Der USA Bären-Thread


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Neuester Beitrag: 29.03.20 19:49
Eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 143.092
Neuester Beitrag: 29.03.20 19:49 von: Anti Lemmin. Leser gesamt: 16.295.942
Forum: Börse   Leser heute: 6.730
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60754 Postings, 5806 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

 
  
    #1
453
20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
142067 Postings ausgeblendet.
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2444 Postings, 694 Tage walter.eucken#060

 
  
    #142069
4
29.03.20 15:42
ich könnte mir vorstellen, dass auch bei der hochriskanten politik von trump die kumulierten todeszahlen prozentual zur bevölkerung nicht an diejenigen italiens und spaniens heranreichen werden.

sowohl in italien wie spanien ist das gesundheitswesen seit zehn jahren mit kräftigen druck aus brüssel kaputtgespart worden. in den spitälern haben die aerzte und schwester in umgebunden müllbeuteln und selbstgebastelten masken die schwerkranken intubiert, dass muss man einfach zur kenntnis nehmen. auch jetzt kommt aus brüssel keine hilfe. ich glaub, im norden hat man noch nicht begriffen, dass die ausbleibende solidarität italien und spanien ernsthaft über den sinn der eu-mitgliedschaft nachdenken lässt.

aerzte und schwestern zur hilfe haben das bitterarme kuba geschickt sowie die angeblich so bösen russen und chinesen. von berlin, brüssel und washington kam nichts.

..in der not erkennt man die wahren freunde...so reden meine spanischen bekannten in den täglichen videositzungen. und erkundigen sich über die schweiz und wie es so funktioniert ausserhalb der eu.

 

1756 Postings, 1369 Tage MyDAX@birkensaft

 
  
    #142070
1
29.03.20 16:12
"Das darf halt bezweifelt werden und sollte von einem guten Politiker, wenn er schwerwiegende Entscheidungen trifft, auch kritisch hinterfragt werden. Dafür muss er nicht per se kompetent in dem jeweiligen Fachgebiet sein. "

Das Hinterfragen macht durchaus Sinn. Das Problem ist nur, dass irgendeine Entscheidung gefällt werden muss. Die Dinge sich dummerweise hochkomplex und alles ist miteinander verwoben, auch wenn die schlicht Gewirkten immer die richtige und einfache Antwort auf alles haben oder meinen sie zu haben.
Und jede Entscheidung, die ein Politiker zu treffen hat und auch trifft, ruft bei der einen Hälfte ein Jaulen und Stöhnen hervor. Ausnahmen mögen diese Regel bestätigen.
Insgesamt beurteile ich das Vorgehen der Verantwortlichen in Bund und Ländern als richtig, verantwortungsvoll und angemessen. Wer nun kritisiert, es würde nichts, zu wenig und überhaupt das Falsche getan, der macht es sich zu leicht. Diese Pandemie ist ein singuläres Ereignis ohne bisherige Erfahrungen in dem notwendigen Krisenmanagement und im Vergleich zu sehr vielen anderen Ländern ist D durchaus gut aufgestellt.  

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1207 Postings, 141 Tage Aktiensammler12Tja Walter,

 
  
    #142071
29.03.20 16:19
wie willst den Spaniern und Italienern auch stark helfen. Beatmungsgeräte sind weltweit Fehlanzeige... restliches Equipment knapp...Bei uns nimmt der Virus Fahrt auf.
Finanziell wurden diese Staaten die letzten 10 Jahre eh schon weitgehend durchgebracht. Schließlich wurden deren faule Anleihen von der EZB gekauft und wir hatten im Prinzip seither Nullzins... Jetzt sollen gemeinsamen EU Schulden helfen, also dass wir praktisch Ihre Schulden bezahlen?
Ich persönlich meine, wenn es so weit fehlt, muss man spätestens erkennen, welch grosser Fehler die gemeinsame Währung war / ist.
Seit der Finanzkrise ist doch nicht wirklich was besser geworden, eher im Gegenteil.
In Wirklichkeit hing die eine Hälfte am Tropf und es ging geradeso um. Gut, für den Virus kann keiner was, Deutschland aber auch nicht, wird aber jetzt abgestraft weil es gegen gemeinsame Schulden ist?? Ich sage dies geht zu weit.  

1756 Postings, 1369 Tage MyDAX@walter.eucken

 
  
    #142072
29.03.20 16:20
"sowohl in italien wie spanien ist das gesundheitswesen seit zehn jahren mit kräftigen druck aus brüssel kaputtgespart worden."

