Der Antizykliker-Thread
http://finance.yahoo.com/news/Wall-Street-set-for-apf-14907983.html
http://www.teleboerse.de/1135917.html
Um gleich zur Sache zu kommen, warum Frau Sandra Navidi in dem Video mal wieder ein Megakontraindikator ist:
- Frau Navidi redet nicht nur vom Markt schlecht, sondern davon, dass die Unternehmen die ihre Gesellschaft betreut, dass Wasser bis zum Hals steht. Das darf die Frau gar nicht sagen. Das sind sehr sensible Geschäftsdaten und wenn das wirklich so wäre, dann würden alle die Firmen die Roubini Global Economics betreut jetzt an der Börse zusammenbrechen. Sie würde damit sich selbst um den Job bringen und deshalb - weil es nicht so ist wie Frau Navidi sagt - bezeichne ich sie als Megakontraindikatorin.
Glauben Sie nicht Navidi, machen Sie sich besser ihr eigenes Bild.
Gruß Marlboromann
Chauvi-Spaß beiseite: Sie erzählt nichts Neues und eher Allgemeines. Dass alles noch lange dauern wird wissen wir bereits. Schade, dass sie ihre Meinung nur subjektiv und nicht z.B. mit objektiven Zahlen begründet hat. Ich denke, untern Strich hatte Marcus Koch den meisten Spaß an dem Gespräch, man sieht es ihm an. Er war ja nicht besonders bissig.
http://finance.yahoo.com/news/...mp;pos=7&asset=TBD&ccode=TBD
So langsam wird der Preisverfall kriminell. Wie tief soll es denn noch gehen?
http://money.cnn.com/2009/04/13/news/...ex.htm?postversion=2009041303
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,618830,00.html
http://www.ariva.de/Und_Warren_schafft_es_wieder_c2941890
Ich muss zugeben, dass ich auch unsicher wurde, weil ich nen ganzen Sack Berkshire-B-Shares habe...
Man stelle sich mal vor, Buffet hätte/würde sowas wie Money Management betreiben (in diesem speziellen Fall), dann wäre er bei Abrutschen seiner GS-Investition unter Einstandsniveau mit geringem Verlust wieder rausgegangen (und hätte sich mächtige temporäre Buchverluste erspart). Später hätter er zu deutlich günstigeren Kursen wieder einsteigen können, wenn er dann immer noch von GS so überzeugt gewesen wäre.
Noch geschickter wäre gewesen:
GS leer verkaufen, dann die selbst gehaltene Position GS auf den Markt werfen, mit der Folge des Kursverfalls von GS, danach GS zu einem Spottpreis zurückkaufen und langfristig halten, sofern der Einstandskurs nicht unter die persönliche Risikoschwelle fällt.
Phase „Kür 2“ ist fast erreicht
Diese Phase ist quasi „Kür 2“ und zeitlich begrenzt. Sie dauert in aller Regel nur wenige Wochen an und endet dann, wenn dadurch auch die letzten Skeptiker bekehrt werden und sich dem Sog der Masse angeschlossen haben. Meist mit dem dämlichen Spruch „die Kurse haben immer recht“ als Rechtfertigung auf den Lippen, wieso sich die Kurse so stur gegen die Rahmenbedinungen entwickeln. Das ist der Moment, an dem sich dann das Gleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern schnell - und dann natürlich für viele überraschend – doch plötzlich in die Gegenrichtung neigt. Denn dann sind so ziemlich alle, die kaufen wollten, auch bereits eingestiegen. Dem Markt gehen dann also schlicht die Käufer aus ... und die Übertreibung nach oben endet. Wir würden genau das erleben, was wir Anfang März in der anderen Richtung sahen. Zuerst einfache Glattstellungen der Trader, dann Sicherheitsverkäufe der Fonds ... und in der Kür die wütenden Verkäufe derer, die zuerst nicht wahrhaben wollten, dass es „schon wieder“ dreht und die nun wieder einmal erkennen „die Börse ist schuld“. Eine ideale Erkenntnis, wenn man verhindern will, sich endlich einmal an die eigene Nase zu fassen. Und, natürlich, typisch Mensch.
