Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli


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Neuester Beitrag: 18.06.21 18:19
Eröffnet am: 05.03.21 13:39 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 371
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68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingFannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli

 
  
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18
05.03.21 13:39
Die beiden halbstaatlichen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac (kurz FnF) wurden am 7. September 2008 vom damaligen US-Finanzminister Hank Paulson (zuvor Goldman-Sachs CEO) unter Zwangsverwaltung gestellt.

Es gibt Stimmen, die dies als den eigentlichen Auslöser der Banken- und Finanzkrise von 2008 betrachten. Denn Lehman ging erst eine Woche später, am 15. September 2008, pleite. Tatsächlich könnte die Lehman-Pleite eine indirekte Folge der FnF-Zwangsverwaltung gewesen sein, da diese eine Schockwelle durch die Finanzmärkte sandte. Keine Bank traute einer anderen mehr.

FnF sind in fast jede 2. Hypothek in USA involviert. Die kombinierte Bilanzsumme der Twins liegt aktuell bei knapp 6 Billionen Dollar, das entspricht 150 % des deutschen BIP. Klar dass bei solchen Summe Ängste aufkommen....

Die Zwangsverwaltung von FnF setzt sich bis zum heutigen Tag fort. Nun besteht jedoch eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Zwangsverwaltung durch eine Entscheidung des US Supreme Courts (SCOTUS), die bis Juni erwartet wird, enden wird. Die Details schildere ich unten.

Daraus erwächst für FnF erhebliches Kurspotenzial. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, daran teilzuhaben. Fannie Mae und Freddie Mac haben zum einen normale Aktien (common stock), die auch in Deutschland gehandelt werden.

Fannie Mae (WKN: 856099)
Freddie Mac (WKN: 876872)

Weiterhin gibt es eine Vielzahl von Vorzugsaktien (preferred shares), die zwar "Aktien" heißen, tatsächlich jedoch Bonds sind. Diese Bonds wurden vor 2008 zum Nennwert von damals meist 25 (oder 50) Dollar rausgegeben,  haben Coupons von 5 bis über 8 % und notieren aktuell - wie Junkbonds - größtenteils zwischen 4 und 6 Dollar.

Diese sogenannten Junior Preferred Shares (JPS) sind bei einigen deutschen Brokern im Auslandshandel handelbar. Zu den liquidesten JPS zählen:

FNMAS (US3135867527)
FNMAT (US3134006242)
FMCJK (US3135867378)

In USA werden alle diese Aktien (common stock wie JPS) wegen der fortbestehenden Zwangsverwaltung nicht an den regulären Börsen gehandelt, sondern nur OTC (over the counter). Dies ist mit erhöhten Risiken verbunden, weil dort Marketmaker die Kurse bestimmen.

Ich rechne nach dem Scotus-Urteil bei allen hier genannten Aktien mindestens mit einer Verdreifachung des Kurses.

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HINTERGRUNDINFOS:

Es gibt erhebliche Zweifel daran, ob es wirklich nötig war, dass Hank Paulson die FnF 2008 unter Zwangsverwaltung stellte. Kritiker behaupten, dass dies nur dazu dienen sollte, dass andere Zockerbanken ihrem Subprime-Schrott bei FnF abladen konnten. In der Zwangsverwaltung - in Gestalt der FHFA - wurde ein Direktor einbestellt, der nicht mit der gebotenen Sorgfalt darauf achtete, welcher Dreck FnF in Gestalt fauler Hypotheken angedient wurde.

Der ehemalige Finanzchef von Fannie Mae, Tim Howard (CFO und Co-CEO bis 2004), weist in seinen vielen Blog-Beiträgen darauf hin, dass die behauptete Notlage 2008 nicht wirklich bestanden hat, und nur durch willkürliche Bilanzauslegung zustandegekommen sei:

https://howardonmortgagefinance.com

Die Zwangsverwaltung war somit vor allem ein "böswilliges" Konstrukt, dass erleichtern sollte, FnF leichter mit dem Subprime-Schrott anderer Großbanken vollzuladen, was danach auch geschah.

Offiziell mussten FnF jedoch 2008 "gerettet" werden, und die US-Regierung tat dies mit einem Kredit im Volumen von 190 Mrd. Dollar (nach heutigem Stand). Dieser Kredit wurde in Gestalt von Senior Preferred Stock (SPS) vergeben. Die US-Regierung hat sich für diese SPS eine üppige Dividende von 10 % p.a. genehmigt. Außerdem hat sie Warrants (Optionen) im Volumen von 79,9 % des common stock erhalten, die als Sicherheit dienen sollten, falls FnF doch noch pleite gingen.

Wegen des fremd-aufgeladenen Subprime-Schrotts machten FnF von 2008 bis 2012 hohe Verluste (Chart unten). Darauf beschloss die US-Regierung 2012, FnF "abzuwickeln" und durch andere "besser funktionierende" Institutionen zu ersetzen. Dies geschah durch ein von der FHFA-Zwangsverwaltung herausgegebenes Papier (3. Amendmend zur Rettungsvereinbarung von 2008), das sämtliche Gewinne von Fannie und Freddie ab 2012 an die US-Regierung weiterleitete.

Dieser sogenannte Net Worth Sweep (NWS) enthielt Elemente von Bosheit, da die Regierung 2012 bereits wusste, dass sich die Gewinnlage von FnF ab 2013 deutlich bessern würde (siehe auch Chart unten).

Im Zuge des NWS hat die US-Regierung seit 2012 ca. 310 Mrd. $ Gewinne von FnF einbehalten, obwohl sie nur 190 Mrd. $ (in Gestalt der SPS) verliehen hatte. Dagegen klagten u. a. Collins und Co., deren Fall am 9. Dezember von SCOTUS gehört wurde. Die Richtlinien-Entscheidung von SCOTUS sollte bis spätestens Juni fallen. Der Fall wird dann in das nächstuntere Gericht in Texas zurückverwiesen.

Die Collins-Kläger pochen darauf, dass der SPS mit dem NWS bereits komplett abgezahlt ist, und dass sogar ein Überzahlung stattgefunden hat. SCOTUS wird diesem Punkt nach Auffassung der meisten Rechtsexperten nachgeben. Nach dem Urteil dürfte der SPS wegfallen, so dass im Prinzip auch die Zwangsverwaltung enden könnte.

Allerdings verfügen FnF aus dem Grund, dass die US-Regierung seit 2012 sämtliche Gewinne abgesaugt hat, nur über relativ wenig Eigenkapital in Höhe von zurzeit ca. 40 Mrd. Dollar. Deshalb soll die "Freilassung" aus der Zwangsverwaltung höchstwahrscheinlich mit einer Kapitalerhöhung (KE) verbunden sein. Dafür wurden von Fannie und Freddie auch bereits zwei große US-Investmentbanken unter Vertrag genommen.