Hat die EU bei allem Bestehen auf einen sparsamen Kurs darauf insistiert, dass ausgerechnet das Gesundheitssystem kaputt gespart werden sollte? Oder war dies nicht vielmehr eine Setzung von Schwerpunkten der jeweiligen Landesregierungen? Immer schön, wenn die EU an allem jederzeit die Schuld trägt. Die gleiche Argumentation brachten ja auch schon die Brexitanhänger.  

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2444 Postings, 694 Tage walter.euckensigi siehts wohl wie ich

 
  
    #142073
1
29.03.20 16:27
Corona-Krise: Sigmar Gabriel wirft der EU Versagen in der Pandemie vor
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/...-pandemie-vor.html

"Ex-Außenminister Sigmar Gabriel hat der Europäischen Union Versagen bei der Bewältigung der Corona-Krise vorgeworfen. "Offensichtlich haben wir eine Schönwetter-EU, denn in der größten Bewährungsprobe seit ihrer Gründung versagt sie bisher vollständig", sagte der Ex-SPD-Chef im ZDF-Politmagazin "Berlin direkt". "Das Schlimmste war sicher am Anfang, dass selbst wir Deutschen nicht bereit waren, dorthin, wo die Menschen schon reihenweise umfielen und starben, nämlich nach Norditalien, Hilfsmittel zu liefern."

Gabriel stellte die Frage, ob es so dramatisch gewesen wäre, wenn Deutschland statt 156 Milliarden Euro an neuen Schulden 166 Milliarden aufgenommen hätte – und dann zehn Milliarden den Italienern und Spaniern als Ersthilfe zur Verfügung gestellt hätte. "Die beiden Länder hätten es uns vermutlich 100 Jahre gedankt, wenn wir das gemacht hätten. So werden sie sich daran erinnern, dass nicht ihre Nachbarvölker ihnen helfen – sondern die Chinesen." Jetzt sei es so, dass Deutschland den Eindruck vermittele, genauso zu handeln wie Amerika – "und zwar nicht nur wir in Deutschland, sondern jedes europäische Land, nämlich: My nation first! Wir denken an uns, nicht an den Nachbarn.""

 

1756 Postings, 1369 Tage MyDAXSchattendurchseuchung?

 
  
    #142074
29.03.20 16:28
"Bei einer angenommen Schattendurchseuchung in D. von bereits 30 % "

Die Zahl dürfte viel zu hoch angesetzt sein. Bei grob 60.000  nachgewiesenen Infektionen und einer Dunkelziffer von Faktor 10 ergäbe das ein Zahl von 600.000. Die Bevölkerungszahl liegt bei gerundet 80 Mio. und 600.000 sind wieviel Prozent von 80.000.000? 30%? Wäre zu schön um das glauben zu können.  

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1756 Postings, 1369 Tage MyDAX@walter.eucken

 
  
    #142075
29.03.20 16:33
" sigi siehts wohl wie ich "

Ich sehe das auch so. Aber es geht den reichen Nordländern nicht um ein paar Milliarden, die ohnehin nur ein Tröpfchen auf dem heißen Stein sind, sondern um den Einstieg in eine gemeinsame Haftung für die Staatsschulden via Eurobonds.
Eine Alternative wären aber gemeinsame Eurobonds zur Finanzierung von Infrastrukturvorhaben wie z.B. Autobahnen, die sich wieder über Mauteinnahmen über einen langen Zeitraum rentieren.
Ähnlich einem Immobilienfond. Dadurch würden für die nationalen Regierungen Gelder frei für andere Ausgaben.  

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2444 Postings, 694 Tage walter.eucken#072

 
  
    #142076
1
29.03.20 16:38
ja, eine intensive diskussion wie beim brexit dürfte nicht lange auf sich warten lassen spanien und italien nach dieser ernüchternden erfahrung der europäischen solidarität angesichts der coronapandemie.

die eu mitgliedschaft ist nicht alternativlos....  

1756 Postings, 1369 Tage MyDAXEuropa?

 
  
    #142077
1
29.03.20 16:40
"My nation first! Wir denken an uns, nicht an den Nachbarn."""

