Der Dollar-long Thread


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Neuester Beitrag: 25.04.21 10:48
Eröffnet am: 12.05.06 10:19 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 501
Neuester Beitrag: 25.04.21 10:48 von: Dianagpsca Leser gesamt: 68.564
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70048 Postings, 6379 Tage Anti LemmingDer Dollar-long Thread

 
  
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25
12.05.06 10:19
Dies ist ein Thread für Leute, die den Dollar - entgegen der Konsensmeinung - für unterbewertet halten und mit einer Rückkehr zur Kaufpreis-Parität (und darunter) rechnen, die bei etwa EUR/USD = 1,09 liegt.

Das Schwergewicht der Argumentation soll auf Fundamentaldaten liegen, aber auch charttechnische Betrachtungen sind willkommen.

Ich hatte einen ähnlichen Thread bereits im November 2004 aufgemacht.

http://www.ariva.de/board/208240

Er hatte aber den wenig eingängigen Titel: "Der Euro ist gegenüber USD und CHF zu teuer" - was teils zu Missverständnissen führte. Mit diesem Thread möchte ich daher - mit klarerem Titel - an den alten anknüpfen. In diesem alten Thread hatte ich um die Jahreswende 2004/2005 Dollarkäufe empfohlen und bin selber zu 1,3450 (in Cash) eingestiegen. Der Verkauf (ebenfalls gepostet) erfolgte im Sommer 2005 bei Kursen um 1,22.



Zurzeit sind wir wieder an einem ähnlichen Punkt angelangt. EUR/USD steht bei 1,29, weil "alle Welt" mal wieder mit einem Dollar-Kollaps - dem Traum der Perma-Bären- rechnet.

Gegenüber dem Winter 2004/2005 hat sich jedoch einiges geändert. Die Dollarzinsen sind von 2 auf jetzt 5 % gestiegen, während die Euro-Zinsen lediglich von 2 auf 2,5 % erhöht wurden. Die Realzinsen in USA betragen ca. 2 % (5 % Zinsen minus 3 % Inflation) während sie in Euroland lediglich 0,3 % betragen (2,5 % Zinsen minus 2,2 % Inflation). Diese um den Faktor Sieben höheren Realzinsen sollten den Dollarkurs mittelfristig stärken. Noch gewichtiger ist dieses Argument bei USD/CHF und USD/JPY, da die Zinsschere bei diesen Währungspaaren noch größer ist.

Der Devisenmarkt erwartet zurzeit, dass die Fed bald am Ende mit ihren Zinserhöhungen ist, während in Europa noch Luft nach oben sei. Ich bin jedoch der Ansicht, dass die Fed wegen steigender US-Inflation noch weiter die Zinsen erhöhen muss und rechne bis 2007 mit einem US-Zinssatz von 6 %. In Euroland dürfte der EZB bei spätestens 3,25 % die Luft ausgehen, weil die Europäer sich auf Dauer keinen starken Euro leisten können. Die Lage ähnelt der in der Schweiz: Der Franken ist - zum Leid der Schweizer Exporteure - die Welt-Fluchtwährung Nr. 1. Folglich müssen die Franken-Zinsen künstlich niedrig gehalten werden, um den Anreiz für Ausländer, ihr Geld in Franken anzulegen, zu senken.

Geht diese Prognose auf, wird die Zinsschere zwischen Euro und Dollar also in Zukunft - trotz kommender EZB-Erhöhungen - weiter steigen: von jetzt 2,5 % (5 % vs. 2,5 %) auf dann 2,75 % (6 % vs. 3,25 %). Der Devisenmarkt hingegen rechnet mit einem Sinken dieser Zinsdifferenz.



Hier noch einige fundamentale Argumente für einen stärkeren Dollar, die ich teils bereits im alten Thread genannt hatte:

1. Der Dollar schwankt in 5-Jahres-Zyklen, die letzten Extrempunkte waren 1995 (1 USD = 1,35 DM - entspricht EUR/USD = 1,45), gefolgt von 2000 (1 USD = 2,35 DM - entspricht EUR/USD = 0,83). Im Winter 2004/2005 hatten wir bei EUR/USD=1,3660 den letzten Extrempunkt. Im Herbst 2005 fiel EUR/USD bis 1,1650, erholte sich in den letzten beiden Monaten aber wieder deutlich auf jetzt 1,29. Dies ist jedoch IMHO lediglich eine Korrektur im langfristigen Euro-Downtrend ab Winter 2004/2005. Der EUR/USD-Chart könnte demnächst eine Euro-bärische SKS ausbilden (siehe unten).

2. Die Kaufkraft-Parität. Ich habe ein Jahr in den USA gelebt und weiß, was ich für einen Dollar dort kaufen kann. Meiner Erfahrung hat der Dollar eine Kaufkraft von ca. 1,80 DM, das entspricht einem EUR/USD-Kurs von 1,09. Langfristig oszillieren Währungskurse meist um diese Parität, mit zeitweisen Übertreibungen zu beiden Seiten, die vor allem auf Charttechnik zurückgehen.

3. Wenden im langfristigen EUR/USD-Chart hatten stets einen fundamentalen Vorläufer: Zins-Erhöhungen (wie ab 1995 bzw. ab 2004) oder Zins-Senkungen (wie ab 2001). Auch die Zinswende ab dem Jahr 2004, die jetzt - nach 16 Zinserhöhungen der Fed in Folge - zu US-Zinsen von 5 % geführt hat, half dem Dollar, von Tiefstkursen um 1,3660 vor 18 Monaten auf Kurse von EUR/USD = 1,1650 im November zu klettern. Die fundamentalen Gründe für diese Trendwende sind IMHO noch immer erfüllt.

4. Befürchtungen von Umschichtungen ausländischer Zentralbanken in den Euro sind IMHO übertrieben. Anleger aus den Petro-Dollar-Staaten etwa legen ihr Geld vorzugsweise in Staatsanleihen an, und auf 10-jährige gibt es in USA derzeit gut 1 % mehr Zinsen als in Europa. Für Langfristanleger ist letztlich die Rendite ihrer Anleger das Entscheidende.