Diese KE dürfte sich kursverwässernd auf den common stock auswirken. Wie stark, hängt u. a. davon ab, wie hoch die Eigenkapitalanforderungen (capital rules) festlegt werden. Der aktuelle FHFA-Direktor, der Anfang letzten Jahres von Trump eingesetzt wurde, ist ein marktradikaler Libertärer. Er verlangt, dass FnF gemäß Basel 3 bis 4 % ihrer Bilanzsumme als EK vorhalten, das wären rund 240 Mrd. Dollar. Calabria arbeitet strategisch darauf hin, FnF zu schwächen, damit private Hypoverleiher (seine Klientel) mehr Marktanteile erhalten. FnF garantieren jedoch wegen der impliziten Staatsgarantie die günstigsten Hypotheken in USA, und daran haben auch POTUS Biden und die neue Finanzministerin Yellen ("affordable housing") ein starkes Interesse.

Der ehemalige Finanzchef von Fannie, Tim Howard, ist - im Gegensatz zu Calabria - der Meinung, dass FnF keine Banken sind, sondern Dienstleister, die US-Großbanken die Hypothekenverträge abkaufen und dann als vom Staat (teil-)garantierte MBS bündeln und an Investoren in aller Welt verkaufen. Dafür erhalten FnF von den Banken Gebühren, die ihre Haupteinnahmequelle sind. Howard ist deshalb der Ansicht, dass für FnF 150 Mrd. als EK vollkommen ausreichen würden.

Aktuell haben FnF wegen der niedrigen Aktienkurse nur eine kombinierte MK von 4 Mrd. %. In einer im Januar zwischen Finanzminister Mnuchin und Mark Calabria getroffenen Vereinbarung wurde die Höhe der KE mit 2 x 70 Mrd. "angedacht". Eine mehr oder minder starke Verwässerung der Altaktionäre wird daher stattfinden. Da die Kurse des common stocks jedoch von 90 Dollar auf aktuell unter 2 runtergekommen sind, ist die Verwässerung bereits mehr als eingepreist. Analysten schätzen, dass der Kurs nach dem Scotus-Urteil auf bis zu 7 Dollar steigen könnten (= mehr als Verdreifachung).

Die Vorzugsaktien JPS haben noch Scotus die Chance, wieder auf ihren Nennwert von 25 Dollar (evtl. abzüglich "Haircut") zu steigen. Außerdem könnten bei Wegfall des NWS noch Zinsen aus den letzten Jahren nachgezahlt werden. Da die JPS faktisch um Junkbonds handelt, sind sie als Bonds von der Verwässerung durch die anstehenden KEs nicht betroffen. Die JPS sind daher eine etwas konservativere Form, auf die Erholung nach Scotus/Freilassung zu spekulieren. Dafür bieten die normalen Aktien (common stock) aber möglicherweise noch mehr Kurspotenzial. Manche glauben, sie könnten auf deutlich über 10 Dollar steigen. Es kursieren auch Kursziele von bis über 100 Dollar, die sind jedoch mMn stark unrealistisch.

Die Collins-Kläger, die jetzt bei Scotus gehört wurden, halten die JPS.  
Angehängte Grafik:
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68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingMark Calabria schrieb am 14.5.21 im WSJ

 
  
    #347
1
16.05.21 20:30
folgenden Artikel:

(zitiert nach https://investorshub.advfn.com/boards/...sg.aspx?message_id=163794690 - übersetzt mit DeepL+edit)

MC erweist sich darin erneut als grandioser Demagoge: Er plädiert für ein dickes Kapitalpolster für FnF, um Krisenlagen besser zu meistern, will aber in Wahrheit FnF klein halten und sie zwingen, ähnlich teure Hypotheken rauszugeben wie US-Privatbanken.

Sind Fannie und Freddie bereit für den nächsten Immobiliencrash?

Eine neue Regel verlangt von ihnen, dass sie "living wills" (Testamente, während sie noch funktionsfähig sind) aufsetzen, um den nächsten Abschwung ihr Überleben ohne Bailout der Steuerzahlen überleben zu können.

Von Mark A. Calabria - 13. Mai 2021 6:20 pm ET

Letztes Jahr um diese Zeit sagten Insider der Wohnungswirtschaft voraus, dass der Markt unter der Last der Pandemie zusammenbrechen würde. Das Gegenteil ist eingetreten. Selbst als die Wirtschaft ihr schlechtestes Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg erlebte, boomte der Immobilienmarkt.

Aber das bedeutet nicht, dass alles gut ist. Die steigenden Preise haben die seit langem bestehenden Probleme und Schwachstellen im Herzen des amerikanischen Immobilienmarktes überdeckt, aber nicht beseitigt. Am dringlichsten ist, dass Fannie Mae und Freddie Mac - die staatlich geförderten Unternehmen, die etwa die Hälfte des 12-Billionen-Dollar-Hypothekenmarktes besitzen oder garantieren - nicht über das nötige Kapital verfügen, um den nächsten unvermeidlichen Abschwung der Immobilienpreise zu überstehen.

Die gute Nachricht ist, dass im Gegensatz zur Krise von 2008 bei einem erneuten Ausfall der GSEs die Gläubiger und nicht die Steuerzahler die Verluste auffangen können. Das liegt daran, dass die Federal Housing Finance Agency, die ich leite, im letzten Monat eine neue Vorschrift fertiggestellt hat, die ein Verfahren schafft, um die Rettung der GSEs durch den Steuerzahler ein für alle Mal zu beenden.

Die neue Regelung verlangt von den GSEs glaubwürdige Abwicklungspläne, die als "living wills" bekannt sind, und ermöglicht die Restrukturierung einer scheiternden GSE ohne Risiko für die Geschäftskontinuität oder den amerikanischen Hypothekenmarkt. Ähnlich wie die Anforderungen, die von der Federal Reserve Board und der Federal Deposit Insurance Corp. unter dem Dodd-Frank Act eingeführt wurden, werden die Abwicklungspläne im Bedarfsfall eine schnelle und geordnete Abwicklung erleichtern. (A.L.: Die Formulierung zeigt, dass MC die Twins am liebsten los würde.]

Zum ersten Mal in der Geschichte müssen die GSEs darlegen, wie im Falle einer Insolvenz die Kerngeschäftsbereiche und -chartas aufrechterhalten werden, um das Wohnungsfinanzierungssystem ohne außerordentliche staatliche Hilfe zu unterstützen. Indem sie die Regeln für den Fall einer Insolvenz festlegen, geben diese Patientenverfügungen zukünftigen Investoren die Informationen, die sie benötigen, um Risiken angemessen zu bewerten. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass die GSEs privates Kapital aufnehmen können, was für die langfristige Stabilität des Wohnungsmarktes entscheidend ist.

