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Lebenstraum Weltumradlung


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Neuester Beitrag: 21.09.16 23:03
Eröffnet am: 07.04.13 21:19 von: weltumradler Anzahl Beiträge: 2.406
Neuester Beitrag: 21.09.16 23:03 von: Catalina Leser gesamt: 334.227
Forum: Talk   Leser heute: 1
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6713 Postings, 3526 Tage weltumradlerLebenstraum Weltumradlung

 
  
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07.04.13 21:19
Salut Träumer, salut Weltenbummler, salut Reisende........

Mit diesem Thread möchte ich einen neuen eröffnen, in dem über die Lust des Reisens, des Radelns berichtet werden soll. Ich möchte in den nächsten Jahren über die Erlebnisse während meiner 3 jährigen Weltumradlung berichten, und werde so peau a peau mein Tagebuch hier veröffentlichen.

So langsam aber sicher quält es mich wieder auf Tour zu gehen, radeln, und so wäre es schön, wenn
man(n) oder Frau ab und an über seine/ihre Erlebnisse hier berichten würde.

Angefangen hat alles am Rosenmontag, dem 06. März 2000 und endete exakt 3 Jahre später, nach knappen 65.000 geradelten km, am 06.03.2003 in Nairobi. Diese 3 Jahre waren mit die schönsten meines bisherigen Lebens, und während dieser zeit lernte ich so die Schönheiten der Natur kennen. Es war nicht nur die Natur, die mich begeisterte, sondern auch die Menschen/Kulturen, die ich während dieser Zeit kennenlernte. Auch habe ich eine Änderung meiner Persönlichkeit feststellen können, ich wurde vom Kopf-zum Bauchmenschen..........

Die "Tour der Freuden" begann in meiner Heimatstadt Freiburg und führte mich in den ersten 9 Monaten über Frankreich, Italien, Griechenland, Türkei, Iran, Pakistan, Indien, Nepal wieder Indien nach Calcutta. Danach schummelte ich ein wenig und nahm den Flieger nach Hanoi (Vietnam) um die nächsten 5 1/2 Monate in Südostasien (Vietnam. Kambodscha, Thailand, Malaysia und Indonesien) zu verbringen. Von Jakarta aus ging es dann für die nächsten 5 Monate nach Australien. Nach 3 Wochen Heimaturlaub in Deutschland verbrachte ich die nächsten 11 1/2 Monate in Südamerika um von Ushuaia nach Caracas zu radeln. Von dort aus ging es für knappe 6 Monate nach Afrika....... - lasst euch einfach ein wenig überraschen.

Weshalb dieser Thread werden sich einige fragen. Bestimmt ist es keine Selbstverherrlichung meiner Person, sondern vielmehr soll er jene ermutigen, welche ebenfalls Träumen, aber Angst vor der Umsetzung dieser haben. Falls zeitlich möglich werde ich zukünftig fast täglich einen Bericht über meine Empfindungen, Erlebnisse hier hereinstellen. es wird mit Sicherheit nicht sonderlich viele interessieren, einige schon, und um diese geht es mir.

gruss weltumradler  
1381 Postings ausgeblendet.
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6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1055. Tag 67km (63.754km) Fr. 14.02.2003

 
  
    #1383
24.08.16 19:17
Kurz nach 13.00 habe ich mein "Standardgericht" Pommes mit 2 Eiern gegessen und bin immer noch ein wenig aufgeregt...., weshalb?! Na ja, vor knapp drei Stunden gab es den ersten richtigen Überfall gegenüber meiner Person, die erste wirklich gefährliche Attacke nach meinem Aufbruch vor knapp drei Jahren - doch dazu später mehr.

Losgeradelt bin ich heute mal wieder gegen 6.00 und war wirklich froh DAR verlassen zu können. Letztendlich muss ich feststellen, dass sich dessen Besuch nicht gelohnt hat trotz der Multikuli Kulturen. Auf Anhieb fand ich die richtige Straße nach Bagamojo und schluckte auf den ersten 20km jede Menge Abgase. Mit gut aufgepumpten Rädern, die neue Pumpe scheint echt was zu taugen, kam ich flott voran. Nach passieren mehrerer kleinerer Orte wurde es merklich ruhiger, vielleicht zu ruhig.

Dann der erste Schreck am heutigen Tag. An einer der wenigen Steigungen am heutigen Tag musste ich den kleinsten Gang wählen doch versagte hierbei die Schaltung ihren Dienst. Auf der Höhe angekommen ahnte ich böses doch nach einigen Tropfen Öl sowie dem Groben entfernen des Schmutzes war der Defekt behoben. Zuerst dachte ich, dass irgend ein Nippel im Schaltgehäuse gebrochen war doch lag es letztendlich nur an der Wartung bzw. dem entfernten Schmutz. Richtig glücklich fuhr ich weiter und genoss das Radeln entlang der Palmen, kleinen orten sprich es war einfach nur idyllisch. Ab und zu hatte ich gar Blickkontakt zum Indischen Ozean den ich ja bisher nur von Hafengelände von DAR aus gesehen hatte.

Wie so unzählige male zuvor überholte ich einen Fußgänger an der Straße. Es war ein großer Mann, recht gut gebaut und hatte einen ca. 1,50m langen Stock in der Hand. kurz bevor ich ihn passierte schaute er mich recht böse an und drohte mit dem Stock. Ich wusste nicht so genau was er wollte und verlangsamte darauf die Fahrt. Er holte aus und zielte zum Glück Richtung Fahrtrichtung auf mich und "streichelte" leicht meine Kopfbedeckung. Ich war außer mir vor Wut, stieß einen lauten Fluch aus, stoppte Black Beauty und legte sie sanft auf die Straße. Aus welchen Gründen auch immer fuhr ich nicht weiter, lief fluchend auf den Mann zu und zeigte ihm den Stinkefinger. Plötzlich kam ein wesentlich kleinerer Mann aus dem Busch hervor und ich meinte er solle den flüchtenden aufhalten. Als dieser jedoch eine Machete zog war mir klar, dass die beiden zusammengehörten. ich selbst schnappte mir 2 größere am Straßenrand liegende Steine und lief schreiend auf die Männer zu. Wie auch immer habe ich für dieses unvernünftige Verhalten keine Erklärung, doch waren beide "Angreifer" über mein Verhalten so überrascht, dass sie flüchteten. Nachdem auch diese Situation glimpflich verlaufen war zitterten meine Knie und ich fuhr weiter.

War dies nun ein Zeichen Gottes meine Tour in Naiobi zu beenden schoss es mir durch den Kopf? Der Irak Krieg steht trotz Gegenstimmen von Rußland, Deutschland, Frankreich, Belgien und China unmittelbar bevor und was kommt danach? Die Muslime bzw. die arabische Welt wird enger zusammenrücken und wie werden sie sich Verhalten wenn ein Bleichgesicht, vielleicht ein Amerikaner an ihnen vorbeifährt? In manchen Gegenden würden wohl wieder vermehrt Steine geworfen werden, wenn es nur bei diesen bliebe..... Mal sehen wie meine weitere Fahrt nach Nairobi verläuft und wie ich mich dann entscheiden werde.

Kurz nach diesem Vorfall hielt ich an einer Tankstelle an und erfuhr dort, dass letztes Jahr an gleicher Stelle versucht wurde zwei Radler auszurauben. Hier in Bogamoyo erfuhr ich von einem Dänen, dass vor einigen Jahren auf diesem Teilstück ein Radler ermordet wurde. Beim Dänen selbst wurde hier vor zwei Wochen eingebrochen und als er sich versuchte zu wären brachen ihm die 5 Eindringlinge die linke Hand. Nach diesen Vorfällen bzw. Infos werde ich nun Richtung Highway fahren und die sandige Piste nach Pagani meiden, eigentlich schade denn die Landschaft ist bombastisch. die Orientierung Richtung Pagani soll allerdings äußerst schwierig sein.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler164. Wissenswertes - Bagamoyo

 
  
    #1384
24.08.16 19:29
dem ort bagamoyo möchte ich dennoch ein eigenes post widmen, vermutlich war ich zu aufgewühlt um die schönheiten wahrzunehmen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bagamoyo

sowie einigen Bildern
aus meiner sicht würde es sich schon lohnen dort einige tage zu verweilen......

http://p5.focus.de/img/fotos/origs3687630/...1-99-02122-large-4-3.jpg
http://de.karibuworld.com.systranlinks.net/...M1001-bagamoyo-1475.jpg
http://simbaadventures.com/wp-content/uploads/2014/09/bagamoyo.jpg
http://4.bp.blogspot.com/-qa-aQ3M7DHY/UWXyLWA0LuI/...600/bagamoyo.jpg

gruß welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1056. Tag 63km (63.817km) Sa. 15.02.2003

 
  
    #1385
26.08.16 18:39
Wieder einmal nur 60km geradelt, gerade einmal 4h im Sattel gesessen und dennoch habe ich mich entschlossen hier in Msata zu übernachten. Normalerweise hätte ich noch die 38km bis Mbewe zurücklegen sollen doch wer weiß, was für eine Unterkunft ich dort aufgefunden hätte. Hier weiß ich, dass ich kein Moskitonetz habe, dass kein Ventilator zur Abkühlung vorhanden ist und dennoch bin ich geblieben.

