Steinhoff International Holdings N.V.
Seite 262 von 14452 Neuester Beitrag: 18.02.25 20:02 | ||||
Eröffnet am: | 02.12.15 10:13 | von: BackhandSm. | Anzahl Beiträge: | 362.28 |
Neuester Beitrag: | 18.02.25 20:02 | von: Squideye | Leser gesamt: | 94.846.089 |
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Haben Alle unrecht, nur Du weißt, wie erfolgreich Steinhoff ist?
Ich glaube, Du redest Dir die Story von Steinhoff schöner als sie ist.
Wer hier denkt, man bekommt mal so 100% für nix irrt... Wie mit Bitcoin. Im Grunde ne Wette und in beiden Fällen kann es in die Hose gehn. Unterschied ist nur, dass hier binnen weniger Tage 100-200% drin sind. Bei Bitcoin vielleicht in 1-2 Jahren.
Am 5.12. wurde bekannt, dass Vorstand Jooste gehen musste, da größere Unregelmäßigkeiten in der Bilanz aufgetaucht sind. Der Konzern hat via Ad-hoc mitgeteilt, dass die laufende Bilanz überprüft werden muss, der Jahresabschluss verschoben werden muss und ggf. auch die Bilanzen der letzten Jahre überprüft werden müssen.
Bemerkenswert: Seit diesem Tag warnt der Konzern vor dem Handel mit den Wertpapieren!
Was wurde gefälscht in den Bilanzen?
Das weiß leider niemand so genau. Es ist im Prinzip eine riesige Black-Box. Ist es wirklich nur der zu hohe Goodwill bei den Beteiligungen? Wurden Umsätze und Gewinne falsch ausgewiesen? Man weiß es nicht. Das ist einer der Gründe, wieso der Kurs da steht, wo er steht. Es ist ein sehr undurchsichtiges Firmengeflecht, was vermutlich bewusst so gestaltet wurde vom "Bilanzmanager".
Darüber hinaus sollte einem bewusst sein, dass die Compliancevorschriften in Südafrika sicher nicht so hoch sind wie in Deutschland.
Was wusste/weiß die Staatsanwaltschaft Oldenburg, die seit August diesen Jahres ermittelt?
Das ist m.E. ein "positiver" Aspekt. Denn wenn wirklich was sehr großes im Argen liegen würde, hätte man es nicht schon längst gefunden? Die Justiz ermittelt nun seit 4 Monaten, ohne konkret etwas schlimmes gefunden zu haben.
(Ja, selbst bei einer Ermittlungssache greifen die Publizitätspflichten eines DAX/MDAX Konzerns!)
Diese Woche wurden bei Steinhoff Int. 1,3 Mrd. in die Kasse gespült. Zum einen von einem Darlehen der eigenen (!) Tochter STAR, zum anderen durch die Reduzierung der Beteiligung an der PSG Gruppe.
Dies werte ich allerdings als negativen Aspekt. Wenn Steinhoff wirklich Gewinne in der vorher ausgewiesenen Größenordnung machen würde, wieso benötigt man dann so kurzfristig so eine Stange Geld? Diese Frage beschäftigt mich seit 3 Tagen.
Wurde wirklich nur beim Goodwill der Beteiligungen getrickst, um hohe Abschreibungen zu generieren und somit Steuern zu sparen, oder stimmen die Zahlen zu Umsatz, Gewinn, Erträge auch nicht? Stimmen die EK-Zahlen? Ist genügend Cash vorhanden?
Das könnte eng werden.
Den Verkauf der Wiese Aktien haben wir die letzten 2 Tage genug durchgekaut. M.M.n. war lediglich ein "Margin-Call" der Bank.
Wieso hat er dann ggf. kein anderes Vermögen verwendet? Hier steckt der Clou.
Ich denke, dass die finanzierenden Banken von Herrn Wiese, auch die finanzierenden Banken von Steinhoff sind. Es sieht für mich so aus, dass von Seite der Banken eine Abarbeitungsliste vorgelegt wurde, die jetzt bei Steinhoff akribisch erfüllt werden muss. Des Weiteren haben vermutlich die Banken Herrn Wiese nahegelegt seinen Anteil zu reduzieren, dass er sich nicht mehr - egal welche Entscheidung fällt - quer stellen kann. (Ist ja immerhin sein "Baby".)
