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Metall glänzt


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Eröffnet am: 05.09.05 07:23 von: EinsamerSam. Anzahl Beiträge: 1
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24466 Postings, 5435 Tage EinsamerSamariterMetall glänzt

 
  
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05.09.05 07:23
Rio Tinto schafft Sprung in den Stoxx 50

Metall glänzt

Nach dem britisch-südafrikanischen Minenriesen Anglo American ist mit Rio Tinto nun einem weiteren Rohstoffkonzern der Sprung in den prestigeträchtigen Stoxx 50 geglückt. Und mit seinem australischen Lokalrivalen BHP Billiton klopft der nächste Kandidat aus der Branche bereits unüberhörbar an die Pforte.

KAPSTADT. Die Schutzhelme kommen“, titelte vor kurzem ein südafrikanisches Finanzblatt vor dem Bild einer Gruppe Dreck verschmierter Bergleute. In der Tat haben die Rohstoffförderer einen märchenhaften Aufstieg erlebt. In der weltweiten Rangliste der zehn wertvollsten Konzerne befinden sich mit Exxon Mobil, BP und Royal Dutch/Shell inzwischen gleich drei Unternehmen aus dem Energiebereich – und mit Microsoft nur noch ein einziges aus der einst gefeierten Hightech-Branche.

Aber auch die Metallproduzenten gewinnen an Boden. Nach dem britisch-südafrikanischen Minenriesen Anglo American ist mit Rio Tinto nun einem weiteren Rohstoffkonzern der Sprung in den prestigeträchtigen Stoxx 50 geglückt. Und mit seinem australischen Lokalrivalen BHP Billiton klopft der nächste Kandidat aus der Branche bereits unüberhörbar an die Pforte.

Nicht nur im Öl- und Gassektor sondern auch im Erz- und Metallgeschäft herrscht Festtagsstimmung – und ein wahres Preisfeuerwerk. Die hier tätigen Konzerne brauchen sich nicht länger bescheiden zu geben: Erst im März schockte Rio Tinto die Stahlbranche mit Preiserhöhungen bei Eisenerz von mehr als 80 Prozent. Ähnlich hoch sind die Steigerungen bei Kokskohle oder Kupfer.

Es ist vor allem der schier unersättliche Hunger Chinas nach Industriemetallen, der Rio Tinto den Aufstieg ermöglicht hat. Bereits heute liefern die Australier 13 Prozent ihrer Gesamtproduktion ins Reich der Mitte; Tendenz steigend. China verbraucht inzwischen fast 40 Prozent der weltweiten Produktion von Eisenerz. Kein Wunder, dass sich Rio Tintos Nettogewinn in dieser Sparte zuletzt auf 681 Mill. Dollar verdreifachte. Noch mehr steuerte zum Gesamtergebnis der Gruppe nur Kupfer bei, dessen Gewinnanteil sich auf 834 Mill. Dollar verdoppelte. Auch hier ist Chinas Bedarf gigantisch. Letztes Jahr verbrauchte das Land rund 20 Prozent der weltweiten Kupferförderung – dreimal mehr als noch vor zehn Jahren.

Ein Ende des Booms ist schon deshalb nicht absehbar, weil die Industrialisierung des riesigen Landes gerade erst begonnen hat. Weil die in die Städte strömenden Menschen irgendwo leben müssen, wird zurzeit in China die dafür benötigte Infrastruktur aus dem Boden gestampft. Zudem warten schon andere Wachstumsregionen wie Indien und Südostasien aber auch Lateinamerika.

Das viel größere Problem liegt für Rio Tinto in den Häfen Australiens, die (noch) zu klein sind, um die erwartete Mehrmenge zu verladen. Rio Tinto rechnet zum Beispiel damit, dass der Export von Eisenerz nach China sich von derzeit rund 170 Mill. Tonnen bis 2010 auf mehr 250 Mill. Tonnen erhöhen wird. Mit seinen in Australien gelegenen Minen ist der Konzern gut positioniert, um daraus kräftig Kapital zu schlagen. Neben Eisenerz, Kupfer und Kohle gehören auch Aluminium und Industrieminerale zu den gegenwärtigen Umsatzschwerpunkten der Gruppe. Erst Anfang August gab das Unternehmen bekannt, 585 Mill. Dollar in die Erschließung einer Titan-Dioxid-Mine in Madagaskar zu stecken – das mit Abstand größte Industrieprojekt in der Geschichte der afrikanischen Inselrepublik.

Anders als seine Hauptrivalen BHP Billiton und Anglo American ist Rio Tinto stark auf industrienahe Metalle und Rohstoffe ausgerichtet, damit aber auch mehr auf eine Erholung der weltweiten Industrieproduktion angewiesen. Analysten loben für gewöhnlich die strikte Kostendisziplin, das gute Management und die qualitativ hochwertigen Produktionsstandorte aber auch die Aktivität der Gruppe in sicheren Weltregionen wie Australien, Neuseeland und Nordamerika.

Vor diesem Hintergrund sehen die jüngsten Kursverluste deshalb auch mehr nach einem kleinen Zwischentief in einer längeren Hausse aus. Und vielleicht sinniert Leigh Clifford, der Chef von Rio Tinto, dass nach China ja auch Europa wieder auf die Beine kommt. Sein Unternehmen hat die Hoffnung darauf jedenfalls nicht aufgegeben.

Quelle: HANDELSBLATT, Montag, 05. September 2005, 07:00 Uhr

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Der Einsame Samariter

 

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