Mit kurz vor 12.00 war ich ja noch früh dran doch die Sonne begann die Wolkendecke aufzureißen. Ausschlaggebend für das Bleiben war wohl die Aussage eines Arabers der meinte, dass es hier in Msata die bessere Unterkunft gäbe. Das Bett sieht sauber aus und gemäß der Hotelbetreiberin soll es hier KEINE Moskitos geben...., diese Aussage würde ich wohl eher in das Reich der Fabeln geben.

Bis Segura sollen es knappe 140km sein und somit werde ich morgen wohl einen recht langen Radeltag vor mir haben. Moshi möchte ich bereits zwei Tage später erreichen.

Gestern Nachmittag habe ich dann doch noch einen kleinen Bummel durch Bagamoyo gemacht und der Ort hat mir dann doch gefallen - bei meiner Ankunft war ich wohl zu aufgewühlt.....

Bagamoyo ist wohl einer der geschichtsträchtigsten Orte Ostafrikas. Von 1887 - 1891 wurde es für Deutsch-Ostafrika zur Hauptstadt erklärt, aufgrund des günstigeren Hafengeländes wurde dies dann später DAR. Berühmt berüchtigt wurde Bagamoyo jedoch schon zuvor, da es als Hauptumschlagsplatz für den Sklavenhandel galt. Bagamoyo bedeutet so viel wie "lass dein Herz hier fallen".... Die Skalven, die den wochenlangen Fußmarsch überstanden / -lebt hatten wurden von hier aus nach Übersee verschifft. Wenn ich mir überlegen, dass dieser Menschenhandel gerade einmal 100 Jahre her ist läuft mir ein eiskalter Schauer über den Rücken. zu sehen gab es einige Schiffwracks sowie einiger verfallene Gebäude.

Das heutige Radeln begann mit 6.30 mal wieder recht früh, standesgemäß also. Während des ganzen Teilstücks sah ich keine 10 Fahrzeuge und die Straße war in einem schlechten Zustand, während starker Regenfälle ist sie vermutlich nicht befahrbar. So gesehen war es vermutlich richtig den Weg zur Hauptstraße zu wählen und nicht entlang der Küste zu fahren. Fast während der gesamt zurückgelegten Distanz sah ich brandgerodete "Felder". Die Leute verkaufen die Kohle wohl in Bagamoyo denn zu beginn des Tages kamen mir einige vollbeladene Pedaleure entgegen, oder eben doch in DAR. An manchen Stellen qualmten sogar noch die Köhleröfen.

Landschaftlich war es hauptsächlich ein Radeln entlang vieler Dornbuscharten und gespickt mit zahlreichen ups and downs. Das interessantes am heutigen Tage waren sicherlich die vielen kleinen Siedlungen entlang der Piste. manchmal hatte ich hier das Gefühl in das letzte Jahrhundert vesetzt geworden zu sein.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1057. Tag 136km (63.953km) So. 16.02.2003

 
  
    #1386
28.08.16 07:32
Na also, ich "kann" es ja doch noch!?...., gemeint sind fast 8 Stunden im Sattel sitzen und das in einem recht anspruchsvollen Gelände. Hinzu kommt das schwülwarme Wetter welches besonders schweißtreibend ist.

Den Tagesabschnitt habe ich heute in 4 Etappen zurückgelegt und machte meine Pausen nach 37km (Abwewe), 73km (Mkata), nach 106km sowie hier in Segara? Heute Nacht habe ich recht gut geschlafen und wurde ohne Moskitonetz gerade einmal drei mal gestochen. Der Grund hierfür war das Anzünden eines Miscitocoils sowie das Einsprühen mit Autan sodass ich ausgeruht gegen 6.30 starten konnte. Aufgrund der guten Zirkulation war nicht einmal ein Ventilator nötig. Den ganzen Tag über ging es up and down wobei ich den höchsten Punkt vermutlich kurz vor Abwewe erreicht hatte. Mit einem geradelten Schnitt von 16,3 km/h erreichte ich den Ort und stärkte mich mit baked beans sowie einer Cola.

Seit gestern weiß ich, dass die günstigste Art Wasser zu kaufen nicht die der Plastikflaschen ist, sondern in 0,25 bzw. sogar 0,33 l verpackten Plastiktütchen. So abgepackt bekommt man für einen € zwischen 5-6,7 l. Bei solch "günstigen" Preisen hat die Regierung wohl ein schlechtes Gewissen aufgrund der katastrophalen Wasserverhältnisse hier im Land.

Landschaftlich änderte sich eigentlich nichts, neben kleineren Ortschaften sieht man auch einzelne Häuser bzw. Siedlungen entlang der Straße. Großflächigen Maisanbau sieht man schon lange nicht mehr, es gibt noch viel dorniges, "unberührtes" Buschland. Immer wieder zeugen Brandrodungen von der Arbeit der Köhler, es wird jedoch äußerst selten alles abgeholzt. Die Dächer sind wohl mit dem dichtesten Material beschichtet, was ich bisher in Afrika gesehen habe.

Nach Morogoro habe ich so ca. 20km vor Segera meine 2 Sisalplantage hier in Afrika gesehen. Die Pflanze hat für mich eine Ähnlichkeit mit Kakteen und in bestimmten Zyklen werden die schwertartigen abgeschnitten. Diese dienen als Rohmaterial und werden zu einem milchigen Brei verarbeitet. Was man daraus macht?, u.a. Seile...
http://china-africa-reporting.co.za/wp-content/...06/sisal-baobab.jpg (Sisalfeld Tanzania)
http://www.arc.agric.za/uploads/images/1506_sisal5.jpg (die Ernte)
http://www.thalenstouw.nl/data/upload/Shop/images/8mm500mtr-2-0.jpg (Endprodukte, u.a. Seile)

Richtig enttäuscht war ich dann, als ich Segera erreichte. Ich dachte, dass der Ort recht groß wäre doch außer zahlreicher Verkaufsbuden gab`s nur ein pikefeines Hotel, welches Zimmer für 11`tanz.Sch. hatte. Mir blieb also nichts weiteres übrig als 2 km zurückzufahren zu einem wesentlich größeren Ort.

Segera verdankt seine Daseinsberechtigung wohl nur der 3 Wegekreuzung von Tonga (Indischer Ozean), Chalinze (auf dem Weg nach DAR bzw. Mbeya) und Moshi / Arusha.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1058. Tag 126km (64.079km) Mo. 17.02.2003

 
  
    #1387
28.08.16 08:06
Kurz nach 17.00 trinke ich ein lauwarmes Kilimanjaro und genieße es hierbei im Schatten zu sitzen. Ja, heute hat der Planet gewaltig gestochen, heute Morgen hat es nicht danach ausgesehen.

Zur gewohnten Zeit fuhr ich los und die Berge waren abermals leicht wolkenverhangen. Zu Beginn glaubte ich ernsthaft, dass es heute noch regnen würde. Nach 1 km erreichte ich Segera und somit den Abzweig nach Moshi bzw. Tanga. Irgendwie kam in mir Kibostimmung auf und hierzu trugen auch sichtlich die umliegenden Berge bei. Ein Hinweisschild nach Korogwe? zeigte 22 km an und hier stärkte ich mich erst einmal mit einem Chai, einer Coke sowie 2 Chapatis. Es war vermutlich der hügeligste Teil des heutigen Tages und immer wieder sah ich Sisalplantagen. Der Ort hatte etliche Unterkünfte zu bieten und irgendwie gefiel er mir auch.

Nach 64km erreichte ich Mombo und dieser Ort gefiel mir noch besser. Ich hätte hier gerne Übernachtet doch das inzwischen gute Radlerwetter wollte ich ausnutzen, ein paar km mehr hätten es dann doch werden sollen. Von Korogwe nach Mombo fuhr ich größtenteils leicht bergauf dennoch konnte ich es gut laufen lassen. Ich folgte einer Gebirgskette Richtung Osten während es Richtung Westen recht flach aussah, eventuell die Ausläufer der Masai Steppe.

Auf alle Fälle änderte sich die Landschaft und von der grünen Vegetation der letzten Wochen/Monate war nicht mehr viel übrig geblieben, die Dornenbüsche waren wieder vermehrt zu sehen. Vermutlich hat es hier zuletzt nicht mehr genügend geregnet und so fuhr ich an kleinen, vertrockneten Maisfelder vorbei. Immer wieder sah ich, dass junge Sisalpflanzen auf den Feldern gesetzt wurden, vermutlich ist diese widerstandsfähiger und lohnt sich mehr als den Maisanbau. Später müssen die Blätter bzw. deren "Saft" verkauft werden, essen kann man die Pflanze nicht. Die Abnehmer, westliche Welt? diktieren dann wohl diesen.

