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Rund um den Dax


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Neuester Beitrag: 17.05.18 09:09
Eröffnet am: 01.01.14 23:21 von: Chartlord Anzahl Beiträge: 2.181
Neuester Beitrag: 17.05.18 09:09 von: Chartlord Leser gesamt: 302.272
Forum: Börse   Leser heute: 124
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6252 Postings, 2586 Tage ChartlordRund um den Dax

 
  
    #1
10
01.01.14 23:21
Die Beträge zu diesem Thema sollen sich sowohl mit dem Dax selbst als auch mit einzelnen Werten aus diesem Index beschäftigen. Es soll dabei auf die Auswirkungen des Marktes auf den einzelnen Wert als auch auf den Index insgesamt geachtet werden. Das heisst nicht, dass hier jede kleine Kursveränderung eines einzelnen Wertes zur Sprache kommen soll, sondern nur solche, die von wesentlicher Natur sind, das heisst, dass sie auch über den Charakter einer kurzfristigen Kursschwankung hinaus gehen sollen.

Die Beiträge sollen unter dem Gesichtspunkt einer langfristigen Kapitalanlage abgefasst werden, die jedoch Chancen einer kurzfristigen Kapitalanlage durchaus berücksichtigt. Wichtig ist mir dabei, dass das wirtschaftliche Umfeld in Deutschland verfolgt wird und - soweit von Belang - auch das jeweilige ausländische. Die Beiträge sollen sich von den Beiträgen in dem Thread zur Europäischen Finanzpolitik dahin gehend unterscheiden, dass hier die Wirtschaft den Blickwinkel bestimmt, der jedoch auch von der Politik geprägt werden kann.

Der Chartlord  
1156 Postings ausgeblendet.
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6252 Postings, 2586 Tage ChartlordHeute und morgen

 
  
    #1158
28.03.18 13:38
Wir werden es an den neuesten Konjunkturdaten ablesen, was auf uns zukommt. Kein Brexit, kein Russlandembargo und auch kein Handelsstreit mit den USA werden uns vom Wachstumspfad abbringen.

Heute wurde das Verbrauchervertrauen in Deutschland vorgelegt und es ist gegen die Erwartungen gestiegen. Morgen kommen die neuesten Zahlen vom Arbeitsmarkt und auch da wird es weiter eine riesige Nachfrage nach Arbeitskräften gegeben haben.

BIW stellt für das erste Quartal soagr einen Anstieg des Wachstums gegenüber dem vierten Quartal 2017 fest, so dass wir weiter in einer klaren Hochkonjunktur bleiben. Die Aussichten für die nächsten 6 Monate sind jedenfalls so. Meine Erwartung liegt darin, dass ein klarer Anstieg im Wochnungsbau in den nächsten 12-18 Monaten für ein anhaltendes Wirtschaftswachstum und eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt für eine noch deutlich ausgedehntere Wachstumsphase in Deutschland und in Europa sorgen werden. Wir reden dann nicht mehr vom Wachstum über 2% bis 2019 sondern über 2,5% bis mindestens einschliesslich 2021.

Noch ist es etwas früh aber die ersten Indikatoren zeigen auch einen leichten Rückgang der Inflation an, was für die Aufkäufe nach September zu einer deutlichen Verlängerung führen wird. Man sieht es ja, dass der reduzierte Wert nicht ausreicht um die erwünschten 1,9% überhaupt einmalig zu erreichen. Wenn die Teuerung fällt, wird man einsehen müssen, dass so das Ziel nicht erreicht werden kann. Die Folge davon ist ein viel längeres und größeres Wachstum, was eben nicht durch Zinsen untergraben werden kann.

Pech für die Banken - Glück für die Menschen.

Der Chartlord

 

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordEs ist nur noch eine Frage der Zeit,

 
  
    #1159
1
29.03.18 11:02
wann die Aktienmärkte den weiter verbresserten Aufschwung in Deutschland einpreisen müssen. Das geht zwar nicht so, als ab einzelne Werte steigen, aber es ist viel mehr eine verbesserte Grundstimmung, die auch von den heute gemeldeten Arbeitsmarktzahlen her grundsätzlich deutsche Aktien aufwerten wird.

Mit jeder weiteren Meldung in dieser Richtung bedeutet das, dass wir mehrfach von der Entwicklung profitieren. Erstens steigen die Steuereinnahmen weiter und das deutlich, zweitens sind Aufwendungen für Sozialleistungen am sinken, und drittens erhöht sich auch langsam der vorhandene Puffer der Sozialversicherungskassen, so dass da mit Beitragssenkungen gerechnet werden muss.

Gleichzeitig bleibt der Pool der offenen Stellen riesengroß, so als ob die Anzahl der neuen Beschäftigten keine Auswirkung auf die Jobnachfrage hat.

Noch gar nicht beschäftigt hat sich jemand mit der Frage, ob oder besser wie sich die Energiewende in Deutschland mittelfristig auf die Wirtschaft auswirken wird, wenn die Umstellungskosten mehrheitlich (=über 50%) wieder eingefahren worden sind. Bleibt dann die Preisentwicklung so wie gegenwärtig oder machen sich dann die viel geringeren Produktionskosten deutlich bemerkbar ? Strom aus Wasser, Luft und Sonne sind billiger als aus Atom.

Das haben wir noch vor uns. Und das muss auch alles noch eingepreist werden, wenn andere weiter bezahlen, legen wir den zweiten Gang ein.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordDie Vorgabe der Wall Street

 
  
    #1160
03.04.18 08:22
Am Ostermontag ging es an der Wall Street kräftig in die Tiefe.
Diese Richtung wird auch der Dax heute einnehmen, nur nicht so stark, weil die Amis eben die Reaktion der Chinesen einpreisen mussten, was wir hier nicht vollständig nachholen müssen/werden. Tendenziell geht unsere Wirtschaft aber jetzt schon davon aus, dass es genau wie beim Brexit bei einer überwiegend nur angekündigten Beeinflussung der Wirtschaft zum Nachteil bleiben wird.

Ein kleiner Teil wird negetiv sein, ein anderer durch die Verbraucher kompensiert (=bezahlt) und ein dritter gar nicht erst umgesetzt, weil wir hier keine Eskalation mitmachen werden.

Das ist eine gute Gelegenheit für den Dax verlorenen Boden wieder gut zu machen.
Ob das klappt, werden wir heute an der Stimmungslage des Dax ablesen können, denn nur die könnte dafür sorgen, dass der Dax über den 12 000 bleiben wird. Bei uns beginnt heute der neue Handelsmonat, die Berichte werden weit überwiegend positiv sein, denn Brexit und Handelskrieg hatten noch keinen Einfluss auf die Wirtschaft. Nur langsam sollte es uns Sorgen machen, dass der Arbeitslosenpool immer weiter schwindet, die Stellenangebote dagegen bei fast 800 000 weiter bestehen bleiben.

Nur wenn sich die Wirtschaftspolitik als weise genug herausstellt, wird es gelingen für halbwegs ausreichenden Nachschub an Beschäftigten zu sorgen. Der kann nur aus den anderen Staaten Europas herkommen. Also heisst es rechtzeitig anwerben, Sprache beibringen, Wohnungen bereitstellen und übernehmen. Hier muss die Wirtschaft selbst mit anpacken und darf sich nicht nur auf die Politik verlassen.

Genügend Geld ist vorhanden, es fehlt nur an helfenden Leuten.

(Gleiches gilt für den Glasfaserausbau in Deutschland)

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordDie Stimmungslage

 
  
    #1161
1
04.04.18 09:17
ist besser als viele denken.

Europa insbesondere Deutschland werden sich nicht auf die Stufe eines verzweifelten US-Präsidenten herabziehen lassen, der insgehaeim jetzt schon weiss, dass es der Wirtschaft in den USA an den Qualitätskragen geht, der eine Nummer zu groß für sie ist.

Shang-Jin Wie, Professor an der Columbia Universität, hat genau wie ich erkannt, dass es nicht so sehr ein Wirtschaftskrieg ist/sein wird, der die USA belastet sondern die neueste Steuerreform. Man vergleiche dazu meine Nr. 1155 und 1156 hier im Thread. Doch momentan schert das kaum jemenden, denn die Aktien sind weiter gefragt, auch wenn dabei zuvieles über einen Kamm geschoren wird, was die amerikanischen Aktien angeht. Hier fehlt ein echter Aufhänger, der den richtigen und echten Abstand zu deutschen Aktien festmacht.