5. Nach den aktuellen COT-Daten (Commitment of Traders Report) sind große Spekulanten und Hedge Fonds (large specs) zurzeit extrem long-Euro positioniert, die Commercials (Firmen, die sich die günstigen Dollar-Kurse sichern wollen) sind jedoch maximal short Euro. Die Schere ist extrem - höher als jemals zuvor in den letzten fünf Jahren.

6. Das Doppeldefizit der USA existiert nur noch in Gestalt der negativen US-Handelsbilanz, die jedoch bei schwächer werdendem Dollar "automatisch" kleiner wird. Im jüngsten Haushaltsbudget haben die USA jedoch infolge gestiegener Steuereinnahmen einen überraschend hohen Überschuss erzielt:

10.05.2006 - 20:12 Uhr
US: Hoher Haushaltsüberschuss

Das US-Haushaltsbudget verzeichnet für April einen Überschuss von 118,85 Milliarden US-Dollar, der noch leicht oberhalb der erwarteten 116,50 Milliarden US-Dollar liegt. Im gleichen Monat des Vorjahres hatte das Plus im Haushalt nur bei 57,71 Milliarden US-Dollar gelegen. Als Grund für die positive Entwicklung wurden stärker als erwartet gestiegene Steuereinnahmen angeführt. Das für März gemeldete Haushaltsdefizit von 85,47 Milliarden US-Dollar wurde hingegen nicht revidiert. EUR/USD pendelt im Kontext der Datenveröffentlichung weiter um die 1,28er-Marke und notiert um 20:12 Uhr CET bei 1,2799. (vz/FXdirekt)
 
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4021 Postings, 5249 Tage MikeOSBevor hier immer und immer wieder von Malko quatsc

 
  
    #477
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16.03.08 14:21
h über die angeblich nicht stattgefundene EZB-Intervention im Jahre 2000 zum besten gegeben wird folgende Tatsachen:
1. Aufgrund der Intervention der EZB zugunsten des Euro sind die Devisenreserven von 1999 in Höhe von 46,8 Mrd. Euro auf 43,5 Mrd. Euro im Jahr 2000 zusammengeschrumpft.

2. Interventionen der EZB erfolgten am 22.9., 3., 6., und 9.11.2000.

Das alles mit bekannten Wechselkursfolgen.

Fazit: Man lege sich nicht an mit der EZB, vor allem, wenn sie mit der Fed konzertierte Aktionen durchführt.  

4021 Postings, 5249 Tage MikeOSIm übrigen könnt ihr die Daten im EZB-Jahresberich

 
  
    #478
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16.03.08 14:28
t von 2000 nachlesen.  

2337 Postings, 5008 Tage rogershier mal ein Artikel

 
  
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16.03.08 15:42
aus cnbc über die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Notenbankintervention:

Dollar Intervention Not Likely

New talk from the Bush Administration about wanting a strong dollar, has fueled speculation that Washington will intervene in the markets to support the U.S. currency, but analysts say such a move is both unlikely and impractical at this time.

“Ideally they would like to see more strength in the dollar than we are seeing now and for it to stop declining but the fact of the matter is that as long as we are in a rate-cute mode, I don’t see that happening,” said Rick Pendergraft, a market expert and editor-in-chief of the newsletter Investor's Daily Edge.

The Fed’s policy of lowering interest rates to head off a recession hurt an already weak dollar, which has been hitting record lows against some major currencies for several years.

“As long as we cutting rates to try to improve the economy, we are making the dollar weaker – they can talk all they want but these are simple economic factors.”

With the Fed’s FOMC expected to cut the federal funds rates another half or three-quarters of a percent at its meeting next Tuesday, more dollar declines are likely.

What may be seen as the Bush Administration’s latest effort to talk up the dollar came Thursday after the US currency sank below the psychologically important level of 100 Japanese Yen.

The situation worsened Friday, following the Fed’s bailout of Bear Stearns. The dollar fell to 1.5688 against the Euro, making it worth half as much as it was in 2000. The dollar also went through parity against the Swiss franc.

“This is all talk and no action,’ adds Robert Brusca, chief economist with FAO-Economics.  “I think this administration is pretty much against using intervention – it’s non-interventionist, you don’t intervene in the foreign exchange market.

Currency market Intervention has been quite rare in recent years and has been largely the province of the Bank of Japan, which struggled to support the yen during a decade-long period of recession and deflation.

“You may get the Bank of Japan trying to do something but I really don’t see the Treasury going all with that – at least not now,” said Brusca.

If the BOJ is worried, the European Central Bank may be even more concerned, as the weak dollar is cutting into exports at a time when economic growth is slowing.

Analysts say intervention is rarely effective, but when it is it is usually the result of coordinated action by the major central banks in a concentrated fashion over a relatively short period of time.

“The Fed can try and intervene but I don’t think that the dollar can get any stronger and reverse course until we see our economy strengthening and that’s just not in the cards until the housing market turns around,” added Pendergraft.

© 2008 CNBC.com
 

20707 Postings, 5576 Tage Malko07#482: Die Devisenreserven verändern sich

 
  
    #480
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16.03.08 15:59
laufend. Ist nichts neues. Und wenn man glaubt eine Veränderung um 3 Milliarden hätte zu irgendeiner "Intervention" gereicht, sollte mit seinem Glauben glücklich werden.  

4021 Postings, 5249 Tage MikeOSSchon unglaublich ignorant, die EZB-Jahresberichte

 
  
    #481
16.03.08 16:02
in Zweifel zu ziehen.  

