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Da fliegen dir 125 Beats in der Minute entgegen


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Neuester Beitrag: 23.06.10 09:28
Eröffnet am: 10.06.10 12:52 von: bammie Anzahl Beiträge: 4
Neuester Beitrag: 23.06.10 09:28 von: McMurphy Leser gesamt: 2.140
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8970 Postings, 5863 Tage bammieDa fliegen dir 125 Beats in der Minute entgegen

 
  
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10.06.10 12:52

KWAITO-HOUSE

Der Sound der Schwarzen in Südafrika

 

München (apn) Als vor ein paar Wochen das Line-Up für das Eröffnungskonzert der Fußball-Weltmeisterschaft am 10. Juni in Soweto bekannt gegeben wurde, machte sich Kritik im Gastgeberland breit. Südafrikanische Musiker fühlten sich ignoriert und fragten, warum internationale Stars wie Shakira und Alicia Keys die Headliner des Spektakels abgeben mussten, wo doch im Kapstaat ein Überangebot an großartiger Musik herrsche. Regierung und FIFA hätten die Veranstaltung zugunsten globaler Interessen verschaukelt.

Georg Milz vom Münchener Outhere Label kann die Enttäuschung der Afrikaner nachvollziehen: „Die populärsten Musiken unter der schwarzen Bevölkerung, Kwaito, Afro-House und Afro-Pop sind im Eröffnungskonzert nicht vertreten. Trotzdem: Wenn die WM angepfiffen wird, werden sich viele Afrikaner erstmals gleichberechtigt fühlen, das kann auch eine große Chance für die Club-Kultur sein. Viele Musiker werden in Fan-Parks auftreten und die Fußball-Fans mit ihren Sounds in kleinerem Rahmen zu begeistern versuchen.“

Milz' Outhere Label hat sich auf junge afrikanische Popkultur spezialisiert. Seit 2004 veröffentlichen die Münchener großenteils urbane Popmusik vom afrikanischen Kontinent. Zur WM geht Outhere gleich mit drei Alben in die Offensive, einem Kwaito-House-Sampler, der Zusammenstellung „Songs About Leaving Africa“ und der neuesten CD der HipHopper Tumi And The Volume.

Ob das Fußball-Spektakel auch die Musik vom Kap nach vorne bringen kann, darüber gehen die Meinungen in der Szene auseinander. Milz, der das Land im letzten Sommer besuchte, hat ein breites Spektrum an Einschätzungen ausgemacht. „Viele Kwaito-, House und HipHop-Musiker sind große Stars in ihrer Heimat, werden aber international noch nicht wahrgenommen. Sie hoffen, dass ihre CD diejenige sein wird, die Fans sich mit nach hause nehmen.“ Andere sehen die WM ganz nüchtern: „So nach dem Motto: Südafrikaner werden in diesen vier Wochen nur Bier trinken und Fußball gucken. Ich hoffe, ich muss in dieser Zeit nicht im Land sein.“

Welche Größenordnung House Music in Südafrika erreicht hat, konnte Milz gleich am Flughafen erleben. „Dort fliegen dir direkt 125 Beats in der Minute entgegen. Im Zug, im Taxi, House Music ist überall.“ Kwaito-House, die Clubmusik mit dem Markenzeichen-Sprechgesang, ist längst ein Wirtschaftsfaktor in Südafrika.

„DJ Cleo hat sein letztes Album 190.000 Mal verkauft. Dazu kommen zahlreiche Produktionen, auf denen er mitwirkt“, erzählt Milz. „Sein Büro ist im Sunnyside Office Park in Johannesburg gelegen, ein edler Bürokomplex, der mit Marmortafeln ausgestattet ist, einen Springbrunnen in der Eingangshalle und vergoldete Aufzugtüren besitzt. Das ist nicht gerade das, was man mit Afrika verbindet.“

„Ein Weg, aus dem Township rauszukommen“

Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Bedroom-Produzenten im House-Bereich, die in den Townships aktiv sind. „Wenn sie einen coolen neuen Groove haben, wird der ihnen von bekannteren DJs abgekauft, die die Musik auf ihren Compilations veröffentlichen. Die kleinen Produzenten müssen schon sehen, wie sie über die Runden kommen. Generell gilt: House-Musik ist ein lukratives Business-Modell geworden für jüngere Musiker, ein Weg, aus dem Township rauszukommen. Deswegen träumen auch viele Kinder davon, House-DJ zu werden – und nicht Produzent oder Rapper.“

Die Outhere-Compilation „Ayobaness! The Sound Of South African House“ stellt die aktuelle Clubkultur des Kapstaates in 13 Beiträgen vor, die den südafrikanischen Spezifikationen der Tanzmusik Rechnung tragen: vom hymnischen Kwaito aus der Produktionsschmiede von Superstar DJ Cleo, über DJ Mujava aus Pretoria, der mit „Township Funk“ schon einen globalen Clubhit landete, bis zum sanfteren Vocal House des Trios Shana.