Die Gewinne deutscher Unternehmen sind eben trotz vieler Belastungen (Brexit, Diesel, Energiewende usw.) weit nachhaltiger als sich das die Amis vorstellen können. Beste Beispiele sind die Banken und die Händler in den USA. Wildwuchs regiert da immer noch, was zwar nicht die gleichen Auswirkungen hat, wie die ständigen Betrügereien der deutschen Bank(en) aber eben nicht geringere. Hier sind faulste Kredite am werken, die nicht mit einer "Strafzahlung an die Justiz" aus der Welt geschafft werden können. Gleiches gilt für Amazon usw. die nur noch überleben, weil sie schon gar keine Gewinne mehr über die normale Handelsschiene erwirtschaften sondern eben nur noch über irgendwelche Lizenzen (Streamingdienste usw.).

Von den amerikanischen Autobauern ganz zu schweigen. Wie die Bezeichnung Auto- Bauer schon sagt, handelt es sich nicht um Hersteller sondern um Anbauer wie man am Beispiel TESLA erkennen kann. Anders lässt sich nicht erklären, warum deutsche Autos selbst mit/trotz Manipulationssoftware weiter besser verkauft werden als amerikanische Eigengewächse. Da darf man ruhig die Frage stellen, ob es nicht die Hardware ist, die die Kaufentscheidung ausmacht.

So richtet sich der Markt langsam auf eine neue Berichtssaison ein, die zumindest hier in Deutschland ungetrübt und mit viel "Gefahren" eingeredet werden soll. Zu vielen Bankenknechten ist das Wachstum ein Pfahl im Fleische, der sich dreht, denn je länger es andauert, desto weniger Kredite werden benötigt, weil Investitionen aus der Kasse bezahlt werden können.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordKein Trend in Sicht

 
  
    #1162
1
05.04.18 09:01
Ping-Pong-Börse ?
Politische Börse ?

Oder was haben wir ?

Nichts davon, sondern einen von psychotischen Schüben gesteuerten amerikanischen Präsidenten, der gleichsam einer bewegten See ständig senen (Schnaps)ideen Folge leistet. Die Folge davon ist, dass keine Kompetenz mehr in seinem Beraterstab - geschweige denn in seiner Regierungsmannschaft mehr vorhanden ist. Keiner mit Sachverstand ist länger bereit seiner Politik aktiv beizuwohnen, denn jeder weiss, dass der Tag kommen wird, an dem das Volk/die Presse mit dieser Poliik abrechnen wird. Der Schaden wird immens sein und jemand dafür zur Verantwortung gezogen.

Nur eben nicht der vom Volk gewählte Präsident.

Das Problem dabei ist, dass sich davon nichts konkretes in Aktienkurse einpreisen lässt.
So bleibt es bei der restlichen fundamentalen Einschätzung, dass auch in den USA Wirtschaftswachstum vorhanden ist, dass trotz der präsidialen Irrwege nicht vom Kurs abgebracht wird. Schon jetzt ist erkennbar, dass Deutschland immer besser dabei abschneiden wird als alle anderen Länder. Einzig ein völliges Importverbot deutscher Waren könnte daran etrwas ändern, nur das hätte noch schwerere Auswirkungen auf die Versorgungslage in den den Ländern, die so ein Importverbot verhängen würden.

Aus der Sicht eines deutschen Anlegers ist ein Kampf gegen die deutshe Qualität nur durch Qualität möglich, aber die gibt es nicht. Billigerzeugnisse - egal ob aus China oder den USA - haben bei uns einen immer geringeren Marktanteil. Einzig Lebensmittel, egal woher, haben hier ihren festen Platz vorausgesetzt, dass sie nicht "chemisch belastet" sind. Auf lange Sicht ist das schon ein Eingständnis, dass die USA auf dem Weg zurück zu ihren Wurzeln sind. Zurück zur Agrarnation.

Keine Automobilbranche, aus teuren Computern sind billige Massenartikel geworden, Holzlauben anstelle Häuser aus Stein, Zuckerlösungen anstelle nahrhafter Getränke, Gemüsekuchen anstelle von Pizza, unsoziale Netzwrke, die von fake-news überschwemmt werden, Schusswaffen anstelle von gesellschaftlicher Geborgenheit, 3 Jobs anstelle eines, der zum Überleben reicht, und so weiter und so weiter.

Eine marode Gesellschaft in allen Bereichen.
Da darf ein marodierender Präsident nicht fehlen. Der passt genau in so ein Bild.
Leider haben das unsere Politiker hier nicht begriffen, dass man auch Amis Greencards für Deutschland ausstellen kann. Die Fachkräfte von dort sind leicht hier unterzubringen. Und sind die erst einmal hier, so ergeht es ihnen nicht anders als den GI´s nach dem zweiten Weltkrieg, die auch nicht mehr weg wollten.

So werden wir das trendlose Verhalten der Aktienbörsen tatenlos hinnehmen müssen, denn trotz vieler Mängel/Nachteile haben wir hier in Deutschland einen Aufschwung, der ganz anders ist als alle anderen zuvor. Wir errichten ein zweites Standbein neben unserem Export, das auch das erste an Stabilität und Umfang zunehmen lässt. Anders als alle anderen Wachstumsphasen zuvor, ging es danach jeweils wieder bergab, weil es an der Binnennachfrage gefehlt hat. Das ist jetzt grundlegend anders.

Alle Bedürfnisse wachsen schneller als sie befriedigt werden können. Egal ob Wohnraum oder Beschäftigung. Hier hat sich unsere Geselschaft erhoben und beginnt auch ohne die Wirtschaft in anderen Ländern Nachfrage bei uns selbst zu erzeugen - und das dauerhaft.

Das ist in den Aktienkursen noch längst nicht angekommen.
Zu wenig Sachkenntnis bei der deutschen Bevölkerung ist in Sachen Kapitalanlage in Aktien vorhanden. Gleichzeitig wird jede echte Information auf diesem Gebiet massiv unterdrückt, da die Banken/Geldinstitute ansonsten ihr eigenes Interesse untergraben würden. Dass Privatleute selbst in Aktien investieren und nicht mit ihnen handeln, darf hier nicht passieren. Aber nur das ist auf lange Sicht auch ein notwendiger Teil des Vertrauens der deutschen Bevölkerung in ihre eigene Wirtschaft.

Das einzige mal als eine "Volksaktie" an die Börse kam, wurden die Privatanleger von den institutionellen Anlegern vorgeführt und keine Anlageberatung hat den Kleinanlegern dringend abgeraten in die Blase einzusteigen. So haben sich viele, zu viele ihre Hände verbrannt und sind nicht gewillt trotz hoher Vermögenswerte richtig in Aktien zu investieren.

Hier sind uns die Amis noch voraus, doch auch da beginnt sich etwas zu ändern.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordUnverändert

 
  
    #1163
09.04.18 09:05
Obwohl der Wechselkurs jetzt unter 1,23 liegt, ist das keine Beruhigungspille für den verdrehten Aktienmarkt. Ich bleibe dabei, dass jetzt zu den Berichten des ersten Quartals keine Änderung im Chartverlauf von Dax und auch vom Dow Jones eintritt. Das halte ich ab der zweiten Jahreshälfte aber für sehr wahrscheinlich. Bis dahin wird zumindest nich ein Zinsschritt der Fed erfolgen und die EZB klarstellen, dass noch keine Änderung ihrer Haltung in 2018 einsetzen wird (hoffentlich hält sie dem Durck der Bankenlobby stand).

Dann wird sich der zu große Preisunterschied zwischen den deutschen und den amerikanischen Aktien bemerkbar machen. Der steigende Dollar und das extrem niedrige Preisniveau der deutschen Aktien werden zumindest einen Teil der Anleger aus Übersee wieder zu uns zurückbringen - egal wieviel Schrottaktien im Dax sind. Der Führungswechsel bei meiner Hausbank bestätigt nur die Größe des Schrotthaufens.

Trotz der Störungen eines amerikanischen Präsidenten bleibt die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs. Noch ist nicht einmal klar, ob und/oder wieviel von den geplanten Strafzöllen auf die deutschen Waren entfallen. Desgleichen ist selbst dann nicht einmal gesagt, dass die Amis nicht dennoch die höheren Preise bezahlen wollen und werden. Das wäre der Supergau für Donald Trump, denn das würde belegen, dass die eigenen Produkte nicht einmal unter diesen Umständen konkurrenzfähig sind.

Und was für die eigenen Leute in den USA gilt, die Made in Germany kaufen, gilt erst recht für alle anderen, die weiterhin nicht Made in USA haben wollen. Solange die Menschen Geld in der Tasche haben, wird sich Qualität immer durchsetzen.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordVerbessert scih die Stimmung ?

 
  
    #1164
10.04.18 09:13
Moderate Töne aus China und den USA, die wieder auf mehr Verhandlung als Konfrontation setzen, bringen Kurse voran. Das werden wir heute im Dax und anschliessend auch an der Wall Street erleben. Dennoch ist damit keine Trendwende verbunden, denn die Aktienmärkte warten auf die Berichte des ersten Quartals.