Die ganze Flüchtlingsproblematik wäre in dem Ausmaß niemals entstanden, wenn sich alle Staaten auf ein gemeinsames Vorgehen, sprich: quotenmäßige Aufnahme, verständigt hätten.
Wieder haben wir die gleiche Situation: Gemeinsames Handeln wollen die Länder nur sehr beschränkt.
Das Problem sitzt nicht in Brüssel, sondern in den Mitgliedsländern. Solange diese nicht bereit sind auf den Grundsatz "My nation first" etwas zu verzichten, so lange bleibt das auch bestehen.  

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60754 Postings, 5806 Tage Anti Lemming# 074 - mögliche hohe Dunkelziffer

 
  
    #142078
29.03.20 16:52
der Infizierten. Lies dazu mal das hier (wissenschaftlich basiert):

https://www.ariva.de/forum/...na-seuche-in-8-wo-bewaeltigt-ist-568423  

1569 Postings, 2205 Tage tienaxwie ich schon einmal sagte

 
  
    #142079
29.03.20 17:12
geht ein großer Teil der Bevölkerung wegen Grippe ähnlichen Symptomen nicht zum Arzt, schon gar nicht wenn er die Krankschreibung wie jetzt in der Corona Krise per Telefon erhält. Die benötigten Medikamente muss man sowieso alleine bezahlen da kann man sich die kostbare Zeit die man im Wartezimmer eines Arztes verbringt auch sparen.  

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60754 Postings, 5806 Tage Anti LemmingEU-Südstaaten fordern Eurobonds

 
  
    #142080
29.03.20 17:13
Eigentlich wollten sie schon immer Eurobonds. Aber nun in der Krise werden die Forderungen lauter, und die gemeinsamen Eurozonen-Anleihen sollen jetzt auch "Corona-Bonds" heißen (Artikel unten)

Aus meiner Sicht darf es in der Eurozone keine Schuldenvergemeinschaft geben, solange die lokalen Landesregierungen noch eigenständig ihre Haushaltsbudgets festlegen. Nicht einmal in der jetzigen akuten Krise. Sonst könnte nämlich jeder Südstaat nach Belieben riesige Stimulusprogramme starten und darauf hoffen, dass "die Gemeinschaft" irgendwann die Kosten übernimmt. Eurobonds wären geradezu ein Ansporn, dies zu tun.

Im Moment ist viel von mangelnder Solidarität in der Eurozone die Rede. Realistisch gab es die noch nie. Erstens gibt es keinerlei EU-Nationalbewusstsein. Jeder Staat kocht sein eigenes nationales Wasser. Zweitens zeigt sich fast jeder Staat, vor allem die im Süden, bemüht, aus dem gemeinsamen Topf möglichst viel rauszuholen und gleichzeitig möglichst wenig einzuzahlen. Ein Saug-Wettbewerb, der durch Eurobonds nur noch verschlimmert würde.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...-4de8-ac0d-ef51e7adcd3d

...Fürs Erste sind die alten Reflexe noch intakt. Frankreich, Italien, Spanien und andere Südstaaten fordern eine Vergemeinschaftung von Schulden. Deutschland, die Niederlande und andere Nordstaaten hingegen sagen Nein.

So in etwa ging es offenbar beim Video-Gipfel zu. Der Süden verlangte Euro-Bonds (nun umbenannt in "Corona-Bonds"): Schuldscheine, für die die Eurostaaten gemeinsam haften. Der Norden wollte davon nichts wissen - lieber erst einmal abwarten.

Es klingt wie eine Neuaufführung des quälend langen Dramas der Eurokrise. Damals ließ sich die harte Haltung Deutschlands und anderer Euro-Nordstaaten vielleicht noch rechtfertigen: Die Schuldenkrise traf Länder mit unsoliden Staatsfinanzen und wenig wettbewerbsfähigen Volkswirtschaften besonders hart. Die anhaltende Krise sollte sie Disziplin lehren. Man kann das zynisch finden, aber immerhin steckte darin eine gewisse Logik: Die abschreckende Wirkung der Krise sollte für eine langfristige Stabilität der Eurozone sorgen.
Panik braucht Entschlossenheit

Dieses Mal ist alles anders. Jetzt geht es um eine Naturkatastrophe, die sich der Kontrolle des Staates entzieht, wie der Bundestag in der abgelaufenen Woche bei der Aussetzung der Schuldenbremse festgestellt hat. Es ist deshalb falsch, den Einsatz von Instrumenten hinauszuzögern oder rundheraus auszuschließen. Es muss jetzt darum gehen, Ländern zu helfen, die von der Seuche besonders hart getroffen sind. Whatever it takes.  