2337 Postings, 5008 Tage rogersAm 18. September

 
  
    #482
4
16.03.08 16:20
begann die Fed mit ihrer Zinssenkungsorgie, kurz vorher haben die Spekulationen darüber den Euro ansteigen lassen (ab Mitte August, siehe Chart). Von Anfang 2005 (ca. 1,35) bis Mitte 2007 (ca. 1,35) gab es eine Seitwärtsbewegung: zuerst runter bis 1,18, dann wieder rauf bis 1,35; alles im Einklang mit den gestiegenen Zinsen im Ami-Land. Auch sonst hat sich das Währungspaar mittelfristig nach den Zinssätzen diesseits und jenseits des Atlantiks gerichtet. Ich finde es geradezu absurd (wohl ein Stück Realsatire von Antilemming) die Kaufkraftparität (momentan ca. 1,24) als Tradinggrundlage zu nehmen: Diese Kaufkraftparität sagt nichts, aber auch rein gar nichts aus über die mittelfristige Kursentwicklung. Die einzige Aussagekraft besteht darin, zu erkennen, dass 1 Euro wohl keine 3 Dollar (oder ähnliche Phantasiekurse) in absehbarer Zeit kosten kann. Viel sinnvoller für erfolgreiches Trading ist speziell bei diesem Währungspaar die Zinsdifferenz zwischen Euroraum und Ami-Land. Aber manche Investoren unserer Zeit (z.B. Antilemming) wollen nicht auf einfache Art und Weise Geld an der Börse verdienen (vielleicht hat er ja zu viel davon), sie müssen über 10 Ecken denken, um irgendwann einmal recht zu bekommen und im nachhinein als besonders klug gelobt zu werden. Wenn am Dienstag Heli-Ben verkündet, dass die Zinsen nicht weiter gesenkt werden, dann erleben wir einen Euro-Rutsch. Deviseninterventionen bei gleichzeitig sinkenden Zinsen im Ami-Land, da lache ich ja nur und kaufe billiger Dollar-Puts ein.      
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619 Postings, 5003 Tage oljun80Fed..

 
  
    #483
1
16.03.08 18:01
HANDELSBLATT, Sonntag, 16. März 2008, 17:36 Uhr
Weitere Stützungsaktionen erwartet
Der Druck auf die Fed wächst
Von Torsten Riecke und Klaus C. Engelen

Mit ihrer Liquiditätshilfe für die Investmentbank Bear Stearns hat die US-Notenbank Federal Reserve die Tür für weitere staatliche Stützungsaktionen weit geöffnet. Nun kann sich die Fed nach Meinung von Analysten möglichen Hilfsersuchen von anderen Banken kaum noch verwehren. In europäischen Zentralbankkreisen ist schon von „Apokalypse Now“ an der Wall Street die Rede.



Prokon Genussrechte!
Windkraft und biogene Kraftstoffe: 8% Zinsen p.a. mit den Energiequellen unserer Zukunft.

NEW YORK/BERLIN. Die Äußerung von US-Finanzminister Henry Paulson am Sonntag im Fernsehen, die USA würden alles tun, um das Vertrauen in die Finanzmärkte zu gewährleisten, stützt diese Sichtweise.

Die Fed hat Bear Stearns über JP Morgan Chase  das Fenster zu ihren Diskontkrediten geöffnet. Bear selbst hat als Brokerhaus keinen Zugang zur Diskont-Refinanzierung und war deshalb auf die Hilfe der Geschäftsbank JP Morgan angewiesen.
Die Höhe der Liquiditätshilfe ist an die Sicherheiten gebunden, die Bear Stearns hinterlegen muss. Dabei verlangt die Fed einen Risikoabschlag.
Die Laufzeit des Notkredits beträgt zunächst 28 Tage.

Koordiniert wurde die Rettungsaktion von Timothy Geithner, dem Fed-Chef in New York. Er wurde am Donnerstag von der brenzligen Lage bei Bear Stearns informiert. Ein Krisenstab aus Notenbankern, Vertretern
des US-Finanzministeriums, der Börsenaufsicht SEC und der beteiligten Banken tagte die ganze Nacht hindurch. Um fünf Uhr morgens segneten dann Geithner, Fed-Chef Ben Bernanke und US-Finanzminister Henry Paulson den Rettungsplan ab.

Zuvor hatten die vier anwesenden Gouverneure der Notenbank in Washington mit Hilfe einer Ausnahmeklausel aus dem Jahr 1932 grünes Licht dafür gegeben, dass die Fed eine sogenannte Nicht-Bank finanziell unterstützen darf. Die Notenbanker sind vor allem deshalb über ihren Schatten gesprungen, weil sie überzeugt davon waren, dass eine Pleite von Bear Stearns in der brenzligen Situation an den Finanzmärkten zu
unabsehbaren Folgewirkungen geführt hätte. Der Untergang des Hedge-Fonds Carlyle Capital hatte die Nervosität an den Märkten bereits auf einen neuen Höhepunkt getrieben. Hätte Bears Stearns noch 14 Tage länger durchgehalten, hätte das Finanzhaus direkt von einem neuen Liquiditätsangebot der Notenbank profitieren können.

Die Fed hatte vergangene Woche angekündigt, Kredite in Höhe von 200 Mrd. Dollar bereitzustellen, die mit einer breiten Palette von Finanzprodukten inklusive Hypothekenanleihen abgesichert werden können. Nachdem jedoch Banken, Hedge-Fonds und andere Investoren aus Angst vor einer unmittelbaren Zahlungsunfähigkeit von Bears Stearns abrupt ihre Finanzmittel bei der Bank abzogen, neue Kredite verweigerten oder aber nur gegen Barsicherheiten gewähren wollten, musste Bear kapitulieren und um Hilfe bitten.

"Apokalypse Now" an der Wall Street

Auch in Europa schürte die Rettungsaktion neue Ängste. "Die Krise ist ins Zentrum ihres Ursprungs, nämlich an die Wall Street zurückgekehrt", hieß es in europäischen Zentralbank- und Aufsichtskreisen. Nun zeige sich, "wie sehr das IKB -Debakel eher ein peripherer Kollateralschaden
der US-Subprimekrise war". An der Wall Street laufe vor dem Weltpublikum der Katastrophenfilm "Apokalypse Now". Nach dem Bear-Schock dürften "weitere Finanzhäuser ins Fadenkreuz kommen".

