Der Antizykliker-Thread
Idealerweise(Wunschdenken) sehen wir noch ein drittes Gap (ExhaustingGap) nach unten bevor die Erholung einsetzt womit gleichzeitig auch das unter Gap bei 77/79 geschlossen wird.
Im Dailly verläuft auch bei ca.879 das mittlere BB.
Ziel für eine mögliche Erholung ist 900-905 hier mal schauen bevor es zur 50erGD im Daily nach unten gehen könnte.
Follow up:
Es ist schon ein Witz, dass Medien und Politik seit einigen Wochen im Chor die nahe Wende predigen. Davon war vor acht Wochen noch nichts zu hören. Aber parallel zu den steigenden Kursen wurden die Aussagen immer positiver ... nur - worauf basieren sie? Wo kann man Fakten finden die belegen, dass es wirklich so kommen wird, sprich wir jetzt eine Stabilisierung und gegen Jahresende sogar wieder Wachstum sehen?
Es gibt Frühindikatoren, die durchaus imstande sind, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Dazu gehören die Einschätzungen der Einkaufsmanager der Unternehmen, die in der Kette der Produktion ja ganz vorne stehen. Baugenehmigungen und Auftragseingänge sind ebenfalls geeignet, eine vorsichtige Prognose zumindest für ein paar Monate nach vorne zu wagen. Nicht allerdings darüber hinaus. Heute vorhersagen zu wollen, wie sich die weltweite Konjunktur am Jahresende darstellt, ist unrealistisch.
Das gefährliche an dieser Sache ist, dass die meisten, die nun die Kurse steigen sehen, diese Sprüche einfach glauben und eben nicht kritisch hinterfragen! Klar, Hoffnung macht fröhlich und wird immer gerne angenommen. Aber sie pflegt in Verzweiflung umzuschlagen, wenn sie nicht erfüllt wird. Vor allem, wenn das Gegenteil passiert.
Und auf einmal sollen die Vorhersagen stimmen?
Wenn Sie einen Beweis dafür wollen, dass derartige Vorhersagen über den Zeitpunkt der Wende zum Guten oder Schlechten nichts taugen, können Sie sämtliche Konjunkturprognosen der großen Regierungen der letzten Jahrzehnte durchgehen, sie mit dem, was dann tatsächlich geschah vergleichen und lächelnd betrachten, wie diese Vorhersagen dann immer wieder Stück um Stück an die Realität angepasst wurden. Sie können aber auch nur in die unmittelbare Vergangenheit zurückdenken. Noch vor einem Jahr wurde das Risiko einer Rezession hier wie in den USA von eben diesen Auguren aus Wirtschaft und Politik als gering bis moderat eingestuft ... und das, obwohl sie längst begonnen hatte (was sich aber erst „offiziell“ herausstellte, als die US-Daten zum Bruttoinlandsprodukt Monate später „korrigiert“ wurden)!
Die frohe Kunde der nahen Wende bekommt einen lächerlichen Anstrich, wenn wir uns überlegen, welche Argumente dafür momentan aus dem Hut gezaubert werden. Besonders gerne wird momentan der Anstieg des Verbrauchervertrauens in den USA, Großbritannien und hierzulande herumgereicht. „Schaut, es wird wieder konsumiert ... alles wird gut“. Ach herrje! Man muss schon ein rechter Depp sein, um mit solchen Sprüchen daherzukommen, ohne rot zu werden. Zwischen dem Verbrauchervertrauen als reine Stimmungsaussage und einem anspringen Konsum liegen Welten. Es ist ein erheblicher Schritt von der in den steigenden Vertrauensdaten ausgedrückten Hoffnung/Erwartung einer Verbesserung (vor allem, wenn sie so sehr geschürt wird) hin zu einem Anspringen des Konsums als Rückgrat der Konjunktur. Es ist nicht überraschend, dass die steigenden Börsen einerseits und der Dauerregen des Wendegewäschs in den Medien seine Wirkung zeigt. Aber davon mal abgesehen, dass diese Verbrauchervertrauens-Daten immer noch ausdrücken, dass die Mehrheit eine Verschlechterung erwartet, zeigen keine Daten an, dass der Konsum wirklich anspringt. Weder die Frachtraten, noch die Nettoneuverschuldung, noch die Einzelhandelsumsätze. Letztere kamen vorhin für den April in den USA auf den Tisch. Vorher faselten Analysten noch davon, dass bereits diese Zahlen belegen würden, dass das Schlimmste vorbei sei, denn im Einzelhandel wäre es im April gut gelaufen. Nun ... ein Minus von 0,5% (ohne Kfz) ist nicht so ganz der Beleg dafür. Erwartet wurde übrigens ein Wert zwischen 0,0 und +0,2% in dieser Kernrate.