Die GSEs sind private Unternehmen, die vom Kongress gegründet wurden, um den Zugang zu Hypothekenkrediten zu fördern, erschwinglichen Wohnraum in unterversorgten Gemeinden zu schaffen und den Wohnungsmarkt in Krisenzeiten zu stützen. Seit 2008 werden sie vorübergehend (LOL, A.L.) von der Regierung kontrolliert. Damals wurden sie gerettet und unter die Obhut der FHFA gestellt. Aber sie bleiben private Unternehmen. Das bedeutet, dass ihre Fähigkeit, einen Abschwung zu überleben, von ihrer Kapitalausstattung abhängt.

Als ich vor zwei Jahren mein Amt antrat, verfügten die GSEs über nur 6 Mrd. USD an Kapital, um 5,5 Billionen USD an Hypothekenkreditrisiken zu decken. Damit lag ihr Leverage Ratio bei fast 1.000 zu 1, verglichen mit einem Durchschnitt von 10 zu 1 bei Amerikas größten Banken. FHFA sorgte zusammen mit dem Finanzministerium, dem mächtigsten Anteilseigner der GSEs, dafür, dass Fannie und Freddie ihre Gewinne [ab 2019, A.L.] einbehalten konnten, statt diese wie zuvor an das Finanzministerium abzuführen.

Die GSEs nutzten ihre neuen und bescheidenen Kapitalpolster, um Millionen von Kreditnehmern und Mietern zu helfen, inmitten von Covid-19 in ihren Häusern zu bleiben; die Unternehmen trugen auch eine Rekordmilliarde Dollar zu staatlichen Fonds für bezahlbaren Wohnraum bei. Letzten Monat haben die GSEs eine neue Refinanzierungsoption geschaffen, die einkommensschwachen Kreditnehmern Tausende von Dollar spart. Aber sie könnten heute noch mehr tun, um den Markt zu unterstützen, wenn sie mehr Kapital hätten.

Der langsame Aufbau von Kapital durch einbehaltene Gewinne hat den Verschuldungsgrad der GSEs auf etwa 140 zu 1 verbessert. Das ist immer noch nicht genug Kapital, um Risiken einzugehen oder einen Abschwung im Immobilienmarkt zu überleben. Und wie das Jahr 2008 gezeigt hat, werden Amerikas Wohnungsbauprobleme noch schlimmer, wenn die GSEs scheitern. Die FHFA wird sich weiterhin mit den Hindernissen bei der Kapitalbildung befassen, einschließlich der Notwendigkeit, die Vermögenswerte zu restrukturieren, die das Finanzministerium im Austausch für seine Finanzierungszusage von 2008 erworben hat.

Gleichzeitig wird sich die FHFA weiterhin für Lösungen für strukturelle Probleme auf dem Wohnungsmarkt einsetzen, die die GSEs nicht allein lösen können. Nur lokale Regierungen können Bebauungsbeschränkungen und Flächennutzungsvorschriften aufheben, die die Kosten für neue Wohnungen in die Höhe treiben oder den Bau von Wohnungen verhindern. Nur der Kongress kann das Fannie- und Freddie-Duopol aufbrechen [hört, hört!, A.L.], das die Risiken konzentriert und neue Marktteilnehmer daran hindert, bessere Preise, Innovationen, Effizienz und Stabilität zu bieten. Dennoch muss sichergestellt werden, dass die GSEs gut kapitalisiert und bereit sind, den nächsten Abschwung zu überstehen, um eine Verschlimmerung dieser Probleme zu vermeiden, wenn die Immobilienpreise unweigerlich fallen,

[Zwischenkommentar A.L.: "unweigerlich fallen" ist ein Witz, denn Greenspan und vor allem Bernanke hatten bis 2007 laufend darauf hingewiesen, dass US-Hauspreise seit der Großen Depression nicht mehr gefallen waren. Die Preise fielen 2007 lediglich wegen der Zwangsversteigerungen, die die Subprime-Finanzierungen [Häuser an Erdbeerpflücker] zwangsläufig zur Folge hatten. Es gibt in USA aber kaum noch Subprime-Finanzierungen, und die Fed kauft (anders als vor 2008) im Rahmen von Dauer-QE wie blöd die MBS von Fannie und Freddie auf.]

Die neue Abwicklungsregel wird die Steuerzahler vor einer weiteren Pleite von Fannie und Freddie schützen. Aber sie kann weder die GSEs noch den breiteren Wohnungsmarkt vor einer Krise schützen. Das kann nur privates Kapital leisten.....

(A.L.: Absurde Verdrehung der Tatsachen. Ob die Hauspreise krisenbedingt fallen oder nicht, ist in keinster Weise davon abhängig, ob Fannie und Freddie mit mehr oder weniger Privatkapitalanteilen agieren!)

Die Zeit ist längst überfällig, um die langfristige Stabilität des amerikanischen Wohnungsmarktes sicherzustellen. Der aktuelle Boom wird nicht ewig anhalten.

Herr Calabria ist Direktor der Federal Housing Finance Agency.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingDie Fakten:

 
  
    #348
1
16.05.21 21:17
Kein Investor wird sich an einer Kapitalerhöhung beteiligen, solange die Zwangsverwaltung unter der FHFA (also unter Mark Calabria) und dem Schatzamt fortbesteht. Schon allein deshalb, weil Aktionäre während dieser Zwangsverwaltung keinerlei Mitspracherechte haben.

Wer gibt Geld, ohne darüber verfügen zu können?

Deshalb kann eine Kapitalerhöhung realistisch nur durchgeführt werden, wenn die Zwangsverwaltung beendet ist. Was Calabria im WSJ formuliert (# 347) - es hört sich so an, als wolle der noch während der Zwangsverwaltung eine KE durchführen - ist schlicht hinrissig.

Calabria ist aber nicht dumm. Immerhin stammen die HERA-Gesetze aus seiner Feder. Man kann daher davon ausgehen, dass sein WSJ-Artikel eine seiner üblichen Nebelbomben ist. Er hat offenbar ein Interesse daran, die Zwangsverwaltung so lange wie irgend möglich fortzusetzen, deshalb setzt er die Kapitalhürden für die Freilassung auch so hoch an.

Das CET-1 Kapital von FnF (kombiniert) liegt aktuell bei ca. -100 Mrd. $. Ob eine Freilassung möglich ist, bemisst sich nach der Höhe dieses CET-1-Kapitals.

