Apple Short Only
Ich will Geld. Das ist alles. Auch wenn Apple ein Sauverein ist, kann ich an diesem Sauhaufen ja per Long verdienen, ist doch keine moralische Veranstaltung.
Und du handelst sozusagen die Dummheit der Käufer? Statt Short, wovon du hier seit Montaten redest, bist du Long, sogar gehebelt. Ich schätze mal eher das derjenige der dir die Zertifikate verkauft hat irgendeine Dummheit zu Geld gemacht hat....
"Ermutigende Zeichen kommen hingegen von den Börsen in Japan und Australien."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/...schock-a-1049648.html
Niemand ist perfekt, aber da du die "sozusagen die Dummheit der Käufer handelst" solltst du doch eher Short sein. Und nicht gehebelt Long? In deinem Fall hat doch dann jemand anders die "Dummheit" der Faktor Longkäufer gehandelt.
Ich handele kurzfristig das Gegenteil meiner langfristigen Einstellung. Ist oft sehr rentabel, diese Art der Dialektik :-)
Eine Frage, eine Antwort.
Heute: "Überzeugung ist die eine Sache, Geld die andere. lol"
Antwort: Moral. Und ich halte sie für schädlich der realen Wirtschaft gegenüber.
Würde es nur um Geld gehen, wären Drogengeschäfte eine lohnende Anlage. Zur Absicherung von Börsengeschäften werden sie überwiegend nicht mehr genutzt. Haupteinsatz scheint die Wette an sich zu sein. Trotzdem ist das für >90% keine echte Alternative. Meine Bedenken gegenüber Derivate habe ich Dir erklärt: der Wettcharakter ist mir zu hoch (Wettschein) UND ich fürchte, dass die hohen Einsätze nachhaltig die Entwicklung der Aktien negativ beeinflussen, weil Großinvestoren versucht sind ihre Wetten zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Dass bei Derivaten zudem mitunter eine grundsätzliche Ungleichheit bei den 'Gewinnchancen' gibt, ist da gar nicht ausschlaggebend.
Ergo: wenn ich das so sehe, was nirmand anderes so sehen muss, dann ist es nur konsequent, wenn ich damit nicht handle. Zumal die klassische Absicherung seines Aktienbestands durch den Wettcharakter zumeist zu teuer, und daher für Kleinanleger unrealistisch geworden ist.
Bevor ich ein Derivat kaufen würde, würde ich den Einsatz nehmen, und im Casino beim Roulette auf Schwarz oder Rot setzen: das ist schnell, klare Gewinnchance von 100% bei etwas unter 50% Wahrscheinlichkeit, und setzt man 2x hintereinander, hat man in wenigen Minuten entweder 300% Gewinn - oder nichts. Das dürfte vergleichbar mit vielen Derivate Wetten sein. Ist aber nur kurzfristig aufregender. ;-)
Ok: das war aus der Reihe 'Eine Frage, eine Antwort' zum Thema: warum investiert eine optimistische Otternase nicht in Derivate. Kurz: er mag kein Glücksspiel.
Bist Du mit der Antwort zufrieden?
Derivate sehe ich grundsätzlich problematisch. Zur Absicherung von Börsengeschäften werden sie überwiegend nicht mehr genutzt. Haupteinsatz scheint mittlerweile die Wette an sich zu sein. ..."
So ist das dann doch verständlicher. ;-)
Gestern: PANIK, raus, raus, raus - sofort!
Und heute sieht es fast aus wie: PANIK! Warum sind wir nicht investiert? Rein, rein, rein? ;-)
Wenndas nicht zu US Open eine zu große Verführung darstellt, die Kurse doch noch mal absacken zu lassen? So viel Gier braucht einen Dämpfer? Die gehen doch nach einem Tag wie gestern bestimmt alle mit einem SL von -5% wieder rein. ;-)
Wegen Derivaten: Ob man mit Hebel 1, also die Aktie selbst, oder ein Derivat mit Hebel X handelt, beides sind Wetten. Man sollte es sich nicht zu kompliziert machen, beim Derivat ist eben das Risiko höher, dafür aber auch der mögliche Gewinn.
Mehr ist es doch nicht. Börse an sich ist ein Wettbüro, finde ich. Die Moral lässt man außen vor, schließlich verdiene ich am Verlust des anderen.
Kann jeder machen wie er will. Normale Börse ist ja nicht kriminell.
Aber vom moralischen Standpunkt betrachtet ist es aus meiner Sicht schon wichtig, worin ich investiere: es ist ein Unterschied, ob man in einen Waffenkonzern investiert, oder in einen für Konsumgüter. Natürlich können Menschen auch bei der Produktion normaler Produkte zuschaden kommen (siehe Bangladesh, Näherinnen), aber ich muss dennoch keine Konzerne für Militärprodukte unterstützen.
