Merck & Co vor schwierigem Jahr


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23.01.02 08:21
New York (vwd) - Die Merck & Co Inc, Whitehouse Station, hat im vierten Quartal einen höheren Umsatz und Gewinn erwirtschaftet. Jedoch hat das Pharmaunternehmen mit ausgelaufenen oder noch auslaufenden Patenten zu kämpfen. Zudem verzeichnete Merck ein nachlassendes Wachstum bei ihren fünf "Schlüsselprodukten", die die Verluste der erloschenen Patente ausgleichen sollen. Merck bestätigte am Dienstag die Aussichten für 2002. Demnach wird das Ergebnis je Aktie auf dem gleichen Niveau erwartet wie 2001. Die Wachstumsrate werde im zweiten Halbjahr "moderat besser" ausfallen als in den ersten sechs Monaten, kündigte der US-Pharmahersteller an.

Von Thomson Financial/First Call befragte Analysten schätzen im Mittel ein Ergebnis von 3,14 USD je Aktie für das laufende Geschäftsjahr und für 2003 ein Ergebnis von 3,45 USD je Aktie. Für 2003 hatte das Unternehmen im Dezember ein zweistelliges Prozentwachstum beim Ergebnis je Aktie angekündigt.

Merck wies für das vierte Quartal einen Nettogewinn von 1,860 (Vorjahr: 1,764) Mrd USD und einen Gewinn von 0,81 (0,75) USD je dilutierter Aktie aus. Damit erreichte das Unternehmen exakt die Prognosen der Analysten. Der Umsatz erhöhte sich auf 12,558 (11,467) Mrd USD. Zum Umsatz trugen die fünf Medikamente Zocor (Cholesterin-Senker), Vioxx (Arthritis), Cozaar und Hyzaar (Bluthochdruck), Fosamax (Osteoporose) und Singulair (Asthma) am stärksten bei. Hier stiegen die Umsätze zusammengefasst um 20 Prozent.

Diese fünf Medikamente machen laut Chairman Raymond Gilmartin bereits 68 Prozent des Pharma-Umsatzes aus und sollen auch im kommenden Jahr zum Umsatzwachstum beitragen und weitere Marktanteile gewinnen. Gilmartin sieht hier noch ein erhebliches Potenzial. Sorgen bereitet Analysten hingegen die Entwicklung von Vioxx. Hier ging der Umsatz im vierten Quartal auf 550 (Vorjahr: 795) Mio USD zurück. Hinzu kommen Sicherheitsbedenken für diesen Wirkstoff. Zudem ist mit verstärktem Wettbewerb zu rechnen, wenn Pharmacia Corp's und Pfizer Inc's neues Mediament Bextra auf den Markt kommt, das bereits jetzt als sicherer und wirksamer gilt als Vioxx.

Zocor - die "Cash-Cow" von Merck - sieht sich ebenfalls schärferem Wettbewerb ausgesetzt: In der zweiten Jahreshälfte 2002 wird die Astra-Zeneca ein Konkurrenzprodukt auf den Markt bringen.Für das laufende Jahr erwartet Merck eine Steigerung des Umsatzes von Zocor auf 7,1 Mrd bis 7,4 (Vorjahr: 6,7) Mrd USD. Die Erlöse von Vioxx sollen auf 2,8 Mrd bis 3,1 (2,6) Mrd USD und die von Cozaar und Hyzaar auf 2,2 Mrd bis 2,5 Mrd (1,9) Mrd USD steigen. Für Fosamax prognostiziert der Pharmahersteller zwei Mrd bis 2,3 (1,8) Mrd USD und für Singulair 1,6 Mrd bis 1,8 (1,4) Mrd USD.

Der kombinierte Umsatz der Wirkstoffe Vasotec, Pepcid, Mevacor und Prinivil - deren Patente auslaufen oder bereits ausgelaufen sind - werde sich 2002 nur noch auf 1,8 Mrd bis zwei Mrd USD belaufen, schätzt Merck weiter. Analysten sehen dies nicht so tragisch. Bitter dürfte es für Merck ihrer Ansicht nach allerdings werden, wenn die ersten Generika des Magen-Darm-Präparates Prilosec auf den Markt kommen.

Was die Analysten ebenfalls nachdenklich stimmt, sind die im vierten Quartal um zwölf Prozent auf 1,56 Mrd USD gesunkenen Marketing- und Verwaltungskosten. Das Unternehmen könne nicht längerfristiges Wachstum anpeilen und dabei die Marketingausgaben senken, hieß es. Gerade für Pharmahersteller sei Marketing immens wichtig.

Die Kosten für Forschung und Entwicklung prognostiziert das Unternehmen auf 2,9 (2,5) Mrd USD. Bis 2006 will der Konzern elf neue Marktzulassungen beantragen. Acht davon haben laut Merck ein höheres Potenzial - wobei unsicher bleibt, ob die neuen Mittel das Zeug zum Blockbuster haben werden.

vwd/DJ/23.1.2002/nas/bb

23. Januar 2002, 08:00

 

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