder nicht ertragsteuerlich mit den Gewinnen aus anderen Bereichen verrechnet werden kann. Dies führt in letzter Konsequenz zu einer ähnlich hohen Steuerquote wie im Vorjahr. Und dies wiederum bedeutet, dass das EpS geringer ausfällt als es bei einer normalen Steuerquote ausfallen würde.

2.) Der Bereich Fahrzeugtechnik dürfte bis 2023 einschließlich negativ bleiben (soweit ich mich richtig erinnere, wurde davon gesprochen, dass man sich zutraut in Q4 2023 die schwarze Null zu erreichen. In 2021 haben 6 Beteiligungen aus diesem Bereich Verluste gemacht, in Q1 2022 war nur ein Unternehmen positiv. Hauptproblemtreiber bleiben die noch verbliebenen zwei Serienzulieferer sowie (meiner persönlichen Einschätzung nach) derzeit Ipetronik - es wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass wegen ausstehender Vorprodukte insbesondere in der Messtechnik keine oder nur sehr geringe Umsätze erzielt werden können. Grundsätzlich ist es sehr schwierig grade im Bereich "Serienzulieferer" Preissteigerungen an die Kunden weiterzugeben, weil es denen derzeit auch nicht wirklich gut geht, die also Preissteigerungen selber nicht gut verarbeiten können - aber auch weil die Zulieferverträge in diesem Bereich manchmal extrem langlaufend sind (teilweise laufen diese über mehrere Jahre).

3.) Auf entsprechende Nachfragen wurde darauf hingewiesen, dass sich Indus zwar grundsätzlich als "buy&hold&develop" Holding sieht, aber wohl nicht "Nein" sagt, wenn man durch einen Verkauf eine bessere Zukunft für ein Beteiligungsunternehmen sieht. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere die beiden Serienzulieferer als mögliche Kandidaten für einen Verkauf genannt.

Fasse ich diese drei Punkte mal zusammen, sieht es für mich so aus als ob Indus bis 2023 noch unter dem Bereich "Fahrzeugtechnik" leiden wird - ich vermute einmal, dass selbst wenn man die Serienzulieferer veräußern möchte, dort möglicherweise ein Verlust entsteht. Teilweise haben die Unternehmen aus dem Bereich Automotive auch ihre Produktion umgestellt bzw. in andere Werke verlagert, was zunächst einmal Kosten verursacht und derzeit fehlen aufgrund der erneuten Krise der Automobilbranche dann einfach die Umsätze um die Kosten aufzufangen.
Andererseits sollen die Umsätze, die im Bereich Messtechnik derzeit wegen mangelnder Vorprodukte entfallen, nicht unbedingt "für immer" verloren sein. Man geht davon aus, dass man einen Teil der Umsätze, die heute ausfallen, "morgen" nachholen kann, weil eben auch die Konkurrenz der Indusunternehmen derzeit keine Vorprodukte bekommt und nicht bei Indus entfallende Umsätze übernehmen kann.

Als Aktionär werden wir also durch das Tal durchmüssen - wie gesagt, ich vermute (ohne Gewähr), dass 2022 noch einmal ähnlich verläuft wie 2021 (falls es nicht noch zu Zusatzbelastungen z.B. durch den Krieg in der Ukraine) kommt und ab 2023 die Belastungen durch den Bereich Fahrzeugtechnik sukzessive entfallen bis es dann ab 2024 idealerweise keine entsprechenden Ergebnisbelastungen durch Automotive mehr gibt.

Was ich noch interessant fand war der Hinweis darauf, dass neue Beteiligungen i.d.R. eine Ebitmarge deutlich oberhalb der angestrebten 10% haben.

Wenn ich das mal in Verbindung mit der Tatsache bringe, dass man schon heute eine Ebitmarge von 10% erreichen würde, wenn die Fahrzeugtechnik ein ausgeglichenes Ergebnis abliefern würde, halte ich die Ziele für 2025 (über 2 Mrd Euro Umsatz bei einer Marge von 10% oder mehr) für eher konservativ.
Umsatz: Bis 2025 will man 55 bis 60 Beteiligungen im Portfolio ausweisen - nehmen wir mal 58, dann müssten noch 10 Beteiligungen hinzugekauft werden. Bei einer durchschnittlichen Umsatzgröße von etwa 25 Mio Euro bei den Erwerbungen, würden alleine dadurch 250 Mio Euro Mehrumsatz generiert. Da in 2021 schon 1.741 Mio Euro Umsatz erreicht worden sind, würde man sozusagen fast ohne jedes organisches Wachstum auf 2 Mrd Euro Umsatz kommen. Rechnet man in den Jahren 2022 bis 2025 mit insgesamt 10% Umsatzwachstum, was sicher nicht zu großzügig bemessen ist, käme man auf etwa 2,2 Mrd Euro Umsatz.
Marge: Wie gesagt liegt die Marge ohne Fahrzeugtechnik jetzt schon bei 10%%. Die Neuerwerbungen sollen alle über 10% Marge ausweisen. Zudem sollte durch Umsatzwachstum auch die Marge der Bestandsunternehmen wachsen. Hinzu käme dann noch ein kleiner Ergebnisanteil der Fahrzeugtechnik - bis 2025 sollten die Probleme dort ja auf die ein oder andere Art gelöst sein und es sollte zu einem kleinen positiven Ergebnis reichen - wodurch dann auch die hohe Steuerquote der Vergangenheit angehören dürfte (möglicherweise dreht die Steuerquote sogar, weil die Fahrzeugtechnikunternehmen durch die Nutzung der Verlustvorträge eine niedrigere als übliche Steuerquote auf ihre dann Gewinne zahlen müssten).
Nehmen wir mal 2,2 Mrd Euro Umsatz bei einer Marge von 11% - diese würde dann einem Ebit von 242 Mio Euro entsprechen.

Kurzfristig (2022 und Teile 2023) sollten die Zahlen also mMn eher mittelprächtig ausfallen - ab 2024 und erst recht ab 2025 ff. sollten sich die Zahlen aber sehr positiv entwickeln können (wie immer natürlich nur meine Meinung und keine Empfehlung).  

11748 Postings, 4906 Tage Raymond_James@HUTAMG: danke für die HV-Info

 
  
    #622
07.07.22 11:05

die investmentbank Oddo BHF kommt heute zu einem ähnlichen ergebnis: "'Outperform' - Ziel 28 Euro", https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/...rm-ziel-28-euro-11509211

 

11748 Postings, 4906 Tage Raymond_Jamesneue prognose für die segmente ...

 
  
    #623
10.08.22 10:51

... in tabellenform auf S. 13 des Zwischenberichts H1 2022, https://indus.de/app/uploads/2022/08/INDUS_Halbjahr_2022_de_s.pdf


 

11748 Postings, 4906 Tage Raymond_JamesPrognose-Übersicht ...

 
  
    #624
10.08.22 11:36

... über Umsatz, EBIT, EBIT-Marge der Segmente (von oben nach unten):
● Bau/Infrastruktur
● Fahrzeugtechnik
● Maschinen- und Anlagenbau
● Medizin- und Gesundheitstechnik
● Metalltechnik

 
Angehängte Grafik:
screenshot_2022-08-10_11.png
screenshot_2022-08-10_11.png

869 Postings, 3639 Tage HutaMGGuten Abend !

 
  
    #625
2
12.08.22 19:56
Guten Abend !

Bei Indus wird mMn immer deutlicher, dass die Bewertung der Aktie und damit auch die Entscheidung, ob man diese kauft oder lieber nicht, alleine davon abhängt, welchen Anlagehorizont man hat.

Das laufende Jahr dürfte ergebnisseitig eben wegen der defizitären Fahrzeugtechniksparte eher mau ausfallen. Wobei da ja nicht alle Unternehmen in strukturellen Schwierigkeiten stecken sondern eben "nur" die beiden Serienzulieferer. Die Serienzulieferer bekommen die höheren Lieferantenpreise wegen sehr lange laufender Verträge mit ihren Kunden eben nicht auf diese übergewälzt. Daneben gibt es Unternehmen, die zwar strukturell gesund sind, derzeit aber unter den vielfach unterbrochenen Lieferketten leiden. Diese könnten aber bei einer Verbesserung der Lage auch recht schnell wieder in die Gewinnzone zurückkehren, während das bei den beiden Serienzulieferern eben wegen der langlaufenden Verträge nicht so einfach werden wird.

Nun finde ich den sehr offensiv formulierten Hinweis, dass man sich intensiv Gedanken über die Fortführungsperspektive der Serienzulieferer macht, schon sehr positiv. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, wobei ich für die Belegschaft der Unternehmen schon sehr hoffe, dass sich ein Übernehmer findet, der die Unternehmen weiterführt.
Dennoch wird die Fahrzeugtechnik in diesem Jahr das Ergebnis noch sehr negativ beeinflussen.

Sehr negativ dürfte sich auch die durch die mangelnden Verrechnungsmöglichkeiten wahrscheinlich wieder sehr hohe Steuerquote auswirken, die das Ergebnis je Aktie zusätzlich eindampfen wird.

Insofern rechne ich damit, dass die Zahlen alles andere als erfreulich ausfallen werden und der Newsflow dementsprechend auch keine Begeisterungsstürme auslösen wird (einzige mögliche Ausnahme wäre, wenn Indus vermeldet, dass man sich von den Serienzulieferern trennt).