Es ist und bleibt schwierig, im Voraus erkennen zu wollen, ob „Kür 2“ wirklich stattfinden wird und wie weit sie dann reicht. Diese Phase kann völlig ausfallen oder viele Wochen andauern. Das ist immer anders und letztlich auch ein wenig davon abhängig, ob große negative Ereignisse den Lauf der Dinge beeinflussen können oder nicht. Ich achte momentan einfach auf kleine Indizien, die uns das Kursverhalten, die Umsätze, der Grundtenor der Marktberichterstattung etc. liefern, um rechtzeitig zu erkennen, dass es an der Zeit ist, größere Bestände aus den Depots zu verkaufen bzw. auf die Baisse-Seite zu wechseln. Aber zumindest für das „Hier und Jetzt“ deuten diese Indizien an, dass die Aufwärtsbewegung noch intakt ist.
Aber ich warne davor, sich von dieser so friedlich wirkenden und allgemein begrüßten Bewegung einschläfern zu lassen. Wenn der Kopf in den Leerlauf schaltet und sich mit der Masse treiben lässt, ist Gefahr im Verzug. Dumm nur, dass ein Kopf im Leerlauf genau das eben dann nicht bemerkt. Und wer keine Notwendigkeit sieht, aufzupassen und sich Gedanken zu machen, liest natürlich auch keine Börsenkolumnen. Trotzdem ... ich wollte es
nur mal gesagt haben.
Mit den besten Grüßen
Ihr Ronald Gehrt
http://www.system22.de/Marktkommentar13.04.pdf
Dazu muss man wissen: Sein System ist netto volle Kanne long, zumindest kann man das mit Blick auf seine Performance-Seite vermuten, s.u. (Übrigens ein schönes Beispiel, wie man mit einem einfachen HS auf Dauer und in verschiedenen Marktphasen eine Super Performance einfahren kann, das nur nebenbei).
Zum zweiten ist Gehrt Antizykliker, mißtraut also stets der Masse. Leider ist er dabei immer etwas zu früh dran (Der Marktkommentar vom 24.2.war eindeutig bullish, vermutlich weil sein System bereits auf Long umschwenkte). Im Jahr 2007 - seitdem ich ihn lese - war er von Anfang an Dauerbär, bekam aber erst sehr spät recht.
Aus dem Ganzen schließe ich: Gehrt möchte seine Leserschaft drauf vorbereiten, dass sein System ziemlich bald die Short-Karte ziehen wird. Er wird recht behalten, ist aber ME etwas (3 Wochen?) zu früh dran. Die Rally darf man ruhig bis zuletzt auskosten.
1)
Im Augenblick sehen wir eine Phase, in der die Börsenkurse beginnen, die unverändert negativen Rahmenbedingungen mit einem Zuckerguss aus Hoffnung und Verdrängung zu bedecken (Rezession mit Zuckerguss) . Das mündet in eine sich jetzt schnell ausbreitende, wenngleich rational betrachtet völlig bekloppte Denkweise:
Man macht die Veränderung der Gesamtlage auf einmal an der Kursentwicklung
der Aktienmärkte fest statt umgekehrt.
2)
Selbst angebliche Börsengurus und erfahrene Verwalter von Milliarden merken bisweilen nicht, dass sich die Rahmenbedingungen kaum verändert haben, seit sie vor sechs Wochen noch völlig davon überzeugt waren, dass die Kurse immer weiter und weiter fallen würden oder seit sie vor vier Wochen „wussten“, dass die Aufwärtsbewegung nur eine ganz kurze Bärenmarktrallye sei. Auf einmal beginnt irgendetwas in ihnen dieses „Ex-Wissen“ sanft zu löschen und die sichere Erkenntnis greift Platz, dass wir die Tiefs der Baisse nunmehr längst gesehen haben.
3)
Wer geistig nicht gegen den Strich bürsten kann oder will, gerät durch dieses bequeme Denken, bei dem die Kursentwicklung der Trigger für die Gesamtlagebeurteilung ist, ein ums andere Mal in Gefahr, Veränderungen der Situation einfach nicht mitzukriegen. Vor allem, weil es oft in der Endphase einer Bewegung durch die Aktionen dieser Jünger des „easy thinking“ so aussieht, als würde die Börse alle gegen den Trend laufenden Nachrichten souverän wegstecken.
4)
Das ist dann eine typische Phase....egal, was kommt, die Kurse laufen stur weiter in die vorherige Richtung ... und lösen bei denen, die sich nicht auf dem
Ruhekissen der allgemeinen Meinungen ausruhen, vehementes Kopfschütteln aus.