Die europäischen Kreise gehen davon aus, "dass die Federal Reserve mit Unterstützung der Washingtoner Regierung keines der großen US-Finanzhäuser kollabieren lassen wird". Nach Meinung der Europäer hätten sich Hedge-Fonds "als Auslöser des plötzlichen Vertrauensschwundes und des totalen Marktversagens manifestiert".

Die von US-Finanzminister Paulson vergangene Woche vorgelegten Vorschläge zur Verbesserung der Finanzmarktregulierung in den USA hätten nach Ansicht des Weltbank -Veteranen und Finanexperten Achim Dübel schon "vor Jahren kommen müssen".



Market Overview


 

70048 Postings, 6379 Tage Anti LemmingMeine Fehleinschätzung in diesem Thread

 
  
    #484
8
10.05.08 16:00
Meine bullische Einschätzung zum Dollar bei der Eröffnung dieses Threads im Mai 2006 hat sich als klar falsch erwiesen (während sie in einem Vorgänger-Thread, den ich im Nov. 2004 bei Kursen um 1,34 aufgemacht hatte, noch zutraf - der Dollar erholte sich 2005 bis 1,18).

Im Mai 2006 gab es für die jetzige Housing- und Kreditkrise, die den Dollar-Verfall forcierte, noch kaum Anzeichen. Im Februar 2007 hatte ich meine Dollar-bullische Haltung im Eingangsposting des USA Bären-Threads bereits etwas revidiert und unter Punkt 4 geschrieben: "Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)".

Dennoch hat mich der aktuelle starke Verfall bis über 1,60 überrascht. Ich hatte noch bis zum Herbst letzten Jahres bei Bernanke und der Fed mit mehr Verantwortungsgefühl bezüglich Inflationsvermeidung gerechnet und wurde enttäuscht. Fakt ist, dass Bernanke den Dollar zur Bewältigung der Krise nun "opfert". Der aus USA-Sicht angenehme Nebeneffekt ist die schleichende Entschuldung bei ausländischen Gläubigern, insbesondere China (USA ist zurzeit die weltweit größte Schuldner-Nation). Das zügellose Gelddrucken birgt aber auch große Gefahren: Die forcierte Dollarentwertung könnte ausländische Investoren nachhaltig verprellen und den zur Deckung der US-Defizite dringend benötigten Kapitalzustrom aus dem Ausland abwürgen. Extrem würde es, wenn bei den Treasuries-Auktionen die Zahl der ausländischen Bieter einbricht. Dann könnte es eine böse Abwärtsspirale geben - auch beim Dollar.

Wie es weitergeht mit dem Dollar, lässt sich kaum vorhersagen. Das liegt nicht zuletzt an den Hedgefonds, die den Dollar kürzlich als "Short-Sau der Woche" durch's Dorf (und über 1,60) getrieben hatten. Diese Fonds und andere Kurzfrist-Zocker dominieren zurzeit die Märkte:

http://www.ariva.de/...n_in_Chartland_t283343?pnr=4233286#jump4233286

Als sich der Dollar in den letzten zwei Wochen von den Allzeittiefs erholte, fiel zunächst auch das Öl auf 110 Dollar zurück. Doch dann haben sich die Hedgefonds (pünktlich zur Pfingst-Reisewelle) erneut auf das Öl eingeschossen, das dieser Tage mit Kursen um 126 Dollar neue ATHs markierte. Dass Öl trotz des stärker werdenden Dollars wieder steigen konnte, widerlegt die in jüngster Zeit häufig kolportierte Behauptung (geht auf einen Artikel im WSJ zurück), dass der Anstieg der Rohstoff- und Öl-Preise ein "Hedge" gegen den Dollarverfall sei. Tatsache ist: Öl-Spekulanten können auch bei einem stärkeren Dollar Öl-Futures aufkaufen und so den Öl-Kurs hochpushen. Dann müssen sie halt zu anderen Schutzbehauptungen greifen wie "steigende globale Nachfrage" (de facto eine Lüge, da der Öl-Verbrauch zurzeit rückläufig ist).

Fundamental wäre Öl vermutlich bei 70 Dollar "fair bewertet" und der Dollar bei schätzungsweise 1,35. Ich glaube auch weiterhin, dass der Dollar im Durchschnitt der nächsten zehn Jahre nicht deutlich oberhalb 1,35 notieren wird, er ist und bleibt fundamental unterbewertet. Dennoch würde mich eine zweite Short-Attacke auf den Dollar - entsprechend der aktuellen zweiten Push-Orgie beim Öl - nicht wundern. Dazu reichten ein paar weitere Hiobsbotschaften aus der US-Finanzszene (siehe aktuelle News zu AIG und Citigroup) sowie ein paar schlechte Arbeitsmarktzahlen.

Die Tatsache, dass USA sich aus der Finanzkrise "herausinflationieren" will, ist kurz- und mittelfristig sicherlich schlecht für den Dollar. Wenn man davon ausgeht, dass die faulen Schulden aus der Kreditkrise insgesamt nicht höher sind als 3000 Mrd. Dollar (= 20 % des Jahres-BIP), dann sollte sich der Dollar vom aktuellen Kurs von 1,55 langfristig auf "Normalwerte" bei 1,35 erholen können. Käme es in USA allerdings zu deflationären "japanischen Verhältnissen" mit jahrelangen Tiefstzinsen um oder unter 1 %, könnte der Dollar auch noch deutlich tiefer fallen - nicht zuletzt durch "Dollar-Carry-Trades" (mit Dollar als Verschuldungswährung).

Das Problem ist, dass niemand das wahre Ausmaß der Kreditkrise in USA kennt bzw. realistisch abschätzen kann. Diese Unsicherheit arbeitet den pushenden oder shortenden Hedgefonds in die Hände: Andere Marktteilnehmer glauben, da wüsste es jemand plötzich besser als sie.