Ganz anders sieht es mit den langfristigen Aussichten aus. Wie schon geschrieben, wird Indus das größte Problem im Bereich Fahrzeugtechnik nun konsequent und zeitnah angehen, so dass dieser Problembereich, mit dem leider sämtliche positiven Aspekte aus den anderen Bereichen überdeckt werden (nicht nur was die Zahlen angeht sondern auch was die Kommunikation und die Wahrnehmung der Indus am Markt betrifft - das Thema steht immer im Mittelpunkt) wohl ab 2023/2024 endlich im Griff sein sollte. Trennt man sich von den beiden Serienzulieferern, sinkt ja zudem auch die Bedeutung des Bereichs was den Umsatz angeht noch einmal signifikant).

2025 - das Zieljahr für das Programm Parkour ist ja nun nicht mehr weit und ich denke, dass man das Umsatzziel (über 2 Mrd Euro) locker erreichen wird. Zwar würden durch die beiden Serienzulieferer auch Umsätze wegfallen aber dadurch, dass man dann ja mindestens 9 neue Unternehmen erwerben muss (Ziel sind mindestens 55 Unternehmen, derzeit hat man 48 Beteiligungen, würde man sich von den beiden Serienzulieferern trennen, würden noch 46 verbleiben), dazu käme das organische Wachstum - da sollten die 2 Mrd Euro relativ kommod erreicht werden können (ich persönlich, aber das ist nur meine Meinung) würde eher von 2,2 Mrd Euro in 2025 ausgehen, falls wir dann tatsächlich 55 Beteiligungen mindestens haben.

Wenn man sich die aktuelle Ebitmarge anschaut (5,4% in H1 2022) scheint das Ziel (mindestens 10% in 2025) schon sehr sportlich. Aber wenn man berücksichtigt, dass die Marge heute schon in drei von fünf Bereichen (deutlich) über den angestrebten 10% liegt und nur das mit Abstand kleinste Segment Gesundheitstechnik noch etwas hinterherhinkt - sieht man von dem bekannten Problemfall Fahrzeugtechnik ab - sieht das Margenziel schon realistischer aus. Setzt man den Bereich Fahrzeugtechnik mal auf eine schwarze Null, würde die Marge heute schon bei 10,2 %. Damit wäre das Ziel heute schon erreicht, wenn, ja wenn man die Fahrzeugtechnik in den Griff bekommt, so dass dort wenigstens keine Verluste entstehen,

Ich persönlich gehe davon aus, dass die neuen Beteiligungen auch eine gute Marge liefern werden - dafür könnte die Marge z.B. im Bereich Bau bis 2025 auch wieder etwas sinken (die sehr gute Baukonjunktur wird ja auch nicht für immer ungetrübt anhalten).

Insofern sehe ich eine sehr gute Chance, dass die Indus ihre Ziele erreicht und in 2025 meiner Prognose nach so etwa 220 Mio Euro Ebit erreicht - fast doppelt so viel wie in diesem und im letzten Jahr.

Bei einer dann wieder normalisierten Steuerquote (aber sicher etwas höheren Zinsen als heute) dürfte dann auch das EpS ordentlich gewachsen sein.

Zusammengefasst: Kurzfristig wird Indus bei den Zahlen eher Magerkost servieren (man weiß ja auch nicht, ob und wie viel eine mögliche Trennung oder gar eine Stilllegung der Serienzulieferer kosten wird); positiv könnte sich die Meldung über eine Lösung der größten Probleme im Bereich Fahrzeugtechnik auswirken. Langfristig traue ich Indus aber zu, sich über die Erreichung der Zielzahlen aus dem Programm Parkour in wieder deutlich bessere Zeiten zu entwickeln.

Noch ergänzend zu meinen Beiträgen als kleine Spielerei:

Wie ja schon ausgeführt, leidet Indus als Ganzes unter der schlechten Performance der Fahrzeugtechnik. Das betrifft einmal das Ebit, das ja durch den hohen Negativbeitrag der Fahrzeugtechniksparte deutlich reduziert wird. Das betrifft aber auch die Steuerquote, die durch die nicht bestehenden Verrechnungsmöglichkeiten über die Maßen hoch ist.

Was da bei der Aktie gehen könnte, zeigen exemplarisch die Zahlen die Warburg Research heute im Analyseupdate veröffentlicht hat. Für 2023 geht Warburg von etwas über 2 Mrd Euro Umsatz aus. Bei einer angenommenen Marge von 7,4 % ergibt sich dadurch ein Ebit von gut 150 Mio Euro. Und daraus - und da zeigt sich wie sehr die Steuerquote das EpS beeinflusst - ermittelt Warburg bei einer Steuerquote von 35 % (im H1 2022 waren es knapp 50%) ein Konzernüberschuss von 88 Mio Euro und dies entspricht einem EpS von laut Warburg 3,26 Euro.

Schaut man sich nun die Unternehmensprognose für 2025 an - über 2 Mrd Euro Umsatz und eine Ebitmarge von über 10% - ergibt sich daraus, wenn man beim Umsatz meine eigene Prognose von 2,2 Mrd Euro treffen würde (wie gesagt geht Warburg für 2023 bereits von über 2 Mrd Euro Umsatz aus und selbst im laufenden Jahr werden die 2 Mrd fast schon erreicht; sieht man sich an, wie die Indus in den letzten Jahren im Umsatz gewachsen ist und berücksichtigt die beabsichtigten Zukäufe, halte ich ca. 300 Mio Euro Umsatzsteigerung (entsprechend ca. 15%) in drei Jahren für durchaus möglich) ein Ebit von 220 Mio Euro.

Rein rechnerisch würde das dann einem Konzernüberschuss von 143 Mio Euro entsprechen - und das wiederum würde ein EpS von 5,29 Euro ergeben.

Wie gesagt, dass sind einfach kleine Rechenspiele ohne Anspruch auf wissenschaftliche Genauigkeit. Man weiß ja z.B. nicht, wie hoch die Zinsen sein werden bzw. ob diese nicht im Vergleich zu heute deutlich steigen werden und vom Ebit nicht mehr so viel überlassen wie heute. Dies hier ist nur eine einfache Fortführung der Berechnungen von Warburg.

Aber dieses kleine Spielchen zeigt schon auf, wohin die Reise bei Indus gehen könnte, falls man seine eigene Prognose einhält. Ob es nun 5,29 Euro EpS sind oder sagen wir "nur" 4,50 Euro - entsprechendes Kurssteigerungspotential dürfte vorhanden sein und dies scheint mir das Wichtigste zu sein.

Wie immer ist das natürlich nur meine persönliche Meinung und keine Empfehlung.  

869 Postings, 3639 Tage HutaMGFahrzeugtechnik bei Indus

 
  
    #626
1
24.09.22 08:50
Guten Morgen !

Noch einmal etwas ausführlicher zur Indus AG: Die Kursentwicklung der letzten Monate ist schon außergewöhnlich negativ. Wenn man sich mal anschaut, dass die Aktie alleine in den letzten drei Monaten fast 6 Euro von 23,20 Euro auf 17,50 Euro verloren hat und die Aktie gestern ihr Fünfjahrestief erreicht hat (und wie ich das sehe auch ihr 10 Jahres Tief), ist das schon bemerkenswert.

Sicher leben wir in wirtschaftlich unsicheren Zeiten - Lieferengpässe, Unsicherheiten wegen dem Krieg in der Ukraine, hohe Energiepreise und daraus folgend eine hohe Inflation, die Zinsängste befeuert - das sind sicher keine idealen Voraussetzungen für eine Mittelstandsholding. Zudem kamen (und kommen) bei Indus ja noch die hauseigenen Probleme mit dem Segment Fahrzeugtechnik hinzu.

Diese Schwierigkeiten kann und wird ja niemand leugnen und deshalb ist es sicher auch nicht "Zeit für Höchstkurse" an der Börse allgemein und bei Indus im Besonderen. Dieser lag bei Indus aber auch bei 66 Euro (erreicht im Jahr 2018 im Januar) und ist weit, weit entfernt von den aktuellen Kursen. Ich finde einen Abschlag zu den Höchstkursen angesichts der Unsicherheiten in der wirtschaftlichen Entwicklung schon sehr angebracht, frage mich aber ernsthaft, ob dieser Kurssturz, den wir bei Indus sehen, gerechtfertigt ist.

Halten wir uns mal an Zahlen: Indus hat im letzten Jahr (das wegen der Fahrzeugtechnik kein gutes war - einmal durch die negativen Ergebnisbeiträge dieser Sparte und zum zweiten durch die exorbitant hohe Steuerquote, da es im Induskonzern keine Verlustverrechnung gibt) 1,78 Euro je Aktie verdient und 1,05 Euro Dividende ausgeschüttet. Nimmt man diese Zahlen bewegt sich die Indus derzeit auf einem KGV von 10 und einer Rendite von 6%.

Im laufenden Jahr würde ich persönlich von einem geringeren Ergebnis ausgehen (die Indus selber prognostiziert derzeit 100 bis 115 Mio Euro im Ebit nach 115 im Vorjahr). Aber bitte, wir reden nicht von einem Verlust oder einem nur ausgeglichenen Ergebnis sondern von einem dreistelligen Konzerngewinn.

Auf der Basis des gestrigen Kurses wird die Indus insgesamt bei 26.895.559 Aktien mit nur noch 471 Mio Euro bewertet, das Eigenkapital zum 30.06.2022 lag bei 802 Mio Euro . also bei ca. 30 Euro je Aktie.