Ich will nun gar nicht auf diejenigen eingehen, die die Wende im September sehen, weil die Börsen im März ihre vorläufigen Tiefs gesehen hatten. „Die Börse nimmt die Konjunkturentwicklung ein halbes Jahr vorweg“ ist einer der dümmsten und falschesten Faustregeln, die es geben kann. Das kann man Stück um Stück sauber begründen und auseinander dividieren, aber das soll heute nicht das Thema sein. Vielleicht nur als Denkanstoß: Wir hatten während dieser Rezession auch markante Tiefs im März 2008 und November 2008. Da muss sich die Börse beim Vorwegnehmen irgendwie vertan haben. Diesmal aber nicht? Soso. Und warum? Und warum hat die Börse die Rezession nicht vorweggenommen sondern noch ihre Hochs erst markiert, als diese schon begonnen hatte und die Hinweise hierfür in haushohen Lettern überall sichtbar waren?
„Langsamer bergab“ heißt nicht „bergauf“!
Was mir besonders sauer aufstößt, ist das Beugen der Daten und die bewusst irreführende Wahl der Formulierungen. „Hellt sich auf“ und „dreht nach oben“ suggeriert denen, die nicht über Charts der entsprechenden Daten verfügen (also der Mehrheit), dass hier wieder Wachstum entsteht, sich die Lage verbessert. Das ist falsch. Die meisten Daten, die wir momentan bekommen, zeigen eine Verringerung der „Fallgeschwindigkeit“. Aber das mit einer Verbesserung der Lage gleichzusetzen ist, als würde man einen Waldbrand als unter Kontrolle bezeichnen, weil er zwar immer größer wird, sich aber langsamer ausbreitet als vorher. Das ist einfach nur Blödsinn. Aber der ohnehin nach Hoffnung gierende Bürger bekommt ein „langsamer bergab“ verbal als „bergauf“ verkauft.
Der heute veröffentlichte, quartalsweise ifo-Index für den Euroraum (nicht der monatliche für Deutschland, der kommt erst noch) weist für das zweite Quartal eine „Aufhellung“ auf, lese ich in den Schlagzeilen. Au weia. Dieser Index besteht aus zwei Komponenten, der Einschätzung der aktuellen Lage und einer Zukunftserwartung, die erfragt, ob die Unternehmen die Lage in sechs Monaten besser oder schlechter als momentan sehen. Die Zahl für die aktuelle Lage ist weiter scharf eingebrochen. Der Stand ist nun bei 30 Punkten auf einem historischen Tief. Vor einem Jahr lag diese Komponente noch 100. Dafür ist die Erwartungskomponente deutlich gestiegen. Aber: „Gestiegen“ heißt auch hier nicht, dass die Unternehmen eine Verbesserung erwarten. Der Wert von 76 entspricht nur der Erwartung (= Hoffnung auf) einer Stabilisierung. Zumal: Auch zusammen genommen ist dieser europäische Index damit zwar erstmals seit dem 3. Quartal 2007 wieder einen Tick nach oben gelaufen. Der absolute Wert liegt aber immer noch auf tiefem Rezessionsniveau. Was also soll an diesen Daten „bullish“ sein!
Bislang kann ich für meinen Teil keinerlei brauchbare Indizien dafür erkennen, dass eine Stabilisierung vor der Tür stünde oder gar schon begonnen hätte. Ich hatte hierzu schon an mehreren Stellen unterstrichen, dass die „normalen“ Mechanismen eines wirtschaftlichen Abstiegs momentan erst wenig bekämpft werden. Der Teil der Billionen weltweit, die direkt in die Konjunktur flossen und nicht den Finanzmarkt vor dem Zusammenbruch bewahrten, ist zu klein, um als Bungee-Seil für die Weltwirtschaft zu fungieren.