Jemand anderes mag das dann doch tun, weil das Militär unsere freiheitliche Grundordnung schützt - das ist dann seine Entscheidung.
Börse = Wettbüro ist mir dann doch zu pauschal. Dazu wurde sie gemacht.
Eigentlich/Von der Grundidee her ist die Börse nur der Ort, an dem man Aktien nach einem festen Regelwerk kaufen oder verkaufen kann, ein Marktplatz.
Mir ist es z.B. deutlich lieber, ich investiere mein Geld in Form von Aktien in einen Konzern, den ich auswähle, und der zahlt mir als Teileigner eine nette Dividende, als dass ich das Geld einer Bank gebe, die mich von vorne is hinten über den Tisch zieht, und mit dem Geld CDS 'Geschäfte' steckt - und massiven Schaden verursacht.
Banken hatten auch mal einen positiven Grundcharackter - sie sollen mit Krediten die Wirtschaft am Laufen halten. Tatsächlich sind sie einige der Hauptschuldigen, die die Börsezum Wettbüro umgewandelt haben.
Ginge es nach mir, würde ich in kürzester Zeit das Trennbankensystem einführen: Banken zerschlagen in Investment Banking Bereich (ohne Schutz/Garantie der Gesellschaft/Regierung, wer sich verzockt, muss sterben) und Sparbuch und Investitionsbanken, die nach einem festen Regelwerk investieren dürfen (keine Staatskredite, nur solide Geschäfte, staatlich geschützt).
Dann gäbe es kein 'too big to fail' mehr, und die IB Zweige würden sich die Risiken ohne Absicherung durch das Geld der Sparer deutlich genauer überlegen - oder eben untergehen, wenn sie sich verzockt haben.
Tragischerweise wurde in den USA das Trennbankensystem 1999 erheblich aufgeweicht, was mitunter ein Grund für die Verwerfungen an den Börsen und die Krisen 2001 und 2007 war. Einer der großen Fehler Clintons - er hat die Zügel für das Kapital gelockert.
Investieren tut nur der Erstzeichner beim Going Public. Oder der Gesellschafter einer Metzgerei oder was auch immer.
Ist natürlich weder Werbung, noch eine Kaufempfehlung, nicht das mich wieder irgend ein Moralist maßregelt.
Ja, steigende Kurse freuen auch mich - der reinen Lehre nach passiert das, wenn das Unternehmen erfolgreich ist, und der Wertdes Unternehmens dadurch steigt. Dafür zieht man Fundamentaldaten heran, und die einzige 'Spekulation' im herkömmlichen Sinne wäre, ob man dem Management/Unternehmen zutraut den Erfolg auch im nächsten Jahr zu wiederholen.
Was eben durch die schiere Masse an Kapital ebenfalls aufgeweicht wurde: wenn ein Unternehmen ein KGV von >20 hat, scheint die Spekulation Überhand zu gewinnen, und ich stimme Dir zu. Das kann dann mitunter sogar bis zu einem Schneeballsystem mutieren - die letzten Einsteiger beißen die Hunde.
Tja: eine genaue Trennlinie zwischen solider Geldanlage und einer Wette zu ziehen ist schwer geworden.
Wenn man den Banken kein Geld zur Verfügung stellen will, in ein Unternehmen investieren, und nur eine Art 'Dividende' ohne Wette auf Kursgewinne/-verluste haben will, sollte man sich vielleicht Unternehmensanleihen anschauen. Dann eher von soliden Unternehmen, die es seit Jahrzehnten gibt. 100% sicher ist das natürlich auch nicht.
Tja: wer viel Geld hat, hat es auch niht leicht, wenn er es moralisch korrekt anlegen will. Aber das ist dann tatsächlich ein Luxusproblem. ;-)
Z.B. würde ich nichts problematisch finden, würdest Du Deinen Satz so formulieren:
"... mit nur 200 Eus, aber da sind 500% Gewinn, 'worst case ein aber Totalverlust', drin".
Sonst klingt das fast so, als sei es ausgemachte Sache, dass man 500% Gewinn macht, ein Kinderspiel. Tatsächlich ist es aber eben wenig wahrscheinlich 500% zu kassieren, und man kann mit 50% oder 100% schon sehr zufrieden sein.
Und da wären wir beim Risiko - Roulette: fast 50% Chance auf 100% Gewinn. Das kann, betrachtet man Gewinnchance und Risiko, die bessere 'Anlage' sein. :-)