Die Gegend macht doch einen recht armen Eindruck auf mich und die Leute haben sichtlich kein Geld. Hier im Pub bin ich z.B. der einzige Gast der etwas trinkt, die anderen lauschen einem Musikvideo. Morgen möchte ich nun nach Mwange (ca. 100km) oder lediglich ins ca. 50km entfernte same radeln. Beide Orte sind recht groß und lassen sich und lassen mich in Schlagdistanz zu Moshi (170km) kommen.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1059. Tag 104km (64.183km) Di. 18.02.2003

 
  
    #1388
28.08.16 08:56
Jetzt kurz nach 15.00 ist bereits Kilitime, auch wenn sein majestätisches Haupt in Wolken gehüllt ist. Ja, hier in Mwanga befinde ich mich praktisch am Fuße des Kilimanjaros und er scheint zum Greifen nahe. Den Mawenze konnte ich gut erkennen und somit habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben den Kibo, wie er von den Einheimischen genannt wird, zu sehen. Ehrlich gesagt habe ich den ganzen Tag über kaum an den Berg gedacht und war umso überraschter, als ich gegen 11.40 auf einer Anhöhe die schneebedeckte Krone sehen konnte. KKIIBBOO schoss es mir durch den Kopf, ich komme...., auch der Mawenze war zu sehen doch jeweils nur deren Gipfel. Der Gipfelaufbau des Kibo war unverkennbar doch wollte ich es genau wissen und fragte einen einheimischen Radler. Er selbst sah zwar keine Gipfel konnte mir jedoch meine Vermutung bestätigen.

Obwohl ich mich mit dem recht flott radelnden 54 jährigen unterhielt musste ich natürlich an unseren gemeinsamen Urlaub mit Papa, Thomas erinnern, als wir gemeinsam 1989 den höchsten Gipfel Afrikas bestiegen. 14 Jahre ist dies nun bereits her und viele Eindrücke wurden wieder wach.

"Der Sonnenaufgang am Gilmans Point, der höhenkranke Japaner der mit dem Schubkarren von der Kibo hut hinabtransportiert wurde, Papa mit seinem Sprechgerät, der Berliner Bär der noch nie einen Berg bestiegen hatte, Thomas mit seinen frierenden Füßen und, und, und.... Und dann war natürlich meine Person. Unheimlich stark und motiviert war ich damals beim Gipfelsturm und hätte wohl noch 500 Höhenmeter mehr absolvieren können. Wie auch immer, diesen gemeinsamen Urlaub werde ich wohl ebenfalls nie vergessen."

Und jetzt, 14 Jahre später kehre ich wieder an jenen Ort zurück und zwar mit dem Radel.... In den nächsten Tagen wird mich wohl noch des Öfteren die Vergangenheit einholen.

Auch heute fuhr ich fast den ganzen Tag über leicht auf und folgte einer Gebirgskette Richtung Osten. Die Masai Steppe im Westen war ebenfalls gut auszumachen.

Nach 53km erreichte ich Same und machte hier meine erste Pause. Entlang der Gebirgskette regnete es leicht, ist vielleicht eine Art Wetterscheide, während es über der Steppe wolkenlos war, es war Natur pur. Der Wind trieb die Wolken an die Gebirgskette wo sie auch hängen blieben. Ich hatte Gegenwind sodass ich ordentlich in die Pedale treten musste. Es war jedoch ein leichter, gleichmäßiger Anstieg ohne Rampen. Überall sah ich jetzt diese Sisalfelder, hoffentlich baut man hierbei bei dieser Monokultur nicht auf`s falsche Pferd. Auch heute sah ich wieder verdorrte Maisfelder, dennoch wurden dies auf den nächsten Regen vorbereitet, also nicht aufgegeben.

Wenig später passierte ich einen Ort wo Vogelfänger unterwegs waren. An einem Wasserloch hatten sie ein "durchsichtiges" Netz gespannt in dem einige Vögel zappelten. Ob diese verkauft oder verzehrt werden weiß ich nicht, zuvor sah ich an einigen Bäumen riesige Brutkästen hängen. Ich vermute fast, dass mit diesen ebenfalls Vögel gefangen werden.

Den ganzen Tag über folgte ich der Eisenbahnlinie, sie stammte noch aus der deutschen Kolonialzeit, und sah entlang der Strecke einige "deutsche" Reihenhäuser deren Dächer mit Ziegeln versehen waren. Der radelnde 54 jährige gab mir diese Information und er meinte nur, dass es für das Land gut gewesen wäre, wenn die Deutschen länger geblieben wären.... - er schwärmte nur so vom "Made in Germany".

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1060. Tag 53km (64.236km) Mi. 19.02.2003

 
  
    #1389
1
28.08.16 09:48
Heute nun, 6 Monate vor meinem 40ten habe ich mit Moshi nach genau 64.236 geradelten Km den "Fuße" den Kilimanjaros erreicht. Es war schon ein komisches, emotionales Gefühl jenen Ort zu erreichen wo Papa, Thomas und ich vor 14 Jahren unsere Kibobesteigung organisierten.

Heute Morgen war es ein wenig kühl und so war ich doch ein wenig enttäuscht darüber, dass das Haupt des Kibo verschleiert war. Bei der Abfahrt war ich leicht "nervös" und meine Gedanken waren oft bei der damaligen Gipfelbesteigung.

"Um 1.00 standen wir damals auf um 5 Stunden später am Gilmans Point auf den Sonnenaufgang zu warten. Nach einer knappen Stunde des Wartens folgte die gut einstündige Kraterumrundung zum Uhuru Peak".

Es war ein radeln zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

Abermals ging es bergab und km für km wurden die Komturen des Gipfelaufbaus sichtbarer. Mit jeder Minute gewannen die Sonnenstrahlen an Kraft und nach 1 Stunde radeln hatte ich beste Sicht auf beide Gipfel. Es war schon eine äußerst merkwürdige Stimmung und hinzu kam, dass sich über der Masai Steppe die Wolken sammelten während die Berge frei waren.

http://famouswonders.com/wp-content/uploads/2010/02/Moshi.jpg
http://climbingforchrist.org/Portals/6/Images/...o%20from%20Moshi.JPG

Nach ca. 30km erreichte ich die A23, welche die Verbindung zwischen Arusha und Mombasa darstellt. Ich gönnte mir eine Pause und fuhr danach nach Moshi. Immer wieder musste ich anhalten um ein paar Fotos zu schießen, der Kibo bildet halt doch einen famosen Hintergrund. Mal war es eine kleine Siedlung, ein Boab Baum mal ein einzelnes Haus die ich mit dem höchsten Berg Afrikas zusammen abbildete.

Hier in Moshi habe ich dann gleich beim 2. Hotel zugeschlagen. Das "Climber" war ausgebucht und für 10`Schilling pro Nacht schlafe ich im wohl komfortabelsten Hotel seit ich hier in Afrika bin, habe übrigens für 3 Nächte gebucht. Ich habe ein eigenes Bad, eine eigene Dusche und sogar mit warmen Wasser konnte ich mich duschen. Moshi sieht man den Reichtum, den die Touristen einigen wenige bringt, sichtlich an. Es ist eine reiche Gegend und einige Felder wurden gar mit Traktoren!!! bearbeitet, allerdings hatte ich das alles viel grüner in Erinnerung und war ja nur einen Monat später dort.

Zuerst wollte ich ja nur für zwei Nächte buchen doch vermutlich gefällt es mir hier besser als in Arusha.

Gruß Welti

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Moshi_panorama.jpg (Moshi mit dem Kibo im Hintergrund)  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1061. Tag 0km (64.236km) Do. 20.02.2003

 
  
    #1390
28.08.16 10:12
Vom heutigen Tag gibt es eigentlich nichts besonderes zu berichten, ich war fast ausschließlich mit Schreibtätigkeiten beschäftigt. So habe ich den Eltern ein ausführliches E-Mail geschrieben, eine Postkarte mit dem Kibo sowie Regina + Käte eine.

Zwischendurch wollte ich US$ mit der Visa Karte besorgen doch schien mir die Bearbeitungsgebühr von gut 10% viel zu hoch. So hoffe ich nun auf einen ATM Automaten in Arusha oder spätestens auf eine günstigere Möglichkeit in Nairobi, für das "Abheben" von 300 US$ wollte man 335 US$ berechnen.

Genau diese 35 US$ würde ein 3kg schweres Paket von Moshi nach Deutschland kosten, vermutlich werde ich morgen eines aufgeben und nicht erst in Nairobi. Das Versenden per Post wäre gar noch 10 US$ günstiger doch werde ich wohl die "sichere" Variante wählen. Das Paket mit dem Tagebuch sowie 12 Filme wäre wohl das Vorletzte auf meiner Reise, den wohl wichtigsten Gütern neben den Erinnerungen.

Heute war es mal wieder mächtig, prächtig heiß und nur um die Gipfel des Kibo und des Mawenze waren Wolken zu sehen.

Gruß Welti

http://kiliboystours.com/wp-content/uploads/2014/03/71.jpg
Schöne Luftaufnahme mit Kibo und Mawenze, vor Jahrmillionen war der Mawenze über 6.000m hoch. Hier sieht man mal wie Wind und Wetter die Natur beeinflussen.  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1062. Tag 0km (64.236km) Fr. 21.02.2003

 
  
    #1391
1
28.08.16 10:41
Jetzt gegen 16.00 ist mal wieder Kilitime angesagt, nach knappen 4 Stunden E-Mail schreiben..... Es ist schon ein wenig verrückt wie viele Stunden ich in den Internetcafés verbringe. Ich habe ja nicht viele "Freunde" während meiner Reise kennengelernt, das Mail an Belinda und Daryl war jedoch mehr als Überfällig. Im Englischen bin ich ja nicht so wortgewandt und somit dauert das Schreiben länger als sonst, dieses immerhin schlappe 2 1/2 Stunden.... Dies sind mir die beiden auch Wert und ich hoffe wirklich, dass sie mich 2004 in Deutschland besuchen werden. Nach 5 Monaten Afrika war ich es ihnen einfach schuldig.