Eine vorsichtige Prognose für die kommenden Monate anhand vorgenannter Indikatoren, vereint mit dem, was wir an aktuellen Daten für April bereits haben, lässt mich erwarten, dass das Tempo des Abstiegs zwar abnehmen dürfte, aber der Abstieg selbst in diesem Jahr nicht zu Ende gehen wird. Ich lag in den letzten Jahren mit meinen Erwartungen hinsichtlich der Konjunktur nicht allzu sehr daneben. Trotzdem kann diese Erwartung natürlich fehlgehen, wenn sich die Lage unvorhersehbar verändert. Ich weiß das. Diejenigen, die nun die nahe Wende in die Köpfe der Menschen pflanzen, offenbar nicht ... oder? Man muss sich fragen, ob diejenigen, die nun die Realität so beugen, dass sie sonniger aussieht, nur einfach keine Ahnung haben ... oder ob dahinter Kalkül steckt.
Absichtliches Schüren der Hoffnung?
Ich befürchte, dass hier in der Tat Berechnung eine entscheidende Rolle spielt ... von den immer wieder haarigen Problemen, die wir mit Unbekümmertheit, Rücksichtslosigkeit oder schlichter Dummheit bei Menschen in entscheidenden Positionen haben abgesehen, kommt damit ein weiterer Risikofaktor hinzu. Nämlich, dass dieses Kalkül in die Hose geht.
Die Börse steigt, weil die Stimmung sich verbessert. Und die Stimmung verbessert sich, weil die Börse steigt. Ein scheinbares perpetuum mobile, das aber leider frei in der Luft schwebt. Daher fürchte ich, dass all diese auf einmal Hoffnung weckenden Aussagen dazu dienen sollen, den Menschen die Angst zu nehmen und sie dadurch dazu zu bringen, den Fuß von der Ausgabenbremse zu nehmen und wieder zu konsumieren. Auf diese Weise wäre es möglich, das Problem der Konjunkturwende zu lösen ... denn wenn wieder der Blick auf den Zweitwagen, das Häuschen im Grünen und die Kreuzfahrt in der Karibik anstatt auf die Kontoauszüge gerichtet wird ... wenn wieder Kredite aufgenommen werden anstatt sich schnell zu entschulden ... dann bräuchte man gar keine weiteren drei- bis vierstelligen Milliarden mehr, um den Wirtschaftsmotor wieder effektiv ins Laufen zu bekommen!
Die Wirtschaft würde tatsächlich von alleine wieder in Laufen kommen, denn noch ist die Zahl der Arbeitslosen nicht so hoch, dass der verbleibende Rest nicht durch den „Prä-Wende“-Konsum (jetzt noch schnell den Zweitwagen kaufen, bevor die Inflation kommt, haha) wieder Wachstum erzeugen könnte, ohne dass man den Umweg über öffentliche Aufträge und Beschäftigungsprogramme gehen müsste, um die Leute wieder in Arbeit und danach wieder in die Läden zu bekommen.
Das kann rein theoretisch klappen ... wenn die Leute in ausreichender Zahl die Mär von der unabdingbar um die Ecke lauernden Wende glauben und entsprechend alle Vorsicht fahren lassen, die sie angesichts dieses extrem starken und schnellen wirtschaftlichen Einbruchs und mit der Erinnerung des Beinahe-Zusammenbruchs des Finanzsystems im Spätsommer 2008 vernünftigerweise walten ließen. Neue Kredite aufnehmen statt sparen ... Konsum statt Zurückhaltung ... überzeugt von Beweisen, die keine sind. Hm.
Sicher, was wir in den vergangenen Jahren erlebt haben unterstreicht, dass die Menschheit insgesamt zu unglaublichen Dummheiten fähig ist. Aber Angst macht wach. Und dass an der Börse die Kurse steigen, weil die Mehrheit der Anleger an das Märchen der nahen Wende glaubt, ist einfach nicht der Fall, das hatte ich am letzten Wochenende in meinem Börsenbrief zu erklären versucht. Ich bezweifle sehr, dass der Versuch, Angst in Hoffnung zu verwandeln und so zu erreichen, dass sich die Konjunktur am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht, funktioniert. Bislang gibt es zumindest seitens der Daten keine Hinweise darauf. Aber:
Wenn diejenigen, die an diese Mär glauben, erkennen müssen, dass man sie schlicht veräppelt hat, geht der Schuss nach hinten los. Wenn die Menschen in wenigen Monaten, wenn sich die Konjunktur eben nicht stabilisiert hat, schon wieder bewiesen bekommen, dass Sie genasführt wurden, möchte ich an den Börsen nicht Long sein. Dort sieht das Kursbild schon jetzt kritisch genug aus, dass ich in meinen Depots am Dienstagmorgen die allerletzten Calls über Bord geworfen habe. Und falls die Börsen, ob Rohstoffe oder Aktien, nun (was ich erwarte) in eine größere Korrektur einschwenken, kann schnell ein neuer, großer Baisseimpuls daraus werden ... denn dann läuft das perpetuum mobile der Stimmung ebenso leichtfüßig abwärts, wie es in den vergangenen Wochen die Stimmung hob. Daher: Obacht und Bullenhörner in die Mottenkiste packen!