1207 Postings, 141 Tage Aktiensammler12MyDax,

 
  
    #142081
2
29.03.20 17:16
die ganze Flüchtlingsproblematik wäre aber auch nicht entstanden, wenn von Anfang an die Aussengrenzen gesichert und geschlossen worden wären. Die ganze Aufteilerei bringt doch auch nur temporär was. Schließlich werden es bis 2050 rund eine Milliarde mehr Leute allein in Afrika. Wo willst die alle hinstecken?
Mag zwar alles christlich, sozial usw sein, ob es klug ist, bezweifle ich. Auch wird dadurch der Zustrom nicht abreissen.....  

60754 Postings, 5806 Tage Anti Lemming"Naturkatastrophe" ist es eigentlich auch nicht

 
  
    #142082
29.03.20 17:18
so recht (davon spricht Müller in SPON, letztes Posting), wenn man sich mal ansieht, welches Geziefer bei den Chinesen im Kochtopf landet (unten). Eher schon ist es - Tradition hin oder her - ein verantwortungsloser Umgang mit der Natur.

Sowenig ich Trump mag: Seine Bezeichnung "China-Virus" hat schon eine gewisse Berechtigung.

 
Angehängte Grafik:
52295620_303.jpg (verkleinert auf 72%) vergrößern
52295620_303.jpg

1207 Postings, 141 Tage Aktiensammler12Walter,

 
  
    #142083
29.03.20 17:35
in dem Punkt gebe ich Dir recht, dass wir gleich am Anfang den Italienern helfen hätten können / sollen. Obwohl zu diesem Zeitpunkt die Gefährlichkeit des Virus noch nicht angekommen ist bzw wurde so suggeriert.

Die EU wurde nicht als Transferunion gegründet, falls dies dass Ziel war oder ist, muss ich den ganzen Laden in Frage stellen, da es zu Ende gedacht im Chaos und Hyperinflation enden würde. Ich denke, so eine EU macht keinen Sinn.
Sigmar Gabriel ist ohnehin ein Politiker, welcher meiner Meinung nach nie auf eine Finanzierbarkeit geachtet hat. Genauso wie die allermeisten SPDler. Ich kann mich auch leicht hinstellen und sagen, "nehmen wir halt 10 Milliarden Euro auf und geben es den Italienern" Da ist die Kunst nicht groß.
Wir haben über viele Jahre im Prinzip schon die Zeche von Italien, Griechenland etc. übernommen und jetzt sind wir wieder die Geber? Sind wir vielleicht ein Reiches Land nur weil es bei uns einigermaßen um geht und wir uns noch einen Sozialstaat leisten können? Ich sage wieder, dies geht zu weit...  

1039 Postings, 317 Tage SEEE21Es macht sowieso keinen Sinn noch mehr Schulden

 
  
    #142084
1
29.03.20 17:36
zu machen. Seit der Finanzkrise sind die Schulden insgesamt auf allen Ebenen gestiegen. Ich glaube eher, dass jetzt Geld gedruckt wird, um diese Katastrophe zu bezahlen und irgendwann müssen Schulden abgeschrieben werden.
Oder beim lustigen Gelddrucken gibt es eben doch noch die gewünschte Inflation, die uns wahrscheinlich sowieso bevor steht.
Teilweise Rückbau der globalen Lieferketten, mehr Personal für Sicherheit, mehr Personal im Gesundheitswesen, Bestandssicherung der maroden Infrastruktur, Klimawandel, Investitionen in die Digitalisierung etc. werden Geld kosten und die Inflation beschleunigen.
Es gibt Unmengen an sinnvollen Investitionsmöglichkeiten nicht nur in Deutschland Da braucht es die ganzen Zombifirmen gar nicht, die die Notenbanken mit ihrem Firlefanz gezüchtet haben.
Versagt hat allerdings eher die Politik, die den Wandel unserer Zeit nicht rechtzeitig in entsprechende Rahmenbedingungen für die notwendigen Investitionen gegossen hat. Aber ob wir Forenstammtischler es besser gemacht hätten, wage ich zu bezweifeln!  

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60754 Postings, 5806 Tage Anti LemmingKarstadt und Kaufhof im Überlebenskampf

 
  
    #142085
29.03.20 17:39

1207 Postings, 141 Tage Aktiensammler12Anti Lemming,

 
  
    #142086
29.03.20 17:43
hast schon recht. Weil sie auch jeden sch.....reck
fressen. Echt ekelhaft. Kann man sich auch denken dass man da krank wird.