Seit einigen Wochen befinden sie sich ja in Südafrika... - seit meinem Start von Johannesburg aus habe ich mittlerweile 10.006km in Afrika zurückgelegt.

Eine etwas geänderte Kopie des Schreibens habe ich dann Juliette zukommen lassen, die mich in Iquitos doch mächtig hat ins Schwitzen kommen lassen.... Sie hat mir inzwischen ja auch 2 Mails geschrieben, einen Rundbrief und zuletzt ein persönliches. Noch heute denke ich gerne zurück an das Gespräch und bei diesem, bei ihr, hatte ich wohl das letzte mal so richtiges Herzflattern. Leider haben wir wohl zu unterschiedliche Auffassungen von der "wahren" Liebe, trotzdem würde ich eine solche Frau gerne mal in Freiburg kennenlernen.

Den Vormittag verbrachte ich dann hauptsächlich mit der Suche nach einem geeigneten Tagebuch. Ich wurde nicht fündig und habe somit auch kein Päckchen nach Deutschland aufgegeben.

Vielleicht, hoffentlich nicht.., fliege ich ja doch von Nairobi aus nach Deutschland.

Für kurze Zeit habe ich dann heute mit einer Amerikanerin? gesprochen, die sich für läppische 5.500 US$ eine Kibo Besteigung ergattern konnte - vor ca. 14 Jahren waren es derer 1.000, ich glaube für uns dreie. Der Trip beinhaltet eine 6 Tagestour, wir hatten damals zur besseren Akklimatisation einen weiteren in Anspruch genommen.

Eigentlich ist es beschämend wie wenig, eigentlich nichts, ich hier in Moshi unternommen habe. Sind das die Auswirkungen eines fast dreijährigen Weltenbummlerlebens?

Falls möglich radle ich morgen nach Arusha und vielleicht finde ich ja noch einen günstigen Serengeti Trip, bei 50 US$ pro Tag würde ich wohl schwach werden.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1063. Tag 84km (64.320km) Sa. 22.02.2003

 
  
    #1392
28.08.16 15:27
Um 15.20 habe ich mal wieder Chipsi mit Eggs bestellt, einer meiner Standardgerichte hier in Tansania. Dazu gibt es ein Kili mit Cola verdünnt, auch Korea genannt. Ich befinde mich in einer der zahlreichen staubigen Nebenstraßen Arushas und beobachte das Samstagnachmittagstreiben der Leute. Ähnlich wie in Moshi auch werden viele Straßen erstmalig oder neu asphaltiert. Hier in der City ist gut sicht- bzw. riechbar, dass das Abwassersystem nicht funktioniert. Man muss aufpassen dass man nicht in ein Loch fällt, viele der Gullideckel fehlen. Zu sehen gibt es dann eine schwarzbraune Brühe die nicht abfließt.

http://famouswonders.com/wp-content/uploads/2010/02/Arusha.jpg
https://readtiger.com/img/wkp/en/Look_at_Mt._Meru_Arusha_Tanzania.jpg (Mt. Meru bei Arusha)

Arusha scheint ein wenig Moskitoverseucht zu sein und so habe ich mir vorhin erst einmal Moskitocoils gekauft. Zuvor war ich im Internetcafe und musste enttäuscht feststellen, dass der EHC seine 4. Niederlage der Saison gegen Regensburg hat hinnehmen müssen. 9 Spieltage vor Ende der Doppelrunde sind sie nun 8. und haben 6 punkte mehr als Duisburg welches allerdings ein Spiel weniger bestritten hat. Der Versuch tanz. Schilling in US$ zu tauschen schlug ebenfalls fehl, man vertröstete mich auf die Grenze.

Radlerisch gesehen stand der heutige Tag ganz im Zeichen vom guten 4.500m hohen Mt. Meru, dem Hausberg von Arusha, fast den ganzen Tag über konnte ich ihn sehen.

Los ging es heute morgen mit etwas Verspätung, ich war wohl noch nicht ganz ausgeschlafen denn sonst hätte ich nach dem Weg gefragt. Ich folgte den vielen Autos und befand mich bald auf Schotter. Nach gut 2km fragte ich nach dem Weg und musste wieder umkehren.... Es war ein herrlich kühler Morgen und das Radeln machte richtig spaß.

Ich verabschiedete mich vom Kibo und Mawenze und sah kurze Zeit später den Mt. Meru. Die ganze Strecke fuhr ich auf einem leicht welligen Hochplateau zwischen den Bergen, die fast die ganze Zeit über zu sehen waren. Zuerst war es steppenmäßig, später fuhr ich an großflächig mit Traktoren frisch gepflügten Feldern vorbei und war im Einzugsgebiet von Bananenplantagen.

Arusha dürfte wohl ein wenig höher liegen als Moshi. Obwohl die ganze Zeit über die Sonne schien kam ich nie richtig ins Schwitzen. Hier in der City bin ich vielleicht in einer etwas unsicheren Gegend abgestiegen, das Zimmer kostet lediglich 2,5`Schilling. Die etwas besseren Hotels kosten so zwwischen 10-20 US$. Vielleicht hätte ich ja auch schon morgen weiterfahren sollen, doch hoffe ich ein günstiges Serengeti Angebot in Erfahrung bringen zu können. Im Gegensatz zu Moshi wurde ich bisher noch nicht von sogenannten Vermittlern angesprochen worden.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1064. Tag 0km (64.320km) So. 23.02.2003

 
  
    #1393
28.08.16 16:29
Dass ich eine so ruhige, schlafreiche Nacht haben würde hätte ich auch nicht gedacht, da verzichtet man gerne auf Luxus wie eigenes WC, warm Wasserdusche u.s.w. Heute Morgen habe ich dann erst einmal im Dumont Reiseführer geschmökert.

Gemäß diesem liegt Arusha bereits auf 1.390 Hm und dies ist auch der Grund dafür, dass es morgens und abends angenehm kühl ist, ein Fan ist wirklich nicht nötig.

Aufgrund des Kaffeeanbaus entwickelte sich Arusha Anfang des 20. Jahrhundert zu einem wirtschaftlichen Zentrum. Heutzutage zählt die Stadt über 200.000 Einwohner und zählt zu dem größten Industriezentrum Nordtansanias. Touristisch gesehen hat die Stadt mittlerweile Nairobi den Rang abgelaufen. Auch wenn heute Sonntag ist hoffe ich doch ein wenig über die Kosten eines Serengeti Aufenthaltes herausfinden zu können. Vermutlich bin ich in einem falschen, zu billigen Viertel abgestiegen denn bisher hat mich noch keiner bzgl. einer Safari angesprochen.

Na, das was ich nun fast befürchtet habe ist nun doch eingetreten...was?, dass ich hier und vermutlich in ganz Afrika an keiner einzigen Safari werde teilnehmen können. Bei zwei Agenturen hatte ich nachgefragt und der Tagespreis betrug zwischen 80-85 US$ pro Tag. Das Problem sind mal wieder die hohen Parkeintritts- bzw. die Übernachtungsgebühren. Für den Eintritt zahlt man 30 US$ und für das Nächtigen im Zelt derer 20. Wieder einmal verdient der Staat gut an den Touristen, die Guides werden es wohl nicht sein. Für eine 4 Tagestour zum Ngorogoro Krater, hatte ich bereits 1989 besucht, Lake Manjara ebenfalls sowie die Serengeti hätte ich 300 US$ bezahlen müssen, da lasse ich es mir doch lieber während dem Rest meiner Tour gut gehen.

Vielleicht ist ein Besuch der Masai Mara von Nairobi aus ja billiger, dort werde ich vermutlich einige Tage verbringen.

Nachdem ich gestern aufgrund der bevorstehenden gefährlichen Abschnitte, nördlich von Nairobi sollen Rebellen aus Somalia Überfälle tätigen sowie dem vermutlichen Irakkrieg, sieht die Welt heute schon wieder rosiger aus. So wie es derzeit ausschaut werde ich meine Tour fortsetzen und nicht von Nairobi aus heimfliegen. Wieder einmal lege ich meine Zukunft in die Hände Gottes und hoffe, dass alles gut gehen wird.

Heute morgen habe ich dann noch 150´tanz. Schilling in 12`keniatische umgetauscht, an der Grenze wird es sicherlich hektischer zugehen.

Gruß Welti

http://i0.wp.com/www.relativityonline.com/....1263222293.1_arusha.jpg
volle Straßen in Arusha
http://www.raineralbiez-vulkane.de/images/...Markt%20image0035_36.jpg  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler165. Wissenswertes - Moshi und Arusha

 
  
    #1394
28.08.16 16:39
Und hier ein wenig Wissenswertes über die zwei wichtigsten Städte im Norden Tanzanias.

https://de.wikipedia.org/wiki/Moshi

und

https://de.wikipedia.org/wiki/Arusha

gruß welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1065. Tag 107km (64.427km) Mo. 24.02.2003

 
  
    #1395
02.09.16 04:54
Noch 200m trennen mich vom Grenzübergang nach Kenia und Tanzania hat sich mir bei meinem letzten Radeltag nochmals von seiner schönsten Seite gezeigt. Heute, bei der "Umrundung" des Mt. Meru, ist immerhin der 2. höchste Berg Tanzanias, fuhr ich ausschließlich im Lande der Massai. Mit 4.556m ist der Mt. Meru immerhin noch höher als das Matterhorn.