Käme es zu einem Derivate-Crash samt Großbanken-Sterben, würden es sich Hedgefonds sicherlich nicht nehmen lassen, den Euro auf über 2 Dollar zu prügeln. Im - unwahrscheinlichen - Fall, dass die aktuellen Prognosen der Auguren zuträfen, wonach die Kreditkrise bereits "größtenteils bewältigt" sei, dann könnten wir bei 1,60 bereits ein mittelfristiges EUR/USD-Top gesehen haben.

Ich glaube eher an eine weitere Zuspitzung der US-Finanzkrise und rechne bei EUR/USD mit einem Re-Test der 1,60 - zumal wenn sich erneute Zinssenkungen in USA andeuten und die EZB stur bleibt, d.h. ihre Inflationsvermeidungspolitik beibehält. Daraus resultiert auch meine zurzeit kurzfristig Dollar-bärische Einstellung (= Dollar-Erholung nicht vor 2009).
 

2337 Postings, 5008 Tage rogers@Anti Lemming

 
  
    #485
2
10.05.08 17:16
Es ist müßig, über den fairen Wert des Dollars (1,35?) zu streiten, je nachdem ob man Kaufkraftparität oder hohe Defizite in Leistungsbilanz und Staatshaushalt oder Zinsdifferenz betrachtet. Fakt ist aber, dass der Dollar ziemlich niedrig bewertet ist. Sollte man jetzt auf eine Dollar-Erholung spekulieren? Ich meine, dass es noch zu früh ist. In den letzten Monaten ist etwas unglaubliches passiert: Die amerikanische Notenbank Fed hat mitten in einer ausufernden Inflation die Zinsen wie bekloppt gesenkt, natürlich mußte die Fed wegen der Finanzkrise den Banken Zucker in den A.... blasen, damit weiter die hohen Boni gezahlt werden können. Auf jeden Fall hat die Fed mit dieser Harakiri-Aktion den Dollar in die Mülltonne geworfen. Warum soll ich als "Ausländer" Dollars kaufen, wenn selbst die Inländer ihre eigene Währung zum Teufel jagen? Da gibt es bessere Anlagemöglichkeiten. Erst, wenn die Fed die Zinsen erhöht, kann man wieder auf steigende Dollars setzen. Vorher ist das alles pure Zockerei.

Noch was zum Öl. Schau dir als fundamental orientierter Anleger folgende Tabelle an, dann wird dir auch klar, warum der Ölpreis steigt und auch weiter steigen wird:
http://www.eia.doe.gov/emeu/ipsr/t21.xls

Der Ölpreis steigt derzeit zu schnell (Nigeria?, China?, Spekulation?), aber ein Ölpreis von 70 Dollar ist unrealistisch (außer bei Weltwirtschaftskrise). Nicht den Analysten glauben!    

20707 Postings, 5576 Tage Malko07Die seit Jahren

 
  
    #486
9
10.05.08 18:15
überbordende Liquidität hat sicherlich zu den hohen Energie-, Rohstoff- und Lebensmittelpreisen mit beigetragen. Das ist ein Beispiel wie hirnrissig es ist die Zinsschraube für alle möglichen Probleme herzunehmen. Die Inflation wird deshalb dafür sorgen, dass der Dollar auch im Binnenmarkt immer weniger Wert sein wird. Für seinen Außenwert sind allerdings nur die außenwirtschaftlichen Beziehungen und sein Ansehen maßgebend. Sollte es zu einer längeren Rezession (über Jahre) in den USA kommen und die restliche Welt wird sich etwas besser halten können (mindestens ein schwaches Wachstum) wird das dem Dollar das Genick brechen. Die Amis werden sich dann zu den Zeiten zurücksehnen in denen der Euro nur 1,60 $ gekostet hat.  

70048 Postings, 6379 Tage Anti Lemmingrogers - # 490 Öl-Angebot und -Nachfrage

 
  
    #487
3
11.05.08 10:42
Ich hab mir die IEA-Tabelle aus Deinem Link angesehen und unten mal den total
Supply/Demand von 2003 bis 2007 rauskopiert. Ich kann aus den Zahlen keine
drastische Verschärfung der Lage rauslesen, die den steilen Anstieg des
Ölpreises rechtfertigen würde.

Total Supply und Total Demand sind in allen Jahren auf +/- 1% deckungsgleich.

Vergleiche ich 2006 und 2007 (annual average), stelle ich fest, dass das Angebot
mit 84,60 konstant geblieben ist, während die Nachfrage von 84,77 auf auf 85,59
stieg. Dieser Nachfrage-Anstieg entspricht exakt 0,97 %. Das kann doch allein
kein Grund für eine Verdoppelung des Ölpreises sein...


 
Angehängte Grafik:
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2337 Postings, 5008 Tage rogersAuf den ersten Blick

 
  