Zudem - und das darf man bei der Betrachtung auch nicht außer Acht lassen (mMn) aus dem Halbjahresbericht hervorgeht, dass auch in diesem wirtschaftlich nicht einfachen Jahr drei von fünf Segmenten sehr gut, eines befriedigend und nur eines wirklich schlecht läuft. Ich hab die Rechnung schonmal aufgemacht - aber wenn man das Ebit der Segmente ohne Fahrzeugtechnik betrachtet, hat die Indus schon im ersten Halbjahr 90,5 Mio Euro erreicht und eine Marge von über 10% Von Krise ist also in den Segmenten, die sich nicht schwerpunktmäßig mit dem Thema Fahrzeuge beschäftigt bei der Indus nichts zu merken gewesen in den ersten sechs Monaten 2022.

In dem Zusammenhang ist dann auch die Meldung von gestern wichtig. Dort wird ja vermeldet, dass man die SMA - jedenfalls so wie ich die Meldung lese - im Prinzip Ende Oktober auslaufen lassen wird, wenn sich deren wirtschaftliche Grundlagen nicht erheblich zu Gunsten des Unternehmens ändern. Das Problem bei den Serienzulieferern ist ja, dass diese sehr lang laufende Lieferverträge mit ihren Abnehmern haben und diese nicht bereit sind, steigende Eingangspreise bei den Lieferanten entsprechend zu bezahlen. Dadurch ist u.a. auch die SMA in Schwierigkeiten geraten. Indus teilt mit, dass die SMA mehr als die Hälfte der Verluste in diesem Bereich verursacht hat (wenn sich das schon seit 2010 so durchzieht, dann waren das alleine in diesem 3,5 Jahren mehr als 100 Mio Ebitverlust). Bezeichnend ist, dass es offenbar für dieses Unternehmen keinen Abnehmer gibt, so dass man hier wohl von einer Insolvenz ausgehen muss (und im Sinne der Arbeitnehmer kann man da nur hoffen, dass der Insolvenzverwalter dann eine Fortführungsperspektive sieht). Das kann bei der Indus, auch dies wurde gestern ja mitgeteilt, durchaus noch einmal zu erheblichen Abschreibungen führen (in der Meldung von gestern ist von 60 Mio Euro die Rede), die das Ergebnis in 2022 erheblich beeinträchtigen dürfte.

Aber ganz ehrlich: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Und das gilt auch für das zweite Problemunternehmen im Bereich Fahrzeugtechnik für das man zeitnah auch eine Lösung finden müsste. Denn eine Indus ohne die Probleme in der Fahrzeugtechnik hat eine ganz andere Kennzahlenstruktur als derzeit. Die Verluste aus diesem Bereich würden entfallen und die Steuerquote würde von über 50% wieder auf die normalen 33% fallen.

Ich würde 2022 daher als ein weiteres Übergangsjahr ansehen - einmal wegen der schlechten gesamtwirtschaftlichen Lage und dann eben auch wegen der induseigenen Probleme, deren Bewältigung eben nicht kostenfrei zu haben sein wird.

Ob die Wirtschaft im nächsten Jahr schon wieder anspringt, weiß ich nicht, dass in 2023 wundersamerweise gar keine Krisen mehr auftauchen, glaube ich allerdings nicht. Aber es wäre umso wichtiger, dass die Indus dann wenigstens ihre Hausarbeiten macht und das eigene Ergebnisloch Fahrzeugtechnik stopft.
Dann wird mMn auch wieder die Sicht auf die dann ja schon fast Kurzfristziele (2025 will man deutlich über 2 Mrd Euro Umsatz bei einer Marge von 10% plus x erreichen - und beides ist mMn sehr gut erreichbar, weil man die Marge außerhalb der Fahrzeugtechnik jetzt schon erreicht hat und weil man weitere margenstarke Unternehmen hinzuerwerben möchte) mehr in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken. Immerhin würde das eine Verdoppelung des erreichten Ergebnisses 2021 bedeuten. Natürlich muss man dann schon noch berücksichtigen, dass der Erwerb von Unternehmen durch die steigenden Zinsen teurer wird - allerdings darf man da auch nicht vergessen, dass die Indus in den letzten Jahren durchaus ansehnliche Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit erreicht hat, mit denen man einen  Teil der nötigen Investitionen finanzieren konnte (und die Ausgaben für den defizitären Bereich Fahrzeugtechnik würden dann ja auch wegfallen).

Alles in allem sehe ich derzeit die Indus in diesem Marktumfeld sicher nicht zu alten Höchstkursen aufbrechen - aber der Abschlag scheint mir weiterhin stark übertrieben. Das ist natürlich nur meine Meinung und keine Empfehlung an andere Teilnehmer hier - aber ich handle entsprechend.

Ein schönes Wochenende allerseits.  

869 Postings, 3639 Tage HutaMGSMA

 
  
    #627
1
28.10.22 15:18
Guten Tag !

In den letzten Tagen war die Aktie der Indus AG ja ungewöhnlich fest (das hatten wir ja schon lange nicht mehr). Grund dafür dürfte die in dieser Woche lancierte Meldung darüber sein, dass die SMA in die Insolvenz geht und Indus diesen Problemfall damit aus dem Portfolio verabschieden kann. Dabei gilt der Grundsatz "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende", denn die "Ausbuchung der SMA führt zu hohen Einmalbelastungen wegen der Vollabschreibung (laut PM i.H.v. etwa 61 Mio Euro). Wenn man dann noch berücksichtigt, dass man bei Indus sicher in den letzten Jahren beachtliche Mittel in die letztendlich erfolglose Sanierung gesteckt hat und dass die SMA das Konzernergebnis trotzdem mit erheblichen Verlusten belastet hat, kann man tatsächlich nur aufatmen, dass das nun vorbei ist.

Bedauerlich ist, dass das Ganze nun auf dem Rücken der Arbeitnehmer abgewickelt wird, die (mögliche) Managementfehler (offenbar stimmte ja die Kalkulation für deren Produkte nicht) ausbaden müssen. Leider üblich geworden. Ich hoffe sehr, dass der Verwalter eine Möglichkeit findet das Unternehmen und möglichst viele Arbeitsplätze zu retten.

Für die Indus muss es nun darum gehen, nach dem Verkauf der Wiesauplast und der Insolvenz der SMA mit Hochdruck daran zu arbeiten, den letzten noch verbliebenen Serienzulieferer der in ähnlichen Problemen wie die beiden vorgenannten Unternehmen stecken dürfte (langfristige Lieferverträge, die keine Preisanpassung vorsehen) möglichst rasch in den Griff zu bekommen. Ich hatte ja schon darauf hingewiesen, dass die ewigen Verluste bei der Fahrzeugtechnik (alleine in den Jahren 2019-2021 ist in diesem Bereich ein negatives EBIT von mehr als 180 Mio Euro aufgelaufen und im laufenden Jahr betrug der Verlust nach sechs Monaten auch schon wieder sagenhafte 40 Mio Euro) die (sehr) gute Performance der anderen Bereiche in den Schatten stellt (hinzu kommt noch, dass durch die Tatsache, dass Indus keine Verlustverrechnung eine extrem hohe Steuerbelastung ausgewiesen werden muss).

Alles in allem war das aber in keinem Fall eine gute Managementleistung, was da bei Indus in den letzten Jahren abgeliefert worden ist. Riesige Verluste und wahrscheinlich auch sehr hohe Sanierungsaufwendungen in diesem Bereich (das Geld hätte man bei Investition in zukunftsfähigere neue Unternehmen sicher besser angelegt). Wie gesagt, es bleibt zu hoffen, dass Indus nun mit Hochdruck daran geht, die noch verbliebenen Probleme in diesem Bereich anzugehen, damit wir in 2023 oder spätestens dann in 2024 dieses traurige Kapitel dann auch endlich mal vergessen und uns auf die wahrlich gut laufenden anderen Bereiche konzentrieren können. Schaut man in den Halbjahresbericht des laufenden Jahres hätte Indus, wenn es gelungen wäre, den Bereich Fahrzeugtechnik mit einer schwarzen Null nach hausen zu bringen, aus 821,6 Mio Euro Umsatz ein EBIT von 91,5 Mio Euro zu erwirtschaften, entsprechend eine Marge von über 11%. Das zeigt das Potential, das im Unternehmen steckt, wenn man nur die Fahrzeugtechnik in den Griff bekommt.

Nun ist mit SMA der erste Schritt gemacht, hoffentlich folgt der letzte dann auch noch (dabei dürfte es sich um die Selzer Gruppe handeln). Dass die Börse das honoriert auch wenn die Trennung schmerzhaft ist, haben wir in den letzten Tagen gesehen. In diesem Zusammenhang hoffe ich, dass man auch die in der PM von dieser Woche angedeutete Abschreibung auf Firmenwerte anderer Beteiligungen aufgrund der gestiegenen Kapitalkosten auch nicht zu vorsichtig ansetzt. MMn waren die vergleichsweise hohen Firmenwertansätze in der Bilanz bei der Indus immer schon ein gewisses Problem (grade in Zeiten, in denen die Wirtschaft nicht so boomt). Hier könnte die Indus noch nicht zahlungswirksame Abschreibungen vornehmen, ohne dass das EK unter den Aktienkurs fallen würde (das EK je Aktie zum 30.06.22 lag bei 29,81 Euro). Da 2022 sowieso alleine schon durch die Abschreibung auf den Wertansatz der SMA ein "Übergangsjahr" werden wird, wäre es ja nicht ungeschickt, die Bilanz im Windschatten dieser Maßnahme insgesamt etwas weniger risikoreich zu machen...  