Heute morgen bin ich kurz vor 6.30 gestartet und war ein wenig über das dunkle Wetter erstaunt. Überrascht hat mich dies vor allem, da keine Wolken am Himmel zu sehen waren, ich habe mich halt doch schon wieder ein gutes Stück von meinem östlichsten Punkt in DAR entfernt.

Auf der ersten 30km ging es größtenteils bergauf, Oldonyo Sambu, und erreichte den Ort mit einem gefahrenen Schnitt von 13,3 km/h. Immer wieder musste ich mich während des Fahrens umdrehen und zum Mt. Meru bzw. Kibo zurückblicken. Ich hatte keinerlei Probleme mit dem Auffinden der richtigen Straße, den Abzweig nach Dodoma hätte ich wohl jedoch verpasst.

In Oldonyo Sambu stärkte ich mich erst einmal mit 2 Chapatis, einer Coke, einem Chai sowie 1,5l Wasser. Zu diesem Zeitpunkt spürte ich meine Beine doch sehr.

Die Gegend ist die Heimat der Massai und auffallend waren die Hütten in denen sie wohnten. Seite Sambia leben die Menschen wieder in den typischen Rundhütten. Auffallend waren dabei die armdicke Stämme, die als Grundmauern dienten, die Zwischenräume wurden mit Erde dichtgemacht. Außerdem waren die Dächer besonders dick beschichtet, ich denke dass hier wirklich kein Tropfen Regen durchkommt. Es war eine äußerst offene Steppe/Graslandschaft in der kaum noch Bäume bzw. Dornenbüsche zu sehen waren, eben eine Weidelandschaft.

Überrascht war ich dann doch ein wenig über die vielen Ziegen, Esel die gehalten wurden. Bisher dachte ich immer, dass die Massai ausschließlich Rinder züchten würden, Produktvielfalt heißt dies wohl in der Fachsprache.

Noch 1-2 km ging es bergauf und danach änderte sich die Landschaft abermals. Eine von Menschenhand fast unberührte Natur wurde wieder den Dornenbüschen überlassen. Im Osten begann der Kibo sein Haupt zu verschleiern, beim Mt. Meru sah es so aus als ob er gar aktiv wäre.

Der grobe Asphalt sowie ständiger Gegenwind hinderten mich am schnelleren Vorankommen.

Nach 82km erreichte ich nach einem weiteren, jedoch wesentlich kürzerem Anstieg Longido. In diesem Ort schien mir die Tradition der Massai sowie der Tourismus harmonisch im Einklang zu sein. Gezeigt wird dort den Touris, wie die Massai leben, ich begnügte mich jedoch lediglich mit einer Pause.

Im leichten bergauf, bergab erreichte ich nach 107km Namanja, den Grenzort zu Kenia. Der Ort hat keine Elektrizität und ist praktisch zweigeteilt. Anscheinend gibt es hier wieder mehr Prostituierte, die Prostitution soll in Kenia jedoch wesentlich verbreitet sein.

In Tanzania bin ich somit 1.593km gefahren und habe mit knappen 16 € doch ein wenig mehr Geld ausgegeben als erhofft, der "Kili times" war dies wohl geschuldet.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1066. Tag 86km (64.513km) Di. 25.02.2003

 
  
    #1396
03.09.16 06:50
Es ist 17.20 und ich weiß nicht so recht, was ich vom heutigen Tag halten soll. Auf alle Fälle begann er alles andere wie verheißungsvoll.

Nach abermals schlafreicher Nacht war ich um 6.30 an der Grenze und die Ausreise aus Tanzania war kein Problem.

KENIA ich komme schoss es mir durch den Kopf und war mehr als überrascht, dass ich als Deutscher ein Visa für dieses Land benötigte. Meine bisherigen Infos aus dem 2001 LP sowie der 98er Dumont Ausgabe waren andere. Die Einreise bzw. das Visa kostet nun seit Februar 2001 50 US$, ich musste gewaltig schlucken.

Als erstes ging es nun darum ein paar US$ "einzusammeln" weil ich nicht meine letzten aufbrauchen wollte. Für 78,5 : 1 bekam ich einen recht guten Kurs, fast alle wollten 80 k.Schilling, einer gar unverschämte 90......

Mit einem etwas grimmigen Gesichtsausdruck zahlte ich die 50 US$ und erhielt im Gegenzug mein Visa mit einer Gültigkeit von 3 Monaten. Der Grenzübergang dauerte somit eine gute Stunde.

Auffallend war, dass hier viele gut gebaute Massai einen Job als Security Man hatten. Die Hauptaufgabe wird wohl sein die draußen parkenden Autos zu bewachen. Es ist eben ein modernes Naturvolk welches trotz ziviler Bekleidung leicht an den durchbohrten Ohren zu erkennen ist.

Irgendwie kam ich aufgrund der verspäteten Startzeit überhaupt nicht in die Gänge und machte nach 17km, 35km sowie 55km jeweils eine kleinere Pause. Richtig "froh" war ich dieses mal über die nicht stimmenden km Angaben in meiner Karte. Anstatt der angegebenen 144km waren es dann lediglich derer 86. Fast den ganzen Tag über hatte ich starken Gegenwind, der Asphalt war gut.

In den ersten zwei Dritteln war es abermals ein Radeln durch Massai Land, auch hier in Kajijado sehe ich viele im Ort. Genießen konnte ich das alles jedoch überhaupt nicht, da ich mit meinen Gedanken bei den möglichen Gefahren der Zukunft war. Der vermutlich unmittelbar bevorstehende Irak Krieg, der Norden Kenias u.s.w., gedanklich war ich heute mehrfach auf meinem Heimflug......

Ich weiß wirklich nicht was ich machen soll, ein Heimfliegen würde mich jedoch nicht glücklich heimkehren lassen. Vermutlich werde ich nun die jeweiligen Gespräche mit den Botschaften abwarten und danach entscheiden. Erleichtert würde mir wohl die Entscheidung werden, wenn es tatsächlich größere Probleme bei der Beschaffung des Visums für den Sudan gäbe. Anders als z.B. in SA verspüre ich dennoch den Drang meine Reise fortzusetzen. Vielleich nehme ich für die 500km im Norden des Landes ja wirklich den Bus, von den Rebellen Somalias haben mi jetzt doch schon mehrere Leute gewarnt, und zwar von Isiolo bis zur äthiopischen Grenze Moyale.

Eigentlich schade ist die Tatsache, dass ich aufgrund meiner Zukunftsgedanken den Kontakt zu den Massai vergessen hatte. Bei meinen zahlreichen Pausen hätte ich hierzu jeweils die Möglichkeiten gehabt.

Morgen möchte ich nun Nairobi erreichen und werde dort mindestens eine Woche bleiben.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1067. Tag 0km (64.513km) Mi. 26.02.2003

 
  
    #1397
03.09.16 07:36
Jetzt um 16.15 bin ich auch nicht viel schlauer als gestern, jedoch ein wenig glücklicher. Immer noch bin ich hin und hergerissen welchen Weg, welche Richtung ich einschlagen werde. Die Tendenz bei meiner Ankunft hier geht wohl eher Richtung Heimat. Soooo darf meine Reise jedoch nicht enden, würde vermutlich zu Hause die Kriese bekommen....

Nachdem ich Nairobi Zentrum erreicht hatte machte ich mich erst einmal auf die Suche nach einem Zimmer, wurde fündig und nächtige derzeit für 300 keniatische Schilling in einem Dorm einer Reiseagentur. Diese bietet die Masai Mara für 50 US$ pro Tag sowie 27 US$ Eintrittsgebühr an, gar nicht so schlecht. Sollte ich die Tour buchen wären drei Nächte im Dorm frei, jede weitere würde 150 Schilling kosten. Falls ich buchen sollte werde ich dies vermutlich von hier aus machen. Übrigens habe ich zwei junge Engländerinnen als Zimmergenossinnen welche von meiner Tour total begeistert waren.

Skyline vs Slums

https://icontramundum.files.wordpress.com/2013/09/nairobi-skyline.jpg http://www.citiesalliance.org/sites/...20Nairobi,%20Kenya%20(9)_0.JPG
https://mediaflip.files.wordpress.com/2010/03/nairobi_kibera_04.jpg


Nachdem ich mich geduscht und die Radlerklamotten gewaschen hatte machte ich mich auf dem Weg zum General Post Office und siehe da, mein Päckchen ist heute angekommen, was für ein Timing. Taka, vermutlich Belinda oder doch Daryl, Jutta sowie Tini hatten mir jeweils einen Brief geschrieben. Wirklich enttäuscht war ich dann, dass mir weder Wolfgang, Regina und Käthe eine Zeile haben zukommen lassen.

Morgen möchte ich nun die Botschaften von Deutschland, Äthopien sowie den Sudan besuchen um mich dann zu entscheiden wie es weiter gehen soll.