Sollte Scotus die SPS für abgezahlt erklären (Chance dafür ist 95 %), dann liegt das CET-1-Kapital anschließend bei etwa Null. Zum Sollwert für eine Freilassung fehlt dann immer noch ziemlich viel, und dieses Geld kann nur von außen über eine Kapitalerhöhung hereingeholt werdne..

Gemäß den Kapitalerfordernissen, die Calabria formuliert hat (gemäß Basel III), müssen FnF 240 Mrd. an CET-1-Kapital (als EK) vorweisen, um freigelassen werden zu können. Daher müsste auch die Kapitalerhöhung 240 Mrd. reinbringen, weil nach der SPS-Streichung ja nur +/- Null Kapital da ist.

Tim Howard (ehemaliger CFO von Fannie) hält hingegen 150 Mrd. für CET-1 (als EK) für völlig ausreichend. Aber auch dieses Geld müsste von außen über eine KE reingeholt werden.

Die große Unbekannte im "bösen FnF-Spiel" ist und bleibt, wie dieses Geld reingeholt werden soll, ohne zuvor die Zwangsverwaltung aufzulösen. Calabria hat einen perfekten "Catch 22" konstruiert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Catch-22_(Dilemma)

MMn kann dieser Gordische Knoten nur durchtrennt werden, wenn Kapitalerhöhung und Freilassung Hand in Hand - also zeitgleich - vorgenommen werden. Dazu müssen zuvor aber auch sämtliche Klagen ad acta gelegt werden, und außer Collins gibt es noch etliche andere (z. B. Fairholmes). FHFA und Schatzamt werden um einen Vergleich, der die vielen Kläger (und damit die Altaktionäre inkl. JPS) einigermaßen angemessen bedient, nicht herumkommen.

Fraglich ist, ob FHFA und Schatzamt dieses Kapitel wirklich zum Abschluss bringen wollen, oder ob sie auch künftig weiter auf Zeit spielen werden. Da ihnen nach Collins allerdings auch noch weitere Verluste drohen (z. B. bei Fairholmes), bringt sie ein Spiel auf Zeit nicht wirklich weiter. Auch erhalten sie kein Spielgeld aus dem NWS mehr.

Die Zeit nach Scotus (Collins) wäre für einen solchen Vergleich ideal, weil dann zumindest klar wird, ob die SPS noch in den Büchern stehen werden oder nicht.  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingDieses iHub-Post erklärt überzeugend,

 
  
    #349
16.05.21 21:29
warum ein EK-Aufbau allein über einbehaltene Gewinne nicht funktionieren kann:

https://investorshub.advfn.com/boards/...sg.aspx?message_id=163576045

Quote: Companies now have $45 Billion retained earnings, $35 Billion from the Treasury, $35 Billion from JPS conversion, $115 Billion total.

Each of these numbers is incorrect. Instead of $45B/$35B/$35B/$115B, the correct numbers are -$4B/$0/$33B/$29B.

1) The exit threshold in the letter agreement is CET1 capital equal to 3% of adjusted total assets (roughly 104% of balance sheet assets). Therefore you should be paying attention to CET1 capital, not book equity value. Cells O10 and O21 show that FnF's combined CET1 capital right now is around -$4M. That's the starting point.
Link to photo on Twitter.

2) The overpayment is $29B, not $35B, and the Collins plaintiffs want Treasury to return it as a tax credit, not cash. See page 29 of their en banc brief: "Plaintiffs’ proposed remedy would only require accounting entries on the books of Treasury and the Companies; it could be accomplished without any money changing hands." That tax credit would count only around $4B per year, but wouldn't immediately add to capital at all.

3) Converting the juniors to commons adds $33B to CET1 capital, not $35B.

4) Thus the total is only $29B of CET1 capital if the seniors were cancelled or converted to commons right now.

Let's say capital is raised two years from now. FnF will make $40B in that time (using historical earnings rates; the past few quarters have been outliers as Tim Howard explained here) and get $8B worth of tax credits. That puts CET1 capital at $77B on March 31 2023.

The same image above shows the 3% CET1 requirement: $212.5B (add cells H10 and H21) on March 31 2021, and $252.5B on March 31 2023 because FnF's assets have gone up around 9% per year. That leaves $175.5B to raise (not even possible under the current letter agreement) but the new investors would demand at a minimum $175.5B/$252.5B = 69.5% of the shares.

With 1.8B existing commons, 7.2B warrant shares, and 11B shares from the converted juniors ($33B total par value / $3 conversion price), the new investors would have to get 45.6B more shares to have 69.5% of the total.

With $22B of earnings in 2023 (grossed up from $20B now) and a P/E of 10 or so (Tim Howard said before cship FnF traded at a P/E about 40% lower than the rest of the sector), that's a market cap of $220B. Divide by 65.6B total shares and the share price comes out to $3.35.

If you go through these numbers with a capital raise on March 31 2025 instead, you get a capital raise of $175B, 68B total shares, a market cap of $261.4B, and a share price of $3.84.

The key takeaway here is that FnF's capital requirements are rising just as fast as they can retain earnings. Waiting longer to raise capital isn't going to reduce the size of the capital raise at all. The Twitter thread I linked to above explains why.

A.L.: hier besagter Twitter-Link: https://twitter.com/midas79_/status/1388224515193262080  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingFett gesetzter Satz auf Deutsch:

 
  
    #350
16.05.21 21:33
Der Knackpunkt ist, dass der Kapitalbedarf von FnF im gleichen Umfang steigt, wie sie (künftig) Gewinne einbehalten werden. Länger mit der Kapitalerhöhung zu warten, wird den Umfang der Kapitalerhöhung daher keineswegs verringern.  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingCET 1 = hartes Kernkapital

 
  
    #351
16.05.21 21:42

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingMeine Erwartung für die JPS nach Scotus

 
  
    #352
1
20.05.21 13:45
Sobald eine Kapitalerhöhung (KE) anberaumt wird, dürften die JPS auf Nennwert (meist 25 Dollar) steigen, weil es danach wieder (üppige) Dividenden gibt.

Wahrscheinlich aber werden die JPS im Zuge der KE ausgebucht (eben WEGEN der sehr hohen Dividende), indem sie in neue Stammaktien getauscht werden. Das ist dann so, als würden JPS-Halter mit 25 Dollar (pro gehaltener JPS) an der KE teilnehmen.

Neue Stammaktien sind die, die mit der KE auf den Markt kommen werden und wieder regulär an der NYSE etc. gelistet sind. Sie dürften wieder die alten Tickersympobe FNM (für Fannie) und FRE (für Freddie) haben.

