Der Antizykliker-Thread
Die Arbeitslosigkeit ist ein Schlüsselfaktor für die gefühlte Krisenhaftigkeit einer Krise. Zur Zeit haben wir den Schweinegrippen-Effekt: Alles spricht davon, aber keiner weiß wo sie ist, bis auf uns Finanzexperten natürlich. Draußen im Lande wird viel über Kurzarbeit aufgefangen, die die Leute aber nur als vorübergehende Maßnahme begreifen. Das macht sie erträglich, auch finanziell. Zudem wird die Kurzarbeit zur Zeit eher runtergefahren, es ist also der Frühling spürbar. Siehe auch Einkaufsmanager Deutschland.
Was Quelle betrifft, so sind das Einzelschicksale, so brutal das klingt. Verursacht nicht durch die Finanzkrise, sondern durch die Stümperhaftigkeit eines Middelhoff und seiner Nachfolger. So begreifen es auch die Menschen, nicht umsonst gibt es keinen Rettungsschirm für Quelle und Forderungen der Gewerkschaften nach Staatshilfe klangen ja auch sehr rethorisch. Die Zahl 7000 ist übrigens gering gegenüber in ihrer Summe vielen weiteren Firmenschließungen im Lande, die durch Mißwirtschaft passierten. Hier in der Nähe muss man nur Bremer Vulkan und Olympia erwähnen.... Quelle hat schlicht den Internet-Zug verpasst und konnte sich - weil Kredite nicht mehr locker sitzen - nicht mehr über Wasser halten.
Der Mann auf der Straße zieht übrigens seinen Vorteil aus der Krise, was nebenbei bemerkt zum Wohlbefinden beiträgt. Als Beispiele seinen nur Abwrackprämie und Schnäppchenjagd bei Quelle genannt. Kann man eklig finden, muss man aber nicht.
Hier jetzt der aktuelle Arbeitsmarktbericht. Die Arbeitslosigkeit geht zur Zeit zurück! Dies stimmt mit meinem "Feel-the-Street"-Indikator ("Frag den kleinen Mann") überein.
Zitat aus: http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/...rt/monat/aktuell.pdf
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Anhaltende Herbstbelebung reduziert Arbeitslosigkeit
Die deutsche Wirtschaft hat sich weiter stabilisiert. Die Aufwärtsbewegung der konjunkturellen Frühindikatoren
– wie Auftragseingänge und ifo-Geschäftsklimaindex – setzte sich in den aktuellen Daten fort. Allerdings
wird das Produktionsniveau des vergangenen Jahres nach wie vor in erheblichem Maße unterschritten,
mit deutlichen negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt vor allem in der ersten Jahreshälfte.
Nach den aktuellen Arbeitsmarktdaten hat sich die Entwicklung tendenziell beruhigt. So nahmen nach den
vorliegenden saisonbereinigten Daten Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
zuletzt nicht mehr ab. Die Arbeitslosigkeit ist in den letzten vier Monaten saisonbereinigt sogar gesunken.
Auch wenn man den Sondereffekt infolge der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente in
Rechnung stellt, war die Entwicklung deutlich günstiger als im ersten Halbjahr und wesentlich besser als
angesichts des massiven Einbruchs der Produktion erwartet wurde. Nach wie vor stabilisiert die Inanspruchnahme von Kurzarbeit in erheblichem Umfang den Arbeitsmarkt.
Moderation
Zeitpunkt: 03.11.09 07:18
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Löschung auf Wunsch des Verfassers
Zeitpunkt: 03.11.09 07:18
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Forentroll und Netiquette
Charttechnisch stehen als nächstes die unteren Trendbegrenzungen auf der Agenda, siehe mein gestriges "Idee"-Posting.
Sentimenttechnisch wurden/werden die zittrigen Bullen rausgeschüttelt. Die Bärenhöhle füllt sich auch langsam, so sind bereits die ersten von ALs "verlorenen Schäfchen" wieder eingetrudelt. Die Postings verraten eine erwartungsfrohe, gelöste Stimmung, allerdings noch keine Euphorie. Insofern weiter rotes Licht.
Die Sindeliner warten noch mit dem Einstieg. Dieses Phänomen - Kauflimits werden bei Erreichen gestrichen - war wegen des Heftigkeit der Korektur zu erwarten. Das will aber nichts heißen, die Sindelier werden mit Macht wieder reinkommen, sobald die Kurse wie im Sommer ihre Unterstützungen erfolgreich getestet haben.
Fazit: Korrektur geht weiter, nichts Neues. Spannend wird es erst am unteren Uptrend. Ich hoffe nur, dass es nicht zu schnell runtergeht, weil das naturgemäß zu Verwerfungen führt, die schwierig zu traden sind.