Viele Indikatoren lagen dabei hier in Deutschland eher auf Vorsicht, was die zukünftige Lage angeht. Was die gegenwärtige Lage betrifft, so geht jedoch der Aufschwung weiter, weil eben mögliche Faktoren eben erst kommen müssen um die Lage zu verschwelchtern. Aber sie sind nicht in Sicht. Und für meine Begriffe sind sie genau so unbedeutend wie der Brexit. Das geht sogar so weit, dass wir hier in Deutschalnd feststellen müssen, dass sogar die Möglichkeit besteht, dass wir davon sogar profitieren werden.

Das wäre bei Strafzöllen vielleicht nicht so der Fall, aber sobald bei den Strafzöllen andere Länder auch betroffen wären, würde eine Abstufung wiederum zu einer günstigeren Bewertung führen als wir momentan das sehen. Geht man jedoch von harten Fakten aus, die veröffentlich werden, so findet der Aufschwung unverändert und unvermindert statt. Das werden auch die zahlen des ersten Quartals belegen. Die nächste Steuerschätzung wird wie gewohnt auch wieder nach oben korrigiert werden müssen, so dass gar keine Veränderung feststellbar ist.

Leider wird sich der Wechselkurs zumindest solange nicht verändern, wie es noch nicht zu weiteren Zinsschritten in den USA gekommen ist. Von daher sehe ich Wechselkurse um die 1,23 schon als "blasenträchtig" an, denn bei dem vorliegenden Zinsmaß in den USA muss der Dollar schon jetzt einfach deutlich stärker bewertet werden. Noch kann man das dortige Haushaltsdefizit nicht als relevanten Faktor einbeziehen. Dazu wären weitere Steuerausfälle notwendig.

Aus meiner Sicht wird sich die Wirtschaftsmacht Deutschland extrem vergrößern. Das Wachstum bleibt nachhaltig, langfristig erhalten, das Staatsdefizit wird immer weiter abgebaut, die privaten Einkommen werder weiter deutlich schneller als die Zinsen ansteigen und damit den Bedarf an (Fremd)kapital immer weiter absenken. Das bedeutet für die Banken, dass der Alptraum noch nicht einmal richtig begonnen hat. Rein rechnerisch kann man das tatsächlich richtig einfach linear berechnen. Mit jedem Prozent, das die Menschen hier mehr Geld in der Tasche haben, verringert sich die Nachfrage nach Kapital um genau dieses Prozent. Vorausgesetzt, dass man nach jeder Verminderung das Resultat als neue Basis von 100% für die danach folgende Verminderung nimmt. (=negativ umgekehrter Zinseszinseffekt)

Mindestens bis Ende 2020 bleibt das so erhalten. Die Aussichten danach sind zwar ungewiss, haben aber keine Andeutung für eine Veränderung.

Der Chartlord

 

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordIch bin leider wieder krank !

 
  
    #1165
13.04.18 00:25
Diesmal aber noch schlimmer bakteriell verseucht.

Trotzdem versuche ich so gut es geht am Ball zu bleiben, was es bringt, wenn man nicht aufgibt, hat Ronaldo ja Mittwoch bewiesen. (hähä)

Ganz anders sieht es bei VW aus.
Völlig ungewöhnlich wie der Konzern seine Personalstrategie an der Führungsspitze handhabt. Dazu dieser verdächtig ungewöhnliche Zeitpunkt an dem keine VW-Insider irgendetwas geahnt hat.

Börsen-Beobachter und Anleger vom richtigen Ufer ahnen und schätzen diesen Vorgang aber genau, passend zu einer kurz vorher veröffentlichten Meldung der Post, die genau das Mark der Wolfsburger getroffen hat. Die Streetscooter werden das 5. Segment der Post und bekommen ihren Vorstandsposten und alle übrigen Teile im Postkonzern. Damit geht die Post kurz vor der Eröffnung ihrer zweiten Fabrik strategisch intern in die Offensive, denn von diesem Standpunkt aus werden weitere Fabriken und die nächste Expansion der Works vorangetrieben.

Das hat den Aufsichtsrat von VW in die Enge getrieben, denn für VW steht nichts weiteres als das gesamte Kleintransportersegment auf dem Spiel. Nur wie jeder weiss, hat weder VW noch irgendeine andere Firma eine Stratgegie gegen die Postautos, die elektrisch die letzte Meile schon jetzt beherrschen. Das einzige Manko war der zu geringe Produktionsausstoß, von dem die Post auch noch einen großen Teil selbst benötigt. Das wird sich schlagartig mit der zweiten und jeder weiteren Fabrik ändern.
Zusätzlich hat die Post auch noch die Vertriebskanäle von Ford gewinnen können, was aber erst durch die entsprtechenden Produktionszahlen Sinn macht.

Das konnte weder der Vorstand von VW noch der Aufsichtsrat weiter tatenlos mit ansehen. Herausgekommen ist ein Schuss ins eigene Knie, denn nur eine technologische Aufholjagd hätte die Chance auf eine Beseitigung einer faktischen Monopolstellung der Post erhalten können. Stattdessen ist VW ins persönliche gegangen und versucht an anderer Stelle das Terrain zu retten, das bei den Kleintransportern verloren geht.
Vergessen wir nicht was Herr Müller als erstes gesagt hatte, nach dem die Post bekannt gegeben hatte, dass sie als Antwort auf die Ablehnung von VW extra Modelle für die Post zu entwickeln gegeben hat, diese in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft selbst zu entwerfen :

"Diesen Schritt hätten wir verhindern müssen."

Hat VW aber nicht, so haben sie nicht nur einen ihrer größten Kunden verloren sondern auch noch eine unerreichbare Konkurrenz bekommen. Und mit keinem einzigen Wort wird genau diese Situation in einem Segment erwähnt, das zumindest bei VW größer ist als das der LKW´s. Deswegen geht man ja auch scheinbar dort in die Offensive. Auch als Aussenseiter kann sich jeder vorstelllen, was passieren würde, wenn entsprechendes bei Tesla passieren würde, was ja gerade eben auch nicht der Fall ist. Hier wird eine gescheiterte Technologie weiter fortgeritten, die längst von der Leichtbauweise der Works abgeschüttelt worden ist. Nur die Entwicklung hat die Post ganz alleine gemacht, die sie jetzt zum Monopolanbieter für Kleintransporter werden lässt, die im Gegensatz zu allen anderen eine lebenslang aufladbare Batterie vorweisen kann, die nicht alle paar Jahre erneuert werden muss.

Und dieser Alptraum hat noch eine Fortsetzung :

Was passiert, wenn die Post an einem entsprechenden Kleinwagen forscht, der auch nicht mit einer Batterieladung durch ganz Europa fahren kann, dafür aber jeden Tag seine Halter von und zur Arbeit bringt ohne dafür jemals die Batterie wechseln zu müssen ? Dazu muss man "nur" den gesamten Aufbau dieser Autos neu ausrichten, weil die Leichtbauweise ein verändertes Fahrverhalten erfordert usw. Das geht aber nur über Try und Error, was 4-6 Jahre dauert.

Und selbst dann ist der Apltraum noch nicht zu Ende, weil selbst dann noch nicht klar ist, ob man überhaupt ohne diese technologische Entwicklung auskommen wird. Wer seine Marktposition auf lange Sicht behalten will, sollte lieber bei Zeiten anfangen zu forschen als später den Gang der amerikanischen Automobilindustrie zu wiederholen.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordDer Alptraum wächst

 
  
    #1166
17.04.18 10:28
Gestern und vorgestern ging eine Meldung durch die Presse, dass in Deutschland 440 000 Facharbeitskräfte fehlen, und dass das zu einem BIP Minderwachstum von ca. 0,9% führt.

Kann sein, kann aber auch genau das Gegenteil sein. Warum ?

Nun, es wird begründet, dass durch das Fehlen dieser Leute Investitionen zurückgestellt werden. Das stimmt, nur ist das der Grund, warum nicht nur etwas weniger investiert wird, sondern weil diese Investitionen verzögert kommen, sind sie auch viel weniger kreditbelastet. Der Anteil der vollständig selbst finenzierten Investitonen wächst ständig. Zwar langsam aber undaufhaltsam. Und das trifft die Banken noch viel tiefer ins Mark als der Nullzins.