Der heutige Radeltag war alles andere wie spektakulär. Wieder einmal habe ich mich ausschließlich mit meiner Zukunft beschäftigt und konnte mich auf nichts anderes konzentrieren. Dieser Zustand ist alles andere wie befriedigend und lässt mich fast verrückt werden. Das Fahren war recht gefährlich, vor allem als der Verkehr von Mombasa noch hinzukam. Zum Glück wurde die Fahrbahn so ca. 20km vor Nairobi zweispurig.

Ansonsten ging es größtenteils bergab und mehr und mehr verschwanden die Dornengebüsche, zuletzt war es Steppe pur. Seit langer, langer Zeit waren Gebiete mal wieder eingezäunt.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1068. Tag 0km (64.513km) Do. 27.02.2003

 
  
    #1398
03.09.16 09:26
So, heute habe ich nun "Nägel mit Köpfen" gemacht und mich entschieden, dass meine nahe Zukunft in Deutschland liegt sprich ich werde heimfliegen..... Mit anderen Worten bedeutet dies, dass ich keinen RADELTAG mehr haben werde und in wenigen Tagen den Traum meiner Weltumradlung ad acta legen werde. Obwohl ich an dieser Entscheidung sicher einig Zeit lang "knappern" werde fühle ich mich besser, dass ich nun endgültig eine getroffen habe. Ob es die richtige ist wird die Zukunft zeigen, im Moment fühle ich mich zumindest erleichtert. Der Zustand der letzten Tage war keinesfalls befriedigend, so konnte es nicht weitergehen. Ich hoffe nur, und das befürchte ich allerdings, dass ich zu Hause nicht in ein Loch fallen werde....

Gebucht habe ich den Rückflug zum 06.März und bekanntlich habe ich mein Abenteuer der Weltumradlung am Rosenmontag den 06.03.2000 gestartet, voller Hoffnungen und Erwartungen. Der Flug startet Nachts um 23.00 und voraussichtliche Ankunftszeit in Frankfurt, über Amsterdam, ist der folgende Morgen um 10.00. Dieses mal fliege ich mit der KLM und das Ticket hat mich 3.600 k. Schilling gekostet was in etwa 431 US$ entspricht, das ist o.K.. Eine andere Reiseagentur nannte mir den gleichen Preis doch wäre der Abflug zwei Tage später gewesen. Andere Fluglinien waren 100, über Dubai, bzw. 200 US$, Äthopien, teurer.

Diese Ausgaben waren jedoch nicht alle die ich hatte denn danach habe ich so als Abschluss eine 4 tägige Safari in die Masai Mara gebucht. Dieser "Spaß", hoffentlich kann ich den Trip genießen, hat mich weitere 200 US$ gekostet. Auf dem Programm steht zudem noch der Besuch des Kuke NP.

Erstes Ziel heute Morgen war die Deutsche Botschaft wo ich meine drei neuen Kreditkarten habe abholen können. Da ich wohl etwas zerknirscht dort angekommen bin meinen sie nur, dass ich wohl dir richtige Entscheidung getroffen hätte.

Letztendlich gestand ich mir ein, dass ich nicht an das denken sollte was ich eventuell hätte erleben können sondern vielmehr an das, was ich alles während meiner Reise habe sehen, erleben dürfen. Noch wissen die Eltern nichts von meinem Entschluss doch werde ich sie vermutlich noch heute anrufen. Ein überraschendes, plötzlich vor der Haustüre stehen würde sie wohl überfordern......

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1069. Tag 0km (64.513km) Fr. 28.02.2003

 
  
    #1399
04.09.16 07:39
Um 13.30 sitze ich in einer Gartenkneipe im Zentrum Nairobis und trinke einen Korea/Neger, Cola mit Bier. Mit 80 Schilling pro Bier gehört der Ort sicherlich nicht zu den ganz teuren Plätzen der City doch scheint er Treffpunkt für die "Paarungsbereiten" zu sein. Auffallend sind die vielen hübschen Frauen die es sichtlich auf die Bleichgesichter bzw. deren Geldbörsen abgesehen haben. Es ist das erste mal hier in Nairobi wo ich das Gefühl habe, dass "Gefühle" bei diesem Spiel keine Rolle spielen, es ist wohl die modernere Art der Prostitution. Andererseits muss ich zugeben, dass hier eine äußerst angenehme Atmosphäre herrscht. Gespielt werden hauptsächlich englische (Liebes) Lieder und heute Abend soll sogar eine Liveband auftreten, so gesehen werde ich hier vielleicht noch einmal auftauchen.

Am heutige Tag habe ich praktisch nur eine Mail an die Eltern sowie eine an die Firma geschrieben. Gedanklich war ich nochmals in der Vergangenheit und bin die einzelnen Stationen meiner durch durchgegangen. Die wird in Zukunft wohl noch häufiger geschehen....

Beim Kauf der Briemarken im Postoffice wollte man mich mal wieder beklauen. Ich legte meinen Geldbeutel auf den Schaltertresen und sprach mit dem Beamten. Ein Mann kam hinzu und legte ein größeres Kuvert auf mein Portemonnaie, mit der anderen Hand griff er wenig später danach. Ich sah dies und hätte ihm am liebsten eine geschossen lies es aber bei lautem Gebrülle und einigen unschönen Worten. Zuletzt gab es noch den Stinkefinger doch war der Mann inzwischen schon geflüchtet.

Morgen beginnt nun mein Masai Mara Trip und ich hoffe, dass es eine interessante Tour wird und mich ein wenig auf andere Gedanken bringt.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler166. Wissenswertes - Masei Mara

 
  
    #1400
04.09.16 07:44
letztes Highlight meiner Tour war dann die 4 tägige Tour durch die Masei Mara einem Nationalpark, den es schon lohnt sich anzusehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Masai_Mara

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1070. Tag 0km (64.513km) Sa. 01.03.2003

 
  
    #1401
04.09.16 08:33
In knapp 1 Stunde beginnt die Safari bzw. Fahrt zur Masai Mara und möchte diese Zeit noch für einige Notizen nutzen. Es ist ein leicht bewölkter, windiger Tag der gut begann.

Gut vor allem deshalb, weil der EHC gestern Abend 7:4 in Duisburg gewonnen hat. Diese Information habe ich aus der BZ im Internet gelesen. Bei einer Niederlage hätte der EHC nur noch 2 Punkte Vorsprung auf Duisburg gehabt, jetzt sind es satte 8. Auf die Eishockeyspiele in den Playoffs freue ich mich auf alle Fälle, auf die Familie ebenfalls und der Rest wird hoffentlich kommen.....

Geplant ist die Abfahrt um 10.00 und um 16.30 sollten wir in der Masei Mara sein die nördlich an die Serengeti grenzt. Bekannt ist der Nationalpark durch die sogenannte jährliche Tierwanderung, der sogenannten Migration. Gegen Ende der Trockenzeit machen sich hunderttausende von Gnus, Zebras, Büffel auf den Weg zu den übrig gebliebenen Wasserlöcher und müssen hierbei Flüsse queren. Dieses Queren ist ein gefährliches Unterfangen und kostet oftmals hunderten von Tieren das Leben. Der Ein- bzw. Ausstieg wird manchen Tieren zum Verhängnis, Krokodile sorgen für Panik unter den Tieren. Dieses Spektakel gilt als eines der größten Wunder der Tierwelt.

https://sasscer.files.wordpress.com/2014/01/...eest-animal-photos.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/..._-East_Africa.jpg

Um 19.30 sitze ich frisch geduscht in einem recht noblen Hotel in Nakuru und trinke ausnahmsweise mal kein Bier. Mit 130 Schilling finde ich es entschieden zu teuer und werde später wohl außerhalb der Anlage eines trinken gehen. In Nairobi zahlte ich in dem besseren Pub 80 auf dem Lande zwischen 50-60 Schilling.

Weshalb ich in Nakuru bin ist auch einfach zu erklären denn wir haben unsere Route geändert. Mit zwei Bayern aus Passau (Paul und Max) war ich heute in einem 8 Sitzer fast alleine unterwegs doch wird morgen die Gruppe mit Japanern aufgestockt.

Um 10.30 fuhren wir los und bei der Stadtausfahrt sah ich auch die berüchtigten Slums von Nairobi. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 50% der Bevölkerung in ihnen wohnen. Besonders pervers war ein richtig nobles Villenviertel welches von den Slums umgeben war. Vermutlich ist dies nur der Anfang und nach und nach werden die Hütten verschwinden.

Erster optischer Höhepunkt war dann das Hinabblicken in das Rift Valley, dem afrikanischen Graben. Etwas unbeliebt machte ich mich dann bei Paul dem Guide als ich kurz nach 14.00 meinte, dass wir nun losfahren müssten. Gemäß meinen Informationen sollte die Safari 4 1/2h dauern. Josef unser Fahrer hatte jedoch noch nicht zu Ende gegessen und so fuhren wir eine halbe Stunde später los.