    #488
11.05.08 15:25
mögen die Zahlen in der Tabelle unproblematisch sein. Aber der "Hintergrund" ist extrem bösartig (aus der Tabelle): zum Beispiel "Oil Supply" is defined as the production of crude oil (including lease condensate), natural gas plant liquids, and other liquids [rogers: Ethanol, CTL etc.], and refinery processing gain (loss) oder "Beginning in 1993, includes fuel ethanol blended into finished motor gasoline......" Jetzt merkt man erst, warum weltweit sooooo viel Biosprit produziert wird: Ohne Ethanol, Biodiesel, CTL, GTL etc., d.h. nur mit Rohöl und seinen Produkten, würde die weltweite Treibstoffversorgung zusammenbrechen; z.B. gibt die Tabelle für die OPEC 35,43 Mio. Barrel/Tag an, an Rohöl werden aber nur knapp 32 Mio. Barrel/Tag gefördert: "Die 13 Mitglieder der Organisation ölexportierender Länder (OPEC) haben im April durchschnittlich 31,87 Millionen Barrel Rohöl pro Tag (b/d) gefördert. Dies entspricht einem Rückgang um 350.000 b/d gegenüber dem Monat März. Zu diesem Ergebnis kam eine Erhebung, die von Platts (http://www.platts.com/) unter Funktionären der OPEC und der Ölbranche durchgeführt und am Freitag veröffentlicht wurde."
Die riesigen Probleme auf der Angebotsseite sind unverkennbar (auch mit Biosprit etc. kaum Steigerung), auch die weltweite Nachfrage zeigt tendenziell nach oben (IEA schätzt 87,2 Mio. Barrel/day für 2008): Da kann der hohe Ölpreis nicht mit nebensächlichen Dingen wie Dollarschwäche oder überbordende Liquidität erklärt werden. Natürlich sind viele Spekulanten (Hedge Fonds und anderer Rotz) in den letzten Monaten auf den Zug aufgesprungen und treiben die Preise (vielleicht) zu schnell nach oben: Trotzdem sind Ölpreise von über 100 Dollar zur Begrenzung der weltweiten Nachfrage erforderlich (70 Dollar wären Super-Kaufkurse). Wenn dann noch Probleme wie in Nigeria oder Rußland hinzukommen, dann entsteht schnell Kaufpanik am Ölmarkt. Für weitere Infos empfehle ich den öl-peak-thread.
Übrigens: In Rohstoffmärkten können "kleine" Angebotsdefizite große Preissteigerungen auslösen, wenn der Markt den Eindruck hat, dieses Defizit könne auch in Zukunft bestehen (der Reispreis, Platinpreis und Weizenpreis sind deshalb vor einiger Zeit so stark gestiegen).
 

70048 Postings, 6379 Tage Anti LemmingDieser Thread zeigt

 
  
    #489
5
29.10.08 09:10
dass man selbst mit irrigen Ansichten letztlich "zufällig" richtig liegen kann. Der Dollar steht wieder unter 1,30.

Irrig war meine Ansicht, die Fed würde eine verantwortungsvolle Geldpolitik betreiben. Hätte sie die Zinsen ab letzten Sommer nicht so brutal gesenkt, wäre dem Dollar der Absturz bis EUR/USD 1,60 (vorerst) erspart geblieben.

Die US-Tiefzins-Politik trieb die Rohstoffblase, die mit Dollarverschuldung finanziert wurde, in die finale Übertreibungsphase. Nicht zufällig fiel das Öl-Kurs-ATH von 147 Dollar zeitlich in etwa mit dem ATH von EUR/USD bei 1,60 zusammen. Beim Aufpumpen der Rohstoff-Blase übernahm der Dollar - ähnlich wie zuvor der Yen - die Funktion einer Carry-Trade-Verschuldungswährung.

In den letzten Wochen jedoch wurden durch das "global deleveraging" der Hedgefonds Carry-Trades aller Couleur (in Yen wie in Dollar) zwangsweise rückabgewickelt, was dem Dollar einen ungeahnten Höhenflug von EUR/USD 1,60 bis gestern 1,2350 im Tief bescherte.

Die seit gestern zu beobachtende Wende (EUR/USD steigt wieder) geht vor allem auf die Devisenmarkt-Interventionen der G7-Staaten zurück, die mit Yen-Verkäufen den Yen-Höhenflug zu stoppen und umzukehren versuchen. EUR/USD steigt bei dieser forcierten Yen-Schwäche (läuft im Gleichschritt zu EUR/JPY).

Die Zukunft sieht für den Dollar düster aus. Die Inflationierungspolitik mitsamt den Notenbank-"Fenster-Flutungen", mit denen USA und zunehmend auch die Restwelt den drohenden "deflationären Schock" bekämpfen will, sind ein zweifelhaftes Instrument.

Ich sehe daher für den Dollar trotz der jüngsten starken technischen Erholung mittelfristig schwarz. Die Fed hat ihren "Kredit" in der Welt buchstäblich verspielt. Die Chinesen haben auch zunehmend die Nase voll:

http://www.ariva.de/...Prozent_Gewinn_t283343?pnr=4896437#jump4896437  

20752 Postings, 6544 Tage permanentUS-Experte: Dollar-Höhenflug wird Bumerang-Effekt

 
  
    #490
7
29.10.08 11:17

RIA Nowosti 

US-Experte: Dollar-Höhenflug wird Bumerang-Effekt haben

29/10/2008 10:31 NEW YORK, 29. Oktober (RIA Novosti). Der Höhenflug des Dollars vor dem Hintergrund der Krise des amerikanischen Banken- und Finanzsystems ist von vorübergehender Natur, weil er keine wirtschaftliche Grundlage hat.

Diese Meinung äußerte Harvard-Professor Kenneth Rogoff, ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds.

"Der Dollar, der auf der Basis der auseinander fallenden US-Wirtschaft steigt, ist ein unglaubliches Phänomen", sagte er in einem RIA-Novosti-Gespräch. "Es lässt sich nur damit erklären, dass die Investoren noch mehr Angst vor der gegenwärtigen Entwicklung in Europa haben."

Während in der US-Wirtschaft eine Depression beginnt, stieg der Dollar-Index seit dem 15. Juli dieses Jahres um 22 Prozent an. Gegenüber dem Euro erreichte der Dollarkurs seinen zweijährigen und gegenüber dem britischen Pfund seinen sechsjährigen Höchststand.

Heute sagen die meisten Analysten dem US-Dollar eine Wiederherstellung der Rolle der wichtigsten Reservewährung. Rogoff teilt jedoch diesen Optimismus nicht. "Ich erwarte vom Dollar einen Bumerang-Effekt - er wird dort landen, wo er seinen Höhenflug gestartet hat. Dieser Prozess wird beim Dollar-Verhältnis zu den asiatischen Währungen beginnen, wo die Wirtschaft von der Krise nicht so stark betroffen ist."