Sorry für die Ausdrucksweise  

297 Postings, 2510 Tage tarantelloexcess mortality

 
  
    #142087
2
29.03.20 17:51
Um die aktuelle Pandemie zu verstehen, sind wir auf Kennzahlen angewiesen. Dabei spielen Durchseuchungsgrad und Fallsterblichkeit derzeit eine ganz entscheidende Rolle. Diese beiden Kennzahlen sind aber in keiner Weise ausreichend, um die Dynamik der Seuche zu verstehen. Dazu kommt, dass wir keine verlässlichen Zahlen haben. Wir wissen schlicht nicht, wie hoch der Durchseuchungsgrad ist, und deswegen sind auch keine validen Aussagen zur Fallsterblichkeit möglich.

Es gibt aber eine Kennzahl, die jederzeit verfügbar ist, und das ist die allgemeine Mortalität, also die Todeszahl insgesamt. Diese Zahl wird über die Standesämter zeitnah erfasst und kann leicht für einzelne Kommunen, Regionen und Staaten ausgewiesen werden.

Bei normalem Geschehen ist davon auszugehen, dass auf 100.000 Einwohner täglich ca. 3 Todesfälle im Durchschnitt eintreffen. Diese Zahl korrespondiert unmittelbar mit der Lebenserwartung und der Altersstruktur der jeweiligen Gesellschaft.

Dabei sind die Unterschiede zwischen den westlichen Industrienationen eher gering. Wenn jetzt in einer Stadt mit 100.000 Einwohnern plötzlich statt 3 nun 30 Todesfälle am Tag eintreten, dann ist davon auszugehen, dass die Differenz mittelbar und unmittelbar mit der Pandemie zu erklären ist. Mittelbare Todesursache kann zum Beispiel die Anzahl der Todesfälle sein, die durch den Zusammenbruch der medizinischen Infrastruktur hervorgerufen wird und nicht durch das Virus direkt.

Eine solche kleine und überschaubare Stadt ist zum Beispiel Bergamo in der Lombardei. Auf dem Höhepunkt der Epidemie wurde berichtet, dass die Zahl der Todesanzeigen in der Lokalzeitung von 2 auf 10 Zeitungsseiten angeschwollen ist. Das ist ein klassisches Beispiel für Excess-Mortality oder überschießende Todeszahlen.

Eine weitere wichtige Kennzahl ist das Durchschnittsalter der Verstorbenen. Solange das im Bereich der allgemeinen Lebenserwartung liegt, ist davon auszugehen, dass eine vorübergehend erhöhte Sterblichkeit während der Epidemie in eine vorübergehend geringere Sterblichkeit nach Abflauen der Epidemie übergehen wird.

Es wäre also sehr sinnvoll, fortgeschrittene Pandemiecluster besonders genau zu untersuchen, um die Dynamik zu verstehen. In diesem Zusammenhang würde ich dazu raten, in diese Untersuchungen nicht nur Epidemologen und Virologen einzubeziehen, sondern auch Versicherungsmathematiker und speziell Aktuare mit der Sache zu befassen.

Es geht mir in keiner Weise darum, diese Seuche zu verharmlosen. Ich glaube aber, dass eine nüchterne Betrachtung der Zahlen und Dynamiken helfen kann, zur Beruhigung der Lage beizutragen. Ich finde, man sollte die Ergebnisse dieser Untersuchungen offen publizieren. Die traurige Wahrheit ist allemal leichter zu ertragen als die bedrohliche Ungewissheit.

https://www.euromomo.eu/  

1756 Postings, 1369 Tage MyDAX@tarantello

 
  
    #142088
29.03.20 17:54
"Ich finde, man sollte die Ergebnisse dieser Untersuchungen offen publizieren."

Man kann schon davon ausgehen, dass das passiert.  Wer sollte das verhindern?
Insgesamt ein sehr informativer Beitrag. Danke dafür.  

Optionen

1756 Postings, 1369 Tage MyDAX@AL

 
  
    #142089
29.03.20 17:57
"Sowenig ich Trump mag: Seine Bezeichnung "China-Virus" hat schon eine gewisse Berechtigung."

Aber nur, wenn man so ein Framing schätzt.
 

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60754 Postings, 5806 Tage Anti Lemming# 087 Wichtigste Größe ist die Durchseuchung

 
  
    #142090
29.03.20 18:14
Sie ist aktuell nicht bekannt, weil die PCR-Tests ja sehr aufwändig, langwierig, teuer und knapp sind.