Mit den besten Grüßen
Ihr Ronald Gehrt
(www.system22.de)
Interessanterweise hatte sich im Vorfeld ein "Bullencluster" gebildet, auf das leider viele Bären reingefallen sind und sie zum zu frühen Shorten gebracht hat. Sentimentdaten sind nämlich niemals exakt treffsicher, sondern machen nur eine Aussage über das Risiko. Bekanntlich ist keine Bullenquote zu hoch, um nicht noch höher zu steigen.
Ein "Bullencluster" ist in einer Hausse unschädlich für den Uptrend, vgl. bis Mitte 2007. Bullish ist da der Normalzustand, insofern sind nur hohe Bärenquoten aussagekräftig für Tiefs. In einer Baisse trifft die Aussage für Tiefs zwar auch zu, aber nicht für hohe Bullenquoten: Die zeigen dann nämlich Hochs an.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Korrektrur steht an und läuft bereits. Die Stärke der Korrektur wird richtungsentscheidend sein: Drehen wir VOR den letzten Tiefs wieder nach oben ist die Baisse vorbei, tuen wir es nicht geht sie weiter.
Auch wenn es logisch erscheint, dass es weiter runtergeht: Ausgemacht ist da noch nichts. Denn man sollte die Power der Assetinflation nicht unterschätzen. Ich persönlich weiß nicht, welche Kraft siegen wird: Diese Inflation oder die Rezession. Also warten wir es ab und bleiben unvoreingenommen. Nur so läßt sich durch Mitnahme aller Wellen Geld verdienen.
Der Bufu hat heute endlich die Unterstützung bei 121,50 durchschlagen und nähert sich der 120,50-Unterstützung. Diese dürfte jedoch nicht halten, dafür sind zuviele Leute auf dem falschen Fuss erwischt worden. Ziel 118 lt. AnimusX.
Short seit Anfang April, weiter short. Es war knapp, das HS war kurz davor, auf long zu drehen. Aber Ende gut, alles gut ;-) !
sieht schlecht aus, Bund wieder über 121,5, heute bis 122, lt. DBK erstmal Ziel 123 dann erst wieder 120!!
Anbei ein Ausschnitt aus dem aktuellen Comment von Klaus Singer "Green Shots"
Singer hält aufgrund der Timepatternanalysis-Indikatoren eine tiefergehende Korrektur an den Börsen für recht wahrscheinlich, Targets im SPX von 800 Punkten bzw. Dow 7500 / DAX 4200 Punkte werden als mögliche Ziele der korrigierenden Abwärtsbewegung genannt. Der 875er-Marke im SPX gesteht Singer ebenfalls eine gewichtige Rolle zu (P.S.: Ich sehe das übrigens recht ähnlich, denn noch ist es eine nicht zur Gänze ausgemachte Sache, ob wir hier momentan nur eine Bärenfalle sehen oder ob den Bullen der Treibstoff nun wirklich ausgeht).
Seine Gründe hierfür:
Wegen der aufgelaufenen hohen Aktienkursgewinne bleibt die Neigung zu Gewinnmitnahmen hoch. Da reichen auch "Nicht-Ereignisse" als Anlass. Die von mir verfolgten Marktindikatoren beginnen jedenfalls, Risse in der bullischen Fassade zu zeigen. Die Volumenverteilung pendelt instabil zwischen Akkumulation und Distribution hin und her: Ist die Seitenlinie nicht aufnahmewillig, wird Kurspflege betrieben. Aber beliebig lange lässt sich das so nicht fortsetzen und ist ein weiterer Beleg dafür, dass der Markt heiß gelaufen ist.