Durch die verzögerten Investitionen verlängert sich automatisch der Aufschwung. Gleichzeitig führt die verminderte Kreditquote zur Reduzierung der Ineffizienz der Investition und beschleunigt das weitere Wachstum, das durch eine Kreditquote immer gebremst wird. Man darf nicht vergessen, dass die vorgenannten Investitonen nicht abgeblasen sondern nur später vorgenommen werden. Somit streckt der Personalbedarf auch gleichzeitig die Dauer des Aufschwungs, weil alle Überhitzungstendenzen verhindert werden.

Der harte Kern des Aufschwungs liegt in der Beseitigung der Aufwendungen für Arbeitslosigkeit. Und das ist noch längst nicht alles auf seinem Höhepunkt angekommen. Alle Wirkungen werden erst spürbar verzögert in der Wirtschaft aufgenommen, denn der "Umweg" über die Staatsmittel dauert eben seine Zeit. Aber während dessen geht der Abbau der Arbeitslosigkeit noch weiter. Dieser Trend ist fest, dauerhaft und nachhaltig. Ich werde meinen Fokus für den Rest des ersten Halbjahres auf die möglichen Auswirkungen von Brexit und Handelskrieg richten. Ich vermute, dass das weit weniger Auswirkungen haben wird als befürchtet (= unter 1% Wachstumsverlust weltweit).

Ich gehe davon aus, dass eintretende Wirkungen entweder bald (=bis Ende Juni) oder gar nicht mehr eintreten werden. Dann werde ich mein Augenmerk im zweiten Halbjahr auf die kommenden weltweiten Investitionen legen. Zu denen zähle ich auch eine schleichende Fortsetzung der Energiewende in anderen Ländern.

Der Chartlord

 

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordIch bin mir nicht sicher

 
  
    #1167
23.04.18 09:06
Es scheint so, als ob der Chart des Dax zur Zeit irgendwo zwischen der 200-Tage-Linie und der 38-Tage Linie eingeklemmt ist und nicht vorwärts oder rückwärts weiter kommt. Aber da wir uns in der Berichtssaison befinden, ist das nur den kommenden Zahlen geschuldet. Fundamental habe ich einen ganz anderen Eindruck :

Ich habe das ganze Wochenende gelesen, gesehen und überprüft, was die Aktienmärkte gegenwärtig so ein-und auspreisen. Erstaunliches ist da zu Tage getreten. Das Umfeld gibt das nicht annähernd wider. Der Wechselkurs bleibt bei knappen 1,23 $ und der Ölpreis wird weiter nach oben gezockt, wobei die Umsätze des Ölmarktes nicht steigen. Die Wirtschaftsdaten sind weltweit mindestens ordentlich - eher gut. Die Teuerungsraten steigen nicht weiter an, besonders in Europa wurde die letzte Meldung nach unten korrigiert, so dass der Druck auf die Notenbank erhalten bleibt die Aufkäufe zu verlängern, denn ansonsten würde der vorhandene Teuerungswert nach unten abschmieren. Von einer Zinsanhebung ganz zu schweigen.

Was also preisen denn die Aktienmärkte so ein und aus ?

Brexit ? Nein, der ist mehr als eingepreist und das als Nullnummer.
Eine Pleite Griechenlands, die viele Staaten mit in den Verlust reisst ?
Nein, denn obwohl noch längst nicht alles erreicht wurde, ist die Talsohle durchschritten und es geht mit den Griechen wieder langsam aufwärts. Alle Kredite wurden dabei voll bedient, wohlgemerkt verzinst bedient !

Was ist es dann ?

Kaum zu glauben, es ist der Faktor Donald Trump, der aus allen Kursen ausgepreist wird/werden muss. Egal ob Mauer, Steuerreform oder Handelskrieg. Alles das hat nach und nach immer weniger Bedeutung für das Tagesgeschäft an der Börse. Dagegen ist das wachsende Haushaltsdefizit in den USA immer mehr Inhalt dessen, was die Märkte langam aber stetig einpreisen. Der dazu nicht weiter steigende Wechselkurs ist der Beleg dafür. Schon längst hätte der Dollar seinen Zinsabstand zum Euro auch in einen Wechselkursabstand übernehmen müssen. Besonders, wo jetzt klar ist, dass die Fed noch weitere Zinsschritte in diesem Jahr vornehmen wird, und jeder das Haushaltsdefizit anfeuern wird.

Das hat eine Sekundärwirkung, die erst stark verzögert und nur sehr langsam auftreten wird. Es ist die Stärkung des Euro an der Zinsfront. Durch das Haushaltsdefizit in den USA wird immer mehr Geld gebunden; zuerst in Dollar dann auch in Fremdwährung, das hilft den Europäern die eigenen Zinsen niedrig zuhalten, denn die Gewinne in Europa haben eine entgegengesetzte Wirkung als eventuell vorhandene Gewinne in den USA. Dort zahlt der Bürger die Zeche, die die Reichen und Firmen mit der Steuerreform bekommen haben.

Faktisch merkt man schon jetzt, dass eine Steuerreform, die eine Entlastung der Wirtschaft ist, die aber nur Schrottprodukte herstellt, die keiner haben will, eine sinnlose Subvenbtionierung darstellt, die N U R mit Protektionismus aufrecht erhalten werden kann. Leider ändert das nichts an der Nachfrage. Müll kauft keiner, egal wie billig man ihn anbietet.

Deswegen meine Aufforderung an die G7 : Lasst doch Trump besteuern, was er will. Die Nachfrage bezahlt ja der Ami, der ihn gewählt hat. Und die Jobs verlieren diejenigen, denen er "America first" versprochen hat. Wenigstens da hält er sein Wort, denn America wird zuerst den Bach runter gehen.

Den Aktienmärkten ist das jetzt klar, so dass weder ein Handelskrieg noch eine Abschottung zu fürchten sind, denn beides verändert nicht die Nachfrage. Kein amerikanischer Präsident ist in der Lage Angebot und Nachfrage zu steuern. Bestes Beispiel ist die Prohibition, in der sich sowohl Angebot als auch Nachfrage durchgesetzt haben. Nur um wieviel notwendiger braucht die amerikanische Wirtschaft Stahl, Autos, Werkzeuge und Made in Germany als Schnaps ?
(Wenn Trump die amerikanische Wirtschaft ruiniert hat, wird Schnaps das einzige sein, was sich die Amis noch leisten können.)

Die Geschäfte laufen gut, und die Aktienmärkte sehen nirgends eine "Gefahr", die anders als der Brexit (zum Beginn) real eingepreist werden musste. Also wird der Brexit wieder ausgepreist, wogegen Trump´s Ideen nicht einmal mehr eingepreist werden. Vielleicht werden sich die Anleger bewusst, dass man einem Milliardär, der Pleite gegangen ist, wirtschaftlich nicht vertrauen darf. Die Flucht seiner Berater und seines Umfeldes sprechen dafür. Und wohin führt das den Dax ? Nun meine Unsicherheit ist eigentlich eine Sicherheit, dass der Dax während der Berichte seine Lage nicht verändern wird. Erst zeitlich daran anschliessend wird sich etwas ändern.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordDer Abstand zum Höchststand

 
  
    #1168
24.04.18 08:57
Etwa 1000 Punkte fehlen dem Dax noch zu seinem Allzeithoch. Das sind 8%. Dem Dow fehlen da noch rund 2200 Punkte, was 9% entspricht. Seit ihren Verlaufstiefs kann man langsam erkennen, dass der Dax beginnt den Abstand zum Dow zu verringern, aber ohne dass dabei das Handelsvolumen steigt.

Muss es ja auch nicht; man erkennt ja nur zu deutlich, dass der Chart nicht identisch ist. Der Dax ist bereits unter seine 200-Tage-Line gefallen, und der Dow nicht. Je länger der Dow oberhalb dieser Marke verweilt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass er die Richtung dreht und wieder ansteigt. Das gilt besonders für alle Fälle, in denen der Dow diese Linie nicht einmal antestet.

Damit steht der Dax aber vor dem Problem, dass er schon darunter liegt und nicht so ohne weiteres wieder darüber ansteigen will/wird. Zum Glück ist der Abstand inzwischen schon sehr gering geworden, so dass der Dax auch ohne einen Anstieg des Dow diese Marke wieder erklimmen kann. Mit frischen Zahlen der Berichte wäre das auch ohne zusätzliche Umsätze möglich. Auf die Zinsentwicklung bin ich gestern schon eingegangen, die jedoch für den Dax irrelevant ist, da das nur den Dollarraum betrifft.

Da ist es für den Dax eher günstig, wenn die Amis ihren eigenen Aktien den Boden unter den Füssen wegziehen. Schematisch sind schon die nächsten Zinsschrite in die Aktienindizes eingepreist, denn 1% Zinsanhebung sind eben 3-4 Schritte, die nicht am stück in die Aktienmärkte eingepreist werden. Da sind es doch eher 0,25%, die jetzt schon über den tatsächlichen Zinsen eingepreist sind. Mit derartigen kleinen Schritten wird verhindert, dass künstlicher Druck auf den Dow Jones entsteht, der den Index aus dem steigenden Segment kickt.

