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WDI Forum für Verantwortungsbewusste


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Neuester Beitrag: 20.03.19 14:10
Eröffnet am: 16.06.15 09:36 von: hgschr Anzahl Beiträge: 622
Neuester Beitrag: 20.03.19 14:10 von: hgschr Leser gesamt: 127.094
Forum: Börse   Leser heute: 53
Bewertet mit:
4


 
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607 Postings, 1408 Tage hgschrWDI Forum für Verantwortungsbewusste

 
  
    #1
4
16.06.15 09:36
Guten Tag,
dieser Thread ist an all jene gerichtet, die bereits sind, neben ihrer eigenen Meinung auch grundsätzliche Arbeit zu leisten, um durch Recherchen zu verschiedenen Themen des Umfeldes der Wirecard Informationen zu gewinnen, die aufgrund ihrer Menge durch einen Einzelnen nicht aufzuarbeiten sind. Durch gezielte Analysen des Marktes, unterteilt in Europa und Asien, der Produktangebote, der Konkurrenten, der gesamtwirtschaftlichen Lage soll der private Investor in die Lage versetzt werden, sich ein ganzheitliches Bild zu verschaffen.  
596 Postings ausgeblendet.
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607 Postings, 1408 Tage hgschr@ ooo111ooo

 
  
    #598
15.03.19 15:45
Der Verkäufer ist aber nicht Kunde geworden. Zumindest war das bisher nie unterstellt  

1036 Postings, 1521 Tage ooo111ooo@hgschr

 
  
    #599
1
15.03.19 16:20
Nein, nicht der Verkäufer sondern  "der Verkäufer an Wirecard den "Gewinn" in eine andere Gesellschaft steckt die dann Kunde von Wirecard wird"

https://www.handelsblatt.com/finanzen/...577-YWl76bXYfSKEk2et4P0V-ap6

"Ein indisches Wirtschaftsmedium berichtete jedoch Anfang 2017, dass der Fonds 180 Millionen Dollar in ein Unternehmen namens Orbit Corporate Leisure Travels investiert habe. Die Summe entspricht in etwa dem Betrag, den Finanzjournalist Boyd bei seinen Recherchen zur Wirecard-Zahlung nicht aufspüren konnte.

Orbit dürfte nun erneut in den Fokus geraten: Der Firmenname findet sich ebenfalls auf der nun bekannt gewordenen Liste der Strafverfolger aus Singapur. Orbit wird darin als einer der Transaktionspartner von Wirecard geführt, die nun im Zentrum der Ermittlungen stehen."  

1036 Postings, 1521 Tage ooo111oooDie nächste Frage ist

 
  
    #600
2
15.03.19 16:52
ob die renommierte Kanzlei Rajah & Tann überhaupt noch einen Bericht vorlegt. Diese wurde ja von Wirecard beauftragt und ich vermute dass der keine 229 beschlagnahmte Boxen vorgelegen haben. D.h. Wenn die nun Wirecard frei sprechen und die Singalesen etwas finden würde das massiv am Image und deren Renommee kratzen.  Bin mir nicht sicher ob die das Risiko eingehen.
 

607 Postings, 1408 Tage hgschrOrbit

 
  
    #601
15.03.19 16:52
ist als Transaktionspartner bekannt. Nämlich der Partner, der bei der M&A Transaktion  der "Partner" war, nämlich der Verkäufer. Es gab nie irgendwelche Informationen, noch nicht einmal Unterstellungen, dass WDI Umsätze mit Orbit generiert hätte.  

607 Postings, 1408 Tage hgschrSchwere Vorwürfe gegen weitere WDI Mitarbeiter

 
  
    #602
15.03.19 16:57
Ich nehme Bezug auf Beitrag Nr. 585.
Wie heute bekannt wurde, wird die Spezialeinheit Singapurs in der Kanalisation der Stadt von weiteren WDI Mitarbeiterin behindert, die sich insbesondere wie der im ersten Bericht genannte Verdächtige ebenfalls aktiv herablassend gegenüber ihnen verhalten hätte.  