Im S&P 500, im Dow, ähnlich auch in anderen großen Aktienindices zeigen die Kursverläufe einen bullischen Fehlausbruch Anfang Mai, der "regelgerecht" korrigiert wurde. Aktuell besteht die Möglichkeit einer Bärenfalle - Ausdruck der enormen Schubkraft, die die Bullen bis zuletzt an den Tag gelegt haben. Der Treibstoff ist ihnen noch nicht ausgegangen - denkbar, dass jetzt versucht wird, in einer "running consolidation" ein Fundament für einen neuerlichen Ausbruch zulegen. Dabei kommt der Marke von 875 im S&P 500 entscheidende Bedeutung zu.
Hierzu muss allerdings die Seitenlinie mitspielen und ob das geschieht, muss sich anhand der Entwicklung der Marktbreite in Gestalt des TRIN erst noch zeigen. Ein wichtiges weiteres Indiz ist der VIX. Der Angstindex ist mit dem "Einzelhandels-Sell-off" punktgenau an die mehrfach wichtige Marke von 33,50 gestiegen und versucht, sich aktuell wieder nach unten abzusetzen. Gelingt das, wäre das bullisch zu werten. Insgesamt zeigt der VIX keine Anzeichen überschäumender Gier, was ein starkes Zeichen für ein Ende der Bullphase wäre.
Die zyklischen Prognosemodelle der TimePatternAnalysis zeigen für Aktien eine Korrektur an, deren Potenzial im NDX bis etwa 1250, im Dow bis herunter zu 7500, im S&P 500 bis 800 und im DAX bis 4200 reicht. Zuletzt waren zyklische Bewegungen jedoch von linearen Strukturen überrannt worden, wie die fraktale Diagnose zeigt. Diese Situation ist noch gültig, wenn auch mit abnehmender Tendenz. Die nächsten Tage müssen zeigen, ob der Markt tatsächlich schnell zu "normalem" zyklischen Verhalten zurückfindet und damit die anstehende zyklische Korrekturbewegung jetzt unmittelbar aktiviert wird. Die Chancen hierfür würde ich gegenwärtig bei 66 zu 33 Prozent ansiedeln.
TBonds waren zuletzt, passend zur Aufwärtsbewegung bei Aktienkursen, ausverkauft worden. In den vergangenen Tagen deutet sich eine Stabilisierung an. Nach der relativen Bewertung Aktien zu Treasuries sind Aktien zwar jetzt nicht mehr im Vorteil, aber für eine nachhaltige Rallye bei TBonds spricht gegenwärtig wenig. Die Fed setzt ihre Ankündigung um, TBonds zu kaufen. Scheint so, als sei momentan die Marke von 120 beim TBond-Future der "Interventions-Pegel" - entsprechend 4,3 Prozent bei den 30-jährigen und 3,3 Prozent bei den 10-jährigen Treasuries,
Brad Setser wies jüngst übrigens darauf hin, dass China sich zwar besorgt zeigt über die stark Dollar-lastige Zusammensetzung der eigenen Währungsreserven, aber nach wie vor als bedeutender Käufer von amerikanischen Treasuries auftritt. Dollar-Stütze?
Damit bleiben die langfristigen US-Zinsen erhöht, was einerseits einer konjunkturellen Erholung nicht förderlich ist, andererseits aber auch zeigt, dass Inflationserwartungen weiter "schlummern". Ein ausgeprägt deflationäres Szenario spielen die Finanzmärkte gegenwärtig jedenfalls nicht - aber eben auch kein ausgeprägt inflationäres.
Das Thema Inflation erhält heute neue Nahrung, wenn um 14:30 unserer Zeit die April-Daten zum CPI veröffentlicht werden. Erwartet wird ein Verbraucherpreisanstieg um 0,0 Prozent (März: Minus 0,1 Prozent), die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) mit einem Plus von 0,1 Prozent (März: Plus 0,2 Prozent). Wenn der CPI, insbesondere seine Kernrate, nur sehr geringe (keine) Preissteigerungstendenz zeigt, wäre das (insbesondere in Verbindung mit dem PPI) kein "Green Shot".