11748 Postings, 4906 Tage Raymond_JamesQ3/2022: ''Goodwill-Abschreibungen''

 
  
    #628
03.11.22 20:46

"Für das Gesamtjahr 2022 erwartet der Vorstand ein um die oben genannten Einmaleffekte bereinigtes EBIT zwischen 115 und 130 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse werden weiter im Band zwischen 1,90 und 2,00 Mrd. Euro erwartet.", https://www.eqs-news.com/news/corporate/...pment-of-the-group/1684499

immerhin liegt der vorstand deutlich über der analystenschätzung, https://de.marketscreener.com/kurs/aktie/...G-AG-436252/fundamentals/



 

869 Postings, 3639 Tage HutaMGFirmenwertabschreibungen

 
  
    #629
04.11.22 07:28
Guten Morgen !

Die Indus hat gestern bekanntgegeben, dass man angesichts der steigenden Kapitalkosten und der für einzelne Unternehmen unsicherer werdenden Zukunftsaussichten Abschreibungen auf den bilanzierten Goodwill vornehmen muss. Die Firmenwerte werden um 39,8 Mio Euro abgeschrieben. Diese Abschreibungen kommen zu den bereits angekündigten Abschreibungen für die inzwischen in Insolvenz befindliche SMA.

Dadurch wird der operative Gewinn, der nach der gestrigen Meldung durchaus erfreuliche 115-130 Mio Euro ohne Einmaleffekte erreicht hätte (nach 115,4 Mio Euro in 2021) natürlich erheblich rasiert. Indus rechnet jetzt mit einem EBIT von "zwischen 15 und 30 Mio Euro). Mithin hätten die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen eine Auswirkung von ca. 100 Mio Euro.

Ich finde es ausdrücklich richtig, dass man bilanzielle Risiken in diesem Jahr konsequent wertberichtigt, weil dieses Jahr ja durch die Insolvenz der SMA und die dadurch nötig werdenden Abschreibungen, sowieso schon "verbrannt" war. Lieber die ganzen schlechten Nachrichten in dieses Jahr packen als sich kleckerweise auch die nächsten Jahre noch durch Sonderabschreibungen beeinträchtigen lassen.

Für mich ist die wichtige Nachricht, dass es operativ wenigstens in drei von fünf Bereichen weiter sehr gut läuft (Fahrzeugtechnik ist in Gesamtheit ein Problemfeld und die Medizintechnik läuft auch nicht grade wie gewünscht, ist aber, ebenso wie die Fahrzeugtechnik nicht besonders groß, gemessen am Umsatz) und dass man im Bereich Fahrzeugtechnik Maßnahmen ergriffen hat, um die dort ständig auflaufenden Verluste deutlich zu reduzieren.
Leider hat sich die von einigen Teilnehmern ja auch früher schon geäußerte Skepsis hinsichtlich der hohen Firmenwerte in der Bilanz in den letzten Jahren als allzu berechtigt herausgestellt. Seit 2019 gab es leider schon Sonderabschreibungen in Höhe von ca. 166 Mio Euro (die aus diesem Jahr mit hinzugerechnet). Hoffen wir mal, dass die jetzt noch ausgewiesenen Firmenwerte i.H.v. ca. 400 Mio Euro nun auch wirklich werthaltig sind und nicht bei einer mit Sicherheit anstehenden weiteren Zinserhöhung in die Knie gehen. Zum 30.06. betrug der Anteil der Firmenwerte an der Bilanzsumme gut 21% und das Eigenkapital war gut zur Hälfte mit Firmenwerte unterlegt. Das MUSS nicht zwingend negativ sein, denn beileibe nicht jeder Firmenwert ist wacklig (da gibt es mit Sicherheit auch welche, die deutlich höher valutieren als in der Bilanz ausgewiesen, wobei Zuschreibungen in diesem Bereich verboten sind) aber es ist nun einmal so, dass man als außenstehender Aktionär nicht so den rechten Durchblick haben kann, wenn es um Firmenwerte geht. Man weiß halt nicht, wie hoch die Werte sind, die auf der Kippe stehen und wie hoch der Anteil ist, der auch weitere Zinsrunden und die damit verbundenen Erhöhungen der Kapitalkosten problemlos übersteht.

Ich hoffe bei Indus ganz einfach, dass es dem Unternehmen wirklich bald gelingt, sich im Bereich Fahrzeugtechnik wieder so aufzustellen, dass wenigstens eine schwarze Null erreicht wird und dass man sich als Aktionär ansonsten bald wieder auf das operative Geschäft konzentrieren kann und nicht mit weiteren Querschüssen aus der Abteilung "Firmenwertabschreibung" rechnen muss. Dann sehen wir sicher auch wieder andere Kurse, denn wenigstens in drei von fünf Bereichen läuft es operativ ja sehr gut.

Einen angenehmen Tag noch allerseits.  

11748 Postings, 4906 Tage Raymond_James9M_2022: insgesamt passables ergebnis

 
  
    #630
10.11.22 09:34

https://www.eqs-news.com/news/corporate/...n-neun-monate-2022/1688401

"Für das Gesamtjahr 2022 erwartet der Vorstand unverändert einen Umsatz zwischen 1,90 und 2,00 Mrd. EUR [analystenschätzung: 1,9mrd]. Der Prognose vom 03. November 2022 entsprechend wird ein EBIT zwischen 15 und 30 Mio. EUR erwartet [= schwach, alte analystenschätzung: 66mio]. Hintergrund sind nicht zahlungswirksame Aufwendungen aus Wertanpassungen im Zusammenhang mit der Einleitung des Eigenverwaltungsverfahrens bei SMA, Aufwendungen aus Wertminderungstests und weitere nicht operative Effekte. Ohne Berücksichtigung der vorstehend aufgeführten Effekte rechnet der Vorstand mit einem bereinigten EBIT von 115 bis 130 Mio. EUR."

 

869 Postings, 3639 Tage HutaMGVergleich

 
  
    #631
1
29.11.22 09:07
Guten Morgen !

Ich bin in Indus und Gesco investiert, weil ich diese beiden Gesellschaften für unterbewertet halte - perspektivisch, also auf Sicht von drei Jahren.

Beide Gesellschaften haben für 2025 sehr anspruchsvolle Programme aufgelegt und Ziele gesetzt. Was bei Gesco "Next Level 25" heißt, heißt bei Indus PARKOUR.

Gesco will in 2025 etwa 1 Mrd Euro Umsatz erreichen und dabei eine Ebitmarge von 10% ausweisen. Indus ebenfalls für 2025 "mindestens 2 Mrd Euro Umsatz" bei einer Marge von 10 % plus x (meiner persönlichen Meinung nach, wird Indus in 2025 mindestens einen Umsatz von 2,2 Mrd Euro ausweisen - man erreicht schon im laufenden Jahr fast 2 Mrd Euro Umsatz und will ja erstens noch organisch wachsen und zweitens noch Beteiligungen zukaufen).
Beide Unternehmen wollen bis 2025 ihr Portfolio deutlich erweitern.

Welches Unternehmen ist besser? Da tue ich mich mit einer Antwort sehr schwer. Schaut man auf das aktuelle Jahr, scheint Gesco deutlich besser abzuschneiden. Während die Indus wegen Sonderabschreibungen auf eine in die Insolvenz gegangene Beteiligung sowie Firmenwertabschreibungen wegen der gestiegenen Zinsen nur ein Ebit von 15-30 Mio Euro ausweisen kann, fährt Gesco in diesem Jahr wohl ein Rekordergebnis ein. Gesco hat sich zudem strategisch schlau schon vor einiger Zeit von dem Problembereich "Mobilität" getrennt während die Indus an ihrem Bereich Fahrzeugtechnik zunächst festgehalten und versucht hat, diesen in Eigenregie zu sanieren, was total schief gegangen ist und massenhaft Verluste für die Holding verursacht hat (und der Bereich ist auch jetzt noch nicht saniert und wird wahrscheinlich auch das Ergebnis 2023 noch belasten.

Und last but not least fällt der Indus nun der hohe Firmenwertanteil in der Bilanz auf die Füße. Bei Indus bestand das ausgewiesene Eigenkapital zum 31.12.21 zu 52% aus Geschäfts- und Firmenwerten (bei Gesco zum Vergleich bestand nur gut 15% des Eigenkapitals aus Geschäfts- und Firmenwerten). Nun, wo die Wirtschaft nicht mehr in allen Facetten boomt und der Zinssatz steigt, muss Indus teilweise erhebliche Sonderabschreibungen auf die Firmenwerte abschreiben, was die GuV aktuell natürlich extrem beeinflusst.

Hört sich auf den ersten Blick so an als ob die Gesco deutlich besser aufgestellt ist als die Indus - und zwar sowohl bilanziell als auch strategisch. Das EK liegt bei Gesco (Stand 30.09.22) bei gut 54 %, bei der Indus bei 37 % (und wie gesagt bei Gesco ist das EK deutlich geringer "nur" mit Firmenwerten unterlegt). Bezieht man es auf die einzelne Aktie liegt der EK Anteil bei Gesco bei knapp 25 Euro - das aktuelle KBV ist demnach etwas höher als 1, während der EK Wert je Aktie bei Indus bei 28,29 Euro liegt - die Aktie notiert derzeit also deutlich unter EK (was aber wie gesagt mit dem Firmenwertausweis in der Bilanz zusammenhängen könnte).