5)
Diese Phase ... dauert in aller Regel nur wenige Wochen an und endet dann, wenn dadurch auch die letzten Skeptiker bekehrt werden und sich dem Sog der Masse angeschlossen haben. Meist mit dem dämlichen Spruch „die Kurse haben immer recht“ als Rechtfertigung auf den Lippen, wieso sich die Kurse so stur gegendie Rahmenbedinungen entwickeln. Das ist der Moment, an dem sich dann das
Gleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern schnell - und dann natürlich für viele
überraschend – doch plötzlich in die Gegenrichtung neigt. Denn dann sind so ziemlich alle, die kaufen wollten, auch bereits eingestiegen. Dem Markt gehen dann also schlicht die Käufer aus ... und die Übertreibung nach oben endet. Zuerst einfache Glattstellungen der Trader, dann Sicherheitsverkäufe der Fonds ... und in der Kür die wütenden Verkäufe derer, die zuerst nicht wahrhaben wollten, dass es „schon wieder“ dreht und die nun wieder einmal erkennen „die Börse ist schuld“.
Philadelphia-Fed-Index: Umkehr könnte jetzt gelingen
von Andreas Wolf
Liebe DaxDaily Leser,
während Deutschland nun langsam die volle Wucht einer historischen, aber keinesfalls katastrophalen Rezession zu spüren bekommt, richtet sich der Blick der Weltbörsen wie gebahnt auf mögliche Anzeichen einer Konjunkturerholung in den USA. Präsident Obama hat seit seinem Amtsantritt wirtschaftspolitisch das getan, was möglich und sinnvoll erschien, um die Wirtschaftsflaute rasch zu überwinden. Rhetorisch hat er aber zugleich einen defensiven Kurs eingeschlagen, um nicht von zu hohen Erwartungen unter Zugzwang gesetzt zu werden. Dieser psychologisch geschickte Schachzug scheint sich jetzt auszuzahlen, denn in einem wichtigen Indikator, dem Philadelphia-Fed-Index, dessen Veröffentlichung Morgen ansteht, deutet sich tatsächlich eine nachhaltige Trendwende und eine stärkere Erholung an. Der Indikator beschreibt schwerpunktmäßig die Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes im Großraum Philadelphia anhand der Aktivität der Industrie. Der Index, der von der Federal Reserve in New York ermittelt wird, gilt als zuverlässiger Indikator für die Entwicklung des ISM-Index, der die Stimmung der Einkaufsmanager in den USA wiedergibt. Wie in einem Puzzle bestätigt sich nach knapp 18 Monaten Rezession durch die Trendwende bei immer mehr Konjunkturindikatoren, dass die schwierigste Phase hinter der US-Wirtschaft liegen dürfte. Leider gilt das nicht für die US-Bürger, die wohl erst am Ende des Jahres Licht im Tunnel sehen werden. Umso wichtiger ist es, darauf hinzuweisen, dass der Wirtschaftsmotor USA am Anfang einer Erholung steht.
Geschäftsbanken spüren Ausläufer der Liquiditätswelle
Die Verbesserung der realökonomischen Lage wird nicht schlagartig vor sich gehen, allerdings viel schneller in die Gänge kommen, als das bisher unterstellt wurde. Allein die Tatsache, dass die US-Notenbank und die Regierung zusammen 3.000 Milliarden US-Dollar in das Banken- und Wirtschaftssystem pumpen, bringt zum Ausdruck, welche gewaltige Welle an Liquidität in den nächsten Monaten auf die Märkte zurollt. Ein wenig muss man sich das so vorstellen wie Tsunami-Wellen. Bevor es zur Überflutung kommt, zieht sich das Meer zunächst aus den Küstenregionen für einen Augenblick zurück. Dieses Erlebnis hatten die Börsen im übertragenen Sinne im Januar und März. Die Ergebnisse und Kommentare der Vorstände von Wells Fargo und Goldman Sachs, beides große Geschäftsbanken in den USA, deuten bereits an, dass die ersten Ausläufer dieser Liquiditätswelle zu spüren sind. Um es klar zu sagen: Weder ist die Wirtschaftskrise damit morgen beendet noch sind damit alle bestehenden Probleme aus der Welt geschaffen.