Komplett einsehbar unter
http://www.timepatternanalysis.de/
=> Texte
Investoren verlässt der Mut
Nun hat auch die spekulativ operierenden Investoren der Mut verlassen. Verunsichert insbesondere durch einige enttäuschende US-Konjunkturzahlen sicherten sie in der nun abgelaufenen Handelswoche an den internationalen Aktienmärkten lieber Gewinne ab. Die Rendite, die sie mit ihren Investments erzielten, ist dabei sehr beachtlich. Der Dax beispielsweise notierte zu Wochenbeginn noch rund 33 % höher als am 9. März, als er bei 3 589 Punkten auf den tiefsten Stand seit Dezember 2003 gerutscht war. Der Stoxx 50 gewann innerhalb der vergangenen Wochen rund 31 %, der US-Leitindex S & P 500 zog zugleich 27 % an. Diese rasante Kursrally wurde von der Hoffnung auf eine Stabilisierung der Weltwirtschaft getragen, nachdem einige stark beachtete Frühindikatoren wie der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Vereinigten Staaten und der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland eine Trendwende angedeutet hatten. Nun verschaffen sich aber zunehmend die mahnenden Stimmen Gehör, die auf die weiterhin vielfach enttäuschenden Realdaten verweisen und die Erholung an den Börsen als übertrieben einstufen. Auf neue positive Impulse warteten Marktteilnehmer in der nun abgelaufenen Woche jedenfalls vergeblich. In diesem Umfeld wirkte sich die Veröffentlichung der enttäuschenden Umsatzentwicklung im US-Einzelhandel zur Wochenmitte besonders negativ aus. Und so verlor etwa der Dax innerhalb von fünf Tagen 3,6 % auf 4 738 Zähler.
Große Barrieren
Es ist zu befürchten, dass dies nur der Auftakt zu der bereits seit längerem erwarteten Konsolidierung an den Börsen gewesen ist. Dafür spricht, dass schon allein die Markttechnik den Indizes große Barrieren in den Weg gerückt hat. Fundamental betrachtet besteht weiterhin enorme Unsicherheit über die weitere konjunkturelle Entwicklung. So fielen außer den US-Einzelhandelsdaten zuletzt auch die Statistiken zur Industrieproduktion in Europa und zur Exporttätigkeit der chinesischen Unternehmen unerwartet schwach aus. Der Beleg dafür, dass die Frühindikatoren tatsächlich eine Wende im konjunkturellen Zyklus signalisieren, steht weiterhin aus. Zusätzlich ist an den Märkten das Enttäuschungspotenzial gewachsen, weil die Erwartungshaltung zumindest bei einigen eher kurzfristig ausgerichteten Investorengruppen durch die positive Entwicklung der Frühindikatoren deutlich gestiegen ist; langfristig operierende Investoren waren dem Markt bislang ohnehin ferngeblieben. So besteht in der nun anlaufenden neuen Handelswoche das Risiko, dass die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone, die am Donnerstag veröffentlicht werden, die Prognosen verfehlen und dadurch neue Zweifel daran streuen, dass sich die Wirtschaft zum Jahresende stabilisiert. Dies würde nicht zuletzt die spürbar gesunkene Volatilität an den Aktienmärkten aufs Neue antreiben. Sehr sorgsam werden Marktteilnehmer zudem am Dienstag aktuelle Daten vom US-Häusermarkt sowie am Mittwoch das Protokoll der jüngsten Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses studieren. Zudem stehen der ZEW-Index für Deutschland und der Philly Fed Index zur Veröffentlichung an.
Trübe Aussichten
Die Risikoaversion würde auch dann wieder steigen, wenn Unternehmen verstärkt negative Signale senden. Dies ist durchaus wahrscheinlich, weil sie - zumindest in näherer Zukunft - weiterhin mit Problemen zu kämpfen haben. So bleibt die Nachfrage nach vielen Produkten und Dienstleistungen mau. Dies drückt auf die Margen und führt dazu, dass viele Manager weiterhin lieber auf einen konkreten Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr verzichten. Zudem bleiben die Finanzierungsbedingungen schwierig. Nachdem durch die Kursrally seit März auch in einigen Sektoren die Bewertungen stark gestiegen sind, deutet zusammengenommen einiges darauf hin, dass die Pessimisten nun Oberhand gewinnen. Für den Dax gelten bei einer Korrektur 4 000 Punkte als Zielmarke. Spannend wird dann gegebenenfalls zu beobachten sein, ob der Markt auf diesem Niveau beim zweiten Versuch einen Boden ausbildet. Er könnte das Fundament für eine spätere nachhaltige Kurserholung bilden, die dann von positiven Realdaten getragen wird. (Börsen-Zeitung, 16.5.2009)
Handelsblatt.com
Wall Street: Sinkender Ölpreis drückt Dow Jones von handelsblatt.com
Freitag 15. Mai 2009, 22:38 Uhr
Die US-Börsen haben wegen Kursverlusten bei Energie- und Bankenwerten am Freitag im Minus geschlossen. Der sinkende Ölpreis wirkte sich negativ aus. Zu Handelsbeginn hatte eine Reihe von Konjunkturdaten noch für verhaltenen Optimismus gesorgt.