1479 Postings, 293 Tage stockpicker68#600

 
  
    #603
15.03.19 17:00


Der Abschlussbericht kann komplett fertig gestellt werden, auch ohne die mitgenommenen Unterlagen, weil die Kanzlei schon seit Mai letzten Jahres dran ist an der Sache. Sie haben schon diese Unterlagen und viele weitere Unterlagen gesichtet.

https://www.ariva.de/forum/...management-535234?page=322#jump25560361

 

607 Postings, 1408 Tage hgschrIch bin zufrieden

 
  
    #604
2
15.03.19 19:14
Jedes mal gab es drei Wellen von Attacken. Diese war die letzte. Und wir sind nicht unter die 100 gerutscht. Nun geht es langsam aufwärts. 3 Monate bis über 150.  Was kann die Schwuchtelpresse noch für'n alten Dreck ausgraben. Bleibt nur noch pastapastas Megastory, der ex Manager Kachelmann der in Israel angeklagt gewesen sein soll. Schwierig noch was zu erfinden. Oder der absolute Killer dass überhaupt nicht mehr bezahlt werden muss, weder mit cash noch Bits. Viel Spass in den nächsten Wochen.  

491 Postings, 199 Tage Schrickidie Welt

 
  
    #605
3
15.03.19 19:53
ist echt ein besch.....Haufen geworden. Stellt Euch vor es gibt Krieg (Gott beware, nur theoretisch). Wer wird gebraucht? Ärzte, Maurer, Müllabfuhr, Pfleger....alle auf die unsere digitale Welt einen Haufen macht. Die doppelten Linkshänder im Kapitalismus braucht dann keine Sau mehr, weil sie die Geschwüre des Selbigen sind. Grausame Welt ist das geworden.  

418 Postings, 285 Tage gdchskönnte mir vorstellen das in den nächsten Tagen

 
  
    #606
15.03.19 21:09
noch Druck von "Analüsten"-Seite kommen könnte .
Citi hat ja heute schon heftig abgestuft (von 144 auf 100 und ein freundliches "sell") ;  und wie man die "Analüsten"-Gilde so kennt, kommt eine Abstufung selten alleine sondern die treten gerne in Grüppchen auf.  Sollte man im Hinterkopf behalten, zumindest kurzfristig mag das weiter schlechte Stimmung machen.
Insofern wären auch mal ein paar gute Nachrichten langsam "fällig" und hoch willkommen  (wie Insiderbuys oder endlich der R&T Bericht ); und natürlich gute Zahlen im April.
 

Optionen

1036 Postings, 1521 Tage ooo111ooo@Stockpicker / @hgschr

 
  
    #607
1
15.03.19 23:34
"Der Abschlussbericht kann komplett fertig gestellt werden, auch ohne die mitgenommenen Unterlagen, weil die Kanzlei schon seit Mai letzten Jahres dran ist an der Sache. Sie haben schon diese Unterlagen und viele weitere Unterlagen gesichtet. "

Das war nicht Teil meiner Überlegung.  Meine Überlegung ist, dass Wirecard den beauftragten Anwälten möglicherweise halt nur das gegeben hat was  man als Auftraggeber so geben will.  d.H. ggf hatte man auf Inhalte der Boxen garkeinen Zugang. ........ das könnte sich Rajah & Tann gerade überlegen.

@hgschr: Zu Orbit, das lese ich hier anders. Orbit hat mit der Transaktion nichts zu tun und das Geld wurde nach der Transaktion (der Firma an Wirecard) durch den Fond in Orbit investiert.  Danach tauchte nun Orbit als Transaktionspartner = Geschäftspartner von Wirecard  in der singapurer Liste auf.

Versteht mich nicht falsch, ich bin selber investiert, aber ein kritische Blick ist nie verkehrt.  In Singapur nennen sich die Hälfte der Leute mit falschem Namen weil die asiatischen Namen so kompliziert sind und ob die singapurer Polizei so vertrauenswürdig ist weiß ich nicht.....  

607 Postings, 1408 Tage hgschrDie Profiteure von sinkenden Kursen

 
  
    #608
3
16.03.19 18:51
Werden den Bericht der Kanzlei niederreißen als bezahltes und durch WDI gekauftes Ergebnis. Da sicher auch nur eine Zusammenfassung oder Auszüge veröffentlicht werden können - dem Umfang geschuldet - wird zwar eine deutliche Erholung einsetzen, aber wahrscheinlich keine Ralley. Gegner werden immer wieder darauf verweisen, dass die Singis ja ermitteln. Wir werden langsam steigende Kurse sehen, solange bis klar ist, dass von den Singis nichts kommt, auch keine Anzeige. Ein halbes Jahr bis Business as usual.
 