Wenn man sich die Ziele 2025 anschaut, sind beide Unternehmen sehr attraktiv. Ich habe mal interessehalber die zu erwartenden Ebits in 2025 (und so extrem lange ist das ja auch nicht mehr weg) mit den aktuellen Ebits verglichen und versucht rein rechnerisch zu ermitteln, wie denn das EpS in 2025 aussehen könnte, wenn man die gleichen Parameter anlegt wie aktuell. Danach würde Gesco dann auf ein EpS von 5,74 Euro kommen (einfach gerechnet: wenn man laut SMC Analyse in 2023 aus einem Ebit von 49,8 Mio Euro ein EpS von 2,86 Euro herausholt, müsste man rein rechnerisch aus 100 Mio Euro Ebit eben 5,74 Euro EpS herausholen - wie gesagt- rein rechnerisch). Indus würde, wenn man 2,2 Mrd Euro Umsatz wie von mir erwartet unterstellt, dann bei einem EpS von 4,57 Euro landen.
Nochmal gesagt: Das ist nicht wissenschaftlich und niemand weiß, ob unterhalb des EBIT nicht deutlich mehr Zinsen oder Steuern abgezogen werden müssen - aber in beiden Fällen lässt sich schon vermuten, dass es auf der Basis des aktuellen Kurses zu sehr attraktiven KGV kommen sollte. Zieht man den Vergleich (bei allen Unwägbarkeiten) scheint Gesco ein günstigeres KGV zu haben.

Man kann auch den EV mit dem zu erwartenden Ebit vergleichen. Zur Vereinfachung nehme ich mal den von diversen Analysten ermittelten Wert. Danach beträgt der EV bei Gesco 356 Mio Euro und bei Indus 1,1 Mrd. Auch hier scheint das Multipel bei Gesco also günstiger (3,56 faches EBit gegenüber 5 faches Ebit).

Es würde also sehr viel für Gesco sprechen.

ALLERDINGS gibt es einen Punkt der mMn ganz klar für Indus spricht - und der ist mMn nicht ohne. Gesco wird im laufenden Jahr nach eigener Prognose etwa 575 Mio Euro Umsatz machen (Mitte der Prognose). Das bedeutet, dass zum Zielumsatz doch noch ca. 425 Mio Euro fehlen. Das sieht man auch der Beteiligungsstruktur. Ziel ist es 3 Ankerbeteiligungen plus 12 Basisbeteiligungen zu halten. Derzeit hat man (wenn man auf den Umsatz schaut) erst 1 Ankerbeteiligung (eine zweite soll organisch so wachsen, dass es eine Ankerbeteiligung wird) und vielleicht zusätzlich noch drei weitere Beteiligungen, die die Zielumsätze für eine Basisbeteiligung (zwischen 40 und 50 Mio Euro) erreichen (und mMn durch das jeweilige organische Wachstum, das diese Gesellschaften in den Jahren bis 2025 erreichen können sollten über die 50 Mio Euro hinauswachsen können). Dazu gibt es noch fünf weitere Beteiligungen, die aber teilweise deutlich hinter den 40-50 Mio Euro zurückbleiben (teilweise sogar aktuell nur 10 Mio Euro Umsatz machen). Insgesamt hat man derzeit (wenn man den Zusammenschluss von Sommer & Strassburger mit Hubl zur INEX berücksichtigt) 10 Beteiligungen - da fehlen noch fünf.
Es ist also noch ein ziemlich weiter weg, um die Beteiligungsstruktur und den Umsatz in den Zielbereich zu bringen. Und es bleibt die Frage, ob man das schafft und vor allem auch zu welchen Kosten man das schafft. Einen ambitionierten Plan aufzustellen ist das eine, diesen auch mit Leben zu erfüllen das andere.

In diesem nicht unwichtigen Punkt ist die Indus dann schon deutlich weiter als die Gesco - auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick dagegen sprechen. Bei Indus wird sehr viel durch die Fahrzeugtechnik vernebelt. Setzt man für diesen Bereich anstatt der hohen Verluste eine schwarze Null an, sieht man, dass die Indus bereits in 2021 eine Ebitmarge von 10,4% erreicht hätte. Man muss also "nur noch" die Fahrzeugtechnik in den Griff bekommen. Dort sah es sehr lange so aus, dass drei Serienzulieferer vor allen Dingen für die hohen Verluste in diesem Bereich ursächlich waren. Einen hat man im letzten Jahr verkauft  und einer ist kürzlich in die Insolvenz gegangen (dieses Unternehmen soll für die Hälfte der Verluste im Bereich Fahrzeugtechnik verantwortlich gewesen sein). Der dritte soll weiterhin saniert werden, hier sieht man gute Chancen, dass dieser Serienzulieferer ab 2024 keine Verluste mehr produziert. Kurz gesagt: Es sieht so aus als ob man bei Indus (nun, nach langem Zögern und hohen Verlusten) endlich nahe dran ist, die Fahrzeugtechnik wenigstens so weit in den Griff zu bekommen, dass diese keine Verluste mehr produziert. Näher dran als Gesco an der 1 Mrd Zielumsatz - meiner Meinung nach.

Tja, welches Unternehmen ist besser? Wie gesagt, ich habe in beide investiert und zwar in gleicher Höhe, nachdem ich jahrelang Gesco deutlich favorisiert habe und dann stärker auf Indus gesetzt habe, weil mir da das Aufholpotential stärker schien), weil mMn beide ihre jeweiligen Vorzüge haben und weil beide Unternehmen, wenn sie es denn schaffen, ihre Ziele für 2025 auch zu verwirklichen, in meinen Augen deutlich höher bewertet werden müssten. Insofern sehe ich bei beiden Werten deutliches Kurspotential. Dies stellt natürlich nur meine Meinung dar und ist keine Kaufempfehlung für andere Teilnehmer hier.

Vielleicht gibt es hier ja auch andere oder weitere Meinungen. Ich würde mich sehr dafür interessieren, wie andere Teilnehmer hier die beiden Unternehmen sehen.

Allen einen schönen Tag.  

869 Postings, 3639 Tage HutaMGErgänzung

 
  
    #632
1
29.11.22 12:23
Vielleicht noch ein paar kleinere Ergänzungen zu dem vorher angestellten Vergleich:

1.) Indus ist das deutlich größere Unternehmen. Während Gesco letztendlich auf 15 Beteiligungen 2015 abzielt, will Indus 2025 so in etwa 50 Beteiligungen unter dem Holdingdach vereinen.

2.) Die Nettoverschuldung der Gesco ist absolut und relativ geringer als die der Indus - der CEO hat in seiner HV Rede von einem Verschuldungsgrad von 0,6 gesprochen (Nettoverschuldung ins Verhältnis zum EBITDA gesetzt). Bei der Indus lag schon zum 31.12.21 der Verschuldungsgrad bei deutlich über 2 und dürfte aktuell noch einmal angestiegen sein. Diese Kennzahl dürfte sich dann aber mindestens angleichen, wenn Gesco tatsächlich die Investitionen stemmt, die noch nötig sind bis man die Zielwerte hinsichtlich Umsatz und Beteiligungszahl erreicht hat. Indus ist da wie gesagt mMn deutlich näher dran an den Zielen und muss nicht mehr so viel aufwenden.

3.) Etwas was mich bei der Gesco zugegebenermaßen ganz erheblich stört, ist die veränderte Dividendenpolitik. Früher war es bei Gesco sozusagen "Gesetz", dass man 40% des EpS ausschüttet. Nun hat man einen Korridor bestimmt, innerhalb dessen der Vorstand nach Gesamtlage entscheidet, wie hoch die Ausschüttung sein soll. Irgendwas zwischen 20 und 60% sollen ausgeschüttet werden. Natürlich ist es verständlich, dass man angesichts der bevorstehenden Investitionen die Dividende tendenziell reduziert - dennoch ist mir ein Unternehmen lieber, dass eine feste Quote ausschüttet und davon natürlich (und für alle Aktionäre dann ja auch nachvollziehbar) diese Quote reduziert, wenn man ein großes oder drei kleinere Unternehmen übernimmt. Indus dagegen bleibt dabie, 40% des EpS auszuschütten. Angesichts der Tatsache, dass Gesco in den nächsten Jahren einen sehr hohen Finanzbedraf haben dürfte, scheint mir die Dividende bei Indus daher zukünftig bis auf Weiteres deutlich attraktiver zu sein.
 

869 Postings, 3639 Tage HutaMGSamstag

 
  
    #633
1
03.12.22 11:35
Guten Morgen !

Zwei Anmerkungen am Samstag:

1.) Wenn man den Quartalsbericht zum 30.09.2022 genau durchliest, sieht man die erheblichen Auswirkungen der Entkonsolidierung der SMA für die Holding. Mal ganz abgesehen von den erheblichen Wertminderungen, die durch den Abgang entstehen, hat die SMA in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres bei einem Umsatz von 41,4 Mio Euro einen operativen Verlust von 28,8 Mio Euro erwirtschaftet. Das ist schonmal ne Hausnummer. Das gesamte restliche Fahrzeugsegment hat "nur" einen Verlust i.H.v. 21,7 Mio Euro erzielt. MMn natürlich mindestens 21,7 Mio Euro zu viel - aber deutlich weniger als mit SMA. "Hauptproblembär" dürfte nun der einzige noch verbliebene Serienzulieferer in diesem Bereich, die SELZER sein. SELZER ist Entwickler und Hersteller von einbaufertigen Komponenten und Baugruppen aus Metall für Getriebe, Bremsen und Motoren von Automobilen sowie Industrieanwendungen.
Hier will man wohl weiter sanieren und zeigt sich im Q3 Bericht davon überzeugt, dass man ab 2023 durch mehrere Serienanläufe Umsatz und Ergebnis steigern kann. Lassen wir uns mal überraschen.