Die bisherigen Stammaktien werden höchstwahrscheinlich nach einem bestimmten Schlüssel in die neuen Stammaktien getauscht. Alternativ erhalten die Altaktionäre Bezugsrechte wie kürzlich bei der Tui-KE. Die (um den Faktor 5 verwässernde) Warrantsausübung würde, wenn sie überhaupt kommt, kurz vor der KE stattfinden. Die Warrantsausübung verwässert nur die Stammaktien, nicht die JPS.  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingNeuer Beitrag von Tim Howard

 
  
    #353
1
24.05.21 14:59

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingSupreme Court entscheidet über wichtigste Fälle

 
  
    #354
24.05.21 22:12
in der Regel zuletzt (Ende Juni).

https://www.washingtonpost.com/news/...es-cluster-at-the-end-of-june/

Why the big Supreme Court cases cluster at the end of June

As Supreme Court watchers know, the Court usually hands down the biggest cases of the Term during the end of June. Often, the blockbusters are handed down on the very last day. Although technically the Supreme Court Term ends later by statute, in practice that means the big decisions often come at the end of the Term....  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingInteressante Tweets zu den Warrants

 
  
    #355
1
02.06.21 12:31

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingAuszug aus neuem Bradford-Artikel bei S.A.

 
  
    #356
2
02.06.21 14:33
https://seekingalpha.com/article/...g-gse-restructuring-ipo-narrative

Zusammenfassung und Fazit

[Trumps Finanzminister] Mnuchin konnte den NWS aufgrund von Budgetbeschränkungen nicht so früh beenden, wie er es wollte. Er hat es schließlich doch geschafft. Dadurch verzögerte sich die Restrukturierung von Fannie und Freddie. Die Twins stehen nun vor einer Eigenkapitalrestrukturierung. Diese Restrukturierung wird entsprechend den Plänen des des Finanzministeriums durchgeführt. Dazu werden Kapitalerhöhungen bei Fannie Mae und Freddie Mac durchgeführt mit JPMorgan und Morgan Stanley als Konsortialbanken.

Die derzeitige Regierung hat beschlossen, nichts zu tun, bis der Oberste Gerichtshof sein Urteil in der Sache Collins gegen Yellen fällt. Ich erwarte weitgehend, dass das Gericht entscheiden wird, dass ein Bundesgericht den Net Worth Sweep aufheben kann, da dieser nicht zur Erhaltung und Schonung der Vermögenswerte durchgeführt wurde. [D.h. ...] ein untergeordnetes Gericht wird ... entscheiden, dass der Net Worth Sweep auf der Grundlage der anstehenden [Scotus-Entscheidung] illegal ist.

Ich erwarte, dass die Biden-Administration, jetzt, da sie kein Geld aus dem Net Worth Sweep erhält und immer noch Millionen von Dollar für dessen Verteidigung bezahlt, die Monetarisierung ihrer Aktienposition (A.L.: Warrants-Ausübung) später in diesem Jahr vorantreiben wird. Ich gehe davon aus, dass das Urteil des Supreme Court es ihnen politisch ermöglichen wird, die Liquidationspräferenz der vorrangigen Anleihen (A.L.: die SPS) abzuschreiben, was notwendig ist, um die Rechtsstreitigkeiten beizulegen, die dem Reinholen neuen Kapitals im Wege stehen, und um endlich den Net Worth Sweep zu beenden, der ebenfalls das Reinholen neuen Kapitals verhindert. Die anstehende Verwässerung durch die Warrantsausübung (der Regierung) und die anstehende Restrukturierung/KE ... machen die Stammaktien zu einer riskanten Wette, aber aus meiner Sicht sind die Vorzugsaktien [A.L: JPS] gutes Geld und das einzige, was ich selber halte.


Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

Summary and Conclusion

Mnuchin was unable to end the sweep as early as he wanted to due to budgetary constraints. He did eventually get around to it. This delayed the restructuring of Fannie and Freddie. They are now pending equity restructuring. This restructuring per the Treasury plan will be done to facilitate capital raises at Fannie Mae and Freddie Mac led by JPMorgan and Morgan Stanley, their underwriters.

The current administration has decided to do nothing until the Supreme Court comes out with its ruling on Collins v. Yellen. I largely expect the court to rule that a federal court can set aside the net worth sweep if it was not taken to preserve and conserve assets. This is basically the opposite of the net worth sweep so it is possible for a lower court to rule on summary judgment based on the government's own statements that the net worth sweep is illegal based on this pending interpretation.

I expect that the Biden administration, now that it is not getting cash money from the net worth sweep and is still paying millions of dollars to defend it, will move forward with monetizing its equity position later this year. I expect that the Supreme Court ruling will allow them to politically write down the liquidation preference of the senior preferred, which is necessary to settle the lawsuits that are in the way of attracting new capital as well as to finally end the economics of the net worth sweep which also prevents attracting new capital. The pending warrant dilution and restructuring dilution in conjunction with their earnings power and capital requirements makes the common shares a tough bet to make but from where I stand the preferred shares are money good and are the only thing I own.
 

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingTatsächlich hat Mnuchin mMn gekniffen,

 
  
    #357
2
02.06.21 14:48
weil er für die Preisgabe der "Regierungsbeute" (= Annullierung der SPS) keine Trophäe auf der Habenseite hätte vorweisen können, was seiner weiteren Karriere (politisch und als angehender Hedgefondsmanager) geschadet hätte.

Hätte Mnuchin die SPS annuliert, was per gemeinsamer Unterschrift mit Calabria jederzeit möglich gewesen wäre, dann hätte die Regierung auch die Warrants nicht mehr ausüben können, weil diese ja als eine Art zusätzlicher Sicherheitsleistung (zur Absicherung der SPS-Kredite) dienten. Sind die SPS erst einmal weg, ließe sich eine nachträgliche Warrantsausübung kaum noch rechtfertigen.*

Werte (bzw "Beute") preisgeben und dafür im Gegenzug nichts erhalten ist eine Strategie, die Ex-Goldmänner wie Mnuchin schon aus Prinzip ablehnen. ;-)


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* Solllte die Regierung die Warrants demnächst noch ausüben, womit KThomp, Bradford und ich rechnen, dann würde sich obige Hypothese als Volltreffer bewahrheiten.  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingInteressante Überlegungen zu den JPS

 
  
    #358
1
02.06.21 20:46
https://investorshub.advfn.com/boards/...sg.aspx?message_id=164162424

Zitat:

"If the value of JPS is via conversion to common why not buy common?"

Antwort:

Two reasons:

1) There might not be a conversion, and if there isn't I think it will be due to the commons not being worth converting to. I believe the commons have much more downside risk than the juniors.