385 Postings, 2069 Tage Biker 20@Hgschr

 
  
    #609
17.03.19 04:17
Ein halbes Jahr
Kann ich mir bei Ermittlungen von Behörden nicht vorstellen.
Ich gehe von 1-2  Jahren aus.

 

1036 Postings, 1521 Tage ooo111oooinnerhalb sieben Tagen.....

 
  
    #610
18.03.19 09:06
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/...heidung-der-bafin-1.4371229

Ich zitiere die letzten beiden Sätze: "Endgültige Gewissheit soll nun der finale Report der externen Anwaltskanzlei bringen. Er wird in den kommenden sieben Tagen erwartet."  

1848 Postings, 1094 Tage zwetschgenquetsche.Funktionsweise der Presse

 
  
    #611
16
18.03.19 09:44
Ich erlaube mir selbst einen ziemlich guten Einblick in die Medienwelt zu attestieren, da meine Welt des Digitalen sehr eng verflochten war und ist mit den Medien und ich schöpfe nun aus knapp 10 Jahren Erfahrungen.

Und Pressearbeit, also wie die Presse arbeitet, funktioniert immer nach dem Motto: Ich mach' mir die Welt, wie sie mir a) gefällt und wie b) möglichst negativ darsteht. Denn Medien/Journalisten verstanden und verstehen sich als Aufklärer und zunehmend (Stichwort: Konstruktiver Journalismus) als Problemlöser. Das ist nicht gänzlich falsch, aber auch nicht richtig, weil es der Subjektivität Tür und Tor öffnet und damit das Neutralitätsgebot und damit auch der Meinungsfreiheit und -vielfalt konträr läuft.

Ferner kommt es nicht von ungefähr, wie sich die Medien ihre Lieblinge und Feindbilder schaffen. Einmal aus rein inhaltlichen Gründen: Es immer wichtig wegen der Fallhöhe und Dramatik, erst jemanden groß zu machen, um ihn dann fallen zu lassen. Bzw. erst klein und schlecht zu machen, um es/ihn dann zum heroischen Phoenix aus der Asche zu machen. Hinzu kommen kommerzielle Gründe: Verlage wie Axel Springer sind natürlich auch aus eigenem Interesse daran interessiert, ein z.B. start-up-freundliches Klima zu schaffen, weil sie selbst massiv in Start-ups investiert waren/sind (z.B. über PlugnPlay, Project A, u.a. (man erinnere sich nur mal an den Kauf und Verkauf von gamigo) oder wie ZEIT und Handelsblatt ständig teure Konferenzen und Podiumsdiskussionen dazu abhalten, über die dann selbst berichtet wird (zuvor natürlich beworben) und sich so eine gefährliche Selbstreferenzialität und Selbstüberhohung bildet. Auch der Hype um Influencer, ein völlig erbärmliches Beurfsbild ähnlich dem Handelsvertreter, ist reines Kalkül, weil es Geld, Werbung, Klicks bringt. Und den St. Patricks Day als Weltglückstag zu pushen, um nach Halloween einen zweiten internationalen Feiertag zu kreieren gehört ebenfalls dazu. Die Presse ist in vielerlei Hinsicht nur noch ein unreflektierter, egoister Steigbügelhagel für entweder sich selbst oder diversen, sehr oft us-amerikanischen Kommerz-Interessen. Politik lasse ich außen vor!

Und die Presse hat kein Geld, einerseits weil sie ein Opfer von Regularien ist (fängt bei Landesmedienanstalten), und weil sie sich mit Boulevardismus, hoher Marktkonzentration, keiner kohärenten Bezahllösung (manifestierter Kostenloskultur), prekären Arbeitsverhältnissen und Kampagnenjournalismus ihr eigenes Grab schaufelt. So etwas wie krautreporter.de hätte es eigentlich nie geben brauchen/sollen/dürfen!!!