Der Lake Nakuru ist ein Salzsee wo zigtausende von Flamingos zu sehen waren. Der See war recht groß und dürfte dennoch nicht tiefer wie 50 cm sein. Der Anblick der Flamingos war schon beeindruckend und ich musste an den Ngorogoro Krater denken welchen wir 89 besucht hatten. Zu sehen gab es außerdem größere Pavianherden, Wasserbüffel, Marabus, etliche Springbockarten, Wildschweine, vereinzelt Zebras und etliche Nashörner.

http://www.thegoldenscope.com/wp-content/uploads/...ake-Nakuru-4a.jpg
http://amazingbeautifulworld.com/wp-content/...013/10/Nakuru-Lake.jpg

Der Anblick dieser tonnenschweren Dickhäuter war schon fantastisch. Zuerst sahen wir eine größere Herde von 8-10 Tiere die sich mit einer Büffelherde vermischte. Später sahen wir eine Dreiergruppe deren Boss max. 20m von unserem Auto entfernt war. Man hörte das Tier schnaufen und viel näher hätten wir uns sicherlich nicht nähern dürfen. diese Bilder waren doch äußerst beeindruckend.

http://boscosafari.co.ke/sites/default/files/rhino-in-lake-nakuru.jpg
http://ih2.redbubble.net/image.5393610.8589/flat,800x800,070,f.jpg

Genauso beeindruckend war jedoch ein aasfressender Marabu der dabei war einen toten Vogel zu verspeisen, diese Bilder waren nichts für Feinschmecker.

Das meiste Glück hatten wir jedoch, als wir 2 Leoparden an verschiedenen Stellen zu Gesicht bekamen. Sie hielten Siesta und rührten sich nicht. Als Radler hätte ich sie wohl nicht gesehen, "leblos" lagen sie in den Bäumen. Ich scherzte schon, dass es sich wohl um ausgestopfte Tiere hat handeln müssen.

http://2.bp.blogspot.com/-kw41OgJPNv0/TwDHTpZto6I/...eopardAfrica.jpg
http://www.suedafrika-praktika.de/fotos/...-praktika-leoparden-4g.jpg

So gesehen war es ein gelungener Auftakt unserer 4 tägigen Safari. Paul und Max haben ihre Tour in Mombasa für stolze 550 US$ gebucht, allerdings incl. Fahrt mit dem Zug.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1071. Tag 0km (64.513km) So. 02.03.2003

 
  
    #1402
06.09.16 04:49
Kurz vor 20.00 trinke ich ein lauwarmes Bier und seit langer, langer Zeit genieße ich mal wieder die Abendstimmung in freier Natur. Vor gut 1 Stunde sind wir hier im Mara Hippo Camp angekommen und wieder einmal nächtige ich alleine im Zelt. Es herrscht eine schöne Atmosphäre bei afrikanischen Klängen und dem "süßen" Duft des Feuers/Rauches.

Fast den ganzen Tag über sind wir im Auto gesessen doch die ca. 2,5 stündige Safari zum Camp hat für vieles entschädigt. Highlights waren mit Sicherheit die beiden Leoparden, die keine 15m entfernt von unserem Auto in den Baumkronen herumtollten. Laut unserem Guide waren es Männchen und Weibchen wobei der Größenunterschied zwischen beiden enorm war. Ich selber glaubte eher an ein Muttertier mit ihrem einjährigen Sprössling doch der Guide müsste es ja wissen. Zudem sahen wir heute unsere ersten Elefanten und Giraffen. Die Elefantinos sind dann auch wieder so groß wie die aus Botswana. Was ich auch nicht ganz verstehe ist die Aussage von Charles, dass die Elefantendamen größer wären wie die Bullen, auch hier hätte ich anders gedacht.

Um die big five zu vervollständigen fehlte also nur noch der Löwe und an einer Stelle sahen wir 7 dieser Raubkatzen. Für mich hatten die Damen des Hauses Normalformat, die Herren waren wohl einjährige und noch nicht ausgewachsen. Sie lagen platt im Gras und als "Normalbürger" hätte man sie wohl nicht gesehen. Die Autos der Guides sind mit Funk ausgestattet und wenn jemand etwas interessantes gesichtet hat wird diese Information weitergegeben. Mit 4 Wagen hat man die Tiere gesucht und irgendeiner hat sie dann auch gefunden, that`s the african way of Safari....

Was mich jedoch mindestens genauso beeindruckt ist das Landschaftsbild der Masai Mara. Die Lichtverhältnisse heute Nachmittag waren bestens und so leuchtete das Goldgelbe Gras besonders. Der blaue Himmel bildete hierbei noch einen fantastischen Hintergrund.

http://fotoblog-reiseberichte.de/wp-content/...s/2011/09/PICT2106.jpg
http://wildlife-media.at/bild/46802/landschaftsform-der-masai-mara.jpg
http://images.fotocommunity.de/bilder/landschaft/...-598983dda057.jpg

Ab und zu sah ich kleine Springböcke auf leichten Erhebungen zu stehen, die Tiere schienen zu leuchten. Während August ist die beste Zeit wegen der Migration, dann sollen sich Millionen!!! von Zebras, Gnus und andere Huftiere hier tummeln. Vielleicht kehre ich ja noch einmal hierher zurück.....

Es war eine wunderschöne Safari mit recht langer Anfahrt, wir wurden ordentlich durchgeschüttelt. Obwohl wir nun wirklich weit weg vom Schuss waren sahen wir keine Rundhütten so wie ich es in Malawi oder Zambia gesehen habe. Die Massai trugen etwas andere Kleidung als zuvor, doch ging mir das alles mal wieder viel zu schnell.

Gestern Abend war ich übrigens noch ein wenig Pool spielen und tanzte zu afrikanischen Rhythmen, ich war bis 23.00 auf Achse.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1072. Tag 0km (64.513km) Mo. 03.03.2003

 
  
    #1403
07.09.16 05:10
Jetzt kurz nach 18.00 neigt sich ein schöner (Rad)Safaritag, warum wollte ich eigentlich Radlertag schreiben?!..., dem Ende entgegen. Es war abermals ein langer Fahrtag an dem wir einige Highlights zu sehen bekamen.

Los ging es um 8.30 und nach wenigen Minuten des "Pirschens" blieben wir erst einmal stecken. Ein kleiner Bachlauf musste gequert werden und hierzu hatten wir zu wenig Schwung. Aussteigen war angesagt und die ersten Versuche das Auto wegzuschieben scheiterten kläglich. Erst nachdem wir einigen Sand und armdicke Äste untergelegt hatten klappte es.

Auf dem ca. 60km langen Weg zum Hippo Pool sahen wir etliche Huftiere doch die Nilpferde am Wasser waren schon beeindruckend. So ca. 30-40 Tiere tummelten sich im Flusslauf. Es war schon ein gigantischer Anblick wenn zwei dieser Tiere eine Auseinandersetzung hatten. Das Wasser kochte mehrfach doch zu einem wahren Kampf kam es nicht. Überrascht war ich dann doch ein wenig, als eines der Tiere aus dem Wasser stieg. Ein anderes sonnte sich am Ufer und seine Haut sah doch sehr verbrannt aus. Die ständigen Geräusche waren jedoch vielleicht das Interessanteste. Einige male waren die Dolchartigen Zähne zu sehen, zahlreiche Narben säumten die Außenhaut. Von Fernsehberichten weiß ich, dass einige dieser Auseinandersetzungen tödlich enden.

http://photography.nationalgeographic.com/u/...a6rFCWmvX-QPuMYaZxzew/
https://whereisyvette.files.wordpress.com/2011/03/...?w=500&h=375
https://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-s/...-at-masai-mara.jpg

So ca. 3-400 m Flussaufwärts sonnten sich drei Krokodile auf einer Sandbank. So ca. 5-6m waren sie lang, doch leider weit entfernt. Unser mit einem "Bärentöter" bewaffnete Guide erklärte uns, dass ab und zu die Krokodile auch ausgewachsene Hippos täten würden..., ehrlich gesagt kann ich das nicht so richtig glauben. Er teilte uns mit, dass die Krokodile die Nilpferde am Fuße verletzen würden um sie dann später, wenn sie gestorben sind, zu fressen. So ca. 1 Stunde verbrachten wir am Pool, man könnte alleine dort Tage verbringen.

"Leichte Beute für die Krokodile während der Migration...."
http://www.delpho.de/images/grosse_bilder/kenia-52.jpg
http://www.delpho.de/images/grosse_bilder/kenia-54.jpg
http://wildencounters.net/gallery2/...emId=1026&g2_serialNumber=2

Danach machten wir unter einem Baum unsere Mittagspause, es gab etwas zu essen, und auf dem Rückweg sahen wir zwei Löwengruppen. Das erste mal war es eine 4er Gruppe von männlichen Halbstarken, die jedoch schon größer waren als die gestrigen. Es war kein Weibchen zu sehen, vermutlich wurden sie von ihren Familien ausgestoßen. Normalerweise jagen die Männchen welche ein Harem führen nicht, diese waren als Rudel wohl sehr erfolgreich und sahen gut genährt aus. Etwas später sahen wir dann drei Weibchen welche ausgewachsen waren. Charles meinte nur, dass der Pascha entfernt wäre weil er den täglichen Rummel der Touris nicht möge......

https://www.skr.de/fileadmin/_processed_/...masai_mara_e1561330c4.jpg
http://www.safari-wangu.de/2009sep_mara1.jpg

Ein weiteres Highlight war das Aufspüren einer 8-10 Köpfigen Giraffenherde, die in Steinwurfweite an unserem Fahrweg vorbeilief.