Also besteht jetzt bei der guten Konjunktur die Gelegenheit für den Dax auch ohne die Rückkehr der Anleger aus Übersee etwas nachzulegen. Ich hatte schon einmal angedeutet, dass bis 13 200 ein Anstieg jederzeit möglich ist. Ein anschluessendes zweites Standbein, das durch die Rückkehr zur 200-Tage-Linie ausgebildet werden könnte, läge momentan betrachtet sehr gut im Kurs.

Fundamental stehen keine neuen "Wrackteile" zum Einpreisen in den Index auf der Liste, die vorhandenen Schrottaktien sind eingepreist, ohne dass dabei noch Rückstände vorhanden sind. Einzig der fehlende Schadensersatz für die Dieselfahrzeuge wird vom Markt hier in Deutschland noch hartnäckig verweigert eingepreist zu werden. Solange keine neuen Wirtschaftsnachrichten kommen und nur die Zahlen berücksichtigt werden müssen, kann es dem Dax gelingen wieder in seinen steigenden Bereich vorzudringen. Der liegt oberhalb von 12 660.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordDie Arbeitslosigkeit schwindet

 
  
    #1169
1
25.04.18 09:11
Offiziell sind es nur noch 5 Monate in denen die EZB Schuldtitel aufkauft, aber ich bin mir sicher, dass es hinter verschlossenen Türen schon längst beschlossene Sache ist, dass das Aufkaufprogramm verlängert wird. Vielleicht sogar in vermindeter Form, aber auf jeden Fall wissendlich, dass selbst mit den jetzigen Aufkäufen der inflationäre Zielkanal nicht erreicht werden konnte.

Das wäre dann die Grundlage, auf der sich die Monate ab Oktober 2018 weiter in Richtung Vollbeschäftigung in Deutschland entwickeln würden. Je länger für den Verbraucher die Null bei der Verzinsung durch die Zentralbank in Europa bleibt, desto wirksamer wird der Aufschwung. Eine Überhitzung der Konjunktur ist weit und breit nicht in Sicht.

Gleichzeitig beginnt der Faktor Beschäftigung immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Es sind dann nicht mehr die Zahlen der Arbeitslosen sondern der Beschäftigten, die für die Hochrechnungen wichtiger werden. Es wird dann immer mehr darauf ankommen, dass aus dieser Zahl die kommenden Steuereinnahmen, Sozialabgaben und besonders die Investitionen samt dem alten Schuldenstand berechnet werden können. Denn hat der Einnahmestand erst einmal ein bestimmtes Niveau überschritten, so bleibt ein viel höherer Sockelbetrag davon langfristig erhalten, als er füher zu Zeiten der Massenarbeitslosigkeit vorhanden war.

Schematisch betrachtet ist das der Bremsklotz, der für kommende Zeiten den Wiederanstieg der Arbeitslosigkeit schon frühzeitig bremst und verhindert. Die schwarze Null im Statsahaushalt sorgt während dessen für eine Abnahme der Statsaverschuldung und einen Anstieg der Investitionstätigkeit. Hier hat der jahrzehntelange Investitionsstau eine noch nachhaltigere Wirkung als die Abnahme der Arbeitslosigkeit. Heute im Jahr 2018 kann man schon vorsichtig in Richtung der Entwicklung auf 2030 schielen, denn der längste Teil bis dahin wird unverändertes Wachstum bescheren. Damit werden aber schon bald auch demographische Regelungen möglich, die nicht wie früher erwartet in das Wachstum einschneiden.

Maulern, Jaulern, Nörglern und Miesmachern sei schon jetzt gesagt, dass irgendwann noch in diesem Jahr die Abnahme der Arbeitslosigkeit immer langsamer wird. Das liegt daran, dass sich diese Zahl immer mehr dem harten Kern nähert, der immer schwerer oder gar nicht mehr zu vermitteln ist. Naturgemäß wird deswegen der Zustrom der Beschäftigten aus dem Ausland kommen (müssen). Hier werden wir erstmalig in Deutschland merken, dass es ein riesen Vorteil ist im Herzen Europas quasi einen europäischen Binnenmarkt für Beschäftigung zu haben.

Für die deutsche Wirtschaftspolitik ist es jetzt von Vorrang die Weichen für eine reibungslose Übernahme europäischer Menschen in die deutsche Arbeitswelt zu sorgen.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordDas Verbrauchervertrauen

 
  
    #1170
26.04.18 08:30
Jeder, der sich noch an die Umfragewerte zum und/oder während des beginnenden Brexit erinnert, muss jetzt feststellen, dass jetzt während laufender Handelsauseinandersetzungen der Ausschlag nur noch minimal ist. Der Verbraucher erwartet eben keine großen Auswirkungen von alllem, was jetzt so palavert wird. Weder Syrien, noch Russland, noch Brexit und erst recht nicht Donald Trump spielen für den deutschen Verbraucher eine beachtenswerte Rolle.

Riesige Nachfrage nach Personal und weiter steigende Löhne bei keiner Inflation sind da viel bedeutsamer. Zu Recht ! Denn begleitet wird dieses Vertrauen so langsam auch von einer beginnenden Euro Korrektur auf ein angemesseneres Niveau, das schon jetzt vor den kommenden Zinsschritten in diesem Jahr irgendwo zwischen 1,20 und 1,15 liegt. Selbst fast ahnungslose Verbraucher wissen, dass damit eine Belebung des Exports für die gesamte Eurozone verbunden ist.

Genau wie die Aktienmärkte den Brexit fast völlig wieder auspreisen mussten, so wird der bereits eingepreiste Handelskrieg wieder zurückgenommen werden. Das alleine wird 1-2% von Dax und Dow Jones ausmachen. Allerdings nicht sofort, hier sind viele Faktoren in der Schwebe, die erst nach und nach im Jahresverlauf geklärt/beseitigt werden. Was übrig bleibt ist schon auf kurzfristige Betrachtung ein Vertrauensverlust gegenüber der amerikanischen Politik. Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit sind Merkmale einer politischen Führung, die aus der Stärke der Überzeugung heraus agiert.

Bei Donald Trump sind es dagegen Zufälligkeit und Unberechenbarkeit, die aus dem Narzismus seiner Persönlichkeit entstammen.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordIch kann es nicht glauben,

 
  
    #1171
30.04.18 09:32
dass T-Mobile US die Sprint so einfach schlucken darf.
Da werden die amerikanischen Wettbewerbshüter auch ohne Trump "Schluckauf" bekommen. Das hat umgekehrt aber prinzipiell genau so schon einmal nicht geklappt. Einfach nur die Mehrheiten geändert, ändert das nichts an der Marktbeteiligung.

Entsprechend jetzt die Mutter im Dax kaufen ist eine vorschnelle Idee.

Auch wenn heute nur ein Brückentag ist, so merkt man doch jetzt, dass die Devisenhändler den Dollar weiter nach oben treiben und der Euro in realistischere Bahnen gelenkt wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Europäer auf Donald´s Forderung nach günstigeren Automobilbedingungen sofort nachgeben, denn rollende Colabüchsen will keiner fahren, egal wie günstig die sind.

Hier kann man im Handelsstreit deutlich Boden gut machen.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordDie Zeche zahlt der Verbraucher

 
  
    #1172
2
02.05.18 08:56
Es wird nur der amerikanische Verbraucher die Strafzölle bezahlen. Selbst wenn auch in der EU Strafzölle erhoben werden sollten, so wird das fast eine Nullnummer.

Wer fährt denn heute noch Harleys ?
Wer trinkt denn heute noch Bourbon ?
Wer fährt denn heute noch amerikanische Autos ?

Nur Amis !
Oder europäische Exzentriker.

Aber Normalverbraucher nicht.

Und genau deswegen wird der Handelskrieg, so er denn kommt und nicht weiter endlos verschoben wird, nur diejengen treffen, die eigentlich "beschützt" werden sollten. Aber genau das wird solange nicht eintreten wie der eigentliche Schuldige - China - nicht völlig unter Embargo gestellt wird. Wenn da jemand denkt, dass das unsere Wirtschaft hart treffen sollte, so muss er sich sagen lassen, dass man die Gegenrechnung vor jeder Wertung machen muss. Und dann sieht das Ergebnis schon ganz anders aus.