In naher Zukunft kommen jedoch Antikörper-Tests mit Teststreifen, auf die nur ein Tropfen Blut gegeben werden muss. Nach 15 Min. weiß man, ob man Antikörper gegen Corona hat und somit die Seuche bereits (unbemerkt) hatte.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/...4630-bd73-48c17c1bad23

Zwar lassen sich auch diese Streifentests nicht flächendeckend durchführen. Man kann damit jedoch einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung untersuchen. Schon einige tausend Personen reichen, um statistisch
halbwegs verlässliche Zahlen zur Durchseuchung zu erhalten.

Bislang sind die Streifentests allerdings noch zu ungenau. Sie sprechen teils auch auf Antikörper gegen ältere (harmlosere) Corona-Viren-Stränge an.

-------------------------

Ein auf Epidemien spezialisierter Mathematiker aus Koblenz schätzte bereits vor einigen Wochen, dass die Dunkelziffer in Italien nicht bei Faktor 10 liegt, sondern wommöglich weit höher - bei über Faktor 1000. Der Mittelwert seiner Abschätzungen lieferte 10 Mio. Infizierte in Italien. Das wären bereits 17 % aller 60 Mio. Italiener. Bei 66 % ist Schluss, weil dann "Sättigung" einsetzt.

Details hier: https://www.ariva.de/forum/...na-seuche-in-8-wo-bewaeltigt-ist-568423  

60754 Postings, 5806 Tage Anti LemmingKritische Stimmen zu den Antikörper-Tests

 
  
    #142091
1
29.03.20 18:22
Am Ende des Postings eine "Kritik dieser Kritik" von mir...

https://www.berliner-zeitung.de/...onavirus-fuer-zuhause-vor-li.79584

Großbritannien bereitet Antikörper-Test gegen Coronavirus für Zuhause vor

Eine Abteilung des britischen Gesundheitsministeriums arbeitet mit Hochdruck an der Herstellung von Corona-Test-Kits für den Heimgebrauch. Sie sollen Anti-Körper feststellen können. 25.000 Stück sollen ab 25. April verteilt werden....

....Die Kassenärztliche Bundesvereinigung sieht Antikörpertests kritisch. „Antikörper sind bei Virusinfektionen meist frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn nachweisbar, in der Regel sogar erst nach 14 Tagen. Daher ersetze der „Schnelltest“ nicht den Erregernachweis durch einen PCR-Test aus einem Abstrich. Weiter heißt es: „Nur der Nachweis von SARS-CoV-2 selbst lässt zuverlässig den Rückschluss zu, dass eine Person zum Zeitpunkt der Untersuchung auch infiziert ist“.

Befürworter des neuen Verfahrens sagen hingegen, das beispielsweise Kliniken durch Testung des Personals gezielt Ärzte und Pflegende mit positivem Antikörper-Test für die Betreuung von Patienten mit COVID-19 abstellen. Somit könnte eine Weiterverbreitung der Krankheit auf diesem Weg möglicherweise zumindest eingedämmt werden.

Auch das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg will ab kommenden Freitag einen vergleichbaren Test einsetzen, der Antikörper gegen das Coronavirus nachweisen soll. Das berichtet „Die Zeit“ in ihrer aktuellen Ausgabe.

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A.L.: Streifentests auf Antikörper sind eine sinnvolle ERGÄNZUNG zum PCR-Test, der damit sicherlich nicht überflüssig wird.

Wenn jemand, der vor drei Wochen infiziert war, einen PCR-Test macht, sind keine Viren mehr nachweisbar, weil die Immunabwehr sie bereits bekämpft hat. D.h. die getestete Person weis dann gar nicht, ob sie nicht vielleicht schon zuvor symptomarm an Covid-19 erkrankt war und nun immun ist.

Der Antikörpertest kann hingegen auch noch Jahre später Antikörper im Blut nachweisen, weil die Antikörper als "Gedächtniszellen" der Immunabwehr im Körper erhalten bleiben (und auch vor Neuinfektion schützen).  

297 Postings, 2510 Tage tarantello# 142090

 
  
    #142092
29.03.20 18:31
Für die Schätzung des Koblenzer Mathematikers sehe ich keine valide Grundlage. Ein Link wäre gut  

60754 Postings, 5806 Tage Anti LemmingHier der Link

 
  
    #142093
1
29.03.20 19:49

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