Nimmt man mal die SMA aus der GuV raus und eliminiert die Sonderaufwendungen für die SMA erreicht man in 2022 in den ersten 9 Monaten ein EBIT von 121,5 Mio Euro (bereinigtes EBIT - also ohne Wertminderungen SMA und Wertminderungen aufgrund angepasster Firmenwerte - laut Indus 92,7 Mio Euro, plus 28,8 Mio Euro operativer Verlust aus SMA). Das würde dann einer Marge von 8,7 % entsprechen - trotz einer insgesamt noch deutlich negativen Marge im Bereich Fahrzeugtechnik.

2.) Auf der Homepage der Indus ist eine überarbeitete Analyse der Warburg Research verlinkt. Ich bin ja immer etwas bis etwas mehr verwirrt, wenn ich mir solche Studien anschaue. Warburg empfiehlt Indus mit einem Kursziel von 26 Euro zu halten. Das ist ja absolut okay. Aber wenn ich dann in die Zahlen schaue, tritt die genannte Verwirrung ein.
Warburg weis zurecht darauf hin, dass man für das kommende Jahr von einer eher mauen Gesamtwirtschaft ausgehen muss, billigt Indus aber immerhin einen etwas höheren Umsatz zu als im laufenden Jahr (wenn man davon ausgeht, dass Indus auch im kommenden Jahr Unternehmen hinzuerwirbt und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die diesjährigen Neuerwerbungen dann ja auch ganzjährig ins Zahlenwerk einfließen, ist das sicher nachvollziehbar, zumal Warburg für das laufende Jahr eher den unteren Rand der Indus Prognose nimmt - Indus geht von "zwischen 1,9 und 2 Mrd Euro Umsatz" aus, Warburg von 1,923 und im nächsten Jahr dann 1,971 Mrd Euro), nimmt dann aber eine Ebitmarge von 6,2% an.
Wie oben gezeigt, scheint mir die Marge ohne die Belastungen der SMA und unter Außerachtlassung der Wertminderungen aus dem Vorgang SMA und den Firmenwertanpassungen (die es ja sicher jetzt nicht jedes Jahr geben soll) jetzt schon bei 8,7 % zu liegen (und zwar obwohl die Selzer in 2022 noch erhebliche Verluste macht, die in 2023 reduziert werden sollen).
Möglicherweise habe ich ja einen Fehler in meiner Berechnung, dann wäre ich für einen Hinweis dankbar. Ansonsten kann ich nicht nachvollziehen, wie die Warburg zu der Margenreduktion kommt.

Aber seis drum: Warburg ermittelt mit der Marge von 6,2% ein EBIT von 121 Mio Euro für 2023 und daraus dann ein EpS von 2,54 Euro. Zum Vergleich: In 2021 lag das Ebit bei 115 Mio Euro - daraus ergab sich aber nur ein EpS von 1,73 Euro. Also geht Warburg wohl von einer deutlich geringeren Steuerquote aus als in 2021 (diese war damals ja nur deshalb so hoch, weil der Bereich Fahrzeugtechnik sehr hohe Verluste gemacht hat, die aber steuerlich nicht verrechnet werden konnten), mithin also von einer Annäherung an die "0" im Bereich Fahrzeugtechnik, Würde man mal davon ausgehen, dass man im kommenden Jahr die Marge von 8,7% wieder erreicht, die ich meine errechnet zu haben, wenn man sämtliche Sonderaufwendungen - insbesondere die für die SMA und das operative Ergebnis der SMA - herausrechnet, käme man bei einem Umsatz von 2 Mrd Euro sogar auf 174 Mio Euro Ebit.

Warum man dann aber selbst bei einem EpS von 2,54 Euro (und einer EpS Schätzung von 3,17 Euro für 2024) zu dem Urteil "Halten" kommt, ist mir rätselhaft. Aber ich bin ja auch kein Analyst ;)

Ein schönes Wochenende allerseits.  

869 Postings, 3639 Tage HutaMGEntscheidung

 
  
    #634
03.12.22 12:37
Guten Tag !

Die Anzahl der Beiträge lässt es ja schon erahnen. Ich habe mich in den letzten Tagen mit der Frage beschäftigt, ob ich stärker in Indus oder Gesco investiere und ich habe mich dafür entschieden, den Bestand bei Gesco zu reduzieren und dafür den Bestand bei Indus auszubauen.

Indus scheint mir näher am Ziel 2025 dran zu sein als Gesco und wenn Gesco tatsächlich die zur Erreichung der eigenen Ziele nötigen Investitionen tätigt, wird die Bilanzstruktur zwangsweise anders aussehen als jetzt, weil man eine Menge Geld braucht, um ca. 400 Mio Euro Umsatz zuzukaufen (und ich weiß auch nicht so ganz genau, ob man bei Gesco die größere Anzahl an Beteiligungen mit dem erheblich gesteigerten Umsatz dann mit dem Personal so gewuppt bekommt wie derzeit die sehr viel geringere Zahl). Wer weiß schon, wie hoch die Zinsen sein werden, die den Konzerngewinn anknabbern, wenn man ausgerechnet jetzt in der Phase der doch relativ gestiegenen Zinsen erhebliche Ausgaben für die Übernahme von Beteiligungen tätigen muss. Und dann muss ja auch noch die Marge des übernommenen Unternehmens passen, damit man die Gesamtzielmarge von 10% erreicht. Ich sage nicht, dass es unmöglich ist, diesen Ziel bis 2025 zu erreichen - aber ich denke a) dass es schwierig wird und b) dass dann auch bei Gesco die Firmenwertanteile (und damit das Risiko für Sonderabschreibungen) steigen werden und c) wahrscheinlich sehr viel weniger EpS vom EBIT übrig bleibt, wenn die Finanzierungskosten steigen.

Indus ist aus meiner Sicht dagegen schon jetzt sehr nahe am Ziel. Bei Indus ist die Zielerreichung demnach auch keine Frage des Umsatzes sondern der Marge und die wiederum ist schon im Zielbereich, wenn man die Fahrzeugtechnik auf eine schwarze Null bringen würde, was ja durch den Verkauf der Wiesauplast und der Insolvenz der SMA auch deutlich näher gerückt ist. Der nötige Aufwand ist bei Indus also ungleich niedriger, weshalb mMn auch die EpS und Dividenden deutlich visibler sind als bei Gesco, bei der man eben die (wahrscheinlich hohen) Finanzierungskosten nicht kennt.

Das ist trotzdem keine "schwarz-weiß-Entscheidung" (deshalb behalte ich ja auch noch eine nicht geringe Zahl an Gesco Aktien) aber im Endeffekt wird Indus dann etwa vier- bis fünfmal so schwer gewichtet in meinem Depot wie Gesco.

Am Rande interessant waren für mich auch die historischen Kurse. Gescos "Alltime-High" lag bei etwa 36 Euro, das von Indus bei 66 Euro - man könnte also vermuten, dass "der Markt" Indus ein höheres Multipel zubilligt als Gesco. Dieses Hoch wurde Anfang 2018 erreicht - in 2017 hatte man ein EpS von 3,37 Euro erreicht - mithin lag das KGV damals bei fast 20 (was ich persönlich auch etwas hoch finde aber ich bin alleine ja auch nicht "der Markt"). Ich persönlich gehe davon aus, dass die Indus diese 3,37 Euro allerspätestens im Jahr 2025 dann doch deutlich übertreffen wird (ist aber nur eine Schätzung meinerseits).

Das alles sind nur meine persönlichen Entscheidungen und keinesfalls eine Empfehlung für andere Teilnehmer.

Ein schönes Wochenende allerseits.  

869 Postings, 3639 Tage HutaMGÄnderung

 
  
    #635
15.12.22 08:34
Guten Morgen !

Interessante Neuigkeiten von der Indus heute Morgen. Die Indus will laut einer PM von heute ihre "Strategie schärfen und sich auf ihre Stärken konzentrieren". Dazu werden die Beteiligungen, die bisher ja in fünf Segmente aufgeteilt worden sind nunmehr in drei Kernsegmenten zusammengefasst werden.
Ab dem 01.01. wird es die drei neuen Segmente "Infrastructure, Materials und Engineering" geben. Danach kommt ein Satz, der mMn aufhorchen lässt: "Beteiligungen mit guter Perspektive bleiben Bestandteil der neuen Kernsegmente, Verlustbringer aus dem bisherigen Segment Fahrzeugtechnik werden verkauft". Eine sehr klare Aussage, die man angesichts der hohen Verluste in diesem Bereich nur begrüßen kann. Im Verlauf des Textes wird dann klar, dass man zwei weitere Unternehmen aus diesem Bereich bis Ende 2023 veräußern will und diese ab 2023 als "non core" führen wird.