Es sind ja nicht nur Dumping-Preise, die zu beachten sind, sondern noch viel schlimmer der Technologiediebstahl, der langfristig noch viel teurer wird. Damit kommt man sehr schnell zu der Berechnung, dass mögliche Umsatzeinbußen sofort zu verkraften sind, aber langfristig die Konkurrenzfähigkeit nicht weiter untergraben wird. Wenn man ehrlich ist, ist China´s Platz im Welthandel zu 99% wirtschaftsspioniert. Da ist es strategisch und taktisch angemessen, den Räubern eine "Auszeit" zu gönnen, mit der der wirtschaftliche Vorsprung wieder hergestellt wird, was die Banditen technisch für Jahre wieder ins Hintertreffen stellt.

Hält der Technologiediebsthl so unvermindert an, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Dumping für Insolvenzen in Deutschland sorgen wird. Und nicht nur bei uns. Solarworld sollte ein warnendes Beispiel sein. Geht man davon aus, dass ein völliges Einfuhrverbot von Waren aus China zu verhängen ist, und dass die chinesische Antwort entsprechend lautet, so wird man sehr schnell feststellen, dass schon nach kurzer Zeit die Nachfrage nach Produkten aus Deutschland/der EU steigen wird, weil diese eben die Innovation erhalten, die China nicht mehr stehlen kann. Der Diebstahl erfolgt ja in den seltesten Fällen über Datenklau. Meistens über Warenlieferungen und Firmenbeteiligungen.

Da das chinesische Verhalten von der Regierung gesteuert ist, liegt dort der tatsächlich längst laufende Wirtschaftskrieg, der kein Handels- sondern ein Technologietransferkrieg ist. Und da heisst es der Hydra alle Köpfe abschneiden, bevor sie uns frisst.

Der Chartlord  

1313 Postings, 2231 Tage Ben-Optimist@ CL nur kurze Anmerkung

 
  
    #1173
02.05.18 14:09
die "Spionage " läuft nicht nur über unseren Export, die Daten werden oftmals gleich mitgeliefert, ehe Produkte importiert werden dürfen, müssen z.Teil Zeichnungen usw. gleich online für die Chinesen bereit gestellt werden - Zoll & Co...  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordEs gibt keinen Chart des Dax,

 
  
    #1174
03.05.18 09:02
der nicht vom Wechselkurs beeinflusst wird.

Jeder, der jetzt so tut, als ob er vom Kursanstieg völlig überrascht worden ist, hat entweder keine Ahnung oder lebt in einer Scheinwelt, in der die Indizes völlig ohne äußere Einflüsse bestehen.

Mit dem Fall des Wechselkurses unter die 1,20 hat sich nicht die Büchse der Pandora geöffnet sondern der Markt begonnen den realen Wert der beiden Währungen, zu dem auch das jeweilige Zinsniveau gehört, fest zu legen. Nur wird das nicht bei knapp unter 1,20 bleiben. Die nächsten Zinsschritte der Fed werden kommen und mit ihnen die längst überfällige Aufwertung des Dollar.

Die Aktienmärkte werden das entgegengesetzt auf beiden Seiten des Atlantiks widerspiegeln. Für die deutschen Aktien heisst das gerade jetzt zur Berichtssaison, dass die Anleger aus Übersee genau hinschauen werden, in welche Werte sie die Rückkehr in den Euroraum vollziehen werden. Dazu kommt die unter allen Händen gehandelte Aussicht, dass die EZB ihre Aufkäufe verlängern wird, was den Anlagehorizont für europäische Aktien deutlich verlängert. Als Beleg dafür sind die gestrigen Umsätze schon ausreichend.

Gerade jetzt, wo eine Teuerungsrate von 1,6% in Deutschland bestätigt worden ist, muss jedem klar sein, dass ein Wegfall der Aufkäufe das gewünschte Zinsniveau bei 1,9% in sehr weite Ferne rücken würde. Man darf nicht vergessen, dass die 1,6% nur der Wert für Deutschland ist, der nur mit den Aufkäufen erreicht wurde. In vielen anderen Ländern des Euroraumes liegt dieser Wert deutlich darunter.

Umgekehrt ist dieser Verlauf des Wechselkurses die Munition für Donald Duck die Zölle zu verhängen, denn damit werden amerikanische Produkte auch ohne Gegenzölle nicht nur in Europa teurer. Das ist die Spirale, mit der America first den Bach runter geht, denn die steigenen Zinsen fressen alle Gewinne und Steuern auf, die jetzt noch in den Haushalt fliessen. Wer in weiser Voraussicht seine Steuerpläne umgesetzt hätte, hätte den oberen Einkommen einen dastischen Steuerzuschlag verpasst, der die Staatsfinanzen gesundet hätte. Nur die Umsätze der Verbraucher in den USA, die zumeist alle Kleinverdiener sind, halten die Wirtschaft im Gang. Hier eine Steuererhöhung vorzunehmen, würde die Wirtschaft in eine schwere Rezession treiben.

In Deutschland verhindert das der Mittelstand im Zusammenwirken mit den Sozialsystemen. In den letzten Jahren ist der Bodensatz deutlich vergrößert worden, unter den eine schlechte Konjunktur nicht mehr fallen wird. Verantwortlich dafür ist der inländische Konsum. Und das wird sich auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. Zumindest in 2018 und 2019 im vollen Umfang des laufenden Trends. Und mit diesem Trend wird nach und nach auch die Lage in den anderen Staaten des Euroraumes verbessert.

Sind wir mal ehrlich und sehen die Strafzölle beim sinkenden Wechselkurs als längst bezahlbar an.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordNachtrag

 
  
    #1175
03.05.18 11:41
Soeben werden die Inflationszahlen für den Euroraum gemeldet. Danach liegt die Teuerungsrate bei 1,2% und die Kernrate bei sogar nur 0,7%. Das liegt beides deutlich unter den Schätzungen der "Experten". Hier kann jeder ablesen, dass die Stimmungsmache der Banklobby für eine Zinswende in Europa nicht funktioniert.
Und nicht vergessen, dass diese Zahlen immer noch einen Teil der jährlichen Kostenanhebung zum/nach dem Jahreswechsel beinhaltet. Danach lässt alleine deswegen die Teuerung zur Jahresmitte hin noch weiter nach.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordDer Ausbruch wurde bestätigt

 
  
    #1176
07.05.18 08:41
Im Chart des Dax der vergangenen Woche kann man genau erkennen, dass der Dax die 200 Tage-Linie nach oben durchbrochen hatte und sofort am Donnerstag ein kleines aber direktes zweites Standbein ausgebildet hatte. Dabei ist es ihm nicht gelungen ganau auf die Linie zurückzukehren, statt dessen hat er im Sicherheitsabstand die Bestätigung erfolgen lassen. Damit gelangt der Dax aus seinem neutralen Bereich heraus in seine steigenden Bereiche. Diese liegen oberhalb von 13 200. Unterstützt wird er dabei durch den Wechselkurs, der jetzt als nächstes Ziel innerhalb der nächsten drei Monate die 1,15 anpeilt. Einzige Bedingung ist dabei, dass es währenddessen zu mindestens einenm weiteren Zinsschritt in den USA kommt.

Zumindest während der noch laufenden Berichte ist dabei fast jeder denkbare Verlauf möglich, wobei ein drittes Standbein auf der 200-Tage-Linie die geringste Wahrscheinlichkeit besitzt. Die größte Wahrscheinlichkeit liegt in einer 61er Extension des Anstiegs vom Tief Ende März bei ca. 11850 auf das Verlaufshoch vom 2.5.
bei 12 800. Das wären 580 Punkte zu den 12 800 und reicht also bis 13 380. Dazu kommen aber noch weitere Währungsschwankungen, die den Dax um so höher treiben, je tiefer der Éuro fällt.

Noch ist dabei aber keine Trendwende zur Rückkehr derjenigen zu erkennen, die seit Monaten aus dem Euroraum an die Wall Street gewechselt sind. Dazu sehe ich frühestens eine Möglichkeit/Gelegenheit nach den laufenden Berichten, wenn man einigermaßen den Überblick über die Gesamtheit der Werte des Index bekommt. Wegen einzelner Werte findet diese Trendwende nicht statt.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordEine politische Börse

 
  
    #1177
09.05.18 08:48
Ob sich die Aufkündigung der Verträge durch Donald Duck auf das Handelsgeschehen auswirkt, bleibt abzuwarten, denn einerseits haben die Börsen damit gerechnet, andererseits ist damit nichts gesagt, ob oder wie die USA Europa dazu zwingen wollen das Embargo mitzutragen, wenn gleichzeitig der Vertrag erhalten werden soll.

Da Deutschland, Frankreich und England im gleichen Boot sitzen, darf man gespannt sein wie der präsidiale Vollhonk die wirtschaftlcihen Aktivitäten der Europäer beenden will, die mit dem Bestand des Vertrages verbunden sind. Wirtschaftliche Strafen gegen europäische Firmen in den USA würden jedes weitere Bündnis mit den USA in Frage stellen, weil das einer politischen Erpressung gleich käme. Besonders die Engländer würden das sehr ernst nehmen.