Das größte Risiko in Asien bestehe allerdings in einer eventuellen sozialen und politischen Instabilität in China, wo sich die Krise und der Exportrückgang negativ auf den Lebensstandard der Bevölkerung ausgewirkt haben.

Wie Rogoff meinte, spielt der wachsende Dollar eher eine negative Rolle vor dem Hintergrund des Börsenkollapses: Die ohnehin angeschlagene Konkurrenzfähigkeit der US-Waren auf dem Weltmarkt wird sich weiter verringern.

"Wegen einer schlechten Regulierung und Kontrolle hat sich Wall Street ins Epizentrum der globalen Krise verwandelt", fuhr der Experte fort. "In vieler Hinsicht war das ein Ende der Greenspan-Ära."

Allan Greenspan, der über 18 Jahre lang die US-Notenbank geleitet hatte, hat eine Politik der niedrigen Zinssätze betrieben, was nach Auffassung vieler Experten eine der Ursachen der Hypothekenkrise war, welche die Krise auf dem Finanzmarkt auslöste.

"Heute können wir uns vom liberalen Kapitalismus an der Wall Street Abschied nehmen, weil das Finanzsystem ab jetzt stärker reguliert wird", stellte Rogoff fest. "Ich denke jedoch nicht, dass die anderen Wirtschaftssektoren dadurch weniger frei werden. Auf das Finanzbusiness entfallen lediglich acht Prozent der US-Wirtschaftsstruktur, während der HiTech-Bereich, die Pharma-Industrie und das wissenschaftsintensive Business in globaler Hinsicht weiterhin überaus konkurrenzfähig bleiben."

Nach seiner Ansicht wird sich die Situation auf dem amerikanischen Wohnungsmarkt und in der Wirtschaft insgesamt frühestens Mitte nächsten Jahres normalisieren.

 

70048 Postings, 6379 Tage Anti LemmingPermanent - "Porsche"-Effekt beim Dollar

 
  
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29.10.08 14:28

"Der Dollar, der auf der Basis der auseinander fallenden US-Wirtschaft steigt, ist ein unglaubliches Phänomen", sagte er in einem RIA-Novosti-Gespräch. "Es lässt sich nur damit erklären, dass die Investoren noch mehr Angst vor der gegenwärtigen Entwicklung in Europa haben."

 


 

Der atemberaubenden Kursanstieg der VW-Stammaktien zeigt, wie hoch ein Short-Squeeze ein Papier treiben kann. Während die Stämme gestern über 1000 Euro kletterten, verharrten die Vorzüge unter 40 Euro - die Preisregion, in die "eigentlich" auch die Stämme gehören.

Einen solchen Porsche-Effekt sehen wir mMn zurzeit  auch beim Dollar. Der Dollar-Höhenflug wird durch die blanke Not von Hedgefonds ausgelöst, die sich für ihre Rohstoff-Zocks in Dollar verschuldet hatten und nun wegen des drastischen Rohstoff-Preisverfalls zwangsweise riesige Mengen an Dollars zurückkaufen müssen. Auch die immer weiter im Wert verfallenden US-Müllanleihen in den Portfolios europäischer Banken verlangen Dollar-Nachschüsse. Die EZB braucht bereits Hilfe von der Fed, um die vielen benötigten Dollars bereitstellen zu können.

Dieser Effekt wird jedoch temporär sein - ein dynamisches Ungleichgewicht, das auch die VW-Stämme irgendwann mal wieder unter 100 Euro schicken wird. Der Dollar dürfte auf mindestens EUR/USD 1,40 fallen, ein zweites Paniktief oberhalb 1,60 ist ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Für US-Firmen ist ein billiger Dollar geradezu lebenswichtig. Dass die SP-500-Firmen im letzten Quartal (nicht im aktuellen)  überhaupt noch halbwegs passable Zahlen liefern konnten, lag vor allem an den Währungseffekten, die ihnen der abgewertete Dollar bescherte. Er blähte die Auslandseinkünfte - etwa in Europa - künstlich auf, selbst wenn dort in Stückzahlen kaum mehr verkauft wurde. Das Ganze wurde dann fälschlicherweise als "stärkere Importe" verkauft.  Dieser Effekt wirkte in der Zone von 1,50 bis 1,60. Sollte der Euro auf jetzigem Niveau (unter 1,30) verharren, werden die US-Firmen derart schlechte Zahlen schreiben, dass dies allein schon den Dollar wieder runtertreibt.

Wenn die Fed heute die Zinsen auf 1 Prozent senkt, gibt es auf den Dollar rund -4 % Realzinsen. Das macht ihn noch unattraktiver als den Yen, da zumindest in Japan "echte" Deflation herrscht. Beim Dollar kommt die sogenannte Deflation in hohem Maße durch die Schönrechnung der US-Inflationszahlen zustande.

 

 

20707 Postings, 5576 Tage Malko07Der US-$ wird, wie schon hier

 
  
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29.10.08 14:44
geschildert, durch die Rückabwicklung vieler gehebelter Spekulationen getrieben. Gleichzeitig explodiert die Staatsverschuldung. Schon unter Reagan hatte eine stark ansteigende (Auslands)Staatsverschuldung zu einem starken Anstieg des US-$ geführt. Ähnliches werden wir jetzt auch erleben. Allerdings geht diese Entwicklung nicht ewig weiter und irgendwann wird man sich schwerer tun weitere Bonds im Ausland zu verkaufen. Alles ist endlich. Allerdings kann keiner voraussagen, wann und bei welchem Pegel diese Entwicklung zum Stillstand kommt und sich dann deutlich umkehrt. Man kann den Gaul eben nur solange reiten bis er deutlich gewendet hat. Dann muss man raus. Pegelbetrachtungen bringen da nichts. Man muss auf der Hut sein. Größere Probleme im Verkauf von Staatsbonds könnten die Spekulantenwelt derartig erschrecken, dass es zu einer brutalen und schnellen Wende kommt.  