Die FAZ schreibt dazu: ,,Denn eine Kombination zwischen Abwertungserwartungen und tiefen Zinsen hatte dazu geführt, dass der Dollar in den vergangenen Monaten zur globalen Refinanzierungswährung geworden war. Alle Welt hatte sich in Dollar verschuldet, um sich risikoreiche Aktien-, Renten- und Rohstoffpositionen ins Depot zu legen. Das führte dazu, dass viele Energie- und Rohstoffkontrakte immer teurer wurden, dass die Renditeaufschläge von Unternehmens- und Schwellenländeranleihen im Rekordtempo von extrem großen auf extrem keine Niveaus fielen und dass die Aktienmärkte in den Schwellenländern förmlich „durch die Decke“ gingen. ( http://www.faz.net/s/...09A8F655437DA499C1~ATpl~Ecommon~Scontent.html )
Der Dollar würde dann durch die Decke gehen und viel stärker als vorher sein. Ich erwarte nun so eine Reaktion in der nächsten Woche, da diejenigen die es versäumt hatten beim ersten Abschwung zu verkaufen, jetzt den Zeitpunkt nutzen. Neben Anleihen würden aber auch US-Aktien durch die Decke gehen können. Denn das viele Geld sucht Anlagemöglichkeiten in Dollar.
Gruß Marlboromann
Fakt ist wohl, dass der Markt bis Oktober sehr weit vorgelaufen war und einer Konsolidierung bedurfte. Der SI hebt hervor, dass diese auf zwei Wegen geschehen kann: Entweder schnell tief runter und dann schnell weit wieder rauf. Oder wenig runter, wenig rauf, aber dafür länger hin und her, dh Seitwärtsmarkt.
Dies wäre auch mein bevorzugtes Szenario, analog zu 2004. Der Seitwärtsmarkt damals dauerte ca. 8 Monate. In einem solchen Seitwärtsmarkt mit langen Wellen (jeweils ca. 1 Monat) ließe sich geordnet und mit wenig Fehlsignalen gut traden wenn man flexibel bleibt. Auch die Antizykliker hätten gute Karten, zumindest wenn sie sich wieder schnell von ihrer Posi trennen können, sobald der Markt dreht.
Doch die Börse ist kein Wunschkonzert, erstmal muss die Unterstützung 5000-5200 im Dax halten. Der SI hat wohl keinen Zweifel daran.
Doch eine Schwalbe macht noch keinen Sommer: Die maßgeblichen Widerstände wurden noch nicht zurückerobert und z.B. beim SPX sieht man gerade mal einen Kissback an den Uptrend. Die heutige Bewegung kann daher zunächst nur als Korrektur der Korrektur bewertet werden. Erst einige weitere Uptage wären bullish zu werten.
Das Sentiment in QV-Thread ist ME eher noch zur Upseite hin. Interessant ist, dass heute schlechte Zahlen hochgekauft wurden, mit dem Argument "Schlechte Zahlen = Gute Zahlen", weil die FED somit die Zinsen nicht erhöhen wird. Nun, das ist natürlich Mumpitz, weil die FED die Zinsen eh nicht erhöht hätte. Das Überraschungspotenzial liegt damit eher auf der Downseite, denn senken wird die FED keinesfalls ;-) Vermutlich wird die FED-Entscheidung damit ab 20 Uhr abverkauft werden.
Auch der BT-Indikator ist noch (!) bearisch. Hier ergibt sich gegenüber gestern keine Veränderung. Den AA-Bull/Bear-Indiaktor erwarte ich morgen mit Spannung, der ist natürlich noch aussagekräftiger, ebenso Sentix am Sonntag. Nichtsdestotrotz ist das Hochkaufen schlechter News ein erstes Warnsignal an die Bären.
"If the S&P 500 was negative over the month prior to the testimony, then the month following the meeting it was up 8 out of 10 times with an average return of a respectable +2.3%, though the risk/reward over the next month was about evenly distributed (-3.8% to +3.9%).
However, if the S&P was positive heading into the meeting, then the following month also showed a positive return only 13% of the time (2 out of 15 instances) and an average return of -2.8%. The risk/reward was extremely skewed to the downside (-5.9% to +1.6%). The last 12 occurrences, dating back to 1998, were all negative.
"
http://sentimentrader.blogspot.com/
- SPX Downtrend von 2007 rückt wieder näher, also noch ein Widerstand nach oben
- Korrekturtrends nach unten in DAX und DJI noch intakt
Die Stimmung sehe ich z.Z. sehr wackelig. Weder Bären noch Bullen sind euphorisch bzw. niedergeschlagen.
Ich sehe das auch bei mir: Heute morgen habe ich meinen DAX-Short vom 15.9. geschmissen und bin long auf den MDAX, weil ich die Säge wieder sägen sah, heute Abend nach Lektüre der einschlägigen Ariva-Threads und Überprüfung der Chartbilder wieder Short auf den DAX. Ich kann ganz gefahrlos schreiben, was ich trade, weil es eh keinen interessiert.
M.E. bleibt fundamental weiterhin egal, was zählt, sind Stimmung und Charttechnik.
aber wie gesagt: ich persönlich rechne der neg. variante größere chancen zu
Außerdem streust Du evtl. verfrüht Asche auf Dein Haupt. Denn das Kissback-Szenario (s.u.) ist doch noch voll intakt, s.u.
für die Bären spricht derzeit auch, dass der Anstieg nach einer 3 teiligen Korrektur aussieht, UND in einem bearish wedge Muster läuft. Bei 1073 im SPX ist der Ofen aber aus und wir stehen vor neuen highs