Das will ich mir erst noch genau anschauen.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordNur ganz schnell

 
  
    #1178
11.05.18 13:12
Ich habe natürlich am Brückentag frei und bin am weitersau... äh. noch immer in geselliger Runde. Aber das hindert mich nicht daran in einem unbeobachteten Moment schnell hier darauf hinzuweisen, dass der Dax natürlich nicht irgendwo bei 12 880 angehalten hat, so wie es die meisten Analysten erwarteten, sondern wie ich schon mehrfach geschrieben habe aus 13 200 losmarschriert.

Dazu den Wechselkurs im Nacken, der für schnelleres oder langsameres Erreichen dieser ersten Marke nach oben sorgt. Das wird auch ins Wochenende mitgenommen. Vielleicht nicht auf dem Höchststand, aber mit weiterer Trendbestätigung.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordKlar im Visier

 
  
    #1179
14.05.18 09:22
Mit Umfeld und Vorgaben hat der Dax am Freitag zum Wochenschluss bestätigt, dass sein Ziel nicht bei 12 880 oder 13 000 liegt. Die Zahlen der Berichte müssen für den deutschen Leitindex weit höhere Ziele hergeben als es bislang von den meisten Analysten erwrtet wurde. Erstes Etappenziel noch in diesem Monat sind 13 200. Ob das dann als technischer Wert zur kurzfristigen Korrektur benutzt wird ist momentan noch eher zweifelhaft und hat für mich nur eine Wahrscheinlichkeit von höchstens 33%. Viel wahrscheinlicher (mindestens 51%) ist es, dass der Druck des Wechselkurses aufrecht erhalten bleibt, so dass der Dax weiter ansteigen wird und damit gleichzeitig den Abstand zum Dow verkleinert.

Zeitgleich mit dem stärker werdenden Dollar und dem steigenden Ölpreis dreht auch noch ein ganz anderer Trend. Kaum merklich, weil noch von einem sehr kleinen Ausgangswert, steigen die Verkaufszahlen von reinen Elektroautos an. Das Angebot ist mittlerweile aureichend vorhanden, so dass der Kunde ausreichend Wahlmöglichkeiten hat. Und mit einem steigenden Ölpreis, dessen Anstieg noch längst nicht an den Zapfsäulen angekommen ist, nimmt die Zahl der Käfer ständig weiter zu. Da das aber niht nur in Deutschland so ist, beginnt ab jetzt nach und nach der Druck auf den steigenen Ölpreis zu wachsen, weil der Verbrauch nicht mehr so ansteigt wie bisher bzw. teilweise sogar abnimmt.

Das Embargo der USA gegen den Iran trifft so nicht mehr so sehr ins Schwarze, weil einerseits China dieses für seinen Bedarf umgeht, andererseits eben die weltweite Nachfrage ihren Höhepunkt erreicht hat und die Trendwende begonnen hat. Der Umstieg der Industrieländer auf saubere Antriebsarten, die nicht fossil verbrennen, geht schneller als die Zunahme der Verbrennungsmobilität in Entwicklungsländern oder Schwelllenländern.

In Deutschland und auch in Europa sind zwei Faktoren von entscheidender Bedeutung. Erstens der Preis und zweitens die Gewöhnung. Die Verkaufspreise lassen nach, der Benzinpreis steigt auf 1,40 €, und die ersten Menschen können von ihrer Erfahrung im Umgang mit der Elektromobilität anderen berichten. Das aber ist die Mundpropanda, die in der ersten Phase der Markteinführung am meisten für Nachfrage sorgt. Daraus erwachsen die ersten Verkaufszahlen, die umsatzrelevant sind und die für weiteren Innovationsschub sogen wird. Schematisch genau so wie die Fortsetzung nach den ersten Siemens Funktelefonen, die den Einstieg in die Mobiltelefonie begründeten.

Nur sind die ersten Elektroautos für den täglichen Gebrauch schon viel fortschritttlicher als es die ersten Funktelefone je waren. Vom Preis-Leistungsverhältnis ganz zu schweigen.

Damit darf aber die Wirtschaft jetzt beginnen den Faktor Elektromobilität auch in die Bewertung von Aktienkursen einzupreisen. Dem wird sich nach und nach auch der Faktor "gesellschaftliche Aufwendungen für Mobilität" anschliessen, da Ölpreis und Strompreis nicht identisch sind. Frei werdende Mittel kommen der Allgemeinheit zu Gute, wobei das auch erst mit der Menge der betriebenen Fahrzeuge so richtig zunimmt.
Auf lange Sicht eben auch ein Faktor, der auch direkt und indirekt in die Inflationszahlen einfliesst.

Für die europäische Politik bietet sich so eine riesige Chance, eine Mobilitätswende einzuleiten. Abgesehen von direkten wirtschaftlichen Einflüssen, würde so auch eine Verringerung der Abhängigkeit vom Rohöl einsetzen, die nachhaltig soweit geht, dass auch geplante Klimaziele durch die CO2 Verringerung wieder erreichbar werden. Windkraft und besonders Solarkraft würden einen Schub bekommen, der vor allem die Hausbesitzer trifft, die plötzlich auch den Sprit für ihr Elektroauto auf dem Dach selbst herstellen können.

Anstelle massive Förderung von sauberen Industrieanlagen würde die gleiche Förderung im privaten Umbau viel nachhaltiger und umfangreicher sein. Durch eine anwendbare Elektromobilität ist die kombinierte Förderung von Solardach und Elektroauto deutlich aussichtsreicher als nur Auto oder nur Dach. Dies ist eine Gelegenheit, die man nicht ungenutzt verstreichen lassen sollte.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordDas Wirtschaftswachstum

 
  
    #1180
15.05.18 09:32
Im ersten Quartal lag das BIP bei plus 0,3%. Viele hatten etwas mehr erwartet, aber es gab eben einige Faktoren, die das gebremst haben, die aber inzwischen nicht mehr existieren. Die Grippewelle, die fehlende Investitionen, die noch auf die untätigen weil verhandelnden Koalitionäre zurückzuführen sind, die lange Kälteperiode im März und etwas nachlassende Besucherzahlen aus dem Nichteuroraum wegen des schlechten Wechselkurses sind nur einige Faktoren, die das bewirkt hatten.

Aber das ist jetzt vorbei. Nachhaltiger und stärker ist der gerade gestern gemeldete Anstieg der Beschäftigung. Er wird zeitverzögert für weit mehr Steuereinnahmen sorgen als auch die neuesten Schätzungen vorgesehen haben. Das wird in den Investitionen im zweiten Halbjahr 2018 spürbar die Wirtschaft beschleunigen. Im zweiten Quartal werden dagegen auch Nachholeffekte aus den ausgebliebenen Investitionen der öffentlichen Hand im ersten Quartal spürbar sein.

In dieser Hinsicht reicht es aus, wenn man die Steuereinnahmen im Auge behält. Solange dieser Wert nicht ins Negative dreht, bleibt das Wachstum voll erhalten, auch wenn es dabei zu Schwankungen kommen kann. Die Nachhaltigkeit der Nachfrage nach Arbeitskräften verhindert die sonst üblichen Überhitzungserscheinungen. Und die wären Voraussetzung für eine wirtschaftliche Trendwende. Ganz im Gegenteil, die steigenden Beschäftigungszahlen werden die Nachfrage im Konsumbereich weiter erhöhen, was den Aufschwung zeitlich versetzt verlängert. Die Kombination aus Personalbedarf und Mehrbeschäftigung ist wie eine Zange, die den Aufschwung auch unabhängig vom Export fest im Griff hat.

Private und industrielle Investitionen sollte man dabei nicht überbewerten. Kapazitäten kann man nicht ohne Personal erweitern, und solange nicht ausreichend Beschäftigte beschafft werden können, bleiben die Kapazitäten ohne Erweiterung aber am Anschlag laufend. Hier kann es sogar so weit kommen, dass derjenige Wettbewerbsvorteile vorweisen kann, dem es gelingt Personal aufzutreiben. Und das sogar mit höheren Gehältern als bei den Wettbewerbern. Das geht soweit, dass Marktanteile nur gewonnen werden können, wenn man die Leistung überhaupt vornehmen kann.