HB NEW YORK. Einen deutlich schwächeren Ölpreis nahmen Anleger zum Anlass, Energietitel abzustoßen. Finanzwerte litten nach den Kursaufschlägen der vergangenen zwei Monate unter Gewinnmitnahmen. Auch das überraschend starke Verbrauchervertrauen in die US-Wirtschaft und ein sich verlangsamender Rückgang der US-Industrieproduktion konnten die Stimmung nicht aufhellen.
Zu den Verlierern zählten die Aktien der Citigroup (NYSE: C - Nachrichten) mit einem Abschlag von knapp zwei Prozent. Auch JPMorgan-Papiere schlossen 1,8 Prozent schwächer. Bei den Energiewerten tendierten die Aktien des Energiekonzerns Exxon Mobil 0,9 Prozent leichter. Der Preis für US-Leichtöl fiel um 3,5 Prozent und notierte bei 56,55 Dollar je Barrel. Ausschlaggebend war die Sorge über einen schwächelnden Energiebedarf weltweit.
Nach dem insolventen Chrysler-Konzern beginnt auch der US-Autobauer General Motors (GM (NYSE: GM - Nachrichten) ) mit einem Kahlschlag in seinem Händlernetz. Die GM-Aktie verlor 5,2 Prozent. Nike-Aktien gaben 2,4 Prozent nach. Der weltgrößte Sportartikel-Hersteller streicht 1 750 Stellen. Die Aktie von Alcoa (NYSE: AA - Nachrichten) stieg dagegen um 3,3 Prozent, nachdem Analysten von Goldman Sachs (NYSE: GS - Nachrichten) dem Aluminiumproduzenten ein "Buy"-Rating gaben.
Moin ihr Racker. Aufgrund der wochenendlichen Ariva-Auszeit hier der aktuelle Swenlin etwas später nachgereicht.
Wie Carl Swenlin bereits in seinem letzten Comment korrekt prognostizierte, wurde das Ascending Wedge Pattern im SPX nach unten aufgelöst. Da der SPX einen fast 40%igen Anstieg seit Anfang März hinter sich hat, ist lt. Swenlin hier auch von einem weiteren Korrekturpotential auszugehen. Die nächst mögliche Entwicklung könnte in eine umgekehrte SKS-Formation hineinlaufen. Aus bullisher Sicht wäre hier eine Korrektur des SPX in die 750-800 Punkte-Range wünschenswert, um eine evtl. anschließende Rally über die hier im Swenlinschen Chart eingezeichnete Neckline bis in den 1200 Punkte-Bereich zu vollziehen. Das aber ist beileibe noch ferne Zukunftsmusik, die weitere Entwicklung bleibt dementsprechend abzuwarten.
Swenlins Intermediate-Indikatoren zeigen weiterhin einen sehr überkauften Zustand an und dies ist durchaus als ein Beweis dafür anzusehen, dass die Abwärtsbewegung noch andauern bzw. sich noch über einige Wochen hinziehen könnte. Eine möglicherweise entstehende Reverse Head & Shoulder-Formation bietet zwar Anlass zu der Hoffnung, dass sich ein tragfähiger Boden im SPX ausbilden kann, aber für einen Optimismus in dieser Hinsicht ist es allerdings, wie bereits auch schon angeführt, noch zu verfrüht.
Reverse Head and Shoulders Forming?
by Carl Swenlin
May 15, 2009
The ascending wedge pattern we discussed last week has broken down as we expected. Considering that the market has rallied nearly 40%, I think it is reasonable to expect more corrective action.