Klarheit um GM wird wie ein Befreiungsschlag wirken
Die noch festzustellende Zurückhaltung in der Industrie wird sich spätestens mit der Klarheit um den Fall General Motors lösen. Wie ich schon in früheren Artikeln feststellte, wird es zu einer schmerzhaften Lösung beim größten US-Autobauer kommen. Ziel ist aber ganz klar nicht die Zerschlagung des Wirtschaftszweiges, sondern die Restrukturierung in einem verkleinerten Umfeld. Das der Weg über die Insolvenz die geringsten Kosten und die schnellsten Erfolge für das gesamte Wirtschaftssystem in den USA verspricht, wird er gegangen werden. Das heißt, ab Anfang Juni werden die Einkaufsmanager ihre Zurückhaltung aufgeben und der Industrie und verzögert auch dem Dienstleistungssektor wieder neues Leben einhauchen. Zugleich wird dann aber auch der Übernahmemarkt neu in Gang kommen, da nur in einem sehr kurzen Zeitfenster noch qualitativ gute Unternehmen günstig zu haben sein werden. Im Vorgriff auf diese Entwicklung zeigen sich dann in den wichtigsten Konjunkturindikatoren schon deutliche Erholungstendenzen. Europa verharrt währenddessen (mit Ausnahme Großbritanniens) noch im konjunkturpolitischen Winterschlaf.
Doppelter Boden um -40 Punkte
„Die kurzfristige Verbesserung der Aktivitäten in der Industrieproduktion wird unter dem Eindruck der aktuellen Nachrichten in den Januar-Zahlen wieder korrigiert werden. Ein kritischer Punkt für die Industrie dürfte zudem noch die weitere Entwicklung in der Automobilindustrie sein. Spätestens im April oder Mai wird sich zeigen, ob die Obama-Regierung gewillt ist, drei Fässer ohne Boden weiter durchzuschleppen oder eine alternative Lösung bevorzugt. Das dürfte dann der Zeitpunkt sein, der eine fundamentale Wende im Philadelphia-Fed-Index herbeiführen könnte."
Dies war der Wortlaut meiner Analyse vom 16. Januar zur Entwicklung des Philadelphia-Fed-Index. Wie der aktuelle Chart zeigt, entspricht diese damalige Einschätzung ungefähr der derzeitigen Entwicklung. Bei -40 Punkten hat der Index eine Art „Doppelten Boden" ausgebildet und damit eine Voraussetzung für eine Trendwende geschaffen. Kann der Index am Donnerstag weiter an Boden gewinnen, könnte das die Stimmung auch in anderen Indikatoren deutlich positiv beeinflussen. Psychologisch wäre dann die Voraussetzung geschaffen, um der Realwirtschaft einen entscheidenden Erholungsimpuls zu versetzen. Die allgemeine Interpretation wird hingegen, auch durch die Obama-Regierung, noch sehr verhalten ausfallen. Denn je niedriger die Erwartungen gesetzt sind, desto mehr poltischer Handlungsspielraum ergibt sich für die Regierung in Sachen Banken noch. Spätestens wenn der Philadelphia-Fed-Index die Marke von -20 Punkten überschreitet, überträgt sich die Aufwärtsdynamik auch sichtbar auf den Finanzsektor. Dann darf auch die Realwirtschaft auf bessere Zeiten im mittelfristigen Ausblick hoffen.
Aber die Zeit reicht nicht. Deshalb die Kurzform:
(1) Eine Krise und der folgende Umschwung brauchen Zeit, Zeit sich zu entwickeln. Ein zu frühes Umsteuern kann keine direkten Folgen haben. Siehe die ersten Aktionen.
(2) Die Panik in den Märkten war im Herbst extrem hoch. Systemzusammenbruch, Bankrun (soll ich auf diesen Göbbel'schen Hetzerthread hier hinweisen?). Jetzt hat keiner mehr Angst, dass morgen die Commerzbank pleite geht.
(3) Das Wetter ist sehr geil - die Leute kommen wieder besser drauf.
(4) Die Banken liefern wieder ordentliche Ergebnisse (ja, ich weiß, weil sie Bilanzen manipulieren...). Ärgert mich, dass ich nicht Wellss Fargo gekauft habe im Herbst - war kurz davor, weil ich den Namen so coll fand...
(5) Aktienkurse sind nicht die Folge der wirtschaftlichen Realsituation, sondern auch deren Ursache. Stellen wir uns einen Einkäufer vor, dessen Depot sich im letzten Quartal ganz gut entwickelt hat, der was sieht, dass die USA aus dem Tal kommen - langsam und dessen Werksmeister in der Firma jammert, dass diese Stanzformmaschine nur Probleme macht, sagt er was solls, bestellen wir eben die neue Maschine, war eh im Plan und wurde zurückgestellt. So wie sich ein Effekt nach unten verstärken kann, geht es auch nach oben...
Meine kleine Anmerkung!
Wir wissen so wenig!
Armitage