Als Südafrika sich 1994 in freien Wahlen von der Apartheid befreite, war House Music der Soundtrack zum Aufbruch. „Tanzmusik, die man auf der ganzen Welt hörte. Das war den Leuten wichtig. Das war Musik zum Feiern“, sagt Milz. Inzwischen hat sich die südafrikanische House Music in die globalen Sound-Schleifen einspielen können, mit all ihren Eigenheiten. „Dazu gehört der Rückgriff auf eigene Traditionen, die Betonung auf perkussive Elemente, alte Jazz- und Soul-Melodien, den Sprechgesang beim Kwaito-House.“

Den Ursprüngen der heutigen Township-Sounds kann man in der inzwischen auf drei CDs angewachsenen „Next Stop Soweto“-CD-Reihe nachspüren, die von der Rolle des Soul, Funk, Jazz und Mbaqanga in den Jahren der Apartheid erzählt. Im Rückgriff auf diese Zeit entsteht ein Panoramabild der südafrikanischen Popkultur, deren Verbindungslinien bis in die aktuellen Produktionen reichen: etwa bei den Brothers Of Peace, die die Melodie eines Songs in ihren House-Track „Meropa“ einbauten, den Hugh Masekela einst gesungen hatte und die damit einen Hit landeten. (AP)

 

Quelle:

www.epochtimes.de/articles/2010/06/09/586280.html

 

 

 

24466 Postings, 5492 Tage EinsamerSamariterDas einzige was da entgegenfliegt, sind ...

 
  
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10.06.10 13:00
die Brüche meiner Synapsen, wenn ich das höre:

Tumi And The Volume



.... Die Musik ist echt voll zum abchillen.... Net schlecht....
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Erlaubt sind maximal 200 Zeichen und ich darf hier jeden umboxen!

8970 Postings, 5863 Tage bammieAfrika in ein positives Licht rücken

 
  
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10.06.10 13:06

KULTURBOTSCHAFTERIN AFRIKAS

   

Angélique Kidjo über Fußball-WM, Musik und Image ihres Kontinents

Paris (apn) Wenn am (morgigen) Donnerstag der Party-Startschuss zur Fußball-Weltmeisterschaft mit einem Konzert im südafrikanischen Soweto fällt, wird eine kleine Frau mit einer großen Stimme in vorderster Reihe stehen, die seit knapp zwei Jahrzehnten als Kulturbotschafterin Afrikas gefeiert wird: Angélique Kidjo.

In einem Allstar-Aufgebot, zu dem unter anderen die Black Eyed Peas und Alicia Keys gehören, will die Sängerin aus Benin ihren Kontinent musikalisch feiern. Ihre Botschaft bringt sie schon vorab auf den Punkt: „Die WM bietet die Chance, die Schönheit, die Vielfalt, die Talente und das Leben in Afrika in ein positives Licht zu rücken. Wir, die Leute meines Kontinents wissen, wie man richtig Party macht und wir möchten die Tatsache mit der Welt teilen, dass Afrika nicht mit Hungersnot gleichzusetzen ist.“

Die Kidjo sitzt auf dem Trottoir eines Pariser Straßencafés nahe der Champs Elysées. Müde sei sie, weil sie gerade aus Nairobi und Kapstadt kommt und auf dem Weg in die Seine-Metropole noch einen Zwischenstopp in Zürich einlegte. Dort traf sie sich mit FIFA-Präsident Sepp Blatter, der die singende Weltgereiste bereits im letzten Jahr zum offiziellen WM-Kick Off ins Boot holte. Prompt verkündete sie vor der versammelten Weltpresse selbstbewusst, dass ihr Kontinent das Zentrum der Welt sei und man vorab gut trainieren müsse, um vor den Fußballhoheiten Afrikas nicht von vornherein als Verlierer dastehen zu müssen.