521 Postings, 4794 Tage DummundDümmerHallo an Alle und zum Thema US-$

 
  
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29.10.08 16:30
Hallo an Alle, ich bin gerade neu zur Gruppe dazu gekommen. Dann fange ich auch mal mit nützlicher Arbeit an.
Malko007 hat einen schönen Beitrag zum Dollar, ich möchte daran anknöpfen und folgendes sagen.

Unter Ronald Reagan Amtsantritt war die Dollar 1,70 DM wert. Als er nicht mehr President war, war der Dollar 3,40 DM wert. Das kam dadurch, das erst die Zinsen gesenkt wurden und die Staatsverschuldung stark anstieg. Später wurden dann die Zinsen erhöht und die Neuverschuldung gedrosselt. Die Wirtschaft blühte unter RR auf.

Zum jetzigen Geschehen möchte ich sagen, das wird genauso diesmal kommen. Der jetzige Anstieg des Euro ist nur eine Geisterbahnfahrt und mehr nicht. Trash-et wird in eineinhald Wochen den Leitzins in Europa stärker senken, als die Amis ihren heute. Egal wie viel die Amis ihren senken, die Europäer senken ihren stärker.
Effekt wird diesmal sein, das USA ein starkes wirtschaftliches Wachstum haben wird. Warum? Ganz einfach, die Carrytrades werden zurückgeholt und die Gelder werden vor Ort geliehen und sicherhaltshalber gleich in das Land gepumpt wo man es sich leihte. Solche Geschäfte kann man versichern und somit einen größeren Leverageeffekt nutzen. Der Dollar ist auch als Krisenwährung bekannt, da kommt dann noch der psychologische Effekt dazu.

Das weltwirtschaftliche Resultat wird sein, das wir die Tigerstaaten (Schwellenländer) und alle noch ärmeren Länder finanziell ausbomben. Es lebe Big Amerika. Man könnte sagen Renaissance von der Effekte der alten Weltwirtschaftskrise, nur das wir uns diesmal nicht die Birne einhauen werde, dank der Globalisierung.

Sollte ich zu schnell gewesen sein, dann sorry. Ich werde euch im Laufe der Zeit immer gerne Fakten aufzeigen die das Belegen. Nummer 1 davon kommt bald, die Leitzinssenkung.

Mit freundlichen Grüssen an alle Bären
DuD    

10292 Postings, 4799 Tage musicus1wenn ihr mich fragt, dann wird der euro weiter

 
  
    #494
29.10.08 16:38
unterdruck kommen,ich kaufe keine usd sondern habe heute auf dem währungskonto singapore dlls  und rYang und AUD gek. sfr und yen meide ich......handle die nur über  os .....  

70048 Postings, 6379 Tage Anti LemmingDummundümmer - # 498

 
  
    #495
31.10.08 09:47

"Trash-et wird in eineinhalb Wochen den Leitzins in Europa stärker senken, als die Amis ihren heute."

Glaubst Du, Trichet wird um 0,75 % senken?

Langfristig muss man einkalkulieren, dass Japan und USA bereits nahe Null sind und ein "Unterbieten" dieser Zinsen in Euroland dann praktisch nicht mehr möglich ist.

Die Null-Marke ist der kleinste gemeinsame Nenner der Staats-Bankrotteure ;-)

 

70048 Postings, 6379 Tage Anti LemmingTrotz aktueller Stärke des US-Dollars

 
  
    #496
02.01.12 08:52
- zumindest gegenüber dem Euro - ist dieser Thread rückblickend betrachtet eher "peinlich".

"Ich war... in den letzten zehn Jahren viel zu gutgläubig und hielt z. B. anfangs sogar Bernanke für glaubwürdig - ein grober Irrtum. Politiker, Noten- und Zockerbanken sind zu zersetzender Perfidie übergegangen, die ich unterschätzt hatte."

Details:
www.ariva.de/forum/Der-USA-Baeren-Thread-283343?page=3674#jumppos91863

Als ich diesen Thread aufmachte, war ich noch davon ausgegangen, dass sich Notenbanker und Staaten an die Spielregeln halten würden und "das System" (Weltfinanzsystem) halbwegs intakt bliebe. Auch gab es "damals" noch nennenswert Zinsen auf den Dollar, heute Nullzinsen.

Ich halte mich nun an Keynes, der mal sagte: "Wenn sich die Umstände ändern, ändere ich meine Auffassungen."

Weitblickender wäre gewesen, die Änderungen der Umstände bereits 2006 (als dieser Thread aufgemacht wurde) vorhergesehen zu haben. Es gab bereits Anfang 2006 erste bärische Indizien:

www.ariva.de/forum/Der-Doomsday-Baeren-Thread-245194?page=0#jumppos2

Ob das beim Traden was genützt hätte, bleibt rückblickend jedoch zweifelhaft. So sah etwa der US-Bärenthread den 2008-Aktiencrash ebenfalls bereits Anfang 2007 voraus, doch er kam erst 1,5 Jahre später (= schwaches Timing).

Die Endphase des Dollar-Carrytrades von 2002 bis 2008 ging mit Börsen- und Rohstoff-Höchstständen UND Dollarschwäche einher. Dollarschwäche war Bedingung für das damalige Aufblasen sämtlicher Assets. Dieses Paradoxon hatten zu der Zeit die Wenigsten gesehen. Damals gab es im Wesentlichen nur Aktien- und Rohstoff-Bullen und Dollar-Bären (oft Goldbugs). Mit meiner 2006-Erwartung von kommender Dollarstärke infolge von Zinsvorteilen lag ich zeitweise richtig, im großen und ganzen aber daneben.

Auch heute halten die Amis an ihrer klammheimlichen "Politik des schwachen Dollar" fest (z. B. gegenüber dem Yen). Die aktuelle Schwäche in EUR/USD (1,2940) ist daher im Wesentlichen eine Euro-Schwäche, hervorgerufen durch das PIIGS-Fiasko.  

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    #497
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