Sie schreiben wegen diversem Druck und aus Bequemlichkeit voneiannder ab und sehen zu, so viele Klicks wie möglich zu bekommen, damit dann wiederum der Anzeigenvertreter bei seinen Kunden mit günstigen TKPs (Tausender-Kontakt-Preis) punkten kann. Und wenn Werbekunden ausbleiben, dann füllt man seine Taschen mit Konferenzen und Bustouren oder man kauft sich gleich seine eigenen Kunden und gibt ihnen dann günstige Werbeplätze. In der Werbung von Pro7 laufen doch fast nur noch Spots von Onlinefirmen, an denen Pro7 selbst beteiligt ist.
Außerdem wird zumeist tendenziös und negativ berichtet, um sich selbst als aufklärerisch, investigativ, vorwegggehend, lösungsorientiert etc. zu sehen. Manchmal klappts, vielfach ist es ein offensichtlicher Selbstbetrug. Und Feindbilder werden solange weitergemobbt, bis es sich für die Quote nicht mehr lohnt. Zwischenzeitlich gibt es dann immer wider vereinzelte Abweichungen vom Mainstream, denn nur so kann man den Leserfrust verzögern und hier und da noch punkten. Gehört aber zum Kalkül, denn mal dann und wann "contrarian" zu sein, suggeriert ja erneut, irgendwie aufklärerisch, investigativ, antizipierend und pionierhaft zu sein. Doch die paar Lichtstrahlen können den Schatten, den die Medien aufziehen, nicht lösen. Einmal Feindbild, immer Feindbild, egal wie abstrus die Berichterstattung wird.
Denn zumindest mir fällt weit mehr dazu ein, wie man Adyen schlecht machen könnte, als Wirecar und zwar unter rein neutralen Gesichtspunkten. Dazu muss ich noch nicht mal was absichtlich missinterpretieren oder mich ärgern, weil ich als Journalist kein Interview mit dem CEO bekam. Ja, auf Rache sind viele Journalisten aus. War beim Steinbrück-Wahlkampf sehr gut zu beobachten, aber bevor ich abschweife zurück zu Adyen:
Adyen ist höher/abstruser bewertet, hat nur wenige Kunden, ist nicht der Innovationsführer, hat eine quasi inexistente PR- und Newsabteilung (geht man auf deren Webseite), ist wneiger profitabel (relativ und absolut) und die Investoren machen Kasse. Stattdessen wird gelobt, wie lukrativ Adyen für ihre Investoren war und ist und wie "stabil" mitunter sogar "steigend" und damit "wertsteigernd" deren Kurs doch war und ist. Unter uns: Adyen kann froh sein, dass ihr Investor nicht Oliver Samwer war. Sonst sähe es ganz anders aus, denn die Medien ergötzen sich an ihrem Samwer-Bashing.

Es gäbe noch viel mehr zu sagen, auch Gutes, aber Ariva ist nicht das richtige Medium um einen Roman zu veröffentlichen. Für mich gibt es momentan nur mit der FAZ und BrandEins zwei lesenswerte Wirtschaftsmedien. Ihr Saldo an seriösen Artikeln ist nach wie vor positiv. SZ und ZEIT schreibe ich noch nicht ganz ab, aber auch nur die Printversionen. Bis auf Novo-Argumente, Krautreporter, Perspecitve Daily und ein Dutzend Branchenblättern (also so etwas wie techcrunch, medium und gruenderszene.de zu Startups, oder die Vogelverlag-Blätter zum Maschinenbau) halte ich alle Wirtschafts- und Finanzmedien, die es sonst noch gibt für unlesbar. UNLESBAR.

Und es gilt: Als Leser Geld auszugeben für Medien. Wenn man sich dem immer verweigert, verunmöglicht man akzeptablen Journalismus. Dann ist ein jeder ebenfalls ein Totengräber der Presse. Und wer Geld hat, um Aktien zu kaufen, der muss auch 5€ für ein Digitalabo oder 60€ für ein Jahresabo locker haben. Muss!
 

824 Postings, 991 Tage stoffel_WC-Anzeige bei StA

 
  
    #612
18.03.19 09:50
Hat MB die StA angelogen, um ein LV-Verbot anzuleiten?

http://www.deraktionaer.de/aktie/...rkehr--boersenbriefing-456770.htm  

824 Postings, 991 Tage stoffel_Anzeige bei StA

 
  
    #613
1
18.03.19 09:56
Zitat aus dem Artikel

"Die Information über bevorstehende, weitere "Short-Attacken", die der Staatsanwaltschaft nun vorliegt, stammt von der Wirecard AG selbst."
 

