Deutsche Bank sucht Fusionspartner


Seite 1 von 1
Neuester Beitrag: 05.06.04 21:04
Eröffnet am: 05.06.04 14:11 von: Nassie Anzahl Beiträge: 4
Neuester Beitrag: 05.06.04 21:04 von: DarkKnight Leser gesamt: 3.536
Forum: Börse   Leser heute: 1
Bewertet mit:


 

15990 Postings, 6834 Tage NassieDeutsche Bank sucht Fusionspartner

 
  
    #1
05.06.04 14:11
Deutsche Bank sichtet Fusionskandidaten



04. Juni 2004 Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hält Ausschau nach möglichen europäischen Fusionspartnern, um sich für die erwartete Konsolidierung der internationalen Bankenlandschaft zu rüsten. Zugleich wirbt er schon jetzt im Aufsichtsrat für seine Pläne.

Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat Ackermann Anfang April vor den Anteilseignern des Aufsichtsrates ausgeführt, die Wettbewerbssituation der Deutschen Bank lasse auf Dauer kaum einen anderen Ausweg als ein Zusammengehen mit einem anderen Institut.

Eine Fusion mit einem europäischen Institut könnte nur unter dem Dach einer gemeinsamen Holding geschehen, sagte Ackermann weiter. Der Sitz der Holding wäre allerdings nicht in Deutschland, sondern im Ausland, zum Beispiel in Luxemburg oder in Amsterdam, lautet die weitergehende strategische Überlegung. Alles andere würde angeblich von europäischen Partnern nicht akzeptiert.

Barclays Bank, Credit Suisse und ING stehen auf der Liste

Als Institute, die von ihrer Struktur her zur Deutschen Bank passen könnten, wurden von Ackermann unter anderem Barclays Bank, Credit Suisse und ING genannt. Zumindest mit Barclays hat es offenbar schon erste Gespräche gegeben. Sie sind jedoch abgebrochen worden, da die Überschneidungen im Kapitalmarktgeschäft zu groß gewesen wären.

Ackermann führte vor dem Aufsichtsratsgremium aus, die Deutsche Bank besitze grundsätzlich drei Optionen: ein organisches Wachstum aus eigener Kraft, die Anlehnung an ein stärkeres globales Institut oder die Fusion mit einer europäischen Großbank. Grundsätzlich sei die Deutsche Bank gut gerüstet, ihren Weg allein fortzusetzen. Entsprechend äußerte sich Ackermann auf der Hauptversammlung der Bank am Mittwoch und verwies dabei auch auf die jüngste, positive Geschäftsentwicklung.

Ackermann will agieren, bevor er reagieren muß

Organisches Wachstum sichere die Wettbewerbsposition der Deutschen Bank jedoch nur so lange, wie sich der Konsolidierungsprozeß, der in den angelsächsischen Ländern bereits weit fortgeschritten ist, nicht auch in Europa beschleunige. Genau diese Beschleunigung erwartet Ackermann, heißt es aus Kreisen der Deutschen Bank. In diesem Fall bestehe die Gefahr, daß die Deutsche Bank nur noch reagieren könne.

Besser sei es daher, vorher zu agieren und auf die kommende Bankenkonsolidierung in Europa vorbereitet zu sein. Ackermann verwies auf der Hauptversammlung denn auch auf die "Konsolidierungstendenzen in unserer Branche, denen wir aus einer Position der Stärke begegnen wollen." Aus diesem Grund, so heißt es in der Deutschen Bank, sei die Option des organischen Wachstums auf Dauer keine Lösung. Zugleich wird aber auch die Anlehnung oder der Verkauf der Bank an ein größeres Institut - wie zum Beispiel die Citigroup - ausgeschlossen, da dies politisch nicht durchsetzbar wäre und die Deutsche Bank als eigenständiges Institut untergehen würde.

Kein gleichberechtigter Partner in Sicht

Bei der dritten Option, einer Fusion auf gleichberechtigter Basis, scheint sich Ackermann in dem vergleichsweise kleinen, zersplitterten deutschen Markt mit weitgehend entkräfteten Wettbewerbern keinen Partner vorstellen zu können. Der einzige mögliche Kandidat, die Dresdner Bank, scheidet nach der Übernahme durch die Allianz derzeit als möglicher Fusionspartner aus. Aus diesem Grund kann sich die Deutsche Bank offenbar nur einen Zusammenschluß mit einer europäischen Großbank vorstellen.

Dabei herrscht offenbar inzwischen die Überzeugung vor, daß ein Holding-Sitz in Deutschland von ausländischen Partnern nicht akzeptiert werde. Zu diesem Thema hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Breuer kürzlich in einem Interview gesagt, daß die Mitbestimmung mit Einbeziehung der Gewerkschaften im Aufsichtsrat, die in Deutschland unflexiblen Arbeitsmarktregeln und die Steuergesetze es derzeit schwer machten, Deutschland als Holding-Standort durchzusetzen: "Derzeit bieten andere Länder bessere Bedingungen."