2) If there is a conversion it will have to be at a premium to the market (and also a premium to par because I expect the juniors I own to mostly trade above par if divs are restored). In my estimation I will own far more common shares later by owning the juniors now, compared to selling my juniors now and buying commons with the proceeds.  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingWarum braucht Scotus so lange?

 
  
    #359
2
02.06.21 21:04
Hier die Antwort von "Rule of Law Guy" - ein sachkundiger Jurist, der zu FnF eine eigene Website betreibt, von der der folgende Text stammt:

M DeepL übersetzt (und zusätzlich von mir überarbeitet)

Während wir in die 24. Woche der Beratungen des SCOTUS seit der mündlichen Verhandlung in Collins eintreten, fragen sich viele: "Warum dauert das so lange?"

Die wahrscheinlichste Antwort ist, dass man in Collins abweichende Meinungen zu jedem der beiden separaten Ansprüche (APA und verfassungswidrige Struktur) erwarten kann... in der Tat könnten wir teilweise zustimmende, teilweise abweichende Meinungen zum Anspruch auf verfassungswidrige Struktur sehen... und diese abweichenden Meinungen benötigen zusätzliche Zeit, um geschrieben, von jedem Richter überprüft und wahrscheinlich von den Richtern der Mehrheit beantwortet zu werden.

Aber es ist noch etwas anderes im Spiel bei Collins, das den Fall von einem normalen SCOTUS-Fall mit einer abweichenden Meinung unterscheidet. Collins bietet Scotus-Oberrichter Roberts eine weitere Gelegenheit zum "Schutz der Institution".

Man mag sich daran erinnern, dass es CJ Roberts war, der (Berichten zufolge) seine Stimme im ACA-Fall im letzten Moment änderte, um die Verfassungsmäßigkeit des ACA als Steuer im Gegensatz zu einer Ausübung der Handelsklausel aufrechtzuerhalten. Etwas klarer ausgedrückt: CJ Roberts bewahrte SCOTUS davor, eine bedeutende Maßnahme des Kongresses und der Exekutive zu kippen, weil er Angst vor den politischen Auswirkungen hatte, die eine Ungültigerklärung des ACA nach sich ziehen könnte.

War die äußere Grenze der Handelsklausel so unklar, dass CJ Roberts das Gefühl hatte, er könne den ACA nicht ohne "faire Warnung" niederschlagen? Nein, CJ Roberts stimmte zu, dass die ACA-Mandatsbestimmung jenseits der Macht der Handelsklausel des Kongresses lag. Er vermied einfach jeden Entscheidungsfall, indem er das ACA-Mandat als eine Steuer unterstützte, wo weder der POTUS, der Kongress noch der Generalstaatsanwalt im Briefing das Mandat als eine Steuer unterstützten. Um es noch einmal vielleicht etwas klarer auszudrücken: CJ Roberts schützte die Institution davor, Hitze auf sich zu nehmen.

In der Collins-Klage wegen verfassungswidriger Struktur könnte man argumentieren, dass die Verfassungswidrigkeit der Abberufung des Direktors einer einzelnen Behörde nur aus wichtigem Grund mindestens so unklar ist wie die äußeren Grenzen der Commerce Clause während der Zeit, als der Net Worth Sweep dazu diente, die Exekutive mit weit über 100 Milliarden Dollar an Bargeld zu versorgen, die über das hinausgingen, was sie erhalten hätte, wenn die NWS nicht ausgeführt worden wäre. Dieser weltfremde Geldregen starrt CJ Roberts ins Gesicht, und als selbsternannter Beschützer der Institution könnte man erwarten, dass er sich doktrinär darum bemühen wird, die Situation zu vermeiden, in der SCOTUS dem POTUS [= dem US-Präsidenten, A.L.] sagt, er solle über 100 Milliarden Dollar ausspucken. Der einzige verfügbare dogmatische Ansatz, der den "red face test" besteht (und wenn, dann nur knapp), ist, dass man das HERA-Statut so interpretieren könnte, dass der amtierende Direktor nach Belieben absetzbar ist.

Wenn dies der Weg ist, den CJ Roberts einschlägt, dann wäre Collins ein weiteres Beispiel für den alten juristischen Aphorismus, dass schlechte Fakten (das Finanzministerium muss mehr als 100 Milliarden Dollar zahlen) zu schlechtem/r Recht[sprechung] führen (eine Entscheidung, dass der amtierende Direktor vom Präsidenten nach Belieben abgesetzt werden kann, was dem Präzedenzfall Weiner zuwiderläuft und einer vernünftigen Auslegung des Gesetzestextes widerspricht).

Man könnte also erwarten, dass CJ Roberts innerhalb diesen zeitaufwendigen SCOTUS-Beratungen einen Weg findet, die verfassungsrechtliche Doktrin zu unterstützen (die in Bezug auf die Struktur der Behörde erst mit dem Fall Seila Law klar wurde, der vom SCOTUS zur gleichen Zeit wie Collins aufgegriffen wurde), während er gleichzeitig vermeidet, dass der POTUS seiner geschwisterlichen Exekutive sagt, sie solle einen zehnstelligen Scheck ausstellen. Wenn der doktrinäre Weg, der oben in Bezug auf den amtierenden Direktor diskutiert wurde, zu schwach ist, dann wird CJ Roberts "all along the Watchtower" gehen müssen, um nach "some way outta here" zu suchen, um Bob Dylan zu zitieren.

J. Barret's Anwesenheit am Gericht kann sich als entscheidend erweisen, wenn sie den sechsten "konservativen" Richter darstellt, der während des ACA-Falls abwesend war.

Indem sie sich auf die Abhilfe konzentrierte, machte J. Barrett den anderen Richtern klar, indem sie Collins Anwalt auf ihre Frage antworten ließ, dass keine ungebührliche Anweisung der Judikative an die Exekutive, einen sehr großen Scheck auszustellen, erforderlich sein wird. Es handelt sich lediglich um eine Abschreibung der vorrangigen Vorzugsaktien des Finanzministeriums. Die anderen Richter könnten nicht verstanden haben, was dies zu der Zeit bedeutete, aber meiner Meinung nach kann dies das Thema sein, das Zeit benötigt, um zu sortieren, während wir Collins SCOTUS unter Beobachtung halten.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

https://investorshub.advfn.com/boards/...sg.aspx?message_id=164162504

As we enter the 24th week of SCOTUS deliberation since oral argument in Collins, many are wondering, “What’s taking so long?”

The most likely answer is that one can expect dissenting opinions in Collins on each of the two separate claims (APA and unconstitutional structure)…indeed, we may see concurring in part, dissenting in part opinions on the unconstitutional structure claim…and these dissenting opinions require additional time to be written, reviewed by each Justice, and likely responded to by the Justices in the majority.