491 Postings, 199 Tage Schricki@stoffel_

 
  
    #614
2
18.03.19 10:07
der Beitrag von Zwetschgenquets. zeigt doch hervorragend auf, was von solchen Artikeln zu halten ist....hätte, könnte...vielleicht....erbärmlicher Journalismus. 6 Zutaten und immer wieder ein neues Menü zaubern wollen, irgendwann wird einem davon übel.  

62 Postings, 1855 Tage BernstedterDie Berichterstattung

 
  
    #615
18.03.19 11:31
über WC erinnert mich stark an die Berichterstattung über die AFD, Lügen und Halbwahrheiten werden mit "Hätte könnte sollte" Szenarien geschmückt, die nicht haltbar sind und zu belegen sind, aber etwas Dreck bleibt halt kleben.

So wie die Wähler eingeschüchtert werden sind es bei Wirecard die kleinen Aktionäre denen man Angst macht.  

86 Postings, 1212 Tage EdWiseAktionär

 
  
    #616
4
18.03.19 12:29
Da haben sich also tatsächlich Behörden bzw. deren Mitarbeiter bezüglich ihres weiteren  Vorgehens abgestimmt und Formulierungen so verändert, dass sie trennscharf und passend sind. Skandal! Das könnte einem Redakteur des Aktionäres bei eigenen Artikeln wahrscheinlich eher nicht passieren, dass den Unfug nochmal jemand gegenliest. Daher auch das Unverständnis.  

1848 Postings, 1094 Tage zwetschgenquetsche.Zu Worldpay

 
  
    #617
20
18.03.19 13:32
Da steht nun also die zweite große Übernahme an, nachdem bereits Firsev und Firstdata zusammengingen. Und es ist wieder mal in den USA, wo 1) unbares Bezahlen weiterfortgeschritten ist, als hier (daher auch verschäfterer Wettbewerbsdruck), 2) mehr Geld, Investment-/Changebereitschaft vorhanden ist durch ausgeprägte VC/-PE-Kultur, 3) die Unternehmen jeweils börsennotiert sind (auch dies macht M&A "einfacher") und 4) man noch mehr, als hier befürchtet die großen Techkonzerne könnten den Markt beherrschen, weswegen man sich direkt mal so groß fusioniert, dass sie als Übernahme für ALP, APPL, AMZ und Co. zu teuer werden.

Denn, wenn man sich die Historie dieser Paymentfirmen anschaut, Wikipedia reicht, dann fällt auf, dass die ihre Marktposition (nicht Vormachtsstellung) nie aus ihrer Innovationskraft oder überhaupt irgendwie organisch , sondern nur aus M&As aufbauten. Wirecard hingegen hat bislang nur Übernahmen getätigt, um geographisch zu wachsen, nicht des Technologie-/Knowhowerwerbs wegen. Bemerkenswert finde ich zudem, dass WDI zuletzt vor 2 Jahren aktiv wurde und nun, wo sich andere bemühen, ihre vermeintliche Größe zu bewahren und sich gegenseitig übernehmen, Wirecard sich auf ihre Innovationsführerschaft konzentriert. Kann man interpretieren, als das der Markt preismäßig überhitzt ist und Wirecard sich die aktuellen Preise nicht leisten kann oder will. Finde ich gut. Gleichzeitig könnte Wirecard im US-Markt noch eine zu kleine Nummer sein, als das sie für eine Übernahme interessant wären. Finde ich auch okay. Rein geografisch gesehen ist der Zahlungsprozessanbietermarkt ja eh schon verteilt. Oder man könnte es so sehen, dass man Wirecard, trotz ihrer "Smallness" fürchtet und daher den Markt verengt, indem an sich gegenseitig übernimmt, in der Hoffnung Wirecard weniger Expansionsraum zu geben. Oder man kann es so interpretieren, wie bei DB und Coba: "Die Hoffnung dass man lebendig wird, wenn sich 2 Leichen zusammentun". Denn die US-Firmen, die sich hier gerade übernehmen, bestehen länger als Wirecard und sind in ihrer Rolle keine Softwarefirmen, sondern Finanzdienstleister. Das wäre ungefähr so, als wenn Lamy, FaberCastell, Hahnemühle und Leitz sich aufschwingen Microsoft Office zu werden oder die Deutsche Post zu Facebook.