Investmentbanking fürchtet deutsches Mitbestimmungsrecht

Aus London ist zu hören, daß das deutsche Mitbestimmungsrecht vielleicht für Daimler-Chrysler akzeptabel sei, nicht aber zum Beispiel für das angelsächsische Investmentbanking. Allerdings wird in der Deutschen Bank auch London als Sitz einer eventuellen Holding ausgeschlossen. Dies sei politisch nicht durchsetzbar, wird als Begründung hierzu gesagt. Zu der reservierten Haltung in der Deutschen Bank und anderer internationaler Großbanken Deutschland gegenüber mögen darüber hinaus die Gerichtsverfahren gegen Breuer und Ackermann beitragen, die als unzumutbare Belastung für das Management einer Bank eingestuft werden.

Die von den anwesenden Aufsichtsratsmitgliedern anscheinend "mit Verständnis" aufgenommene strategische Analyse von Ackermann kommt zu einer Zeit, in der deutsche Unternehmer gegenüber Bundeskanzler Schröder darauf dringen, daß die Wirtschaft die Deutsche Bank als in Deutschland ansässiges Institut brauche. Schröder selbst favorisiert die Bildung "nationaler Champions". In Kreisen der Deutschen Bank heißt es, daß bei einem Sitz der Holding im Ausland Frankfurt als Zentrale für das deutsche Bankgeschäft beibehalten werde.

Nur 33 Prozent der Erträge kommen aus Deutschland

Ackermann selbst hatte auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank betont, das Geschäft in Deutschland sei zwar eine der tragenden Säulen des Konzerns. Dann aber präsentierte er eine Aufstellung, nach der aus Deutschland inzwischen nur noch 33 Prozent der Konzernerträge komme. Durch eine Fusion würde sich dies noch mehr relativieren.

Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung
 

857413 Postings, 6035 Tage moyaFUSIONSGERÜCHTE Ackermann schielt auf die Schweiz

 
  
    #2
05.06.04 15:54
FUSIONSGERÜCHTE

Ackermann schielt auf die Schweiz

Die Deutsche Bank hält nach Medienberichten zufolge Ausschau nach möglichen Fusionskandidaten. Derzeit werde ein Zusammengehen mit der Schweizer Großbank Credit Suisse oder mit der britischen Barclays Bank geprüft. In den Gedankenspielen enthalten ist die Verlagerung des Hauptsitzes ins Ausland.



DDP
Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Holding eines fusionierten Instituts würde nicht in Deutschland liegen.

Frankfurt am Main - Wunschpartner ist laut "Welt am Sonntag" die Schweizer Credit Suisse, bei der Ackermann bis 1996 im Vorstand saß. Mit rund 35 Milliarden Euro hätten die Schweizer in etwa den gleichen Börsenwert wie die Deutsche Bank. Die fusionierte Bank hätte mit einem Schlag ein verwaltetes Vermögen von rund 1650 Milliarden Euro, und mit einem Eigenkapital von gut 52 Milliarden Euro wäre das Geldhaus die führende Bank auf dem europäischen Kontinent.

Wie die "WamS" bezieht sich auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" auf Quellen aus Führungsebenen des Instituts. Nach ihrem Bericht hat Deutsche-Bank-Vorstand Josef Ackermann gegenüber dem Aufsichtsrat die Barclays Bank, die Credit Suisse und die ING als mögliche Fusionspartner genannt. Die Fusion könne nur unter dem Dach einer gemeinsamen Holding geschehen, sagte Ackermann laut "FAZ". Der Sitz der Holding werde dann außerhalb von Deutschland im europäischen Ausland liegen, womöglich in Luxemburg oder Amsterdam. Vor allem fiskalpolitische Gründe und die Mitarbeiter-Mitbestimmung in Deutschland sprächen dafür, schreibt auch die "Wams".

Die Klage über die hohen Steuern in Deutschland entbehren bei genauerer Betrachtung jedoch jeder Grundlage. Erst heute wurde bekannt, dass Vodafone Abschreibungsmöglichkeiten in Höhe von 50 Milliarden Euro geltend gemacht hat. Sollten die Finanzbehörden dem Ansinnen entsprechen müssen, würde britische Mobilfunker in Deutschland für die nächsten Jahrzehnte keine Steuern mehr bezahlen müssen. Abschreibungen dieser Art kennt das Steuerrecht in anderen Ländern nicht.  

15990 Postings, 6834 Tage NassieAckermann der Totengräber

 
  
    #3
05.06.04 15:57
der deutschen Gesellschaften ?
Erst hat der Schweizer mitgeholfen das Traditionsunternehmen Mannesmann an Vodafone
zu verscherbeln und jetzt ist die Deutsche Bank dran.
Denn wenn es erst eine Holding im Ausland gibt, spielt Deutschland keine Rolle mehr.  

33545 Postings, 7282 Tage DarkKnightNochmal ein Manager, der seinen

 
  
    #4
05.06.04 21:04
Abgang vergolden will.

Danke, Deutsche Bank, daß Ihr mich mehrmals über den Tisch gezogen habt mit der Androhung von Kündigung des Kontos.

Ihr seid echt gut, Jungs.

Und Du, Du Ackerbauer, Dich soll der Blitz beim Scheißen erwischen, und andere auch.  

   Antwort einfügen - nach oben