But there is something else at play in Collins that distinguishes it from the normal SCOTUS case with a dissenting opinion. Collins presents Chief Justice Roberts with another “protect the institution” opportunity.

One may recall that it was CJ Roberts who (reportedly) changed his vote in the ACA case at the last moment to uphold ACA’s constitutionality as a tax as opposed to an exercise of Commerce Clause power. Put perhaps uncharitably, CJ Roberts protected SCOTUS from overturning a significant piece of Congressional and Executive branch action because he was fearful of the political repercussions that invalidating ACA might generate.

Was the outer limit of the Commerce Clause so hazy that CJ Roberts felt he could not strike down the ACA without “fair warning?” No, CJ Robert agreed that the ACA mandate provision was beyond Congressional Commerce Clause power. He simply avoided any decisional fallout by supporting the ACA mandate as a tax where neither POTUS, Congress nor the solicitor general in briefing supported the mandate as a tax. To put it again perhaps uncharitably, CJ Roberts was protecting the institution from taking on heat.

In the Collins unconstitutional structure claim, one might argue that the unconstitutionality of the single agency director removal only for cause is at least as hazy as the outer limits of the Commerce Clause during the period of time when the Net Worth Sweep served to provide the Executive branch with well over $100 billion of cash in excess of what it would have received if the NWS was not executed. This unworldly windfall is staring CJ Roberts in the face, and as a self-annoited protector of the institution, one might expect that he will strive doctrinally to avoid the situation where SCOTUS tells POTUS to cough up over $100 billion. The only doctrinal reed available that passes the “red face test” (and if so, just barely) is that one might interpret the HERA statute to have made the Acting Director removable at will.

If this is the way CJ Roberts goes, then Collins would be another instance of the old legal aphorism that bad facts (having to order Treasury to pay up over $100 billion) makes for bad law (a holding that the Acting Director was removable by POTUS at will, which flies in the face of the Weiner case precedent and defies a reasonable reading of the statutory language).

So, one might expect CJ Roberts to be engaged in a process within these time consuming SCOTUS deliberations to find a way to support constitutional doctrine (which only became clear with respect to agency structure with the Seila Law case, taken up by SCOTUS at the same time as Collins), while also avoiding having POTUS tell its sibling Executive branch to write a ten figure check.` If the doctrinal route, discussed above with respect to the Acting Director, is too weak, then CJ Roberts will need to go “all along the Watchtower” to look for “some way outta here”, to quote Bob Dylan.

J. Barrett provide that check-writing escape route in here question at oral argument, the last question posed. J. Barret’s presence on the Court may prove pivotal if she represents the sixth “conservative” Justice that was absent during the ACA case.

Focusing on remedy, J. Barrett made clear to the other Justices, by having Collins counsel respond to her question, that no unseemly directive from the judicial branch to the executive branch to write a very big check will be required. Just mostly a write down of Treasury’s senior preferred stock preference. The other Justices may or may not have understood what this might mean at the time, but in my view this may be the subject that is requiring time to sort out as we maintain our Collins SCOTUS watch.  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingNoch ein schönes Zitat

 
  
    #361
02.06.21 21:43
https://investorshub.advfn.com/boards/...sg.aspx?message_id=164162711

Zitat: "I still think you should hedge at least 10% of your junior with common so you will have two horses in the race going forward..."

Antwort:

I can see the juniors as being a hedge for a common position, like Ackman did. His exact words on that were "it hedges our risk of a restructuring that disproportionately benefits the preferred versus the common shares". I believe he is around 21% prefs at the moment, according to Pershing Square's most recent annual report.

(A.L: Bill Ackman hält außerdem 10 % der Stammaktien von Fannie Mae.)

I don't see how the commons can hedge a junior pref position, though. If the commons are worth anything at all in a post-SPS world then the juniors have to be worth at least par. Hedges are generally about protecting against downside risks, and a 100% junior/0% common position is as hedged as one can get in that respect in the GSE trade.  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingBloomberg zu den anstehenden Scotus-Urteilen

 
  
    #362
09.06.21 10:29
https://news.bloombergtax.com/daily-tax-report/...enda-in-final-weeks

Breyer’s Fate, Obamacare Top Supreme Court Agenda in Final Weeks

The Supreme Court heads into the home stretch of Justice Amy Coney Barrett’s first term with a list of big-money and culturally divisive cases still to be decided.

Between now and the end of June, the court is due to rule in 23 argued cases, including the latest Republican challenge to the Affordable Care Act and a multibillion-dollar suit against the federal government by Fannie Mae and Freddie Mac shareholders. The court is scheduled to issue the first of those remaining opinions on Monday and Thursday.

The conservative-leaning court will also flesh out the agenda for its next term, which starts in October and already includes a potentially watershed abortion case and the first major gun-rights clash in more than a decade. One case it could add aims to abolish race-based college admissions....

....Obamacare aside, no remaining case has as much potential financial impact as a multifaceted lawsuit by shareholders of Fannie Mae and Freddie Mac, the government-sponsored enterprises that buy and sell mortgages.

The suit challenges the 2012 agreements that let the U.S. government collect more than $300 billion in profits from Fannie and Freddie. The Justice Department is arguing that two provisions of federal law bar the suit from going forward. Should the court disagree, the suing investors would have a chance to collect a massive settlement.

A second line of argument could have an important spinoff effect. The investors say the Federal Housing Finance Agency, which helped craft the disputed agreements and oversees Fannie and Freddie, is unconstitutionally structured because the president has only limited power to fire the director.

Should a majority accept that argument, it might resolve the issue by giving Biden a freer hand to dismiss director Mark Calabria, an advocate for releasing the mortgage giants from government control....  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingIst die "konservative Ausrichtung" von SCOTUS,

 
  
    #363
09.06.21 10:37
die Bloomberg nennt ("conservative-leaning court...") ein Vorteil oder nicht?

Meine Einschätzung:

Mit Amy C. Barrett wurde eine konservative Mehrheit bei SCOTUS geschaffen. Diese könnte sich bzgl. des Prozessverlaufes in Sachen FnF insofern positiv auswirken, als der Net Worth Sweep (Abschöpfen sämtlicher FnF-Gewinne durch den Staat) 2012 von der Obama-Administration "verbrochen" wurde. Die Konservativen inkl. SCOTUS hätten daher jetzt die Chance, Obama und Co. nachträglich die Leviten zu lesen.

Allerdings ist die Gemengelage nicht ganz eindeutig, denn die Konservativen favorisieren/fördern zugleich die Privatbanken in USA, die mit FnF unter Roosevelt eine (aus konservativer Sicht) unliebsame "staatlich subventionierte" Konkurrenz erhalten hatten.