Morgen wollen wir bereits gegen 6.30, also zwei Stunden früher als heute aufbrechen.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1073. Tag 0km (64.513km) Di. 04.03.2003

 
  
    #1404
08.09.16 05:29
Jetzt um 17.15 muss ich feststellen, dass es das dann wohl war - gemeint ist das Ende meiner Weltumradlung. Ich sitze mal wieder in meiner Lieblingskneipe in Nairobi, im Step Up, und trinke ein Pils. Es läuft westliche Musik und viele der Songs kenne ich.

Gestern Abend habe ich mit Paul und Max ebenfalls ein Bier getrunken und hierbei wohl das letzte mal von afrikanischen Boden aus die Milchstraße angeschaut. Vielleicht schreibe ich ja doch ein Buch über meine Reise, mit einem offenen Ende wohlgemerkt. Irgendjemand würde mich fragen ob ich denn noch einmal Lust hätte auf Tour zu gehen und wenn ja mit welchem Ziel. Antworten würde ich kurz und knapp mit einem "Ja, die Milchstraße....". Ehrlich gesagt glaube ich schon, dass ich nochmals auf Tour gehen werde, in welcher Form kann ich jetzt noch nicht sagen.

Mit 6.00 war heute morgen frühes Aufstehen angesagt. Der wohl schwule Koch hatte verschlafen und so fuhren wir erst gegen 7.00 los, ursprünglich geplant war 6.30.

Heute morgen sahen wir dann zwei Löwenrudel mit 4 bzw. 7 Tieren, diese waren allesamt mächtig, prächtig. Die Weibchen waren ausgewachsene Tiere, das 4 köpfige Männerrudel halbstarke. An eine 16 köpfige Elefantengruppe kamen wir so nah wie nie zuvor ran, ebenso an eine Giraffe, ca. 10m.

Insgesamt war es eine recht schöne Safari doch irgendwie waren wir alle schon satt. Wieder einmal musste ich feststellen, dass man sich unheimlich schnell an etwas gewöhnt - hoffentlich auch an das Leben zu Hause.....

Die Heimfahrt dauerte knapp 6 Stunden und recht müde erreichten wir Nairobi. Nachdem ich mich vom Fahrer, Charles, Paul und Max verabschiedet hatte suchte ich direkt mein Hotel auf.

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1074. Tag 0km (64.513km) Mi. 05.03.2003

 
  
    #1405
11.09.16 06:58
Mein voraussichtlich letzter Afrikatag neigt sich zwar noch nicht dem Ende entgegen, jetzt ist es erst 13.00, dennoch ist es ein komisches Gefühl keine 48h mehr von zu Hause entfernt zu sein.

Nach schlafreicher Nacht gab es erst einmal ein ordentliches Frühstück und danach widmete ich mich Black Beauty zu um sie auf Vorderfrau zu bringen. Natürlich gab es im Hotel auch Bedienstete die das gute Stück abkaufen wollten. Für mich ist sie jedoch unverkäuflich, auch würde ich sie nicht gegen ein besseres Rad tauschen.

Richtig Schwierigkeiten hatte ich beim Abschrauben der Pedale sodass ich für das Linke zu einem Radgeschäft gehen musste. Diese hatten mit ihren Werkzeugen eine größere Hebelkraft und somit keine Probleme das Pedal zu lösen. Allerdings muss ich mir auch eingestehen, dass ich vermutlich in die falsche Richtung gedreht hatte....

Danach ging ich zur Reiseagency um mir den Flug nochmals bestätigen zu lassen doch wäre dies nicht nötig gewesen. Wie auch immer, sicher ist sicher dachte ich mir. Nachher werde ich mich wohl nochmals auf den Weg in die City machen um mir eine Jeans, eventuell ein Paar Schuhe und vielleicht sogar noch ein paar Geschenke kaufen.

Im Moment sitze ich wieder in der "Anmachkneipe" und soebn haben sich drei junge Frauen neben mich gesetzt.

Heute bin ich nun drei Jahre auf Ache..., happy birthday!!

Gruß Welti  

6713 Postings, 3526 Tage weltumradler1075. Tag 0km (64.513km) Do. 06.03.2003

 
  
    #1406
11.09.16 08:06
Jetzt, kurz nach 12.00 läuft so langsam aber sicher der Countdown für den Heimflug und immer noch kann ich mich so richtig darauf freuen. Auf die Eltern, Geschwister, Verwandte und Freunde sicher, auf meine Hobbies auch und wie sieht`s mit dem Leben in Good old Germany aus? Sicher wird es eine Zeit lang dauern bis ich mich daran gewöhnt habe und ich befürchte fast, dass ich in ein Loch, eine Krise fallen werde.

Wie es beruflich weitergeht weiß ich auch nicht, auch nicht was ich überhaupt machen soll. Das einfachste wäre mit Sicherheit wieder bei meiner alten Firma zu arbeiten, doch glaube ich nicht daran. Mein Chef meinte bei meinem Besuch nach Australien zwar, dass er mich jederzeit wieder nehmen würde doch ist diese Aussage nun 16 Monate alt. Die Konjunktur ist nach wie vor beschissen und somit wird es der Firma wohl auch nicht sonderlich gut gehen. Nach meiner Kündigung wurde das Gehalt ja noch um 400 DM aufgestockt doch jetzt würde ich wohl einiges mehr verlangen. Für mindestens xyz € würde ich wieder einsteigen, würde im Gespräch wohl 100 € mehr verlangen wohlwissend, dass es dort keine Karriere geben wird. Letztgenanntes wäre jedoch nicht so wichtig für mich.

Sicherlich ist/wäre meine Forderung zu hoch und anderswo müsste ich mich wohl mit wesentlich weniger zufrieden geben. Eventuell würde mir vielleicht sogar der Stuhl unseres Einkaufsleiters angeboten werden da dieser ja bekanntlich in einem Jahr die Niederlassung übernehmen soll.

Alles was ich jetzt geschrieben habe ist reine Spekulation. Auf alle Fälle werde ich nicht gleich in den ersten Tagen dort anklopfen, noch bin ich für Vorstellungsgespräche mental nicht fit genug.

Den Schritt in die Selbstständigkeit werde ich aufgrund fehlenden Grundkapitals wohl nie wagen, dies wird wohl immer ein unerfüllter Traum bleiben. Vielleicht sollte ich ja doch in einem der Entwicklungsländer aktiv werden oder gar meine fast Weltumradlung vermarkten.

Wieder einmal lege ich meine Zukunft in die Hände Gottes und hoffe, dass alles gut wird. Irgendwie habe ich Angst vor der Zukunft, vor Deutschland ein Gefühl wie ich es bisher noch nicht hatte. Ich habe Angst vor Depressionen, die mich mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart werden leben lassen.

http://www.kenya-advisor.com/images/kenyatta-airport-nairobi.jpg

Um 21.00 ist das Gröbste überstanden und jetzt muss ich mich erst einmal beruhigen. Beruhigen deshalb, weil das Einchecken wieder einmal äußerst anstrengend, nervenaufreibend war.

Planmäßig holte mich der tags zuvor arrangierte Taxifahrer ab und für die 20km bis zum Airport zahlte ich 10 US$. Kurz vor dem Erreichen des Flughafens kamen wir in eine Kontrolle und der Polizist fragte mich ob ich das Fahrzeug gemietet hätte. Die kam mir ein wenig spanisch vor und ich antwortete, dass wir Freunde wären und er mich zum Flughafen bringen würde. Der Fahrer hatte keine offizielle Taxilizenz und hätte 100-200 Schilling Maut bezahlen müssen. Dank meiner langen Reiseerfahrung handelte ich jedoch richtig und mussten nichts bezahlen. Der Fahrer dankte mir für mein Handeln zutiefst da er vergessen hatte mir von einer möglichen Kontrolle zu berichten.

Das Einchecken verlief dann alles andere wie problemlos, allerdings benahm ich mich auch völlig daneben. Erstmals seit Tourbeginn musste ich Black Beauty in eine Bikebox verstauen und hierfür verlangte man stolze 30 US$. Hierüber war ich natürlich nicht erfreut doch was sollte ich tun? Ich saß mal wieder auf dem Boden, Pakistan lässt grüßen, und ließ die zwei Verpacker arbeiten ohne auch nur einen Finger zu krümmen. Die beiden machten ihre Arbeit wirklich gut.

Bei späteren Einchecken wollte man mir dann richtig an den Geldbeutel. Für 15kg Bike + 19kg Gepäck wollte man 10 kg zu 22 US$ pro Kg berechnen. Nicht mit mir dachte ich und zog eine Show ab wie damals in Australien. Zuerst zog ich mir so viel Kleider an wie möglich, entsorgte unnötige Sachen wie Moskitonetz, Kochtopf u.s.w. Ich brachte so immerhin 6,5 kg zusammen und die sichtlich überraschten Angestellten meinten, dass dies nun genug wäre. Natürlich haben mich viele Leute bei dieser Aktion beobachtet, the grazy german lässt grüßen. War meine überzogene Reaktion ein Vorgeschmack auf die Zivilisation?

Gruß Welti  

2 Postings, 2447 Tage Catalinatschau Welti

 
  
    #1407
1
21.09.16 23:03
Was für ein herrliches Abenteuer, danke fürs erzählen  ;-))  

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