Die Frankfurter Börse verlangt von Steinhoff die Vorlage der Bilanzen bis zum 31.01.2018. Das könnte äußerst sportlich werden und viele Überstunden der Mitarbeiter im Controlling abverlangen. Hier darf man nicht vergessen, dass jetzt bei der Aufarbeitung kein Fehler passieren darf. Jeder Beleg muss geprüft werden und sind es nur die 8,70, die ein Abteilungsleiter für Mittagessen abgerechnet hat. Sollte aber zu schaffen sein.
Eine Kernfrage die mich noch beschäftigt:
Welche Rolle spielt die Prüfgesellschaft Deloitte in diesem Fall?
Sollten wirklich grobe Schnitzer in der Bilanz auftauchen und wirklich auch in größerem Stil am Umsatz/Gewinn getrickst worden sein (wovon der Markt aktuell ausgeht), werden die sich Fragen gefallen lassen müssen! Noch schlimmer: sollte es in die Insolvenz gehen.
Wie kann einer der Big-4 Gesellschaften soetwas bei einem MDAX Unternehmen nicht auffallen?
Diese Frage ist für mich bis heute ohne plausible Antwort, da ich normalerweise weiß, wie genau Wirtschaftsprüfer arbeiten (müssen).
Die interessante Frage wird sein:
Was kommt am Dienstag bei dem Termin mit Investoren und Banken raus. Klar wollen die Zahlen sehen und es gibt sicherlich nach 2 Wochen schon genauere Eckzahlen.
Das Treffen wurde eh schon verschoben vom 08.12. auf den 19.12. Ich denke nicht, dass es nochmal nach hinten verschoben wird, denn das würde einem Eingeständnis gleichkommen, dass man nichts auf die Reihe bekommt. Die Börse würde es dementsprechend "bestrafen".
Zu dem Termin wage ich keine Äußerung, da es nur ein fischen im trüben wäre.
Der ganze Skandal bietet aber auch Vorteile:
Steinhoff kann zum Musterunternehmen aufsteigen was Transparenz, Kommunikation, IR und Compliance angeht. Aber alles hängt an dem Wörtchen "kann".
Aktuell finde ich die Informationspolitik eher mau, da man bis auf die ad-hoc Mitteilungen nichts mitbekommt. Ich gehe davon aus, dass so gut wie alle einen Maulkorb verpasst bekommen haben, bevor nicht wirklich genaue Zahlen und Informationen feststehen.
Soweit zu meinen persönlichen (!) Gedanken zu dieser Aktie.
Wie schon erwähnt. Mein Durchschnitts Einstand ist 0,71, da es für mich lediglich eine Spekulation ist mit etwas Spielgeld.
Das Problem ist wirklich die Blackbox. Das Ding kann am Dienstag hopps gehen, weil die Banken das Firmengeflecht zerschlagen, die Holding in die Insolvenz rutschen lassen und sich die Kohle bei den profitablen Tochterunternehmen holen.
Oder aber, das alles sieht aktuell schlimmer aus als es ist, die Banken schenken dem Unternehmen weiterhin das Vertrauen und die Aktie geht ab.
Aber wer weiß das schon. Es ist und bleibt spannend!
Und in der Zukunft kann ich meinen Enkeln erzählen: Ich war dabei! ;-))
Das bedeutet, sie bauen Lagerbestände ab, erhöhen die Liquidität und durch den Mehrumsatz dürfte das kurzfristig auf die Nettoerlöse erst einmal keine Auswirkungen haben, da Liquidität kurzfristig meiner Meinung nach der wichtigste Aspekt ist.
Damit könnte man Ausleihungen von Steinhoff tilgen (ähnlich wie Südafrika) und es wäre ein weitere Baustein, die Liquiditätssituation bei Steinhoff zu sichern.
Im Ergebnis halte ich das also für durchaus durchdacht und sinnvoll.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/...-des-einzelhandels/
-Goodwill wurde gerade nicht oder kaum abgeschrieben, was auch ein wesentlicher Kritikpunkt ist.