Sollen sich Firsev&Firstdata und Worldpay&FIS ruhig die nächsten Jahre mit Integrationskosten, einem IT-Flickenteppich, einem Strategiedisput und sicherlich diversen Kultur/Mitarbeiterproblemen sowie mit keiner führenden Technologie rumschlagen. Wirecard sehe ich durch diese ganzen Vorkommnisse nicht gefährdet, sondern wenn, dann gestärkt.

Denn es ist doch so:  So etwas wie ein hoher Kundenbestand- und Kundenloyalität, Netzwerkeffekte, Lockin-effekt etc. gelingen nur, wenn auch das zu grunde liegende Produkt superior ist. Die reine Nutzeranzahl ist irrelevant, solange man selbst keinen Service anbietet, der von der Nutzeranzahl abhängt. Communities zb. brauchen eine Nutzeranzahl um wertvoll zu sein. Oder ne Mastercard. Kein Händler stellt nen Kreditkartenterminal auf, wenn Kreditkarten nicht verbreitet wären oder niemand böte Paypal an, wenn diese Bezahllösung nicht viele User hätte. Und Tankstellen gäbe es nicht ohne Autos und gleichzeitig ist es den Tankstellen egal, was für ein Auto ankommt: Ob VW, Mercedes oder Hyundai.

Was von diesen Aspekten trifft auf Firsev/Firstdata bzw. Worldpay/FIS zu? Nahezu nichts.
Die haben weder eine eigene Bezahllösung, noch solche Mehrwerte für die Nutzer, wie Wirecard. Ich höre von denen nirgends eine Aussage wie "Wir erhöhen die Conversionrate um X% im Durchschnitt", "Wir reduzieren die Forderungsausfälle um X%", "Wir vergeben nun auch Kredite", "Wir erhöhen den Umsatz und den Gewinn unserer Kunden um X%", "Wir verrechnen die geringsten Gebühren", "Wir bieten zusätzliche Datenauswertungen", "Wir bieten multicurrency-Lösungen" etc pp.

Und genau das ist wichtig, wie ich versuche anhand anderer Netzwerkeffekte-Unternehmen darzustellen:
MS Office ist nicht allein deswegen so dominant, weil es viele User hat, sondern wegen der Datenkompatibilität. Wer kein zb. .docx hat (von mir aus auch pdf, ppt, jpg) kann gewisse Dinge nicht sehen, erledigen, schreiben oder austauschen. So wie Tankstellen, wenn sie nicht Diesel und Bleifrei anböten, pleite gingen. Ohne ihre Kompatabilität mit dem, was die Autos an Benzin brauchen, entsteht kein Fit. Und wenn von 10 Leuten 9 Office haben, sieht der eine ohne in die Röhre...

Aber beim Geld (Währungen außen vor) gibt es so etwas nicht. Ich bezahle mit Paypal nicht mit einem bestimtmen Dateiformat. Mit dem, wie ich bei Paypal bezahle, bezahle ich auch per Mastercard, per Lastschrifteinzug, Girokarte. Jetzt kann man Geld insofern ein Format überstülpen, indem es in eine Bezahlapp packt. Als Kreditkarte (Visa, Mastercard, Paysafecard), Paypal, N26 oder auch als Boon. Dann kommt es auf die Vebreitung dessen an und die kleinen sterben. Ist einfach so. Boon gehört zu letzterem, aber Boon ist ja eher ein nice-to-have Angebot von WDI, als deren Hauptgeschäft. Das ist immer noch die Wirecard Suite, die die Transaktionen abwickelt von aberdutzenden Bezahloptionen.
Und Firsev&Firstdata und Worldpay&FIS sind weder eine "Superior Tanke" (eigener Abwicklungsdienst) noch ein "Superior Auto" (eigene Bezahlapp). Sie selbst bieten keine sonderlichen Mehrwerte an. Ich sehe nirgends einen Leistungsvorsprung, wie es zb. Google hat und worauf Google sein Monopol gründet. Deren Suchmaschine ist einfach so gut, dass da gewisse Autonavis und Alternativsuchmaschinen nicht mithalten können. Von Worldpay, Adyen, Fiserv usw. höre ich nie etwas in der Art, dass sie ihre Kunden tolle Mehrwerte bieten, die Conversionrate steigern, das Ausfallrisiko reduzieren, Umsätze bringen, etc. Gründe, um Kunde zu bleiben, gibt es also wenige bis keine, wenn man kein großer Händler ist (wie ebay).
Die brauchen außer der Abwicklung auch sonst nichts.

