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Wenn der Emi die Kursstellung aussetzt


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Neuester Beitrag: 24.09.08 12:06
Eröffnet am: 23.06.08 12:06 von: Trüffelschwe. Anzahl Beiträge: 4
Neuester Beitrag: 24.09.08 12:06 von: Trüffelschwe. Leser gesamt: 2.498
Forum: Börse   Leser heute: 2
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3956 Postings, 4545 Tage Trüffelschwein07Wenn der Emi die Kursstellung aussetzt

 
  
    #1
3
23.06.08 12:06
Wie Sie vorgehen, wenn der Emittent die Kursstellung aussetzt
von Michael Vaupel

***Traders Daily-Leser Dirk H. schreibt mir:


"Heute würde ich gerne eine aktuelle Frage an Sie richten (vielleicht gibt es noch mehr Leser mit der Erfahrung). Am vergangen Montag wurde für ca. 2 Stunden von der Commerzbank kein Kurs für einige Zertifikate gestellt. Erst eine telefonische Verkaufs- bzw. Kaufanfrage an den Broker Cortal Consors hat dann neue Kurse ergeben. Es handelte sich hierbei um die Hebelzertifikate für Kaffee (CB8NJP und CB5JZQ) sowie für Mais (CB098Z). Es gab in dem Moment eine starke Bewegung im Kurs des Basiswertes. Ist es normal, dass dann schon mal keine Kurse gestellt werden?"


Meine Antwort:

Also, zunächst einmal: Wenn ein Hebelprodukt an der Euwax (=Zertifikatebörse Stuttgart) gehandelt wird, dann hat sich der Emittent verpflichtet, fortlaufend An- und Verkaufskurse zu stellen.


Grundsätzlich.


Was bedeutet nun dieses schöne Wort „grundsätzlich"?

Nun, es gibt Ausnahmen. Wenn z.B. der Basiswert (auf den sich der Schein bezieht) nicht gehandelt wird, dann braucht auch für den Schein kein Kurs gestellt zu werden. Eine Aktie kann z.B. vom Handel ausgesetzt werden, dann wird auch ein Schein auf diese Aktie nicht gehandelt.


Dann gibt es natürlich schon mal „technische Probleme". Die sollten natürlich die absolute Ausnahme sein, aber da wir alle „nur" Menschen sind, kommt das schon mal vor. Das kann der Grund dafür sein, dass einige Minuten oder sogar Stunden keine Kurse gestellt werden. Da bin ich der Letzte, der da kein Verständnis hat, wenn es bei einem Emittenten wirklich mal „brennt".


Nun gilt aber: Der jeweilige Emittent muss eine Handelseinschränkung der Börse Stuttgart melden, mit Begründung. Die Börse Stuttgart veröffentlicht dies dann. Und dann werde ich und sollten Sie wirklich sauer werden: Wenn es eine Handelsaussetzung gibt, diese vom Emittenten aber nicht gemeldet wird.


Sie können leicht überprüfen, ob die Aussetzung vom Emittenten gemeldet wurde. Und zwar so:


Gehen Sie auf die Seite www.euwax.de
Klicken Sie links auf den Punkt „Der Handel"
Dann auf „Handelseinschränkungen" klicken

Und da haben wirs!

Ich habe gerade mal im konkreten Fall des Lesers nachgeschaut: Für den betreffenden Montag hatte die Commerzbank zwei Handelseinschränkungen gemeldet, jedoch NICHT für die oben genannten Scheine.


In so einem Fall gilt: Umgehend beim Emittenten nachhaken. Wenn dieser keine glaubwürdige Begründung liefert: Nicht lang fackeln, sondern die Handelsüberwachung einschalten!


Hier die Kontaktdaten:

Handelsüberwachungsstelle Stuttgart:

Telefon: +49 (0)711 222 985 682


Fax: + 49 (0)711 222 985 567


Email: handelsueberwachung@boerse-stuttgart.de

Die Handelsüberwachung ist genauso wie die Börse Stuttgart überhaupt auf unserer Seite. (Das sind die Guten.) Deren wie unser Interesse lautet: Saubere Kursstellungen!

*** Also, wenn Sie in Stuttgart einen Schein handeln möchten, und es gibt keine Kursstellung des Emittenten....


...dann prüfen Sie erstmal, ob der Emittent dies der Börse gemeldet hat...


...wenn nicht: Kontaktieren Sie den Emittenten, fragen Sie nach einer Erklärung...


...und wenn das nichts bringt: Handelsüberwachung einschalten.


Wenn ich nicht der Einzige bin, der das tut, sondern weitere Mitglieder der Traders Daily-Gemeinde das so halten - dann habe ich die Hoffnung, dass wir auf diese Weise die Emittenten wirklich „erziehen" können. (Oder ist dies nur eine Illusion von mir? Nun, wie auch immer: Auf diese Weise KÖNNTEN wir etwas erreichen. Wenn wir nicht tun, erreichen wir auch definitiv - nichts.)


Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!

Ihr



Michael Vaupel  

328 Postings, 4142 Tage Rote SockeAm besten

 
  
    #2
25.06.08 14:13
handelt man diesen Dreck gar nicht.  

25951 Postings, 6690 Tage PichelJimps

 
  
    #3
25.06.08 14:17
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Wilhelm Busch: "Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt."

Gruß Pichel

3956 Postings, 4545 Tage Trüffelschwein07Was man tun kann

 
  
    #4
24.09.08 12:06
Was Sie tun können, wenn ein Emittent die Kursstellung aussetzt
von Michael Vaupel

Ein Traders Daily-Leser hat ein Problem - Stephan K. schrieb mir:

"Ich habe am 18.09. morgens kurz nach Börsenöffnung ein Turbo-Bear-Zertifikat (SG0KLG) auf VW gekauft (war natürlich keine gute Idee!). Der Kaufkurs lag bei 2.78 €, das ist ja normalerweise ein komfortabler Abstand zum Knockout, wobei dieser Schein eine SL-Schwelle bei ca. 1,35 € hatte. Als ich denn bemerkte, mit welcher Dynamik der VW-Kurs weiter nach oben ging, wollte ich relativ schnell wieder verkaufen aber nichts ging. Es wurden keine Kurse gestellt, weder beim Emittenten (SocGen), noch bei Euwax oder Scoach. Ich rief dann um 10.50 Uhr die Hotline von SocGen an, wo man mir bestätigte, daß das Handelssystem ausgefallen sei und man fieberhaft daran arbeitet. Naja, es war dann schon zu spät. Ich habe dann gefragt, ob man den Trade rückabwickeln könnte, aber darauf wollte man sich nicht einlassen. Es wäre halt persönliches Pech, so etwas kann immer passieren, besonders in turbulenten Phasen und man verwies auf die Geschäftsgrundlage, wo angeblich geschrieben steht, dass das Risiko für technische Ausfälle beim Käufer liegt, hier ist natürlich die Frage, ob es ein `technischer Ausfall ist, wenn man sich als Grund auf die Vola beruft oder ob man einfach mit dem Hedgen nicht mehr nachkam. Ich habe nebenbei auch noch andere ähnliche Scheine beobachtet (von HSBC und Citi), dort gab es ohne Unterbrechung Kurse. Haben Sie in Ihrem Traderleben schon ähnliches erlebt, bzw. sollte ich mich beim Emittenten noch einmal schriftlich melden und auf Kulanz hoffen? Schliesslich ist es ja für SocGen nicht gerade ein Ruhmesblatt, wenn in turbulenten Zeiten die Systeme ausfallen. So etwas müsste man ja als Warnung auch der breiten Tradergemeinde zugänglich machen."


Meine Antwort:

Das ist eine Sache, die wahrscheinlich einige von Ihnen interessieren dürfte.


Einen vergleichbaren Fall habe ich in meinem „Traderleben" durchaus auch schon erlebt - und ich habe das Gefühl, da bin ich nicht der einzige.



Es ist so: Wenn es sich wirklich um "technische Probleme" handelte, sind wir machtlos. Überall sitzen nur Menschen, und wenn da ein oder zwei Mal im Jahr ein System für einige Stunden ausfällt o.ä., dann ist das eben so.


Solange, und das ist entscheidend: Solange der Emittent diese Einschränkung der Börse mitteilt und veröffentlicht.



Für den Fall der Euwax (ich trade Zertifikate ausschließlich dort) geht dies so:

1. Gehen Sie auf die Seite www.euwax.de


2. Klicken Sie links auf „Der Handel"


3. Klicken Sie dann auf „Handelseinschränkungen"


Ich habe gerade mal für den vom Leser konkret genannten Fall nachgeschaut, und dabei für besagten Tag eine ganze Reihe von Handelseinschränkungen gefunden - der Schein mit der WKN: SG0KLG war hingegen nicht in der Liste.


Also keine offizielle Meldung des Emittenten über eine Handelseinschränkung in diesem Schein!

Ich habe dem Leser geraten, sich mit Hinweis auf diese mangelnde Mitteilung erneut an den Emittenten zu wenden, um zumindest eine Kulanzregelung zu erlangen. Falls das fruchtlos bleiben sollte, dann soll er die Euwax einschalten.


Und genau diese Vorgehensweise empfehle ich auch Ihnen in einem vergleichbaren Fall.


Lassen Sie den Emittenten Fehlverhalten bitte nicht durchgehen! Dann wird dies immer und immer wieder geschehen...


Mit herzlichem Gruß,


Ihr


Michael Vaupel

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Man muß ein Schwein sein

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