The next development to watch is the possible formation of a reverse head and shoulders. We currently have the left shoulder, head, and neckline. The correction that has started could result in a right shoulder, if the correction does not turn into the next leg of the bear market. The ideal resolution (if you are a bull) would be for the correction to end in the area of 750-800, then for a rally to blast up through the neckline. If that were to happen, the minimum upside target would be equal to the distance between the top of the head and the neckline -- about 1200. Interesting to contemplate, but, hey, we are way ahead of ourselves at this point.
As you can see on the chart below, intermediate-term indicators are still very overbought. This evidence supports the idea that the correction is not over yet.
Bottom Line: The short-term indicators, although oversold, have shifted from a persistently positive range to a more normal range. I interpret this to mean that the invincible nature of the rising trend has come to an end. Coupled with the fact that medium-term indicators are still quite overbought, my conclusion is that there are probably a few more weeks of correction ahead of us. The appearance of some elements of a reverse head and shoulders offer some hope that a major bottom could be forming, but it is too early to turn up the optimism in that regard.
http://www.decisionpoint.com/ChartSpotliteFiles/090515_rhs.html
Der heutige Move ist daher eher als trendkonform zu werten, solange die alten Hochs nicht erreicht werden - Was aufgrund der Sentimentdaten (folgendes Posting) sehr unwahrscheinlich ist. Zudem zeigte das HS auf Tagessicht eine überverkauftheit an, die nun abgebaut sein müßte. Diese Woche ist daher per saldo SEITWÄRTS zu erwarten, der nächste Schub nach unten erst ab nächster Woche. Fazit: Weiter shorts einsammeln. Ich hab mir mal den Tecdax angesehen, der ist ME sehr anfällig, da sehr gut gelaufen. Der Bereich 620 ist da sehr attraktiv, vielleicht kommen wir noch dahin. Wenn nicht, dann nicht. Shorts zu jedem Preis kaufe ich auch nicht ;-)
Man beachte die Parallele zu Mai 2008:
Was dann zu tun ist, weiss' der gute Anti-Zykliker ;-))
Was bedeutet das? In der Vergangenheit haben solche Absturz recht zuverlässig starke Downmoves angezeigt. (evtl. gibt es noch ein drittes Peak, dann müßte es das gewesen sein). Denn die Anleger rechnen nun nicht mehr damit, dass die Kurse noch höher steigen, sondern suchen ihre Chancen eher auf der Downseite bzw. lösen Longs auf. Daher ist auch nicht damit zu rechnen, dass Kapital von der Seitenlinie in den Markt geht: Warum sollte jemand mittelfristig investieren, wenn er mit dem weiteren Absturz rechnet? Schnäppchenjagd sieht anders aus: Hohes Sentiment und NIEDRIGE Kurse. Was eigentlich nie vorkommt, da die mehrheit der Anleger prozyklisch handelt.
Fazit: Weiter Konso angesagt, eine nahtlose Fortsetzung des Uptrends ist unwahrscheinlich.
Als Stopkurs für Shorts bietet sich das alte Hoch an, spätestens dort sollte eine mögliche Gegenwehr der Bullen im Kugelhagel der Bären zusammmenbrechen ;-)
:-))
aber alles eh egal ...
:-))))))
Shorts reduzieren ist Devise. Die Marke von 875-880 muss unterboten werden. Ich verkaufe die Hälfte der shorts und denke gar über neue longs an. Dass sich die Bullen so leicht nicht aufgeben werden, hatte ich bereits befürchtet.
Im Daily sieht man den Rebound am EMA20 sehr schön, auch dass der RSI immer wieder an der 50-Marke abprallt. Sieht schon recht bullish aus. Gut möglich, dass wieder Richtung long umgeschwenkt werden muss...
Falls 914/15 nicht hält gehts vermutlich nochmal bis zum Top bzw. leicht darüber bis zur 200GD (ca.943).
Für Spätzykliker wie mich generiert der Dax seit 18 Monaten mal wieder ein Signal und zwar LONG.
Und draußen gibt es gerade bei den Instis noch einige solcher Spätzykliker.
Der Druck einzusteigen nimmt zu. Nicht nur weil einige Fonds die "erste" Ralley nicht mitgemacht haben...., sondern weil sie inzwischen antizyklisch wären wenn sie die Aktienquote bei Brechen der 200er nicht erhöhen.