Daher rührt auch die feindselige Haltung von FHFA-Direktor Calabria. "Catfish", wie iHub-Poster ihn nennen, ist ein konservativer Großbanken-Büttel, der sich nach Kräften bemüht, die Twins durch völlig überzogene EK-Anforderungen und zig bürokratische Hürden klein und in "Gefangenschaft" zu halten und ständig von Abwicklung, Restrukturierung und "letztem Willen" faselt.

Wenn Calabria die Twins überhaupt (freiwillig) freilässt, dann nur mit solchen finanziellen Bürden (überhöhte EK-Anforderungen), Auflagen und Klötzen an den Beinen, dass sie aus Rentabilitätsgründen so hohe Gebühren/Hypozinsen fordern müssten, dass sie keine ernsthafte Konkurrenz mehr für die Privatbanken-Szene darstellen. Mission accomplished.

Calabrias Haltung zeigt die Zweideutigkeit der konservativen Interessenlage - und dass die Konservativen FnF eben auch am liebsten "weg haben" möchten.

Aber vielleicht haben die Aktionäre ja Glück, dass bei Amy C. Barrett am Ende ihre Bibelfrömmigkeit den Ausschlag gibt ;-)  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingReform ist "durch", es geht nur noch um Kapital

 
  
    #364
1
12.06.21 10:22
Zwangsverwalter Mark Calabria ist in der Tat nur ein nutzloser Bremser, für dessen Entlassung SCOTUS hoffentlich in den nächsten Wochen den Weg ebnet.

https://investorshub.advfn.com/boards/...sg.aspx?message_id=164347892

Former Trump Ax on GSEs Weighs In:
Reform is Done, It’s All About Capital

Fri June 11, 2021

The most important change necessary for Fannie Mae and Freddie Mac to exit conservatorship boils down to just one thing: capital, according to Craig Phillips, the former Treasury official responsible for housing-finance policy in the Trump administration.

“We have a bifurcated system with an insured product that’s guaranteed by Ginnie Mae and Fannie and Freddie address the conventional part of the market very effectively. So, I guess I’m kind of for the system the way it is,” Phillips said in an interview this week with Inside MBS & ABS.

“There are two providers — that creates competition. I wouldn’t be for just one government-sponsored enterprise because I think competition is healthy. They should be privately owned. A government guarantee should back the securities, and they should pay for that guarantee.”

All that remains, he argued, is for the GSEs to have enough capital to ensure they never fail again.

That, of course, is somewhat at odds with the views of Mark Calabria, the director of the Federal Housing Finance Agency, who believes the GSEs need additional reform before they can be safely released from conservatorship.

A.L.: Kein Wunder. Calabria ist als Libertärer feindselig gegenüber den seiner Ansicht nach "sozialistischen" GSE eingestellt und hat dementsprechend keinerlei wirkliches Interesse, FnF freizulassen. Er will FnF noch möglichst lange mit weiteren Reformen, Auflagen, bürokratischen Hürden, "Sicherheitsbedenken" und überhöhten Kapitalanforderungen in Zwangsverwaltung halten - zum Vorteil der Privatbanken, die währenddessen mehr vom Hypotheken-Kuchen erhalten. Daher kann eben auch - aus Calabrias Sicht - die Reform noch nicht beendet sein.

Was hingegen Craig Phillips im Artikel oben verlangt, ist im Grunde die Wiederherstellung des alten Status Quo vor 2008, verbessert nur durch eine dickere Eigenkapitaldecke.  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingLöschung

 
  
    #365
12.06.21 10:47

Moderation
Zeitpunkt: 12.06.21 10:49
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Moderation auf Wunsch des Verfassers

 

 

68394 Postings, 6254 Tage Anti Lemminghochinteressantes Posting bei iHub

 
  
    #366
13.06.21 19:08
von "Rule of law guy" über das weitere gerichtliche Vorgehen nach Scotus.

Collins Ps = Collins Plaintiffs = Collins-Kläger

https://investorshub.advfn.com/boards/...sg.aspx?message_id=164361532

Besonders interessant fand ich diese beiden Absätze (fett von mir):

--- After a SCOTUS APA claim win, the federal district court will receive a mandate from SCOTUS to reconsider the APA claim under the correct legal standard, and this should turn the tables on the government, and provide Collins Ps with an opportunity to show the government that what goes around comes around.

--- On this second round at federal district court, I expect a 180 degree turnaround, with Collins Ps filing a motion for summary judgment (“SJ”), arguing that, based upon the extensive discovery already conducted in the Fairholme Court of Federal Claims case and which is available to be used in the Collins case, and applying the correct legal standard that FHFA as conservator had a duty to rehabilitate the GSEs, Collins Ps will be entitled to judgment in its favor without the need for a full trial....

 

68394 Postings, 6254 Tage Anti Lemmingletzter Absatz daraus

 
  
    #367
13.06.21 19:33
Collins Ps’ motion for SJ can be prepared and filed with the federal district court soon after SCOTUS issues its mandate (which usually comes shortly after the opinion is issued), as there is no further discovery that Collins Ps need to do. The federal district court should be able to hold oral argument and decide the SJ motion in a matter of a few months (as opposed to holding the case for trial, which would surely take more than a year).

A.L.: Mit dem "Summary Judgment" (SJ) erfolgt die Entscheidung des Bezirksgericht in Texas innerhalb weniger Monate, während bei einem weiteren Prozess noch ein weiteres Jahr ins Land gehen könnte.

(Relevant wird dies ohnehin nur in dem Fall, dass die Collins-Kläger nur die APA-Klage gewinnen. Gewinnen sie vor Scotus auch die Verfassungsklage ("unconstitutional structure claim") - was ca. 35 % Chance hat - , dann hat Scotus bereits eine finale Entscheidung zugunsten der Kläger (und gegen den NWS) getroffen - und es ist überhaupt keine weitere Wartezeit mehr erforderlich.)  

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingKursziele hier:

 
  
    #369
14.06.21 00:12

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingFNMAT vor charttechnischem Ausbruch? (1)

 
  
    #370
2
18.06.21 18:17
 
Angehängte Grafik:
2021-06-....jpg (verkleinert auf 60%) vergrößern
2021-06-....jpg

68394 Postings, 6254 Tage Anti LemmingFNMAT vor charttechnischem Ausbruch? (2)

 
  
    #371
18.06.21 18:19
Nach SCOTUS könnte der Kurs auf zunächst 15 Dollar steigen.

 
Angehängte Grafik:
zujifg.png (verkleinert auf 72%) vergrößern
zujifg.png

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