Ackermann informiert die Mitarbeiter


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06.03.03 17:33
Mannesmann-Affäre: Rundbrief an Deutsche Bank-Mitarbeiter

Düsseldorf/Frankfurt/Main (dpa) - Die Anwälte von Josef Ackermann haben die Anklagepunkte gegen den Chef der Deutschen Bank zurückgewiesen. In einem der dpa vorliegenden Rundbrief an die Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses heißt es, die Untreuevorwürfe der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft entbehrten «jeglicher Grundlage». Die Schlussfolgerungen der Ermittler beruhten auf einer «unzureichenden rechtlichen Argumentation» und «zweifelhaften Beweisen».

Gezeichnet ist der Brief von Strafverteidiger Eberhard Kempf und Deutsche Bank-Syndikus Reinhard Marsch-Barner. Die Juristen bestreiten darin auch, dass es einen «Tatplan zur "Ausbeutung" der Mannesmann AG» gegeben habe. Die Entscheidungen seien transparent gewesen und entsprächen der internationalen Geschäftspraxis. Es sei hervorzuheben, dass Ackermann selbst keine Zahlungen erhalten habe.

Der Anklageschrift gelinge es nicht, den Nachweis für einen schweren Verstoß gegen aktienrechtliche Pflichten zu erbringen, der Voraussetzung für den Untreue-Vorwurf sei. Die von den Ermittlern monierten Prämien und Pensionszahlungen seien angemessen gewesen und hätten die Ermessensgrenzen nicht überschritten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den insgesamt sechs angeschuldigten Top-Managern und Gewerkschaftern vor, bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone im Jahr 2000 bis zu 111 Millionen DM (57 Millionen Euro) Schaden angerichtet zu haben. Ackermann war damals im Aufsichtsrat der Mannesmann AG.

Den meisten Betroffenen werden mehrere Fälle besonders schwerer Untreue vorgeworfen. Dafür drohen bis zu zehn Jahre Haft. Mehrere Zahlungen von Prämien und Pensionen hätten den Interessen des Unternehmens und den Bestimmungen des Aktienrechts widersprochen.

Das Düsseldorfer Landgericht hat den Verteidigern eine zweimonatige Frist für Stellungnahmen eingeräumt und will danach entscheiden, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird und damit in einen der spektakulärsten Wirtschafts-Strafprozesse mündet.
 

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