In so einer Lage sind herkömmliche Betrachtungen, die zu früheren Zeiten eines Aufschwungs zutreffend waren, nicht mehr angebracht. Der laufende Aufschwung ist nicht nur zum Teil eine Neuerung. Nullzins der Zentralbank, schwarze Null im Bundeshaushalt, starke Nachfrage nach Personal bei gleichzeitiger Leerung des Arbeitslosensektors sind Faktoren, die bisher nicht zusammen eingetroffen sind. Ihre Wirkungen sind sowohl insgesamt summierend, als auch einzeln gegenseitig erhaltend.
Daher würde ich den scheinbar geringen Wachstumswert von "nur" 0,3% BIP im ersten Quartal nicht aus dem Zusammenhang reißen und daraus eine Trendwende machen, wie es einige Analysten und Pressevertreter schon getan haben.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein Quartal keine Trendumkehr.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordDer letzte Schritt

 
  
    #1181
16.05.18 09:22
Wir können uns noch genau daran erinnern, was die Griechen als eignen, letzten Beitrag vor dem Rettungsschirm "geleistet" haben. Es war die Bitte um Schuldenerlass. Nun bereitet die italienische Koalition das gleiche vor. Wie dumm - eine reine Zeitverschwendung. Anstelle seine Bemühungen auf Einsparungen zu lenken, soll die EZB die Kredite vernichten um gleichzeitig einen geplanten neuen Schuldenschub in Italien vornehmen zu können. Denn das war das letzte, was die neue Regierung vor dieser Bitte an die EZB in Planung hatte. Ein massives schuldenfinanziertes Investitionsprogramm.

Mit derartigen Planungen, Bitten und Vorschlägen sorgen die Rechten in Italien dafür, dass die Rechten in ganz Europa einen massiven Schub in der Wählergunst bekommen. Und nicht nur die Rechten. Auch die europäische Neidklasse - die Linken - lassen sich derartige Verstöße gegen die EU-Statuten nicht gefallen, besonders dann nicht, wenn das gleichzeitig in jedem Fall den politischen Gegner fördert. Und genau das tut diese Absicht auf jeden Fall, denn egal ob angenommen oder abgelehnt es waren die Rechten, die das wollten, und genau das hat man den Linken in Griechenland verwährt, oder besser beim zweiten Mal verwährt, denn dort gab es ja einen kleinen Schuldenschnitt.

Nur anders als bei den Griechen wird es für Italien keinen Rettungsschirm geben. Hier ist der Staatsbankrott vorgeplant. Noch werden die Kredite alle bedient, doch es ist jetzt schon absehbar, dass spätestens in 2019 das Steueraufkommen trotz Wirtschaftswachstum nicht mehr die Neuverschuldung ausgleichen kann. Die Neuverschuldung steigt dann schneller als die Steuern eingenommen werden. Damit werden die Italiener zusätzlich in ihrer Bonität abgewertet und verdientermaßen ins Ramschniveau überführt. Das jedoch erhöht die Zinsbelastung enorm.

Solange dort die politischen Verhältnisse so sind, dass die klare Mehrheit bestehend aus Linken und Rechten zusammen immer jede notwendige Sparpolitik verhindert, besteht keine Aussicht, dass sich daran etwas ändert. Besonders der Umstand, dass die Rechten und Linken um so mehr Zulauf erhalten, je mehr eingespart wird/werden soll, verschlimmert die Lage.

Aber selbst unter diesen Umständen wird der Euro eine harte Währung bleiben, denn der Bewertungsmaßstab ist nicht Italien sondern Deutschland. Und unsere Wirtschaftsmacht und Wirtschaftskraft hat trotz der Italiener die Trendwende bei der Staatsverschuldung erreicht und das zieht die Währung viel mehr in die feste Region als es Verschuldung und/oder Zahlungsunfähigkeit der anderen zur Verwässerung bringen können. Die Aufkauftätigkeit der EZB tut dabei ihre zusätzliche Wirkung, weil alle aufgekauften Titel nicht im und durch den Markt als Kreditausfälle bewertet werden (können) eben weil sie nicht mehr im Markt sind.

Und da wird die Menge der umlaufenden Titel zur bewerteten Größe, die eine Schieflage immer mehr zu den Titeln Deutschlands führt, die als AAA-Titel einen viel größeren Umfang im Markt haben als die Ramschtitel der anderen Euroländer, die eben aufgekauft worden sind. Das führt dazu, dass die Bonitäten der anderen Euroländer zwar abgestuft schlechter als die deutsche ist, aber durch die viel geringere Menge Titel im Umlauf weniger in die Bewertung des Euro einfliessen als die Masse der deutschen Titel bester Bonität.

Die wirtschaftliche Stärke Deutschlands ist viel größer als es nur die reine Geldwertbemessung aussagt. Hier ist der Faktor Stabilität mindestens genau so groß. Stabilität bedeutet jetzt im Gegensatz zu früher, dass das wirtschaftliche Standbein Export um das zweite Standbein Konsum (im weitesten Sinne) erweitert worden ist. Zusammen bedeutet das, dass es eine Rückkehr zu Massenarbeitslosigkeit, wie sie früher herrschte, nicht mehr geben wird. Nur noch leichte Schwankungen auf dem jeweilig erreichten Niveau.

Und von Tag zu Tag und von Jahr zu Jahr nimmt diese Stabilität der Wirtschaft weiter zu, weil die schwarze Null im Staatsahaushalt immer weitere Spielräume in der Entwicklung hervorbringt.

Der Chartlord  

6252 Postings, 2586 Tage ChartlordDie regelmäßige Praxis

 
  
    #1182
17.05.18 09:09
bei der Erstellung der turnungsgemäßen Steuerschätzung läuft der Realität immer hinterher. Das gleiche gilt für die Arbeitslosenzahlen und noch viel mehr für die Zahl der Beschäftigten. Damit gewinnt der Fiskus und der Staatshaushalt einen derzeit immer weiter steigenden Spielraum für zukünftige Planungen. Diese können zeitlich versetzt als Nachtragshaushalt vorgenommen werden.

Problematisch wird das nur, wenn durch den bereits gestiegenen Haushalt die darin vorgesehenen Mittel ausgeschöpft worden sind und in der Folge diese Ausgaben zu einer vollständigen Auslastung des Marktes geführt haben. Das ist momentan unter anderem in der gesamten Baubranche der Fall. Jeder weitere Nachtragshaushalt trifft so auf eine praktisch nicht mehr zeitnahe Auftragserledigung, wenn überhaupt noch Aufträge angenommen werden. Dadurch werden die Staatsausgaben zumindest weiter zeitlich nach hinten verschoben, was aber wiederum in die noch weiter steigenden Einnahmen fällt. Dadurch wird aber die nächste Kreditaufnahme verzögert, was bei einer Gesamtdauer, sobald diese 12 Monate übersteigt, bedeutet, dass die Staatsverschuldung abgebaut worden ist.

Mit dem Nachtragshaushalt zu warten und die Gelder in das nächste Haushaltsjahr zu übernehmen ändert daran nichts, weil das Geld auf dem Konto ist und damit die Kreditaufnahme verzögert wird. Einzig Sachausgaben für Anschaffungen sind von dieser Praxis nicht betroffen. Überlegenswert wäre so nur eine grundsätzliche Veränderung der Nachtragshaushalte in "Anschaffungshaushalte", die aber mit Vorsicht zu behandeln sind. Zu schnell wird da "gehamstert" und angeschafft, was gar nicht notwendig ist.

In diesen Umständen ist daher auch etwas verborgen, was man sehr leicht übersehen kann. Es ist ein Puffer, der unsere Wirtschaft langfristig unter Dampf hält. Alle Planungen, die unter einer gewissen Vorsicht auf eine nachlassende Konjunktur erfolgen, sind auf absehbare Zeit (=mindestens 2 Jahre) verkehrt. Das Wirtschaftsvolumen steigt trotz sehr verhaltener Investitionen der Wirtschaft nur langsam an, weil nicht mehr der Faktor fehlendes Geld für Investitionen sondern fehlendes Personal für Expansion der große Bremsklotz geworden ist.

Gleichzeitig - während die Investitionen hinausgeschoben werden - steigen die Einnahmen und sorgen dafür, dass Investitionen immer weniger kreditfinanziert erfolgen müssen. Das wiederum stärkt die Finanzbasis der Unternehmen ganz langfristig.
Für Anleger bedeutet das, dass jetzt die Zeit gekommen ist, in der man genau hinschauen muss um einen günstigen Einstiegszeitpunkt zu erhalten. Der jetzt immer länger andauernde Aufschwung ist ein fundamental günstiger Moment zum Neueinstieg in Aktien.

Wer jetzt in Europa auf steigende Zinsen wartet, der wartet vergeblich. Und wer in die USA zu den steigenden Zinsen wechselt/wechseln will, wird sehr bald merken, dass die Unternehmensgewinne in Deutschland schneller als die Zinsen in den USA steigen/steigen werden.

Der Chartlord
 

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