Sie wickeln dasselbe ab wie Wirecard (die Abwicklung von Geldzahlungen) in anscheinend schlechterer Qualität. Und wenn ich als Händler vor die Wahl gestellt bin, Wirecard zu nutzen oder die bisherige Alternative, dann spricht vieles für Wirecard. Dann rechne ich, was mich die Umstellung des Kassensystems kosten würde im Vergleich zu den Mehreinnahmen und/oder Einsparungen durch Wirecard.
Egal ob als Einzelhändler in NY und L.A. oder als Online-Shop in Austin und San Diego: es gibt keinen Grund, bei Worldpay oder Fiserv zu bleiben, außer Faulheit und Unvertrautheit bzw. geringer Bekanntheitsgrad und diese Aspekte ist Wirecard ja dabei, aus dem Weg zu räumen seitdem sie in die USA gingen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Durch diese Fusion wird Wirecard kein einziges Stück vom Kuchen genommen. Und ob man sich wirklich einen Gefallen getan hat, Wirecard vom weiteren Fressen abzuhalten, bezweifel ich ebenfalls.
Und wenn ich dann hier lese (https://www.fisglobal.com/about-us) dass FIS 20000 Kunden hat weltweit, muss sich Wirecard nun wirklich nicht fürchten.  

607 Postings, 1408 Tage hgschrPastapasta

 
  
    #618
2
18.03.19 20:22
Respekt! Deine Beiträge waren bereits vor 2016 fundiert, gut recherchiert. Es fehlte die Objektivität. Heute freue ich mich wirklich, dich bei uns zu haben. Sehr neutral, sehr gut informiert. Einfach wertvoll. Aber deinen Kachelmann in Israel vergesse ich dennoch nicht. Very welcome!  

607 Postings, 1408 Tage hgschrHört hört

 
  
    #619
2
18.03.19 20:32
Doch endlich einmal damit auf, auf die dummen negativen Artikel zu klicken. Damit bestätigt ihr doch nur, dass nur Negatives gekauft wird. Gibt doch auch positive headlines. Klickt auf diese dann steigt der Kurs.
Im übrigen geht es demnächst andersrum. Nach dem Bericht gibt es nur positive Headline. Da gilt es dann klicken  

418 Postings, 285 Tage gdchszur Worldpay-Übernahme

 
  
    #620
1
18.03.19 21:06
was mir auffällt, das der Wirecard-Kurs kaum oder gar nicht reagiert.
Man könnte doch annehmen (oder hoffen?) das da auch ein wenig Fantasie reinkommt durch die aktuellen Übernahmen im Fintech/Payment Bereich.
Wirecard ist momentan relativ günstig, der freefloat ist hoch (siehe https://ir.wirecard.com/websites/wc/German/2000/aktie.html ), also  eigentlich wäre da der Gedanke aktuell nicht ganz so abwegig.
Ist den potentiellen Interessenten Wirecard noch zu teuer? Oder denken sie es geht weiter runter und man könnte später günstiger einsteigen? Oder ist ihnen die Sache zu "heiss" wegen den aktuellen Querelen ?  

Optionen

607 Postings, 1408 Tage hgschrWir sehen

 
  
    #621
1
18.03.19 21:18
Die Phase nach der üblichen dritten Demontagewelle. Leichte Erholung bis zum 15% Sprung.  

607 Postings, 1408 Tage hgschrIndien

 
  
    #622
3
20.03.19 14:10
In einem früheren Beitrag beklagte ich, dass Indien in der Berichterstattung seit Anfang 2018  nur noch unter  "organischem Wachstum" und nicht mehr separat ausgewiesen wird. Das mag damit zu tun haben, dass die Ergebnisse in 2017 und 2018 doch unter den Erwartungen oder unter einem den Kaufpreis rechtfertigenden Niveau lagen. (Wer viel macht, macht auch mal nen Fehler) Wäre top, wenn ich mich irrte, noch besser, wenn Indien schnell mal eben die EBITDA 2017 und 2018 berichten würde.  

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