Gleichzeitig werden die Zuständigkeiten im Vorstand klar verteilt. Außer Herrn Wiechert der für die Finanzen zuständig ist, übernimmt und verantwortet jedes Vorstandsmitglied zukünftig ein Kernsegment. Damit einher geht (mMn geht das aus der PM hervor) eine stärkere Anbindung der Gesellschaften an die Holding (Gesco hat das ja in gewisser Weise vorexerziert und ganz gute Ergebnisse dabei erzielt). Das würde ich aus dem Satz: "War Indus bisher ein breit aufgestellter Finanzinvestor, agiert das Unternehmen nun als Beteiligungsgesellschaft...)

Ich glaube dass die endgültige Auflösung des Bereichs Fahrzeugtechnik mit dem angedachten Verkauf von zwei weiteren Gesellschaften sowie die neuen klaren Verantwortlichkeiten im Vorstand für je ein Kernsegment und damit auch für dessen Entwicklung scheint mir erfolgversprechend.

Daneben wird noch einmal das Ziel für 2025 ("Ein starkes Portfolio mit Fokus auf Megatrends und Zukunftsthemen, einen Umsatz von deutlich über 2 Milliarden Euro, eine Ebitmarge von über 10%.") bekräftigt.

MMn war das jetzt schon eine gute und wichtige Weichenstellung, um diese Ziele auch erreichen zu können. Mal sehen, wann der Markt die Veränderung wahrnimmt...

Einen charmanten Tag allerseits.

 

869 Postings, 3639 Tage HutaMGNoch was

 
  
    #636
15.12.22 21:06
Guten Abend !

Indus hat ja heute die Fokussierung auf zukünftig drei Segmente und den Abschied von der bisherigen Aufteilung der Beteiligungen in fünf Segmente verkündet, Einher geht das mit der Tatsache, dass man sich in 2023 von zwei weiteren Unternehmen aus dem Bereich Fahrzeugtechnik trennen will und der stärkeren Anbindung der Beteiligungsunternehmen insgesamt (man will sich von einer reinen Finanzholding zu einer Beteiligungsgesellschaft wandeln).

Die zugrundeliegenden Ideen und die neue Struktur lassen sich mMn sehr gut in der entsprechenden Präsentation zum Strategieupdate ersehen

file:///C:/Users/HP/Downloads/20221215_Strategie_Update_Praes_de-­1%20(1).pdf

Interessant vielleicht auch noch die Sicht des Handelsblatts auf die heutige PM

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/...den-ruecken/28867430.html

Das Handelsblatt sieht in der überarbeiteten Strategie vor allem eine Abkehr vom Bereich "Fahrzeugtechnik" (wie gesagt, wenn alles läuft wie geplant, wird es Ende 2023 nur noch vier Unternehmen aus diesem Bereich, der der Holding in den letzten Jahren ja nun wirklich genug Verluste beschert hat, geben).

Interessant in dem Artikel ist der Satz von Herrn Schmidt, in dem er zur allgemeinen Lage der Unternehmen ausführt, dass, wenn er die Indus Beteiligungen und deren Auftragseingänge anschaut "wir bei den aktuellen Auftragseingängen die ganz große Krise und Rezession, die alle ankündigen, nicht sehen können".

Es scheint also im Unternehmen besser zu laufen als beim aktuellen Aktienkurs. Die Tatsache, dass sich Indus nach der Veräußerung der Wiesauplast im letzten Jahr und der (leider) in die Insolvenz gegangenen SMA nun in 2023 auch von den Firmen Selzer (ebenso wie die beiden vorgenannten Firmen ein Serienzulieferer für die Automobilindustrie) und Schäfer trennen will, ist heute etwas untergegangen.

Noch einmal bestätigt, ich hatte es bereits erwähnt, wurde dagegen das Ziel für 2025 "deutlich über 2 Mrd Euro Umsatz und ein Ebit von über 10% und so ganz fern ist 2025 ja nun auch nicht mehr.

Aus meiner Sicht (aber Vorsicht, ich bin in Indus relativ stark investiert also nicht ganz objektiv ;) ) ist Indus derzeit eine der spannendsten Storys an der Börse.
Das Unternehmen steht nach mehreren Jahren, in denen die hohen Verluste aus dem Bereich Fahrzeugtechnik die Fortschritte der anderen Unternehmen und auch die Ergebnisse der neuen Beteiligungen verdeckt haben, mMn vor einer Neubewertung.

Vor ziemlich genau fünf Jahren - im Januar 2018 - stand die Aktie noch bei 63 Euro (also beim dreifachen des heutigen Kurses) - und in 2017 lag das EBIT bei 136 Mio Euro und 2018 bei 120 Mio Euro. Und selbst vor einem Jahr hat man noch deutlich über 30 Euro für eine Aktie gezahlt (und da lief es in der Wirtschaft - Stichwort Corona- sicher nicht mehr richtig rund).

Wie gesagt, für 2025 erwartet das Unternehmen ein Ebit von mindestens 200 Mio Euro (und das ist kein Hexenwerk, denn die 10% Ebitmarge hat man, wenn man das Ergebnis der Fahrzeugtechnik rausrechnet, ja schon in 2021 erreicht und durch die Desinvestments in diesem Bereich wird die Fahrzeugtechnik ja deutlich Richtung ausgeglichenes Ergebnis laufen (wenn es sie denn in 2023 noch geben würde).
Was den Umsatz angeht, habe ich ja schon geschrieben, dass, wenn man in 2022 schon knapp 2 Mrd Euro erreichen wird, es auch, wenn man zwei weitere Unternehmen abgibt und in 2022 noch die SMA enthalten war, schaffen, die 2 Mrd Euro durch das angestrebte organische und anorganische Wachstum relativ sicher zu erreichen.

Das bedeutet, dass die versprochenen Ergebnisse in 2025 (wenn uns nicht der Himmel auf den Kopf fällt) sehr, sehr wahrscheinlich gut zu erreichen sind und damit wären auch die 200 Mio Euro EBIT (mMn plus x) sehr gut zu erreichen. Ich hoffe darauf, dass "der Markt" das irgendwann auch erkennt und in den Mittelpunkt der Bewertung des Unternehmens stellt.

Natürlich wie immer nur meine Meinung und keine Aufforderung an andere Teilnehmer.

Einen guten Abend allerseits  

869 Postings, 3639 Tage HutaMGBewertung

 
  
    #637
16.12.22 11:18
Guten Tag !

Wenn ich mal den heutigen Aktienkurs von 20,40 Euro anlege, wird die Indus derzeit mit knapp 549 Mio Euro bewertet. Das Eigenkapital lag zum 30.09.2022 bei 761 Mio Euro und selbst wenn ich mal die Hälfte der Firmenwerte, die Indus bilanziert abziehe (was ja im Grunde eigentlich absolut unrealistisch ist) immer noch bei 559 Mio Euro und damit noch höher als die derzeitige Bewertung.

Das für ein Unternehmen, dessen Vorstand in einem Artikel des Handelsblatts die Aussage trifft, dass die Auftragseingänge der Beteiligungen derzeit nicht so aussehen als ob wir in eine "ganz große Krise und Rezession" hineinlaufen und das grade gestern verkündet hat, dass es sich von zwei weiteren problematischen Unternehmen in 2023 trennen wird. Auch wenn der Kursrutsch etwas anderes vermuten lässt: Gestern wurde keine Gewinnwarnung ausgegeben (und mir ist auch klar, dass der Markt insgesamt nachgegeben hat

Ich lasse jetzt mal die Berechnungen für das EBIT 2025 weg (die hab ich ja oft genug angestellt) und weise mal darauf hin, dass die Indus iin den letzten Jahren deutlich höher bewertet wurde als aktuell - und das obwohl da die Lösung der Probleme in der Fahrzeugtechnik noch weit entfernt waren. Zum 31.12.21 wurde Indus noch mit knapp 881 Mio Euro bewertet, 2020 mit 785 Mio Euro, 2019 und 2018 mit jeweils ca. 950 Mio Euro und 2017 sogar mit 1,454 Mrd Euro. Nun mag es sein, dass sich die Bewertungsmultipel in der Zwischenzeit etwas geändert haben und der Gesamtmarkt derzeit etwas hängt - aber diese Unterschiede in der Bewertung scheinen mir nicht wirklich gerechtfertigt zu sein.  

869 Postings, 3639 Tage HutaMGAnalysen zum Kapitalmarkttag

 
  
    #638
20.12.22 10:51
Guten Tag !

Der Kapitalmarkttag hatte leider nicht die von mir erhoffte positive Auswirkung auf den Aktienkurs, der immer noch so um die 20,50 Euro "herumdümpelt".

Allerdings haben nach dem Kapitalmarkttag inzwischen zwei Analysten ihr Research auf den neuesten Stand gebracht - FMR und die LBBW. Beide empfehlen Indus zum Kauf - die LBBW mit dem Kursziel 27 Euro (Potential knapp 30 %) und die FMR mit dem Ziel 30 Euro, was einem Upside von knapp 50% entspricht.

Interessant finde ich persönlich vor allem einen Satz aus dem Update: (Zitat) " Die neue Aufstellung hätte zurückgerechnet auf das Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 1.585 Mio Euro und ein EBIT von 177 Mio Euro bei einer Marge von 11,2 % erwirtschaftet."

Zur Erinnerung: Die tatsächlichen Zahlen 2021 lagen bei einem Umsatz von 1.741 Mio Euro und bei einem EBIT von 115 Mio Euro. Darin enthalten waren aber eben auch die Umsätze und die Verluste der bereits veräußerten (Wiesauplast) oder in Insolvenz gegangenen (S.M.A.) sowie die der nun zum Verkauf gestellten Schäfer und Selzer.

