In Japan ist Gold gefragt


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Neuester Beitrag: 03.04.20 19:07
Eröffnet am: 08.02.02 10:44 von: zit1 Anzahl Beiträge: 3
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3574 Postings, 7155 Tage zit1In Japan ist Gold gefragt

 
  
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08.02.02 10:44
Gold. In den nächsten zwei Wochen gewinnt dieses Edelmetall wieder an Bedeutung, wenn sich die Wintersportler in Salt Lake City zu den Olympischen Spielen treffen. Sicherlich rechnet sich auch der ein oder andere Japaner Chancen auf eine Goldmedaille aus. Schließlich wäre ihm diese lieber als ein Preisgeldscheck, den er zuhause bei seiner Bank einlösen müsste. Ob das Kreditinstitut ihm dann noch das Geld bar auszahlen kann, steht nämlich in den Sternen.

Vieles erinnert an unsichere Kriegszeiten, wo Geld nichts mehr wert und Gold ein wahrer Schatz gewesen ist. Die Japaner bereiten sich auf solch unsichere Zeiten vor. Es wird zwar keinen Krieg geben, doch die angeschlagenen Banken werden das Land in den wirtschaftlichen Abgrund führen. Da sind sich viele Einheimische sicher. Die staatliche Einlagensicherung läuft zum 01. April aus. Damit droht den Gläubigern beim Konkurs der Bank ein Totalausfall ihrer Einlagen. Um diesem, für viele Japaner mittlerweile recht realistischen, Risiko zu entgehen, genießen die Goldhändler in Tokio regen Zulauf. Große Mengen von Bargeld werden für das Edelmetall getauscht. Viele Menschen sehen in einer Anlage in Gold den letzten rettenden Hafen für ihr Kapital. Das Gold nehmen die Japaner gleich mit nach Hause. Um nicht in der Öffentlichkeit aufzufallen und möglicherweise beraubt zu werden, ziehen sie abgenutzte Kleidung an. Indes steigt der Goldpreis auf Grund der vermehrten Nachfrage. In London liegt der Kurs aktuell bei mehr als 300,00 US-Dollar je Unze.



Die japanische Regierung will allerdings von einer Bankenkrise immer weniger wissen. Es gäbe keine Probleme mit den Banken, hat am vergangenen Mittwoch noch Ministerpräsident Junichiro Koizumi zum Besten gegeben. Dabei gibt es genügend Indizien, dass eine Verstaatlichung der Finanzhäuser unmittelbar bevorsteht. Die Beobachter der SEB glauben, dass für das Bankensystem eine staatliche Liquiditätshilfe von einer Billion Yen (8,6 Mrd. Euro) nötig wäre. Dies würde allerdings auch bedeuten, dass die Staatsverschuldung mit einem Schlag um 15 Prozent ansteigen würde. Das ist problematisch für Japan, das ohnehin schon eine Staatsverschuldung von 130 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausweist. Die SEB-Experten sehen allerdings noch eine andere Gefahr bei der Verstaatlichung der Banken. Die Aktien der entsprechenden Häuser würden enorme Kursabschläge an den Börsen einstecken müssen. Dies würde die Lage auf dem Aktienmarkt erneut verschärfen. Der Leitindex Nikkei notiert mittlerweile unter 10.000-Punkten und steht bei 9.583,27 Zählern.

Die wenigen positiven wirtschaftlichen Faktoren gegenwärtig im Land der aufgehenden Sonne fasst die Fondsgesellschaft Activest zusammen. Eine mögliche Konjunkturerholung in den USA könnte die Exportwerte in Japan nach oben bringen. Die Wertpapier-Spezialisten sehen den Nikkei aus Sicht von drei Monaten bei 10.500 Punkten.

Dies ist sicherlich eine optimistische Schätzung, wenn es die japanischen Politiker und Banker nicht schaffen, Vertrauen in das Finanzsystem wieder zurück zu gewinnen. So lange die Japaner Gold nachfragen, wandert das Geld nicht auf den Kapitalmarkt. Ein Aufschwung an der Tokioter Börse ist ohne die Unterstützung der eigenen Bevölkerung sicherlich nicht möglich.

 

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