- Die Frage, warum man jetzt sowohl Kapital benötigt, ist sicherlich die Gretchenfrage, wo ist das Geld hin, das ja noch im März vorhanden gewesen sein soll ?
- Deloitte wird sicherlich zur Zeit sicherlich Schwitzen, hängt doch die Reputation hiervon ab.
Aber ein heißer Zock ist es in der Tat. Und all zu viel zu verlieren gibt es hier nicht mehr auf dem Niveau.
Man weiß ja nicht, was geplant ist/war ;-))
Aber ja, warum wird so kurzfristig so viel Geld benötigt und welche Rolle hat Deloitte. Wir werden es (bald) erfahren :-)
Es wird zu Abschreibungen kommen und die EK Quote wird etwas verringert, dadurch dürfen die Banken mit etwas höheren Zinsen rechnen. Besser als bei der EZB Strafzinsen zahlen. Außerdem meint Ihr wirklich die EZB würde sich über eine Insolvenz freuen ? Die ich zu 99,99% ausschließe.
Wenn die Banken ganz abgewichst sind würde es zu einem Debt To Equity Swap kommen und 20-30% der Schulden würden inAktien umgewandelt werden, selbst damit kann man bei diesen Kursen super mit leben.....das dann die Banken Interesse hätten das der Kurs signifikant steigt brauch man eigentlich nicht erwähnen. Aus meiner Sicht alles halb so wild, außerdem was soll Steinhoff jetzt kommunizieren bevor die Prüfergebnisse von PWC nicht vorliegen ? Es wäre dumm und nicht professionell, und Steinhoff ist gerade clever und professionell denn sie halten die Klappe und liefern.
Richtig. Sorry, hatte ich etwas blöd formuliert.
Dennoch muss STAR diese Milliarde selbst wieder finanzieren. Wenn es keine Probleme der Liquidität gäbe (wovon ja eigentlich ausreichend vorhanden sein sollte), wieso wird es dann so gemacht? ;-)
Im Prinzip ist es ja ein Konzern.
Wurde die Kreditlinie von Steinhoff an STAR gekündigt? War es eine vorrausschauende Maßnahme? Braucht Steinhoff das Geld so dringend? War dieses Darlehen bestandteil der Tricksereien?
Viele Fragen...
Bin zwar nicht sicher wofür genau, aber Danke!
Es sind lediglich Fragen, die ich mir persönlich stelle.
Ich sehe eben nicht alles so durchweg positiv wie du. Der Markt übrigens auch nicht ;-)
Könnte es auch eine Bankauflage gewesen sein? Wieso hatte man das nicht schon früher veranlasst, wenn STAR die besseren Konditionen bekommt und eh alles in der Konzern-Bilanz konsolidiert wird.
Die Bereiche Europa, USA und Australien laufen ja Lt. Steinhoff auch profitabel, nicht nur die Afrika Tochter
Genau: lt. Steinhoff! Was ist aber, wenn das nicht ganz richtig ist?
Wenn der Markt das genauso sehen würde, stände die Aktie nicht da, wo sie jetzt steht.
Wenn Vermögenswerte nicht richt bilanziert worden sind hat das ja erst einmal nichts mit Liquidität zu tun.
Durch die Hintertür aber doch. Denn Covenannts werden in allen Kreditverträgen gebrochen worden sein, so dass alle Banken ein sofortiges Kündigungsrecht haben.
Wer macht davon Gebrauch, wenn es wirklich nur um die 6 Mrd. auf der Aktiva gehen, na die Banken die schlecht bzw. jetzt schlecht besichert sind. Die die auch jetzt noch gut beischert sind werden weiterfinanzieren, sicherlich zu höheren Konditionen. Die die nun schlecht besichert sind werden sich schon aufgrund von Basel und den eigenen Regularien den Kreditbetrag wohl zurück zahlen lassen. Ob die weiter finanzierenden Banken Ihr Engagement aktuell weiter ausfahren möchten Sie NDR dürfen ( Kreditrisikoauschuss) ist unbekannt. Meiner Meinung nach sammmelt Steinhoff aus diesem Grund aktuell Liquidität, man ist ja fortlaufend mit seinen Hausbänken in Kontakt und weiß, wo am Dienstag die Reise hingehen wird.