Das EBIT ohne diese Problemgesellschaften hätte also 62 Mio Euro (oder umgerechnet mehr als 50%) höher gelegen, wenn die Gesellschaften seinerzeit schon nicht mehr zur Holding gehört hätten.

Zusätzlich haben die Verluste in diesem Jahr für eine deutlich überhöhte Steuerquote gesorgt. In 2021 gab es bei der Indus eine Steuerquote von 52% weil die Verluste aus dem Bereich Fahrzeugtechnik steuerlich nicht mit den Gewinnen in den anderen Bereichen verrechnet werden konnten.

Eliminiert man diese Sondereffekte, würde sich bei einem EBIT von 177 Mio Euro und einem Finanzergebnis von seinerzeit (-) 16,3 Mio Euro ein EBT von gut 160 Mio Euro ergeben. Darauf den "normalen" Steuersatz von 33% angewandt, hätte sich das Konzernergebnis statt wie mit den Beteiligungen aus dem Bereich Fahrzeugtechnik auf 46,8 Mio Euro dann auf etwa 107 Mio Euro gestellt - rechnerisch also auf 3,90 Euro (wie immer sind solche Berechnungen mit Ungenauigkeiten etc. behaftet) aber man sieht schon, dass das EpS (das tatsächlich in 2021 bei 1,78 Euro lag) ohne die Verluste aus den vier Beteiligungen aus dem Bereich Fahrzeugtechnik und ohne die dadurch verursachte hohe Steuerquote mehr als doppelt so hoch gelegen hätte. Das KGV kann sich dann ja jeder selber ausrechnen...

Das bedeutet aber in jedem Fall, dass ohne diese vier Gesellschaften die Ebitmarge bei Indus jetzt schon deutlich über den für 2025 angepeilten 10% liegt (bei 11,2 % in 2021) . Richtig sichtbar dürfte das alles dann erst in 2023 und erst recht in 2024 werden, wenn die Problemunternehmen tatsächlich Geschichte sind.

Einen angenehmen Tag allerseits.  

869 Postings, 3639 Tage HutaMG2022

 
  
    #639
30.12.22 12:54
Guten Tag !

Da heute ja der letzte Handelstag des Jahres 2022 ist, kann man sicher ein kleines Fazit ziehen. Und das fällt für den Kurs der Indus sicher sehr schlecht aus. Heute vor einem Jahr stand die Aktie bei einem Kurs von knapp 33 Euro, heute schwankt sie so um die 22 Euro - immerhin hat man sich von den Tiefstkursen von um die 18 Euro wieder erholt, dennoch bleibt für das Jahr 2022 ein deutliches Minus von etwa 33%. Zudem stellen die 22 Euro den niedrigsten Jahresschusskurs seit 10 Jahren dar.

Natürlich gab es im ablaufenden Wirtschaftsjahr auch Gründe für den Wertverlust von ca. 1/3 des Kurses. Für Indus lief das Jahr zwar in vier von fünf Segmenten gut bzw. wenigstens befriedigend. Dies wurde aber komplett überdeckt durch die Probleme im Bereich Fahrzeugtechnik. Ohne dieses Segment hätte es eine EBITMARGE von deutlich über 10% gegeben (auf der Basis der Neunmonatszahlen). Nur geht das in der Wahrnehmung des Marktes vollkommen unter, weil eben das Segment Fahrzeugtechnik alles negativ überstrahlt. Im Ergebnis wird 2022 also wieder ein Übergangsjahr, in dem die Holding sowohl im tatsächlichen Ergebnis als auch in der Außenwahrnehmung von dem Segment Fahrzeugtechnik bestimmt wird.

In 2021 hatte man bereits das erste "Problemunternehmen" aus diesem Bereich veräußert, in 2022 hat man dann den zweiten ins Straucheln geratenen Serienzulieferer in die Insolvenz gehen lassen und dennoch war nach außen weiterhin die Wahrnehmung, dass Indus auf einen Berg von Problemen sitzt - mindestens suggeriert das der Aktienkurs.

Kurz vor Ende des Jahres hat sich Indus dann zu einem Befreiungsschlag entschlossen. Man wird zwei weitere Beteiligungen aus dem Bereich Fahrzeugtechnik in 2023 veräußern/abgeben und löst dieses Segment dann endgültig auf. Die verbleibenden vier Unternehmen werden auf die drei neu entstehenden Segmente verteilt. Das dürfte nach außen das deutliche Signal senden, dass man das Kapitel "Fahrzeugtechnik" endgültig hinter sich lässt - auch indem alle Unternehmen die strukturelle Probleme in diesem Bereich gehabt haben, aus der Holding ausscheiden.

Zudem hat man auch in anderen Bereichen Firmenwerte abgeschrieben und trägt damit der veränderten Finanzierungslage Rechnung (höhere Zinsen).

Es sieht für mich so aus als ob Indus in 2023 eine Art Neuanfang machen möchte. Darauf deutet auch die Tatsache hin, dass man sich zukünftig nicht mehr als reine Finanzbeteiligungsholding sehen möchte sondern als Beteiligungsgesellschaft, die, jedenfalls mMn, die einzelnen Beteiligungen enger führen möchte als das bisher der Fall war.

MMn ist es sehr wahrscheinlich, dass dieser "Neuanfang" auch zu einem an den Zahlen ablesbaren Erfolg führen dürfte. Wenn man es schafft, die Verlustbringer aus dem bisherigen Segment Fahrzeugtechnik irgendwie aus der Holding zu bekommen - und das ist ja die erklärte Absicht für 2023 - steht das Unternehmen auf einen Schlag deutlich besser da als in den Vorjahren. Es entfallen ja nicht nur die immensen Verluste, es entfällt genauso der, aufgrund der nicht vorhandenen Verrechnungsmöglichkeiten, extrem hohe Steuersatz. Eine Indus ohne das Segment Fahrzeugtechnik würde heute im Aktienkurs kaum bei 22 Euro stehen (mMn).

Ich hab schon viel zu den Zukunftsaussichten der Indus geschrieben, deshalb hier nur noch einmal der Hinweis darauf, dass Indus an den Zielen für 2025 (mehr als 2 Mrd Euro Umsatz bei einer Ebitmarge von nachhaltig über 10%) festhält und das Erreichen dieses Zieles die Aktie deutlich bewegen dürfte, weil das einfach eine deutliche Erhöhung des EpS und der Dividende nach sich ziehen würde.

In diesem Sinne wünsche ich allen Investierten und Interessierten einen guten Rutsch in ein hoffentlich erfolgreiches, glückliches und gesundes neues Jahr 2023, in dem die Indus die Pläne für den Neustart dann auch mit Zahlen und Fakten unterlegen muss. Ich bin optimistisch.  

869 Postings, 3639 Tage HutaMGAktualisierte Analystenschätzungen

 
  
    #640
03.01.23 15:09
Guten Tag !

Heute wurden auf der Homepage der Indus die Zahlen für den Consensus aktualisiert. Während man in Analystenkreisen davon ausgeht, dass das abgelaufene Jahr, natürlich vor allem durch die Sonderaufwendungen für Firmenwertabschreibungen und zur Bereinigung des Bereichs Fahrzeugtechnik, ein Jahr mit einem Verlust wird und die Dividende entsprechend gekürzt werden sollte, sehen die Analysten im Durchschnitt für das grade angelaufene Jahr ein EpS von 2,65 Euro und für 2024 eins von 3,45 Euro (wobei nur 5 der 6 Analysten einen Ausblick auf 2024 wagen). Die Dividende sehen die Analysten für 2023 bei 1,16 Euro und für 2024 bei 1,48 Euro.

Sollten die Zahlen tatsächlich so ausfallen, wäre das natürlich ein starkes Zeichen. Nehmen wir mal einen Kurs von 22,50 Euro, würde das ein KGV 2023 von nur noch 8,5 und für 2024 von 6,5 bedeuten - die Dividendenrendite würde bei 5,1 % bzw. bei 6,5 % liegen.

Und auch wenn die Analysten das Jahr 2025 noch nicht in ihre Betrachtungen mit einbeziehen, steht für dieses Jahr ja die mehrfach bestätigte Aussage von Indus, dass man in diesem Jahr das EBIT auf mindestens 200 Mio Euro steigern will (meiner eigenen Einschätzung nach, wird das EBIT dann eher bei 220 Mio Euro liegen), was einer weiteren Steigerung von EpS und Dividende entsprechen sollte (rein rechnerisch liegt das EpS dann bei gut 4,5 Euro und die Dividende dürfte entsprechend bei etwa 1,80 Euro liegen - was einer Rendite von 8% entsprechen würde - die Zahlen sind lediglich von mir geschätzt bzw. kursorisch berechnet worden, daher ohne Gewähr).

Daran sieht man mMn schon, dass auch der inzwischen leicht angestiegene Kurs (immerhin) noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein sollte - wie gesagt, wenn Indus so abliefert, wie man selber und die Analysten glaubt.

Allen hier noch einen guten Tag und ein erfolgreiches, glückliches und gesundes Jahr 2023.  

127 Postings, 7169 Tage eileenDanke Huta! Danke, danke, danke!

 
  
    #641
13.01.23 07:13
Du bist nicht allein :))

869 Postings, 3639 Tage HutaMGEileen

 
  
    #642
20.01.23 11:26
Vielen Dank für das Lob!  

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