Sie betrachtet die Inszenierung der WM in Afrika, allen im Westen geäußerten Bedenken zum Trotz, als positive Entwicklung für ihren Kontinent: „Für Afrika ist die WM eine große Sache, weil erstmals ein global beachtetes Ereignis den Fokus auf einen Teil unseres Planeten lenkt, der wieder und wieder negative Schlagzeilen macht.“ Aber damit wischt die von der UNESCO zur Sonderbotschafterin für afrikanische Frauenrechte berufene Sängerin die Probleme des afrikanischen Kontinents nicht weg: Von Fairness beim Ausbeuten afrikanischer Bodenschätze könne nach wie vor keine Rede sein, ein Ende der Aids-Pandemie sei auf Grund archaischer Gesellschaftsstrukturen und religiöser Doktrin längst nicht in Sicht, sagt sie.

„Eigentlich ist es manchmal zum Verzweifeln, wenn ich in Afrika erlebe, wie sich ein ganzer Kontinent immer wieder von innen heraus zu humanitären Katastrophen zwingt. Ich bin trotzdem von der positiven Kraft meiner Leute in Afrika überzeugt und glaube, dass die WM zum Erstarken des afrikanischen Selbstbewusstseins beitragen wird. Mit einem gesteigerten Selbstwertgefühl kann man vielen negativen Einflüssen, auch von Außen, trotzen.“

Sie weiß aus eigener Erfahrung, wovon sie spricht. 1960 im westafrikanischen Benin geboren, wuchs sie in einer kunstinteressierten Familie auf. Ihre Mutter führte ein Theater, ihr Vater und ihre Brüder sammelten Schallplatten amerikanischer Rock-, Soul- und Jazzmusiker. Dem Ausfall einer jungen Sängerin im Theater ihrer Mutter verdankte sie ein Schlüsselerlebnis, das ihr Leben entscheidend prägen sollte. Ohne schnellen Ersatz für die ausgefallene Sängerin finden zu können, schickte Mama Kidjo kurzerhand die eigene, sechsjährige Tochter auf die Bühne.

„Die WM wird das hoffentlich jedem klarmachen“

„Da stand ich plötzlich unerwartet auf einer Bühne und musste singen. Zunächst lachte das Publikum als es mich als verschüchterte Person im Licht erblickte, weil man dachte, dass ich ein belustigender Teil der Inszenierung war. Aber als ich zu singen begann, lachte keiner mehr. In dem Moment spürte ich, dass ich mit meiner Stimme etwas bewegen konnte.“ Still geworden ist es um die inzwischen 50-Jährige seither nicht mehr. Weil sie keine staatstragenden Lieder singen wollte, floh sie Anfang der 80er Jahre vor der kommunistischen Regierung ihres Landes nach Paris, studierte dort kurzzeitig Jura und widmet sich seither ausschließlich dem kulturellen und politischen Brückenbau zwischen Amerika, Europa und Afrika.

Afro-Funk-Hits wie „Agolo“, der 1994 weltweit zum Radio-Dauerbrenner wurde, machten die Kidjo zur Kulturbotschafterin Afrikas. Für ihr vorletztes Album, „Djin Djin“, auf dem Joss Stone, Peter Gabriel, Carlos Santana und Alicia Keys ihrer gemeinsamen Freundin Tribut zollten, bekam sie einen Grammy. Ihr neues Album „Oyo“, dessen Titel in ihrer Muttersprache Yoruba für Schönheit steht, ist eine Reminiszenz an ihre musikalische Früherziehung in Benin, die von Jimi Hendrix, Miriam Makeba, Santana und den komplexen Rhythmen ihrer Heimat geprägt war.

Warum James Browns Funk-Klassiker „Cold Sweat“ in ihrer Version noch ein bisschen mehr funky als das Original klingt, erklärt sie mit dem Blick auf den Eiffelturm. „Ich liebe dieses architektonische Meisterwerk nach wie vor. Die Idee des Monsieur Eiffel entdecke ich inzwischen überall in der Welt, vor allem in Brückenbauten. Aber warum auch nicht? Die Vergangenheit, die Tradition, ergibt im besten Fall die Moderne. So wie Afrika die Mutter der meisten, westlichen Musikspielarten ist. Grob betrachtet ist letztlich überall ein Stück Afrika vorhanden. Die WM wird das hoffentlich jedem klarmachen.“ (AP)

 

Quelle:

www.epochtimes.de/articles/2010/06/09/586278.html

 

 

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    #4
23.06.10 09:28

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